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pfluglos bei schweren Böden

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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75 Beiträge • Seite 3 von 5 • 1, 2, 3, 4, 5
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon NobbyNobbs » Do Mär 07, 2013 9:36

Mad hat geschrieben:
jak hat geschrieben:@meini u @damhirsch

da

Kumpel hat im vergangenen Jahr zum ersten mal Zuckerrüben in Mulchsaat gemacht. Entweder passte es von der Witterung her oder andere Faktoren passten in dem Jahr einfach. Zumindest meinte er, er hätte noch nie so einen Ertrag gehabt. Zucker hat wohl auch gestimmt. Normalerweise pflügt er zu Zuckerrüben und hält sie im Jahresverlauf auch pinibel per Handarbeit sauber. So "dreckige" Rüben wie im vergangenen Jahr hatte er auch noch nie. Ich möchte jetzt nicht, wie sonst immer, die Mulchsaat in den Himmel loben aber hier fehlte im Frühjahr Wasser und in der Hinsicht hat er sich einfach richtig entschieden.

MFG




Ich hab etliche (neutrale) Versuche bezüglich Rübenerträgen und -qualitäten gesehen, die die Pflugsaat mit der Grubbervariante und der Direktsaat verglichen haben. Es gab nur geringe Unterschiede, aber die Grubbervariante lag irgendwie immer vorne. Das mag auch an den Böden liegen, denn ZR kannst du nur auf wirklich guten Böden anbauen, die man einfach nicht pflügen muss. Sehr wahrscheinlich spielt da auch die bessere Wasserverfügbarkeit eine Rolle.
Es ist doch auch schwachsinnig dort zu pflügen?! Ich lass die lockernde Arbeit einfach den Frost und Zwischenfrüchte machen. Man kann im Herbst tief lockern, eine konservierende Zwischenfrucht anbauen (am besten nematodenresistenten Senf) und den garen Boden dann im Frühjahr ohne tiefere Bearbeitung herrichten.
Ich glaube ja an Strip Till. Das ist hier meiner Meinung nach die Zukunft. Besser kannst du die Vorteile von Pflug und Grubber eigentlich nicht kombinieren...
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon westfale2030 » Do Mär 07, 2013 10:39

Und wie sieht es z.B. mit der pfluglosen Bodenbearbeitung bei Winterweizen nach Körnermais aus?
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon Applegetz » Do Mär 07, 2013 13:44

NobbyNobbs hat geschrieben:
Mad hat geschrieben:
jak hat geschrieben:@meini u @damhirsch

da

Kumpel hat im vergangenen Jahr zum ersten mal Zuckerrüben in Mulchsaat gemacht. Entweder passte es von der Witterung her oder andere Faktoren passten in dem Jahr einfach. Zumindest meinte er, er hätte noch nie so einen Ertrag gehabt. Zucker hat wohl auch gestimmt. Normalerweise pflügt er zu Zuckerrüben und hält sie im Jahresverlauf auch pinibel per Handarbeit sauber. So "dreckige" Rüben wie im vergangenen Jahr hatte er auch noch nie. Ich möchte jetzt nicht, wie sonst immer, die Mulchsaat in den Himmel loben aber hier fehlte im Frühjahr Wasser und in der Hinsicht hat er sich einfach richtig entschieden.

MFG




Ich hab etliche (neutrale) Versuche bezüglich Rübenerträgen und -qualitäten gesehen, die die Pflugsaat mit der Grubbervariante und der Direktsaat verglichen haben. Es gab nur geringe Unterschiede, aber die Grubbervariante lag irgendwie immer vorne. Das mag auch an den Böden liegen, denn ZR kannst du nur auf wirklich guten Böden anbauen, die man einfach nicht pflügen muss. Sehr wahrscheinlich spielt da auch die bessere Wasserverfügbarkeit eine Rolle.
Es ist doch auch schwachsinnig dort zu pflügen?! Ich lass die lockernde Arbeit einfach den Frost und Zwischenfrüchte machen. Man kann im Herbst tief lockern, eine konservierende Zwischenfrucht anbauen (am besten nematodenresistenten Senf) und den garen Boden dann im Frühjahr ohne tiefere Bearbeitung herrichten.
Ich glaube ja an Strip Till. Das ist hier meiner Meinung nach die Zukunft. Besser kannst du die Vorteile von Pflug und Grubber Grubber und pfluglos meinst du ? eigentlich nicht kombinieren...
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon Mad » Do Mär 07, 2013 13:57

Applegetz hat geschrieben:
NobbyNobbs hat geschrieben:
Ich glaube ja an Strip Till. Das ist hier meiner Meinung nach die Zukunft. Besser kannst du die Vorteile von Pflug und Grubber eigentlich nicht kombinieren...

Grubber- und pfluglos meinst du?


Strip till:
Tiefe Lockerung, da wo es die Pflanzen für die Förderung des Wurzelwachstums benötigen (wie beim pflügen). Streifenbearbeitung, das heißt zwischen den gelockerten Bereichen bleibt der Boden unberührt und das gesamte organische Material verbleibt an der Oberfläche, wird jedoch teilweise (wie beim grubbern) mit Erde bedeckt, was die Strohrotte fördert.

Sozusagen die Kombination aus Pflug-, Mulch- und Direktsaat.

Auch in meinen Augen die Zukunft.
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Kreuzschiene hat geschrieben:Wenn es bei Raps in Richtung 7 Tonnen Ertrag geht, ist Lager meist nicht zu vermeiden. Ich spreche da leider aus Erfahrung.
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon aNiederbayer » Do Mär 07, 2013 19:44

Applegetz hat geschrieben:darf ich fragen welche zwichenfrucht verwendet wurde


habe verschiedene probiert... Senf, Phacelia, Mischungen

ackerbohnen-als-zwischenfrucht-uber-winter-nach-getreide-t83213.html

hier hab ich da mal etwas dazu geschrieben...

Crazy Horse hat geschrieben:Sag mal, bist Du eigentlich von allen guten Geistern verlassen? Wenn man das, was Du schreibst, mit Verstand liest, dann denkt man doch, Du hast sie nicht mehr alle.

zu 1.) Verleg den Satzeitpunkt auf Ende September/Anfang Oktober und grubber nicht vorher nochmal 20-25cm tief! Allein diese Vorstellung ist ja schon grausam.
Man grubbert nur unter trockenen Bedingungen und nicht, wenn es nass und schmierig ist. Sonst zerstört man nur die Bodenstruktur und der Mischeffekt ist gleich Null. Nach der Getreideernte hat man doch alle Zeit der Welt, seine Felder auf die Herbstaussaat vorzubereiten. Und für die Weizenaussaat reichen 15cm Bearbeitungstiefe auch vollkommen aus.

zu 2.) Für eine gute Frostgare reichen ein paar wenige Tage Frost vollkommen aus. Lass die Zwischenfrüchte wie bisher erst einmal abfrieren und grubber den Boden dann zu Beginn einer kleinen Frostperiode so 12-15cm tief. Wenn der Boden an der Oberfläche leicht gefroren ist, geht das auch wunderbar und gibt überhaupt kein Geschmiere. Ich würde allerdings die Walze am Grubber zuvor wegmachen und links und rechts ein paar Stützräder befestigen, damit der Boden schön grobschollig daliegt und der Frost seine Arbeit verrichten kann. Da der Dezember meist recht mild und regnerisch ist, würde ich frühestens Ende Januar grubbern.

Wie Mad schon völlig richtig schreibt, ist die Mulchsaat sehr viel besser für den Wasserhaushalt und den Gasaustausch des Bodens. Und die organische Masse (Erntereste) verrottet auch besser und liefert Nährstoffe für die nachfolgende Kulturen.


Du bist ja wohl noch viel heller ;) ich kann schon Ende September säen... leider werd ich dann aber auf ein Problem treffen... da steht noch was drauf :o :o :o also erst mal nachfragen bevor man die Klappe so weit aufreißt!!!
auf den Flächen wo es geht, WIRD Anfang Oktober gesät, letztes Jahr zwischen 6. und 11.10. und das ganze funktioniert auch tadellos...
Problematisch sind NUR die späträumenden Kohlflächen und ein paar Zuckerrüben haben wir auch noch. Zückerrüben kommen oft erst Anfang November weg... Kohl zieht sich auch meistens bis Ende Oktober und später...
Wieso sollte die Tiefe Bearbeitung ein Problem sein, wenn NUR die obere Schicht feucht ist???? wenn ich nur 10 cm bearbeite, dann rühr ich ja nur den Dreck um... ist doch sinnfrei, wenn ich Pflüge hole ich trockene Erde hoch auf der man absolut problemlos säen kann! Darum wurde auch bisher immer 30 cm gepflügt und draufgesät. Erträge mit 85-95 dt/ha sprechen für sich.

achja und Edit: klar hat man nach der Getreideernte viel zeit um für die Herbsaussaat vorzubereiten, aber das interessiert mich nicht, weil ich Winterungen nur nach Sommerungen mache :wink:
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon Applegetz » Fr Mär 08, 2013 0:17

Mad hat geschrieben:
Applegetz hat geschrieben:
NobbyNobbs hat geschrieben:
Ich glaube ja an Strip Till. Das ist hier meiner Meinung nach die Zukunft. Besser kannst du die Vorteile von Pflug und Grubber eigentlich nicht kombinieren...

Grubber- und pfluglos meinst du?


Strip till:
Tiefe Lockerung, da wo es die Pflanzen für die Förderung des Wurzelwachstums benötigen (wie beim pflügen). Streifenbearbeitung, das heißt zwischen den gelockerten Bereichen bleibt der Boden unberührt und das gesamte organische Material verbleibt an der Oberfläche, wird jedoch teilweise (wie beim grubbern) mit Erde bedeckt, was die Strohrotte fördert.

Sozusagen die Kombination aus Pflug-, Mulch- und Direktsaat.

Auch in meinen Augen die Zukunft.


das seh ich nicht ganz so, meines Wissens nach werden die unbearbeiteten streifen nicht mit erde bedeckt. eine schnell Strohrotte ist ja auch nicht unbedingt erwünscht das Stroh soll ja vor Wasserverdunstung schützen
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon jak » Fr Mär 08, 2013 0:27

Hallo
erst mal Benzin ins Feuer! :mrgreen:
http://mediathek.agrarheute.com/vsc_699 ... ebene.html
http://mediathek.agrarheute.com/vsc_699 ... skana.html

In der Poebene sagen sie, irgendwo in dem Film, müssen sie so tief pflügen, damit der Boden oben gelockert wird und die wenigen Niederschläge die fallen, speichern kann.
Von unten kommt da anscheinend nichts!

Ein Kollege der seine Felder relativ nahe an der Donau hat, hat mir erzählt. Wenn er nicht alle paar Jahre pflügt, lagert sein Oberboden dermaßen fest, dass dieser bei Trockenheit im Sommer austrocknet und zu einer "Betonfläche" erstarrt. Wachsen tut da dann nichts mehr!

Fusarium-Problematik! W-Weizen nach Mais! Empfehlung: pflügen - reiner Tisch!

Ackerfuchsschwanz-Problematik! Bekämpfung einfacher auf gepflügten Flächen

Wie aNiederbayer schön geschrieben hat, bei spät räumenden Früchten u W-Weizenanbau, besonders bei naßen Verhältnissen, bekommt man mit dem Pflug ein ordentliches Saatbett hin. Bei gleichem Aufwand!

Wie funktioniert Strip Till bei der W-Weizen Saat? Ist doch nur für Mais oder? Rüben kann ich mir nicht vorstellen, Kartoffeln sowie so nicht.

@Mad
Ich mache meine Rüben klassisch mit Herbstfurche und hatte letztes Jahr auch die besten Erträge seit ich Rüben anbaue.

Wozu noch gar nichts geschrieben wurde: Wenn ich einen Grubber anständig fahren möchte (minimum 2,5m Arbeitsbreite) brauche ich auf schwerem Boden 120 Ps behaupte ich mal. Bei modernen Grubbern, die erst ab 8 km/h gut arbeiten reicht das wahrscheinlich nicht mal. Mit einem kleinen Pflug kann man durchaus mit 50 Ps eine saubere Arbeit hinbekommen. Pfluglos ist also auch nichts für Kleinbetriebe, weil die Technik zu teuer ist (bei Eigenmechanisierung).

Und trotzdem interessiert mich die pfluglose Bewirtschaftung, schon alleine der Mytos vom Bodenleben, das sofort wieder kaputt ist, wenn man einmal wieder pflügt. Aber wahrscheinlich muss man die Ideologie "Pfluglos" in den Mittelpunkt stellen und alle anderen Parameter danach ausrichten.
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon zwiebe » Fr Mär 08, 2013 8:14

Ach ja 3 m Grubber und 200 PS ist Standart.
Der Pflug frißt weniger Sprit und PS, hat aber auch ackerbauliche Vorteile die anderweitig schlecht auszugleichen sind.

Siehe Aktuelle Vortragreihe NU Agrar durch Parzefall
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon Mad » Fr Mär 08, 2013 8:30

Applegetz hat geschrieben:das seh ich nicht ganz so, meines Wissens nach werden die unbearbeiteten streifen nicht mit erde bedeckt. eine schnell Strohrotte ist ja auch nicht unbedingt erwünscht das Stroh soll ja vor Wasserverdunstung schützen


Ich sagte teilweise und nicht komplett. Etwas Erde fliegt da halt auch drauf. Aber du hast schon recht.


jak hat geschrieben:
Wie funktioniert Strip Till bei der W-Weizen Saat? Ist doch nur für Mais oder? Rüben kann ich mir nicht vorstellen, Kartoffeln sowie so nicht.


Beim Weizen teilen sich 2 Reihen in der Regel einen gelockerten Bereich. Bei Raps geht man dahin, dass eine Reihe pro gelockerter Reihe abgelegt wird.
Es gibt verschiedene Systeme aber auch mit den Zuckerrüben experimentiert man seit Jahren.
Bei den Rüben und beim Mais geht man in den Studien soweit, dass man im Herbst die Rillen zieht und in diese Rillen dann im Frühjahr sät.

Es gibt halt mehrere Systeme. Bei den einen ist das Säelement direkt am Lockerungszinken angebracht, welches man tauschen kann (eine Reihe für Raps, zwei für Getreide).
Bei Horsch laufen zum Beispiel Scheibenschare hinterher.

Bei Getreide macht man die Vorarbeit halt mit einem Mulcher um das Stroh zu zerkleinern oder einem Strohstriegel um das Ausfallgetreide zum auflaufen zu bringen. Man könnte auch nichts machen, was allerdings ein verzetteltes Auflaufen vom Ausfallgetreide mit sich bringen könnte. Dann wird das Ausfallgetreide mit Glyphosat beseitigt und dann wird halt "gestript".

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Kreuzschiene hat geschrieben:Wenn es bei Raps in Richtung 7 Tonnen Ertrag geht, ist Lager meist nicht zu vermeiden. Ich spreche da leider aus Erfahrung.
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon Crazy Horse » Fr Mär 08, 2013 11:28

aNiederbayer hat geschrieben:Du bist ja wohl noch viel heller ;) ich kann schon Ende September säen... leider werd ich dann aber auf ein Problem treffen... da steht noch was drauf :o :o :o also erst mal nachfragen bevor man die Klappe so weit aufreißt!!!
auf den Flächen wo es geht, WIRD Anfang Oktober gesät, letztes Jahr zwischen 6. und 11.10. und das ganze funktioniert auch tadellos...
Problematisch sind NUR die späträumenden Kohlflächen und ein paar Zuckerrüben haben wir auch noch. Zückerrüben kommen oft erst Anfang November weg... Kohl zieht sich auch meistens bis Ende Oktober und später...
Wieso sollte die Tiefe Bearbeitung ein Problem sein, wenn NUR die obere Schicht feucht ist???? wenn ich nur 10 cm bearbeite, dann rühr ich ja nur den Dreck um... ist doch sinnfrei, wenn ich Pflüge hole ich trockene Erde hoch auf der man absolut problemlos säen kann! Darum wurde auch bisher immer 30 cm gepflügt und draufgesät. Erträge mit 85-95 dt/ha sprechen für sich.

achja und Edit: klar hat man nach der Getreideernte viel zeit um für die Herbsaussaat vorzubereiten, aber das interessiert mich nicht, weil ich Winterungen nur nach Sommerungen mache :wink:



Unsere Böden sind z.T. so tonreich (Tongehalte von über 40%), dass sie unter feuchten Bedingungen und ohne ausreichend Stroh (wirkt wie ein Puffer, bietet Hohlräume zur besseren Wasserinfiltration und bindet die Feuchtigkeit) total verkleben und nicht zu bearbeiten sind. Da ist es völlig egal, ob Du die Ende Oktober pflügst oder grubberst, weil Du die ohne eine anschließende Trockenperiode nicht mehr fein bringst. Und Du weißt ja selber, wie schlecht ein Boden im Spätherbst noch abtrocknet.

Natürlich braucht man zur Saat einen lockeren, ausreichend abgetrockneten Boden und darf das Getreide nicht reinschmieren. Das versteht sich ja von selbst. Ich würde mir allerdings eher einen etwas leichtzügigeren 3m Mulchgrubber zulegen, bevor ich den Acker pflüge oder in der 4m-Version mit gerade mal 5-6 km/h rumwürge und den Schlepper plage. Für einen guten Mischeffekt darfst Du schon 8-10km/h fahren. Einen Tiefenlockerer wie diesen Attila brauchst Du eigentlich nur, wenn der Boden völlig festgefahren und verdichtet ist.

Ich würde mir allerdings auch etwas Gedanken über meine Fruchtfolge machen, wenn auf einmal Weizen gleich zweimal Feldgemüse folgt. Das hört sich nicht sonderlich gesund an.
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon NobbyNobbs » Fr Mär 08, 2013 18:06

Es ist beim Strip Till nicht zwangsläufig so, dass der Boden zwischen den Drillreihen unbearbeitet bleibt. Was spricht dagegen vorher einmal oder zweimal flächig mit der Scheibenegge zu bearbeiten? So würde ich das dann zumindest nach dem 1. Weizen machen. Nach Raps wäre es natürlich nicht nötig.
Ich bin einfach kein Fan vom tiefen Bearbeiten, solange es FLÄCHIG passiert. Was du da -meistens- unnötig an Energie(/Geld) versenkst um zusätzlich noch dem Bodenleben zu schaden, geht einfach gar nicht. Stimmt die Bodenstruktur und befinden sich auf Ap-Ebene (Krume) keine Verdichtungen (tiefer bearbeiten wir eh nicht, da müssen epigäische und anektische Regenwurmarten ran), dann ist es einem Weizen, der bei mir nun mal 2/3 der Fruchtfolge ausmacht, scheiß egal, ob der Boden 50 oder 5 cm bearbeitet wurde. Tiefes, partielles Bearbeiten hat allerdings wirklich seine Reize und ist auch ökonomisch vertretbar.

Wenn ich das so sage, spreche ich immer von meinen Böden. Das sind Parabraunerden. Dass das alles auf einem Podsol völlig anders aussehen mag, versteht sich von selbst.
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon Damhirsch » Fr Mär 08, 2013 19:57

Ich nun wieder.
Irgendwann im 4. Semester habe ich mal gehört, das war der Prof Bäumer, der hatte übrigens mehr drauf als ich, sonst hätte ich dem wohl was erzähl, daß ein Samenkorn zum keimen und wachsen einen Boden braucht der eine ungestörte Kapillarität aufweist und eine Bodenbedeckung die zwischen 2 cm bei den meisten Ackerkulturen und bis 7 cm zB bei Ackerbohnen liegt. Von unten Wasser, von oben Luft und Wärme.
Da ich nun kein Prof der Agrarwissenschaften bin sondern nur ein kleines Bäuerlein denke ich mir, daß , wenn die Kapillarität stimmt, der Boden nach unten offen ist. Würzelchen können also nach unten abtauchen. Wenn ich die vielen Arten der Würmer des Regens nicht zu viel ärgere und störe und sie mit leckeren angegammelten Pflanzenresten nahe der Bodenoberfläche füttere, ich bin eigentlich Tierzüchter, buddeln die sich doch wohl dahin, also mit Gängen und Löchern auch an der Oberfläche. Und dann denke ich mir, dann können doch auch die Würzelchen so praktisch im Expresstempo nach unten wachsen. Dahin, wo Wasser ist und all das leckere Fresschen was im Laufe der Zeit dahin runtergewaschen wurde.
Und dann muß ich doch nur irgendwas machen um diesen Zustand zu erreichen.
So und da scheiden sich wohl die Geister. Ich hab mein Leben lang nicht eingesehen, wohl weil ich einfach zu faul zum Arbeiten bin, warum ich mit viel Aufwand und Kosten einen Zustand schaffe, den ich anschließend wiederum mit Aufwand und Kosten versuche zu berichtigen.(Pflügen und Rückverfestigen)
Wie ich das alles hinkriege ist letztendlich wieder vom Denken und Schlüsse ziehen abhängig.
Was daran unerträglich sein soll erschließt sich mir nicht.
Mir ist nicht so ganz unwichtig, daß ich offensichtlich so pfiffig bin, dieses Konzept seit mehr als 20 Jahren erfolgreich durchziehen zu können.
Und nicht vergessen: die Einen geben mit Erträgen an, die Anderen interessiert die schwarze Zahl rechts unten. Dazu gehöre ich.
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon NobbyNobbs » Fr Mär 08, 2013 22:01

:prost: :klee: :!:
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon zwiebe » Sa Mär 09, 2013 13:06

Probier es aus, es gibt genügend Prediger die Dir manche Sachen schmackhaft machen.

Dann kommst Du zu Deiner eigenen Erfahrung, was auf deinen Standort und Betrieb paßt.

Aber vergiß den Blick zurück nicht, was die Vorfahren gemacht haben und wie.

Und dann vergleichst Du mit Deiner Fruchtfolge, Erträgen und Aufwendungen. Und dann entscheidet das betriebliche Gesamtergebnis.

Vom Strippen bin ich nicht überzeugt, besonders wenn ich sehe wieviel Leistung für ein 3 m Gerät benötigt wird. Der Rattenschwanz mit Tiefendüngung, Tonverlagerung, Resistenzmanagement und Pestizidmehraufwand sollte auch noch bedacht werden.
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Re: pfluglos bei schweren Böden

Beitragvon Mad » Sa Mär 09, 2013 13:42

zwiebe hat geschrieben:Vom Strippen bin ich nicht überzeugt, besonders wenn ich sehe wieviel Leistung für ein 3 m Gerät benötigt wird. Der Rattenschwanz mit Tiefendüngung, Tonverlagerung, Resistenzmanagement und Pestizidmehraufwand sollte auch noch bedacht werden.


Die Leistung richtet sich natürlich nach dem Boden. Aber 120PS reichen für 3m allemal aus, was ich jetzt nicht als Problem ansehe.
Düngen muss man ja sowieso. Und der einzige Nachteil ist die Phosphoranreicherung im Oberboden bzw. die Verarmung des Unterbodens. Bei Getreide sehe ich da kein Problem und wenn, dann hat da eher der Raps ein Problem mit, wobei ich davon ausgehe, dass die Wurzeln dennoch dem Wasser hinterher wachsen. Außerdem wird organisches Material ja in den Boden befördert, was bedeutet, dass es dort unten auch umgesetzt wird, sprich ein Teil der Nährstoffe wird auch unten wieder verfügbar sein.

Einen Mehraufwand von Pflanzenschutzmitteln erkennt man nur dort, wo jemand etwas nicht ganz richtig gemacht hat.
Muss man denn Weizen schon im September drillen, wenn man genau weiß, dass es Ende Oktober auch noch ginge? Nur um mit diesem Beispiel mal die Problematik beim Ackerfuchsschwanz aufzugreifen.

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