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Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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193 Beiträge • Seite 3 von 13 • 1, 2, 3, 4, 5, 6 ... 13
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon Todde » Fr Jan 03, 2014 11:45

Mensch hat geschrieben:Wie hoch ist denn der Organisationsgrad der Bauernschaft?
Irgendwie scheinen sich ja die "Fehlbesetzungen" in den Bauernvertretungen zu halten?
Was tun?


Es gibt keine Vertretung für die Masse der Landwirte in der Öffentlichkeit mehr.
Es reicht nur noch zum Agrarbericht...
Fachleute, die auch mal in eine Talkshow gehen könnten um den Hetzern entgegen zu treten, werden sicher nicht zum DBV gehen.
Solche Personen bekommen in der Industrie einen Haufen Geld und brauchen nicht zur eigen Abschlachtung ins Fernsehen.

Spätestens die Propaganda und Verunglimpfung Renate Künasts haben die Vertreter der Landwirte in die Ecke gedrängt.
Heute interessiert ein ehrlicher Umgang mit der Landwirtschaft auch niemanden mehr.
Die Presse reißt sich um jedes tote Ferkel, macht daraus erstmal einen riesen Skandal, der die Nachrichten beherrscht, stellt sich dann nach Untersuchung raus,
dass keine Fehlverhalten vorlag und gesetzlich korrekt gehandelt wurde, findet man es in der einen oder anderen Zeitschrift im Nebensatz.

Was soll dabei herauskommen wenn ein Vertreter der Landwirte versucht das wahre Bild hinzustellen und 3 Personen von NGOs und der Moderator bringen nur unsachliche, falsche Hetze gegen Argumente und Fakten?
Wer sich das antut, der ist Dauergast im SM-Studio.
Das Volk der Ukrainer verteidigt die Freiheit Europas
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Todde
 
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon keinbauer » Fr Jan 03, 2014 12:37

Mensch hat geschrieben:-Wie sieht sich und sein Handeln der einzelne Bauer, ja, sieht er sich als Bauer oder als Landwirt und was bedeutet diese Unterscheidung?
-Hat er einen Auftrag gar eine Mission oder tut er sein Werk, weil er eben in eine Landwirtschaftsfamilie hinein geboren wurde?
-Wie wird das Obige von Nicht-Landwirtschaftlern wahrgenommen, gibt es Konflikt, wenn ja, warum und wie laufen diese ab und gibt es andere Wege?

Als Nicht-Landwirtschaftler:
- Bauer oder Landwirt ist kein Unterschied. Nur der Duden hat ein Wort mehr.
- Bauern/Landwirte haben keinen Auftrag, erst recht keine Mission zu erfüllen, sie haben einfach nur einen Beruf. Das kommt vor, das passiert auch anderen. Die Bedeutung dieses Berufs sollte man weder unter-, aber auch nicht überschätzen ("Welternährer"??? - gehts noch?).

Übrigens, mein subjektives Empfinden: Mein Respekt für die Arbeit der Landwirte, mein Verständnis für Probleme (und die Lobbyarbeit) der Landwirtschaft, allgemein das Ansehen was Landwirte bei mir hatten, war größer, bevor ich ab und zu in dieses Forum schaute. Der Elan, mit dem sich einzelne Landwirte hier untereinander zerfleischen, die Selbstverliebtheit, mit der einzelne Landwirte hier ihren Beitrag zum Weltfrieden hervorheben, die Ansichten, die zu Rechts- und Finanzthemen hier so zu lesen sind...
Böse formulieren könnte man: Die Landwirtschaft ist wichtig, aber der einzelne Landwirt ist überhaupt nichts. Der ist nur genauso ein Teil des ganzen, wie jeder Nichtlandwirt auch, egal welchen Job er ausübt.
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon togra » Fr Jan 03, 2014 13:40

forenkobold hat geschrieben:Ja.. auch hier gibt es Handwerker, die mit 5 Leuten für sich selbst nur 30000 übrighaben. Liegt einfach daran, dass sie aufgrund ihres unsympathischen Wesens und ihres dummen Geschwätzes keine Aufträge bekommen. Die anderen zocken gnadenlos 60 - 80 Euro die Stunde ab und leben wie die Made im Speck.

Bei uns bekommen selbst die sympathischen, nicht dummschwätzenden nicht mehr als 36€ die Stunde....falls sie die denn überhaupt bekommen.
Gemittelt nach Zahlungsausfällen, Einrechnung der "nicht bezahlten Zeit" (Büro etc...) und anderen Widrigkeiten dürften es wohl eher um die 20€ sein.
Davon gehen bei einem Tariflohn von 13,50€ schon mal inkl. Lohnnebenkosten 17€ weg, von dem Rest muss man Krankheits- und Urlaubstage bezahlen.
Wie man da Leben kann wie die Made im Speck, ist mir schleierhaft....
keinbauer hat geschrieben:- Bauern/Landwirte haben keinen Auftrag, erst recht keine Mission zu erfüllen, sie haben einfach nur einen Beruf. Das kommt vor, das passiert auch anderen. Die Bedeutung dieses Berufs sollte man weder unter-, aber auch nicht überschätzen ("Welternährer"??? - gehts noch?).

CarpeDiem hat geschrieben:Ohne nun einmal in diese Diskussion, mit teilw. weltverbessernden Ansichten, näher eintreten zu wollen ein Landwirt sollte sich weder als Bauer noch als Welternährer sehen, sondern ganz einfach als Unternehmer, für denen eine entsprechende Rendite es zu erwirtschaften gilt.

So sieht's nämlich aus!
Das Märchen vom Tag und Nacht arbeitenden Samariter, der sich Pausenlos ausschließlich für die Sättigung anderer selbstlos kaputtschuftet, stimmt einfach nicht...
Todde hat geschrieben:Aus Deinen Worten höre ich nur Neide...

Dann hör' mal weiter.... :roll:
Ich gönne dem Bauern/Landwirt seinen Verdienst, wie jedem anderen Unternehmer auch.
Wenn man aber Pausenlos nur diesen Blödsinn hört:
SHierling hat geschrieben:Zu Erzeugerpreisen von 1950 und mit Betriebsmittelkosten von 2014.

muss man sich schon fragen, wie geht das?
Landwirte nennen immer nur die Ausgaben; wenn man nach den Einnahmen fragt, wird gemauert.
Gerade die folgerichtig veröffentlichten Subventionen (unter anderem auch meine Steuergelder!) sind ein riesen Dorn im Auge.
Warum?
Schlechtes Gewissen??

Ich habe Hochachtung vor dem der mal offen sagt: "Ich habe in meinem Landwirtschaftlichen Betrieb hart gearbeitet, dabei gutes Geld verdient und kann mir deshalb einen neuen Schlepper kaufen".
Aber immer und ständig nur jammern nach höheren Subventionen und Erzeugerpreisen und TROTZDEM gleichzeitig Unsummen investieren, das passt einfach nicht zusammen.....
Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dümmere ist...
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon xyxy » Fr Jan 03, 2014 14:08

togra hat geschrieben:
Ich habe Hochachtung vor dem der mal offen sagt: "Ich habe in meinem Landwirtschaftlichen Betrieb hart gearbeitet, dabei gutes Geld verdient und kann mir deshalb einen neuen Schlepper kaufen".


Warum?
Damit der Industriearbeiter ein paar Tage an den Ballermann fahren kann?

Kann der Bauer sich seiner Familie doch ne mehrwöchige Kreuzfahrt gönnen!
Oder den vorzeitigen Ruhestand planen, ein paar Mietwohnungen/ Ferienwohnungen shoppen.
Warum um Himmels Willen soll der sein Geld in weitere Nahrungsproduktion stecken?
Um sich allabendlich in den Talk-und Nachrichtensendungen beschimpfen zu lassen, damit er bloss nicht einschläft?
Um sich BsF reinzutun, damit er sieht was aus seinen Kindern noch mal werden kann?
Ist doch besser er geht einfach mit dem Mainstream, ist doch viel gesünder?

wartet mal ab, was zur Europawahl für Geschütze aufgefahren werden...
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon xyxy » Fr Jan 03, 2014 16:14

An einen Streik der Automobilhersteller kann ich mich auch grad nicht erinnern... :roll:

Aber gut, sollen wir mal zwei Wochen nicht füttern?
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon hektik-elektrik » Fr Jan 03, 2014 16:30

Da die meisten Verbraucher keinen direkten Bezug mehr zur Landwirtschaft haben,
sehen viele diese durch die TV-Sendungen dann so:

Büttenwarder.jpg


oder so

http://www.rtl.de/cms/sendungen/bauer-sucht-frau.html


Find ich schade wenn man die Landwirtschaft nur so darstellt.
Es gibt keinen Fachkräftemangel.

Es gibt nur einen Mangel an Fachkräften,
die bereit sind sich ausbeuten zu lassen.
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon xyxy » Fr Jan 03, 2014 16:34

Mensch hat geschrieben:
xyxy hat geschrieben:An einen Streik der Automobilhersteller kann ich mich auch grad nicht erinnern... :roll:

Aber gut, sollen wir mal zwei Wochen nicht füttern?


Darum schrieb ich ja auch:
"Werden ihre Forderungen nicht hinreichend gewürdigt, so können sie sich dazu entschließen gemeinschaftlich ihre Schaffenskraft nicht mehr am Markt anzubieten."

Ich glaube die Automobilindustrie kann ihre Forderungen schon ganz gut ohne Streik, und Streik ist letztes Mittel, durchsetzen.
Sehr aufschlussreich, bezüglich des Selbstverständnisses ist dann ja auch, das Sie sich mit der Automobilindustrie auf eine Stufe stellen und nicht auf eine mit den Lohnabhängigen.


Kann ich nicht erkennen, dass ich mich auf das Niveau der Autoindustrie gestellt hab, aber ne Antwort auf meine Frage bekomm ich noch?
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon xyxy » Fr Jan 03, 2014 17:31

Mensch hat geschrieben:
xyxy hat geschrieben:
Kann ich nicht erkennen, dass ich mich auf das Niveau der Autoindustrie gestellt hab, aber ne Antwort auf meine Frage bekomm ich noch?


Sie haben als Vergleichsgröße die Automobilindustrie herangezogen!

Warum, können Sie dann nicht mehr füttern? Einen diesbezüglichen Lösungsansatz habe ich doch schon mit dem Gewerkschaftsvergleich und der Streikkasse dort beschrieben.
Wenn Sie sich jetzt aber als kurz vorm Abgrund operierender Unternehmer darstellen wollen, wäre es ja höchste Zeit für eine schlagkräftige Bauernvertretung. Dann wäre die Lohnabhängigen als Vergleichsgröße zu wählen möglicherweise die bessere Wahl gewesen.

Streiken bedeutet im Regelfall die Arbeit einstellen. Also doch füttern und nicht streiken, dacht ich mir schon?

Wo hab ich eine Vergleichsgrösse herangezogen?

Ja würd mich auch interressieren, welchen Beruf übt der Mensch, ähh "Mensch" aus :roll:
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon keinbauer » Fr Jan 03, 2014 17:56

Jetzt geht die Welt wegen des Streiks deutscher Bauern unter...
keinbauer hat geschrieben:...Die Bedeutung dieses Berufs sollte man weder unter-, aber auch nicht überschätzen...
q.e.d.
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon xyxy » Fr Jan 03, 2014 18:12

Naja, er meint wohl so eine Demo vorm rathaus mit Trommeln und bunten Fahnen... :roll:

Gut man könnte auch einige Wochen sämtliches Babypulver aus den Läden holen und die Schweine damit füttern, wär das OK :roll:
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon Kaninchen » Fr Jan 03, 2014 18:18

Ich glaube, ihr füttert hier gerade mal wieder einen Troll! :roll:
Grüßle,
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon xyxy » Fr Jan 03, 2014 18:43

Lass ihn wenigstens noch Auskunft geben, wie er beruflich unterwegs ist, bitte!
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon Piet » Fr Jan 03, 2014 18:47

Mensch, Mensch,
Du bist so weit von der LW entfernt, wie ein Rüsseltier vom Fahrradfahren!
Wie stellst du dir einen Streik denn vor?
Soll der Milchbauer aufhören zu melken? Oder zu füttern?
Hast du eine Ahnung davon welche Kosten ein Betrieb mit 100 Milchkühen pro Woche hat?
Soll der Schweinemäster seinen Schweinen das Wachsen verbieten? Tut er dies nicht, sind zu spät abgelieferte Schweine zu schwer und werden schlechter bezahlt.
Die Liste kann man lange fohrtführen...
Wo soll eine Streikkasse herkommen, die das auffangen kann?
http://www.jagtnorden.de
Alta, lass uns Baumarkt!
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon stulli » Fr Jan 03, 2014 19:05

Hallo,streiken ist bei den Landwirten kaum möglich da:
tlw Verträge einzuhalten sind;
weil erhebliche Verluste eingefahren werden (Kühe geben weiter Milch, Schweine nehmen trotzdem zu und dadurch verschlechtert sich die Qualität und die Tiere verbrauchen Futter und Arbeit);
alle Produkte aus dem Ausland ersetzbar,sodaß kein Druck auf die Abnehmer geübt werden kann.
Ist Morgen­grauen der Moment, in dem man realisiert, dass man wieder zur Arbeit muss?
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Re: Selbstverständnis - Bauer oder Welternährer?

Beitragvon kaltblutreiter » Fr Jan 03, 2014 19:05

Warum "die Bauern" nicht streiken? Weil man sie nicht mit abhängig Beschäftigten
- die keine Verantwortung für Produktionsmittel oder die Erwirtschaftung ihres Lohnes haben, weil diese Risiken der Unternehmer trägt,
- die evtl. noch gewerkschaftlich organisiert sind,

vergleichen kann.

Bauern/Landwirte sind Unternehmer. Von einem Unternehmer-Streik ist mir auch nichts in Erinnerung.

Was man diskutieren könnte:
1. Ob es überhaupt Auswirkungen hätte, WENN (alle deutschen) Bauern streiken WÜRDEN.
2. Was in dieser Zeit mit den Viehbeständen und deren Erzeugnissen (Milch, Fleisch usw.) sowie auch leicht verderblichen pflanzlichen Erzeugnissen geschehen sollte.

In welche Ecke die Landwirte gedrängt sind, WENN sie sich doch mal erlauben, ihre (einseitig diktierten) Kontrakte nicht einzuhalten, hat man ja am Beispiel Leppersdorf/Müller gesehen.

Dann kommt noch hinzu, daß (s.o.: Unternehmer) jeder für sich kämpft. Warum sollte ich als freier Unternehmer mich mit anderen zusammentun - mit welchen anderen überhaupt? - um meine Ziele durchzusetzen? Diese Ziele sind ja höchst unterschiedlich. Was interessiert es den Erdbeeranbauer, wie hoch der Milchauszahlungspreis gerade ist?
................
Es ist schon so, daß es auch in diesem Berufszweig solche und solche gibt. Bei uns gibt es ein Sprichwort: Wer nicht lamentieren kann, ist kein richtiger Bauer. Etliche fühlen sich bei jedem bißchen gelatscht, andere wiederum stehen da drüber und lachen sich heimlich ins Fäustchen. Es gibt welche, die ihren Hof sehr verantwortungsvoll führen (durchaus sowohl konvi als auch bio) und dann gibt es auch die, welche keinen Überblick haben.
Manchen Landwirten täte es gut, mal aus ihrer Suppe herauszukommen. Was die Politik da teilweise von sich läßt, wird zu Recht beklagt. Das findet aber auch in anderen Sparten statt. Die Handwerker (mein Vater ist selbständiger Tischlermeister - ich hab also etwas Einblick) werden genauso gegängelt, es wird nur nicht so an die große Glocke gehängt.

Der Unterschied beim Berufsstand des Landwirts (und einigen wenigen anderen) ist doch, daß es hier um die Arbeit mit Lebewesen geht. Jaja, ich weiß, ist im Gesundheitswesen auch so. Und da Tiere nicht für sich sprechen können im Gegensatz zu den meisten Menschen, fühlen sich halt leider oft Menschen, deren Meinung durch keinerlei Vorwissen getrübt ist, berufen, diesen Tieren "eine Stimme zu geben" - eine möglichst laute. Das greift immer weiter um sich und zur Zeit fehlt zumindest in D einfach der Gegenhalt und eine selbstbewußte Interessenvertretung der Landwirte.
Dazu kommt noch die fehlende Beziehung der "Nicht-Landwirtschaftler" zur Nahrungserzeugung. Früher hatten halt viele Familien noch den Karnickelstall hinterm Haus stehen und zumindest ein paar Beete im Garten. Das Wissen um die damit verbundenen Schwierigkeiten, Krankheiten und die Dankbarkeit für modernere Methoden und auch Medikamente ist doch in weiten Teilen der Bevölkerung verloren gegangen.

edit: Piet und Bauer Harms waren schneller
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