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SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon meyer wie mueller » Mi Mär 10, 2010 8:59

Hallo

mal eine naive Frage: Was ist gesamtwirtschaftlich und sozialpolitisch sinnvoller?
- A) einfache Jobs (die vielleicht ein wenig mehr Einkommen bringen als Harz IV) wegrationalisieren und den Leute statt Lohn Almosen geben
- B) Arbeitsmöglichkeiten schaffen, auch wenn die Produktivität des Arbeitsplatzes niedrig ist.

Ich postuliere mal: Billiger für den Staat insgesamt ist Harz IV auch nicht. Man mag anführen, dass es noch hohe Lohnnebenkosten gibt und jede Arbeitsstelle noch zusätzliche Kosten, wie Lohnbuchführung, Verwaltung des Arbeitsplatzes, Arbeitsmittel verursacht. Diese Kosten fallen aber auch mindestens genauso heftig an, denn gerade die HARZ IV Verwaltung ist extrem teuer (irgendwo hab ich gelesen, dass für die Verwaltung von Harz IV noch mal 50% der ausgezahlten Summe an Nebenkosten anfallen).
Wir betreiben doch nur das alte Spiel "linke Tasche, rechte Tasche" bei den Ausgaben.

Explodierende Lohnkosten im öffentlichen Dienst sind halt ein Aufreger (das würde so aussehen, wenn man z.B. in öffentlichen Einrichtungen Automaten gegen Menschen austauschen würde), aber diese "Lohnkosten" würden durch sinkende HARZ IV-Kosten kompensiert werden.

Noch ein Beispiel für Beschäftigungsmöglichkeiten und zwar sinnvolle:
-Statt eines Badmeistergehilfen arbeiten eben noch 10 im öffentlichen Schwimmbad. Dann kann es auch nicht mehr vorkommen, dass ein Kind ersäuft, nur weil die Turnlehrerin alleine nicht 20 Kinder überwachen kann (so geschehen im Landkreis Ansbach). Derzeit heisst die Alternative: Einstellung des Schwimmunterrichts.


Dienstleistungsjobs werden zwar vielfach als Idiotenjobs angesehen, sie sind aber sozial sehr sinnvoll und steigern extrem die allgemeine Lebensqualität.

Wie oft habe ich mich schon mit Bahnfahrkarten am Automaten gequält und stand kurz vor der Verzweiflung, weil die Wartezeit am Servicepoint gefühlte 2 Stunden betrug (lass mal eine alte Frau am Stock so lange anstehen). Konsequenz. Ich verzichtete auf die Bahnkarte und bin lieber mit dem Auto gefahren. Und jetzt führt der Supermarkt auch noch Selbstbedienungskassen ein! Ich wäre froh, wenn ich meine Kontoauszüge von einem Menschen ausgehändigt bekäme. Jetzt führt die Bank zusätzliche Programme ein, mit denen man den Kunden wieder in die Schalterhalle locken will, damit sie den Leuten Anlageprodukte andrehen kann. Das hat vor der Einführung der Automaten der "Schalterbeamte" ganz nebenbei mit erledigt.

Ich meine, dass die Einsparung von Servicearbeitsplätzen volkswirtschaftlich nichts bringt, sondern nur die Kosten in den Sozialbereich verlagert und darüber hinaus ein "Lumpenproletariat" schafft.


Gruß
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon hans g » Mi Mär 10, 2010 9:17

meyer wie mueller hat geschrieben:mal eine naive Frage: Was ist gesamtwirtschaftlich und sozialpolitisch sinnvoller?
- A) einfache Jobs (die vielleicht ein wenig mehr Einkommen bringen als Harz IV) wegrationalisieren und den Leute statt Lohn Almosen geben
- B) Arbeitsmöglichkeiten schaffen, auch wenn die Produktivität des Arbeitsplatzes niedrig ist.

leider wird sich gesamtwirtschaftlich oder auch volkswirtschaftlich da nix tuen,weil da eben jeder sein "SÜPPCHEN" kocht(bund-länder)und auch die parteien IHRE interessen vertreten(CSU-FDP).
das fängt ja schon hier vor ort im rathaus an,wo die SPD(64%mehrheit)munter weiter geld ausgibt,obwohl die HAUSHALTSSICHERUNG nicht mehr weit ist.
hans g
 
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon SHierling » Mi Mär 10, 2010 9:24

MM: Wer kassiert denn die Gewinne von Deinen "Service-Posten"?
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon SHierling » Mi Mär 10, 2010 9:30

Immerhin fangen wenigstens ein paar Denkende Leute an, sich zu wehren:
Handwerkspräsident Otto Kentzler warnte unterdessen vor einer staatlich geförderten Billigkonkurrenz. Er kritisierte die Vorschläge, Hartz-IV-Empfänger für gemeinnützige Arbeitenheranzuziehen. "Ob es nun Arbeitspflicht oder ’Soziale Arbeit’ genannt wird - die öffentliche Förderung gefährdet Arbeitsplätze in Unternehmen und verhindert die Vermittlung in reguläre Beschäftigung", sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks der Tageszeitung Die Welt.

Das Handwerk mache schon lange schlechte Erfahrungen mit der Billigkonkurrenz zum ersten Arbeitsmarkt, kritisierte Kentzler. Wenn Kommunen Langzeitarbeitslose beispielsweise über Ein-Euro-Jobs zu
Dumpingkonditionen für umfangreiche gewerbliche und handwerkliche Tätigkeiten einsetzten, verlören in der Folge Handwerksbetriebe Aufträge und Arbeit
(http://www.sueddeutsche.de/politik/309/505500/text/)
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon Crazy Horse » Mi Mär 10, 2010 12:04

Ich könnt mich hochgradig aufregen, wenn ich diesen Schwachsinn lese!

meyer wie mueller hat geschrieben:Hallo

mal eine naive Frage: Was ist gesamtwirtschaftlich und sozialpolitisch sinnvoller?
- A) einfache Jobs (die vielleicht ein wenig mehr Einkommen bringen als Harz IV) wegrationalisieren und den Leute statt Lohn Almosen geben.

- B) Arbeitsmöglichkeiten schaffen, auch wenn die Produktivität des Arbeitsplatzes niedrig ist.

Nach Produktivitätskriterien darfst Du einen Arbeitsplatz schon lange nicht mehr bewerten. Viele Tätigkeiten sind volkswirtschaftlich von keinem Nutzen, man bräuchte sie strenggenommen gar nicht, und dennoch erfahren sie eine Wertschätzung und machen das Leben schöner.

Es macht überhaupt keinen Sinn, einem Menschen eine Arbeit aufzudrücken, die jeder bessere Automat bewerkstelligen kann. Dann sollen sie lieber rausgehen und Fußball spielen oder sich künstlerisch oder musisch betätigen oder etwas lernen, was ihnen Spaß macht und sich bereit halten (irgendwas sinnstiftendes halt), wenn es wirklich was zu arbeiten gibt.

Ansonsten bin ich sehr dafür, dass die Arbeit gerechter verteilt wird. Es kann nicht sein, dass manche Überstunden machen und 45-50 Stunden die Woche arbeiten und andere deswegen keinen Job bekommen.

Es gibt so viele Möglichkeiten für neue Jobs, z.B. in der Bildung, im Bereich Sport und Freizeitgestaltung, in der Medizin, in der Pflege usw. Das ist zwar volkswirtschaftlich gesehen Luxus, weil es wenig Sinn macht und viel Geld kostet, auch den Leuten eine gute Bildung, Gesundheit und ein langes Leben zu bescheren, die unproduktiv sind, keinen Mehrwert generieren, die überflüssig sind in unserer Leistungsgesellschaft, aber wenigstens hätten sie was Sinnvolles zu tun.


Ich postuliere mal: Billiger für den Staat insgesamt ist Harz IV auch nicht. Man mag anführen, dass es noch hohe Lohnnebenkosten gibt und jede Arbeitsstelle noch zusätzliche Kosten, wie Lohnbuchführung, Verwaltung des Arbeitsplatzes, Arbeitsmittel verursacht. Diese Kosten fallen aber auch mindestens genauso heftig an, denn gerade die HARZ IV Verwaltung ist extrem teuer (irgendwo hab ich gelesen, dass für die Verwaltung von Harz IV noch mal 50% der ausgezahlten Summe an Nebenkosten anfallen).
Wir betreiben doch nur das alte Spiel "linke Tasche, rechte Tasche" bei den Ausgaben.

- Es gibt keine Lohnnebenkosten sondern nur Lohn als Entgelt für die geleistete Arbeit. Und von diesem Lohn führt eben der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer die Sozialabgaben ab. So einfach ist die Sache. Deswegen ist es auch reine Heuchelei, wenn die Arbeitgeber rumjammern, die Lohnnebenkosten (insb. der Arbeitgeberanteil) seien zu hoch, weil das letztendlich nicht sein Geld ist, über das er verfügt, sondern das seines Arbeitnehmers, das er sich durch seine Arbeit ja verdient hat.

- Hartz IV ist u.a. deswegen so teuer, weil der Staat über die Aufstockerregelung indirekt die Betriebe subventioniert, die Dumpinglöhne zahlen, von denen kein Mensch leben kann. Die Konkurrenz, die faire Löhne zahlt, ist wegen ihrer höheren Personalkosten der Dumme. Diese Lohndrückerei kostete dem Staat 2009 9,2 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Wenn jetzt auch noch die zum Amt gehen würden, um sich den Lohn aufzustocken, die zwar anspruchsberechtigt sind, sich aber aus Scham bislang nicht getraut haben, diese zusätzliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wären wir locker bei 12-13 Milliarden.

Wenn ein gültiger Tarifvertrag vorliegt und nach (Dumping-)Tarif bezahlt wird, prüft der Staat noch nicht mal nach, ob nach seiner Gewinnlage das Unternehmen nicht auch höhere Löhne zahlen könnte. Und das ist in meinen Augen ein Skandal.

- Natürlich ist auch die Hartz IV Verwaltung zu teuer. Dass allein die Verwaltung aber die Hälfte dessen kostet, was letztendlich an den Leistungsempfängern ausgezahlt wird, kann ich mir aber nicht vorstellen.


Explodierende Lohnkosten im öffentlichen Dienst sind halt ein Aufreger (das würde so aussehen, wenn man z.B. in öffentlichen Einrichtungen Automaten gegen Menschen austauschen würde), aber diese "Lohnkosten" würden durch sinkende HARZ IV-Kosten kompensiert werden.

Noch ein Beispiel für Beschäftigungsmöglichkeiten und zwar sinnvolle:
-Statt eines Badmeistergehilfen arbeiten eben noch 10 im öffentlichen Schwimmbad. Dann kann es auch nicht mehr vorkommen, dass ein Kind ersäuft, nur weil die Turnlehrerin alleine nicht 20 Kinder überwachen kann (so geschehen im Landkreis Ansbach). Derzeit heisst die Alternative: Einstellung des Schwimmunterrichts.


Dienstleistungsjobs werden zwar vielfach als Idiotenjobs angesehen, sie sind aber sozial sehr sinnvoll und steigern extrem die allgemeine Lebensqualität.

Wie oft habe ich mich schon mit Bahnfahrkarten am Automaten gequält und stand kurz vor der Verzweiflung, weil die Wartezeit am Servicepoint gefühlte 2 Stunden betrug (lass mal eine alte Frau am Stock so lange anstehen). Konsequenz. Ich verzichtete auf die Bahnkarte und bin lieber mit dem Auto gefahren. Und jetzt führt der Supermarkt auch noch Selbstbedienungskassen ein! Ich wäre froh, wenn ich meine Kontoauszüge von einem Menschen ausgehändigt bekäme. Jetzt führt die Bank zusätzliche Programme ein, mit denen man den Kunden wieder in die Schalterhalle locken will, damit sie den Leuten Anlageprodukte andrehen kann. Das hat vor der Einführung der Automaten der "Schalterbeamte" ganz nebenbei mit erledigt.

Sag mal, bist Du so blöd oder tust Du nur so! Post, Bahn, Telekom und teilweise auch der Personennahverkehr wurden privatisiert. Da kann der Staat doch gar nicht mehr ins operative Geschäft hineinreden, selbst wenn er der größte Anteilseigner ist. Das einzige, was er machen kann, ist, diesen Untermehmen die Arbeitskraft seiner Hartz IV-Sklaven mehr oder weniger umsonst anbieten, damit die die Aufgabe eines Automaten übernehmen. Falls es das ist, was Du willst, dann hast Du gelinde gesagt einen an der Klatsche.

Ich hab zwar auch lieber eine nette (weibliche), kompetente Servicekraft, die mich als Kunden berät, aber die gibt es nun mal nicht umsonst. Die musst Du bezahlen, weil die selbst auch was verdienen will, nicht nur den symbolischen Euro/h als "Mehraufwandsentschädigung". Nicht umsonst zahlst Du bei der Bahn dafür einen Aufschlag von 2 Euro.


Ich meine, dass die Einsparung von Servicearbeitsplätzen volkswirtschaftlich nichts bringt, sondern nur die Kosten in den Sozialbereich verlagert und darüber hinaus ein "Lumpenproletariat" schafft.

dazu fällt mir jetzt wirklich nichts mehr ein. Über deinen letzten Satz kann ich nur den Kopf schütteln.

Gruß
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon SHierling » Mi Mär 10, 2010 12:14

Das einzige, was er machen kann, ist, diesen Untermehmen die Arbeitskraft seiner Hartz IV-Sklaven mehr oder weniger umsonst anbieten, damit die die Aufgabe eines Automaten übernehmen. Falls es das ist, was Du willst, dann hast Du gelinde gesagt einen an der Klatsche.
:klee:
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon meyer wie mueller » Mi Mär 10, 2010 18:20

Hallo Crazy Horse,

einen netten Diskussionsstil pflegst Du da.

Aber zurück zur Sache: Willst Du wirklich alle, die einen Job machen, den auch Automaten erledigen können (allerdings ist das oft nur eine Umschreibung dafür, dass den Service die Kunden selbst übernehmen) als Schwachsinnige oder HARZ IV Sklaven hinstellen. (Zitat: Dann sollen sie lieber rausgehen und Fußball spielen ....)
Eine "Schöne Neue Welt" hast Du da vor Dir. Entmeschlichung der Arbeitswelt, Diktatur der Automaten, soziale Kontakte nur noch virtuell und die Menschen als Freizeitidioten (Panem et circenses).
Es gibt schon Pflegeautomaten in Japan. Die menschliche Zuwendung ist in Deiner Welt wohl Luxus und soziale Idiotie; etwas, was nur noch Leute machen, die einen an der Klatsche haben.

Bitte geh doch in den Supermarkt und erkläre den Leuten dort, dass sie blöd sind, weil sie die Arbeit übernehmen, die auch von einem Automaten erledigt werden kann. In der Stadtbibliothek kannst Du ja den Leuten auseinandersetzten, dass sie entbehrlich sind (die Ausleihe kann auch über Scanner gemacht werden oder noch besser übers Internet erledigt werden) und sie doch lieber auf HARZ IV künsterisch tätig sein sollten.

Diese Einstellung ist wirklich asozial, denn damit wird der Wert des Menschen auf seine Produktivität reduziert. Den Menschen erst Wert zu schätzen, wenn er mehr leisten kann als ein Automat, ist so was von krank!

Gib doch den Leuten mit Handicap (z,B. Alter) auch eine Chance ihre Würde zu bewahren und nicht nur HARZ IV Almosenempfänger zu sein!
Was ist so entwürdigend an der Arbeit an der Kasse oder an der Pforte?

Sicher gibt es auch Leute, die lieber im Jogginganzug und Schlappen den ganzen Tag rumhängen wollen, und für die einfache Arbeiten entwürdigend sind. Die will ich nicht in Arbeit zwingen (die dürfen sich gerne in der ach so bequemen sozialen Hängematte ausruhen und die darf man auch nicht verhungern lassen) , sondern denen, die aus der sozialen Falle rauswollen, soll eine Chance eröffnet werden.

Gruß
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon Crazy Horse » Mi Mär 10, 2010 19:46

Herrgott noch mal, versteh's doch endlich, dass wir in einer beschissenen kapitalistischen Welt leben, in der es darum geht, den maximalen Profit rauszuschlagen und in der für Sozialromantik wenig Platz ist. Und wenn ein Automat oder ein Roboter (ist ja alles computerprogrammiert) auf lange Sicht weniger Kosten verursacht als ein Mensch, dann wird eben dieser Automat oder Roboter aufgestellt und der Arbeitsplatz wegrationalisiert.

So sind nun mal die Spielregeln, die man zynisch finden kann, aber ICH hab die doch nicht gemacht. Mir ist doch auch lieber, wenn ich mit einem Menschen reden kann und mir nicht eine Stimme vom Band anhören muss, die mir Anweisungen gibt, welche Knöpfe ich zu drücken hab.

Wie ich oben schon mal geschrieben hab (hast Du wahrscheinlich überlesen, weil Du wieder mit dem selben Scheiß daherkommst), hat der Staat auf die Unternehmenspolitik von Privatfirmen überhaupt keinen Einfluss. Er kann lediglich die Rahmenbedingungen setzen und eine "unternehmensfreundliche" Politik machen in der Hoffnung, dass zu absoluten Dumpinglöhnen mehr Leute eine Beschäftigung finden.
Wozu das führt, siehst Du doch! immer mehr Menschen können von ihrer Hände Arbeit nicht mehr leben und brauchen zusätzlich eine Unterstützung vom Staat. Arbeit lohnt sich für viele gar nicht mehr, und das ist eine ganz fatale Entwicklung.

Die wahren Schmarotzer in der Gesellschaft sind nicht die, die Hartz IV beziehen und nebenher etwas schwarz arbeiten (das sind kleine Fische), sondern die, die ihr Geld und ihr Vermögen für sich arbeiten lassen und dabei mehr verdienen als sie mit Arbeit je erreichen können. Noch schlimmer sind die, die mit fremdem Geld spekulieren, dabei aberwitzige Wetten eingehen, die Rohstoffpreise in die Höhe treiben, dringend benötigte Kredite für ohnehin schon verschuldete Staaten extrem verteuern (und dabei viele Menschen ins Unglück stürzen) und dann womöglich ihre Gewinne noch nicht mal versteuern. Sowas ist nicht nur sozialschädlich sondern hochkriminell.

Ich weiß nicht, ob man hier Videos einbinden kann, aber ich empfehl Dir mal den Film "Let's make money", der den Zuschauern den ganzen menschenverachtenden Zynismus einer kapitalistischen Welt vor Augen führt. (ist leider in mehrere Teile zerstückelt)

http://www.nuoviso.tv/wirtschaft/lets-make-money.html
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon hans g » Mi Mär 10, 2010 20:20

Crazy Horse hat geschrieben:Herrgott noch mal, versteh's doch endlich, dass wir in einer beschissenen kapitalistischen Welt leben, in der es darum geht, den maximalen Profit rauszuschlagen.

Die wahren Schmarotzer in der Gesellschaft sind die, die ihr Geld und ihr Vermögen für sich arbeiten lassen und dabei mehr verdienen als sie mit Arbeit je erreichen können. Noch schlimmer sind die, die mit fremdem Geld spekulieren, dabei aberwitzige Wetten eingehen, die Rohstoffpreise in die Höhe treiben, dringend benötigte Kredite für ohnehin schon verschuldete Staaten extrem verteuern (und dabei viele Menschen ins Unglück stürzen) und dann womöglich ihre Gewinne noch nicht mal versteuern. Sowas ist nicht nur sozialschädlich sondern hochkriminell.

hast du auch eine alternative zum "beschissenen kapitalismus",die praktisch funktioniert?
warum bin ich,der an der börse aktien kauft und verkauft,ein schmarotzer?
und warum sind spekulanten kriminell?
ich gebe zu,da ist einiges durch amerikanische banker,die der welt schuldverschreibungen angedreht haben,durcheinander geraten,weil die politik das ermöglicht hatte,aber damit das ganze system infrage zu stellen,ohne alternativen aufzuzeigen,ist abenteuerlich.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon amwald 51 » Mi Mär 10, 2010 20:45

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hans g hat geschrieben:
meyer wie mueller hat geschrieben:mal eine naive Frage: Was ist gesamtwirtschaftlich und sozialpolitisch sinnvoller?
- A) einfache Jobs (die vielleicht ein wenig mehr Einkommen bringen als Harz IV) wegrationalisieren und den Leute statt Lohn Almosen geben
- B) Arbeitsmöglichkeiten schaffen, auch wenn die Produktivität des Arbeitsplatzes niedrig ist.

leider wird sich gesamtwirtschaftlich oder auch volkswirtschaftlich da nix tuen,weil da eben jeder sein "SÜPPCHEN" kocht(bund-länder)und auch die parteien IHRE interessen vertreten(CSU-FDP).
das fängt ja schon hier vor ort im rathaus an,wo die SPD(64%mehrheit)munter weiter geld ausgibt,obwohl die HAUSHALTSSICHERUNG nicht mehr weit ist.

... alle politisch verantwortlichen stehen eigentlich grundsätzlich mit einem bein im knast, denn fast alle leisten meineide entgegen der formulierung: .... schaden von .... wenden. und alle haben der verfassung nach nur ihrem gewisen zu folgen. zuviele davon schaden schon allein durch ihr bloßes dasein :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :gewitter: :gewitter: :gewitter:
grüße vom alpenrand
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon amwald 51 » Mi Mär 10, 2010 21:01

servus mitanand
@hans g
... der erfindungsreichtum der boni-gierigen bänkster kann ruhigen gewissens als kriminell bezeichnet werden. es wurde und wird darauf gewettet, dass finanzieller schaden grundsätzlich nicht zu eigenen lasten geht >>> indem sie andere, d.h. steuerzahler eiskalt erpressen. :idea: :idea: :idea:
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon 007 » Mi Mär 10, 2010 23:43

Ich muß ja immer schmunzeln, wenn Leute selbst nichts auf die Reihe kriegen, außer auf den Staat und die bösen Reichen zu schimpfen. Nicht fähig sich eine Arbeit zu suchen, die sie glücklich/zufrieden macht - sei es durch das erarbeitete Geld oder die Erfüllung, die man z.B. auch in einem Ehrenamt erfahren kann.
Wir leben in diesem Jahrhundert in einer Zeit und in Deutschland in einem wirtschaftlichen Umfeld, die uns wirklich phantastische Chancen auf einen Angestellten-Job oder eine erfolgreiche Selbständigkeit bietet (im Gegensatz zu anderen Zeiten und Orten). Man muß halt selbst was tun.

Nein, ich selbst bin nicht reich, aber zu stolz, die Schuld bei den anderen zu suchen.

Konkretes Beispiel wenn es unter widrigen Umständen (Bekannter, ungelernt, nahe der Rente) doch nicht mit einer Festanstellung klappt: Er nimmt das Geld vom Staat, einen 1-Euro-Job dazu und sagt: "Ich sehe als Bezahlung nicht den 1-Euro-Job, sondern den Gesamtbetrag, den ich vom Staat bekomme. Und dann ist die Bezahlung ja gar nicht mal so schlecht."

So jemand hat meinen vollen Respekt.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon SHierling » Do Mär 11, 2010 8:01

Konkretes Beispiel wenn es unter widrigen Umständen (Bekannter, ungelernt, nahe der Rente) doch nicht mit einer Festanstellung klappt: Er nimmt das Geld vom Staat, einen 1-Euro-Job dazu und sagt: "Ich sehe als Bezahlung nicht den 1-Euro-Job, sondern den Gesamtbetrag, den ich vom Staat bekomme. Und dann ist die Bezahlung ja gar nicht mal so schlecht."
Jop - und genau damit ist er mehr Schmarotzer an der Gemeinschaft als jeder andere, weil er nicht nur das Sozialsystem "ausnutzt", sondern auch noch dafür sorgt, daß es immer mehr Leuten dreckig geht, nämlich denen, denen er damit den normal bezahlen Job wegnimmt.
SGB II + 1-Euro-Job macht als Stundenlohn 4,35 Euro für einen Haushaltsvorstand bzw. 3,70 Euro für den Partner in einer Bedarfsgemeinschaft bei einer Woche von maximal 30h (mehr ist nicht erlaubt). Das sind Dumpinglöhne, von denen gerade derjenige, der sich mit solcher Arbeit selbständig machen will, nicht leben kann, dazu bekommst Du nicht mal die Chance, weil Dich schon die Krankenversicherung rausschmeißt bzw gar nicht erst versichert. Umgekehrt wird ein Schuh draus: wenn Dich auch nur einer dabei "erwischt", daß Du halbwegs Kunden hast oder Erfolg, dann kommt ganz schnell ein findiger Verein, der Fördermittel abgreift, und setzt Dir zwei, drei Ein-Euro-Jobber vor die Nase "weil da ja Bedarf ist".

Versuchs mal, schreib mal hin, und sag, Du willst Dich mit 600.- im Monat selbständig machen. Damit kriegst Du nicht mal den Termin bei der IHK / Bank. Davon abgesehen kannst Du einen Ein-Euro-Job nicht "nehmen", den bekommst Du zugeteilt, halbjahresweise, und dann wieder halbes Jahr Pause, damit jeder mal drankommt.

Solche Sprüche und Gedankengänge sind sicherlich sinnvoll für denjenigen, der in so einer Situation drinsteckt, weil man sonst irgendwann psychisch verreckt. Hilfreich in Sachen Arbeitsmarkt sind sie nicht.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon meyer wie mueller » Do Mär 11, 2010 10:00

Hallo

Natürlich weiss ich, dass die Bahn und die Post privatisiert wurden. Mit meiner Situationsbeschreibung der Servicewüste Bahn, und den dort fehlenden einfachen Jobs ging es mir um die ´Verdeutlichung der Zustände. Bestimmte Tätigkeitsfelder wurden sowohl im Privatsektor, wie auch im öffentlichen Dienst "wegrationalisiert". Das heisst, die Gewinne werden privatisiert, die Kosten aber sozialisiert. In unserer Gesellschaftsform ein legales Mittel. Dass jedoch gerade die öffentliche Hand damit nur Kosten von einem Haushaltstitel (Personalkosten) auf einen anderen Haushaltstitel (Sozialkosten) verlagert, sollte jedem klar sein.

Nun geht es nicht darum, den öffentlichen Sektor mit noch mehr Planstellen aufzublähen, sondern eine Art Pufferbereich für die (oft verzweifelt) arbeitssuchenden Menschen zu schaffen. Jede Anstalt des öffentlichen Rechts (Behörde, Schule, kommunaler Eigenbetrieb etc.) sollte gezwungen sein, Arbeitsmöglichkeiten vorzuhalten, auf die sich nicht vermittelbare HARZ IV-Leute bewerben können. Diese Arbeitsplätze wären aus den Haushaltsmitteln für HARZ IV zu finanzieren. Voraussetzung wäre, dass diese Arbeitsplätze KEINE Konkurrenz zu privaten Firmen darstellen und sie auch keine regulären Stellen ersetzen oder gefährden. Diese Tätigkeiten sollten nicht wie zu besetzende Planstellen verwaltet werden, sondern nur bei entsprechender Nachfrage vergeben werden. Es sollten Tätigkeiten sein, die man wegrationalisiert hat, oder die man nicht zwingend notwendig braucht (wie der ZUSÄTZLICHE Bademeistergehilfe, die Parkplatzaufsicht, der zusätzliche Pförtner (Info-Point-Mitarbeiter), die zusätzliche Büchereiaufsicht, der zusätzliche Service-Point-Mitarbeiter im U-Bahnhof, der Wächter im Stadtpark, Patientenbetreuer im Krankenhaus- oder Altenheim, etc.; alles Stellen, die die Lebensqualität in unserem Land verbessern können.)

Jetzt wird mir sicher wieder jemand vorwerfen, dass ich damit die soziale Hängematte noch bequemer mache, und die Menschen in solchen Jobs stigmatisiert würden ("Jeder weiß doch, dass das ein HARZ IV-ler ist"). Aber eine sozial sinnvolle, für die Gesellschaft nützliche Tätigkeit kann zusätzlich denjenigen, die das machen, durchaus ihr Würde zurückgeben. Viele wollen nicht von Almosen leben (Harz IV ist im Gegensatz zu dem Arbeitslosengeld keine Versicherungsleistung) sondern sie wollen der Gesellschaft eine Gegenleistung geben!


Aber meine Vorstellung ist wohl nur eine schöne Utopie. Um so etwas umsetzen zu können, muss man eben Verkrustungen aufbrechen, Schubladendenken überwinden, bürokratische Mauern einreißen und einen allgemeinen Bewusstseinswandel initiieren.

Gruß
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon SHierling » Do Mär 11, 2010 10:14

Was Du da schreibst läuft darauf hinaus, daß der Staat alle Arbeiten bezahlt, die sich für die Industrie und die Dienstleistung nicht mehr lohnen. Überspitzt ausgedrückt: die Firmen können entlassen, rationalisieren und ins Ausland verlagern wie sie wollen, und "der Staat" übernimmt den "Rest" als eine Art "Beschäftigungstherapie".

Das genau HABEN wir aber schon, wie Du richtig bemerkst.
Was Du noch nicht bemerkt hast, ist offenbar, daß es seit 40 Jahren nicht funktioniert.
Sportplatz harken war btw schon 1980 für Sozialhilfeempfänger Pflicht.
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