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SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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84 Beiträge • Seite 4 von 6 • 1, 2, 3, 4, 5, 6
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon meyer wie mueller » Do Mär 11, 2010 10:00

Hallo

Natürlich weiss ich, dass die Bahn und die Post privatisiert wurden. Mit meiner Situationsbeschreibung der Servicewüste Bahn, und den dort fehlenden einfachen Jobs ging es mir um die ´Verdeutlichung der Zustände. Bestimmte Tätigkeitsfelder wurden sowohl im Privatsektor, wie auch im öffentlichen Dienst "wegrationalisiert". Das heisst, die Gewinne werden privatisiert, die Kosten aber sozialisiert. In unserer Gesellschaftsform ein legales Mittel. Dass jedoch gerade die öffentliche Hand damit nur Kosten von einem Haushaltstitel (Personalkosten) auf einen anderen Haushaltstitel (Sozialkosten) verlagert, sollte jedem klar sein.

Nun geht es nicht darum, den öffentlichen Sektor mit noch mehr Planstellen aufzublähen, sondern eine Art Pufferbereich für die (oft verzweifelt) arbeitssuchenden Menschen zu schaffen. Jede Anstalt des öffentlichen Rechts (Behörde, Schule, kommunaler Eigenbetrieb etc.) sollte gezwungen sein, Arbeitsmöglichkeiten vorzuhalten, auf die sich nicht vermittelbare HARZ IV-Leute bewerben können. Diese Arbeitsplätze wären aus den Haushaltsmitteln für HARZ IV zu finanzieren. Voraussetzung wäre, dass diese Arbeitsplätze KEINE Konkurrenz zu privaten Firmen darstellen und sie auch keine regulären Stellen ersetzen oder gefährden. Diese Tätigkeiten sollten nicht wie zu besetzende Planstellen verwaltet werden, sondern nur bei entsprechender Nachfrage vergeben werden. Es sollten Tätigkeiten sein, die man wegrationalisiert hat, oder die man nicht zwingend notwendig braucht (wie der ZUSÄTZLICHE Bademeistergehilfe, die Parkplatzaufsicht, der zusätzliche Pförtner (Info-Point-Mitarbeiter), die zusätzliche Büchereiaufsicht, der zusätzliche Service-Point-Mitarbeiter im U-Bahnhof, der Wächter im Stadtpark, Patientenbetreuer im Krankenhaus- oder Altenheim, etc.; alles Stellen, die die Lebensqualität in unserem Land verbessern können.)

Jetzt wird mir sicher wieder jemand vorwerfen, dass ich damit die soziale Hängematte noch bequemer mache, und die Menschen in solchen Jobs stigmatisiert würden ("Jeder weiß doch, dass das ein HARZ IV-ler ist"). Aber eine sozial sinnvolle, für die Gesellschaft nützliche Tätigkeit kann zusätzlich denjenigen, die das machen, durchaus ihr Würde zurückgeben. Viele wollen nicht von Almosen leben (Harz IV ist im Gegensatz zu dem Arbeitslosengeld keine Versicherungsleistung) sondern sie wollen der Gesellschaft eine Gegenleistung geben!


Aber meine Vorstellung ist wohl nur eine schöne Utopie. Um so etwas umsetzen zu können, muss man eben Verkrustungen aufbrechen, Schubladendenken überwinden, bürokratische Mauern einreißen und einen allgemeinen Bewusstseinswandel initiieren.

Gruß
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon SHierling » Do Mär 11, 2010 10:14

Was Du da schreibst läuft darauf hinaus, daß der Staat alle Arbeiten bezahlt, die sich für die Industrie und die Dienstleistung nicht mehr lohnen. Überspitzt ausgedrückt: die Firmen können entlassen, rationalisieren und ins Ausland verlagern wie sie wollen, und "der Staat" übernimmt den "Rest" als eine Art "Beschäftigungstherapie".

Das genau HABEN wir aber schon, wie Du richtig bemerkst.
Was Du noch nicht bemerkt hast, ist offenbar, daß es seit 40 Jahren nicht funktioniert.
Sportplatz harken war btw schon 1980 für Sozialhilfeempfänger Pflicht.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon meyer wie mueller » Do Mär 11, 2010 10:34

Hallo

keine Firma wird sich Arbeitskräfte halten, die nicht wenigstens ihren Lohn erwirtschaften. Deshalb haben wir ja die Arbeitslosen.
Aber die Alternative besteht doch darin, dass wir einen Teil der Leute wie jetzt mit HARZ IV aus der Gesellschaft aussortieren und ohne Perspektive lassen (vielleicht zum Arbeisteinsatz verdonnern wie Sportplatz harken) oder wir ihnen auf der anderen Seite eine gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeit ANBIETEN.

Gruß
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon hans g » Do Mär 11, 2010 11:03

das problem ist,dass weder das ARBEITSAMT früher,noch die ARGE heute IRGEND ETWAS GEREGELT KRIEG(T)EN,weil die politik NICHT WIRKLICH dahinter ist,sondern NUR von wahl zu wahl denkt.
wenn ein unternehmer personal sucht,greift der nur auf angebote der ARGE zurück,wenn er einen lohnkostenzuschuss bekommt und endgültig eingestellt wird NUR dann,wenn der neue mitarbeiter AUSSERGEWÖHNLICHE leistungen bringt---nur sind DIESE leute i.d.r.gar nicht in der kartei der ARGE zu finden---alle anderen fallen durchs rost und werden mit IRGENDWAS sinnlos,aber kostenintensiv beschäftigt.
Zuletzt geändert von hans g am Do Mär 11, 2010 11:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon meyenburg1975 » Do Mär 11, 2010 11:28

Das Problem ist, das es für gering qualifizierte bzw weniger flexible Menschen kaum Arbeit gibt, von der man finanziell über die Runden kommt, sowie die immer weiter um sich greifende Schwarzarbeit gerade im Dienstleistungssektor, wo sich diese Menschen am ehesten vermitteln ließen.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon SHierling » Do Mär 11, 2010 11:56

meyer wie mueller hat geschrieben:Hallo

keine Firma wird sich Arbeitskräfte halten, die nicht wenigstens ihren Lohn erwirtschaften. Deshalb haben wir ja die Arbeitslosen.
Aber die Alternative besteht doch darin, dass wir einen Teil der Leute wie jetzt mit HARZ IV aus der Gesellschaft aussortieren und ohne Perspektive lassen (vielleicht zum Arbeisteinsatz verdonnern wie Sportplatz harken) oder wir ihnen auf der anderen Seite eine gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeit ANBIETEN.

Gruß


Ich seh darin keine Alternative. Was Du als "gesellschaftlich sinnvoll" ansiehst, ist doch übersetzt eben gerade nichts anderes als "wertlose" Arbeit - nämlich solche, die heute und von der Industrie nicht als geldwert angesehen wird. Selbst wenn Du die sämtliche Leute, die anderweitig keine Arbeit mehr finden, in irgendwelchen Handlangertätigkeiten unterbringst, hast Du die selbe Diskussion: die einen bezahlen von ihren "gesellschaftlich anerkannten" Arbeit die Steuern und die anderen "verbrauchen" sie für ganz offensichtlich im Moment "unwerte" Jobs.

Und bei jeder Runde Verlagerung fallen die Gewinne der Unternehmen und die vorher gezahlten Steuern der "reellen" Arbeitnehmer aus diesem Kreislauf raus, d.h. das Geld, das für diese "unwerten" Jobs in die Kasse kommt, wird immer weniger, während die Leute, die es brauchen immer weiter zunehmen. Das ist rein rechnerisch schon eine Einbahnstraße.

Und psychologisch gesehen erst recht. Wie soll das denn enden? Derjenige, der "noch" Arbeit hat, bekommt dann für seine Steuern die vom Staat bezahlte Haushälterin, das Kindermädchen oder den Straßenkehrer? Mehr Zweiklassengesellschaft geht kaum noch.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon Crazy Horse » Do Mär 11, 2010 13:15

meyer wie mueller hat geschrieben:Hallo

keine Firma wird sich Arbeitskräfte halten, die nicht wenigstens ihren Lohn erwirtschaften. Deshalb haben wir ja die Arbeitslosen.
Aber die Alternative besteht doch darin, dass wir einen Teil der Leute wie jetzt mit HARZ IV aus der Gesellschaft aussortieren und ohne Perspektive lassen (vielleicht zum Arbeisteinsatz verdonnern wie Sportplatz harken) oder wir ihnen auf der anderen Seite eine gesellschaftlich sinnvolle Tätigkeit ANBIETEN.

Gruß



Ob ein Arbeitnehmer seinen Lohn erwirtschaftet, ist doch heutzutage gar nicht mehr das entscheidende Kriterium. Das trifft auf nahezu jeden Arbeitnehmer zu.
Nein, es geht darum, die Gewinne zu maximieren, weil hinter jedem Unternehmen Kapitalinteressen stehen. Und die Aktionäre wollen nun mal Gewinne (und ne ordentliche Dividende) sehen, sonst springen die ab.

Wenn ein Arbeitnehmer in Indien, China oder Vietnam nur ein Fünftel dessen kostet, was für einen deutschen Arbeitnehmer gezahlt wird, und man mit günstigen Körperschaftssteuern und reichlich Subventionsgeldern gelockt wird, dann wird halt eben dort produziert. So einfach ist das. Die Transportkosten mit Flugzeugen und Containerschiffen sind immer noch so günstig, dass es sich lohnt, die Waren und Güter um die halbe Welt nach Deutschland zu verfrachten, um sie auf dem hiesigen Markt zu verkaufen.

Oder nehmen wir den Einzelhandel - einer der hartumkämpftesten Märkte: Wenn hier der Branchenprimus Aldi eine neue Preisrunde einläutet und den Preis für Milchprodukte senkt, weil diese aufgrund einer Überproduktion in der Landwirtschaft billig zu haben sind oder Lidl den Kopfsalat für 9 Ct verkauft (war letztes jahr mal der Fall), dann müssen die anderen mitziehen, wenn sie langfristig keine Marktanteile verlieren wollen. Bei solchen Dumpingpreisen verdient aber weder der Landwirt noch die Verkäuferin was.

Jetzt kann man natürlich hergehen wie dieser Professor (Un)Sinn vom ifo-Institut und behaupten, deren Produktivität sei einfach zu niedrig, so dass höhere Löhne einfach nicht gerechtfertigt seien.
Tatsächlich handelt es sich hierbei aber um Machtmissbrauch und das Ausnutzen eines Abhängigkeitsverhältnis. Hier muss der Gesetzgeber eingreifen, aber das ist von der derzeitigen Bundesregierung sicher nicht zu erwarten.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon hans g » Do Mär 11, 2010 13:54

Crazy Horse hat geschrieben:Tatsächlich handelt es sich hierbei aber um Machtmissbrauch und das Ausnutzen eines Abhängigkeitsverhältnis. Hier muss der Gesetzgeber eingreifen, aber das ist von der derzeitigen Bundesregierung sicher nicht zu erwarten.

die gesetzgeber sind ja letztenendes die regierenden parteien im BUND und in den LÄNDERN und in BRÜSSEL/STRASSBURG---wie sollen die denn eingreifen,die haben doch genug mit sich selbst zu tun und wollen auch die nächste wahl gewinnen und überhaupt,erklär doch mal,wie das praktisch funktionieren könnte :idea:
oder bist du auch ein FUNDAMENTALIST,der alles infrage stellt,aber keine antworten hat :roll:
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon SHierling » Do Mär 11, 2010 14:57

wie dieser Professor (Un)Sinn vom ifo-Institut
:)
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon Crazy Horse » Fr Mär 12, 2010 10:08

hans g hat geschrieben:
Crazy Horse hat geschrieben:Tatsächlich handelt es sich hierbei aber um Machtmissbrauch und das Ausnutzen eines Abhängigkeitsverhältnis. Hier muss der Gesetzgeber eingreifen, aber das ist von der derzeitigen Bundesregierung sicher nicht zu erwarten.

die gesetzgeber sind ja letztenendes die regierenden parteien im BUND und in den LÄNDERN und in BRÜSSEL/STRASSBURG---wie sollen die denn eingreifen,die haben doch genug mit sich selbst zu tun und wollen auch die nächste wahl gewinnen und überhaupt,erklär doch mal,wie das praktisch funktionieren könnte :idea:
oder bist du auch ein FUNDAMENTALIST,der alles infrage stellt,aber keine antworten hat :roll:



Du willst Antworten? - Die kannst Du gerne haben!

1.) Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn von rd. 10 Euro (brutto), um diesen ausufernden Niedriglohnsektor zu bekämpfen.

2.) Kleinere Betriebe (z.B. in der Gastronomie, im Handwerk, Einzelhandel usw.) die dadurch in finanzielle Schwierigkeiten kommen, muss man steuerlich entgegenkommen. Personalkosten sind ja ohnehin steuerlich voll abzugsfähig.

3.) Für Härtefälle muss ein Fond eingerichtet werden, aus dem diese Betriebe subventioniert werden.

4.) In Kapitalgesellschaften muss es eine Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen geben. Das kann z.B. durch die Ausgabe von Betriebsaktien geschehen (natürlich unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre), die allerdings an die Mitarbeiterschaft geknüpft sind und nicht übertragen werden können.

5.) Bei Grundlagengeschäften muss die Arbeitnehmerschaft, vertreten durch den Betriebsrat, ein Mitspracherecht haben.

6.) Managergehälter über 300.000 Euro, Parteispenden und Boni dürfen steuerlich nicht mehr als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, d.h. sie dürfen das zu versteuernde Einkommen nicht reduzieren.

Das wären nur mal ein paar der wichtigsten Vorschläge, die sich alles realisieren ließen.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon Oberpfälzer » Fr Mär 12, 2010 13:40

Crazy Horse hat geschrieben:Du willst Antworten? - Die kannst Du gerne haben!

1.) Wir brauchen einen gesetzlichen Mindestlohn von rd. 10 Euro (brutto), um diesen ausufernden Niedriglohnsektor zu bekämpfen.

2.) Kleinere Betriebe (z.B. in der Gastronomie, im Handwerk, Einzelhandel usw.) die dadurch in finanzielle Schwierigkeiten kommen, muss man steuerlich entgegenkommen. Personalkosten sind ja ohnehin steuerlich voll abzugsfähig.

3.) Für Härtefälle muss ein Fond eingerichtet werden, aus dem diese Betriebe subventioniert werden.

4.) In Kapitalgesellschaften muss es eine Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmen geben. Das kann z.B. durch die Ausgabe von Betriebsaktien geschehen (natürlich unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre), die allerdings an die Mitarbeiterschaft geknüpft sind und nicht übertragen werden können.

5.) Bei Grundlagengeschäften muss die Arbeitnehmerschaft, vertreten durch den Betriebsrat, ein Mitspracherecht haben.

6.) Managergehälter über 300.000 Euro, Parteispenden und Boni dürfen steuerlich nicht mehr als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, d.h. sie dürfen das zu versteuernde Einkommen nicht reduzieren.

Das wären nur mal ein paar der wichtigsten Vorschläge, die sich alles realisieren ließen.



Das könnte man schon machen, bloß die Chinesen machen es sicher nicht... die Inder wohl eher auch nicht...
Ergo: "Wir" sind im niedrig qualifizierten Bereich, also in der industriellen Massenproduktion, noch konkurrenzunfähiger als wir es eh schon sind. Für die chinesische Landbevölkerung ist ein Niedriglohnjob (nach unseren Maßstäben!) in einer Ausbeuterfabrik (nach unseren moralischen Maßstäben) sowas wie ein Sechser im Lotto. Der chinesische Bauernjunge kommt dadurch weg von der Subsistenzlandwirtschaft der Vorgenerationen und kann etwas konsumieren und sogar die Familie daheim noch unterstützen. Die sind richtig "geil" darauf sich für ein paar Yuan 12 Stunden am Tag den Arsch aufzureißen und sich wie beim Militär jeden Tag aufs Übelste von irgendso einem "Apparatschik" anscheißen zu lassen. Traurig aber wahr...
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Kein Bayernland ohne Bauernstand!
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon Oberpfälzer » Fr Mär 12, 2010 13:47

Ich muss aber dazu sagen, dass ich trotzdem für einen gesetzlichen Mindestlohn bin. Denn was bei uns teilweise in dem Bereich abläuft grenzt an Obszönität.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon hans g » Fr Mär 12, 2010 15:14

Crazy Horse hat geschrieben:Du willst Antworten? - Die kannst Du gerne haben!

du willst also ne art SOZIALISMUS einführen,dass der MARKT mehr,als weniger ausgeschaltet ist und mehr REGULIERUNG,gleich mehr überwachung---noch mehr bürokraten :roll:
abgesehen davon,kann ich mir nicht vorstellen,dass das politische mehrheiten findet.
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon grünzeug » Fr Mär 12, 2010 15:21

derzeit mache ich eine integrationsmassnahme vom arbeitsamt mit, finde das echt abartig, entweder du kannst mit leuten die keinerlei pc-kenntnisse haben, den ganzen tag im pc raum verbringen (die lernen mit der maus umgehn und ihre bewerbungsunterlagen am pc zu erarbeiten, was ich schon in den kurs mitbrachte) oder du machst ein praktikum nach dem anderen, was ich gerade mache. am montag beginnt mein drittes praktikum.
die arbeitsagentur hatte ihren *kunden* versprochen durch ein profiling seiner kunden, dem kunden individuelle betreuung. warum steckt man mich in einen kurs wo ich pc-kenntnisse, die ich schon habe vermittelt bekomme bzw warum unternimmt keiner der lehrgangsveranstalter was, damit ich vielleicht eine betreuung bekomme, die meinen interessen und kenntnissen entspricht? die bekommen geld von der arge für mich, also werd ich bestimmt nicht an einen anderen bildungsträger vermittelt, weil sie sonnst nicht das geld bekommen. hab extra gefragt warum sie mich nicht aus dem kurs nehmen. ich bekam die antwort, das ihr arbeitgeber ja geld für mich bekommt, deshalb bin ich ein gewinn. *seufz* sry, wenn ich ein bisschen persönliches schreibe, aber will mal zeigen das es nur um eine schöne statistik geht und mehr nicht.
habe mal einen ein euro job gemacht. mir wurde gesagt, das die stelle im tierheim nur für leute die strafdelikte vorweisen und alkoholiker ist. ich hab sie bekommen , weil keine andre frei war zu diesem zeitpunkt und musste feststellen, das im tierheim sehr viele schülerpraktikanten ein- und ausgehn. finds schon ein bisschen happig und musste über diesen kontext von dem trräger der die ein euro stellen vermittelt schlucken. soviel zur individuellen betreuung. ich sage nichts gegen integreation von arbeitslosen, aber was bringt das, wenn ein noch nicht trockener alkoholiker oder süchtiger, an einer regelmässigen arbeit teilnehmen soll, solang er seine probleme, wenn er sie den überhaupt los haben will....

bei meiner teilnahme beim ein eurojob war im nebenraum eine massnahme für jugendliche ohne ausbildung die in früheren jahren auffällig waren (strafrechtlich, schulschwänzer). die jugendlichen standen mit den betreuern meist vor der tür und rauchten. wenn sie mal was gemacht haben, war es ein schlüsselbrett... . zwar gehörte auch die suche von praktikumsplätzen die später in eine ausbildung übergehen dazu, aber erstmal welche finden.
alle meinten, wenn man uns eine sinnvolle aufgabe geben würde, dann würds auch helfen, aber was bringen uns schlüsselbretter und ständige praktikas...

... mehr als das die motivation noch mehr in den keller geht verspürt man dabei nicht...

ich habe nichts geegen arbeit, solange ich davon leben kann und die zu mir passt (manche arbeiten kann ich nicht machen und werd ich auch nicht machen, wie zum beispiel in einer kneipe oder ähnlichen zu arbeiten, eine abneigung gegen alkohol, aufgrund einer familären vorbelastung und damit schliess ich aus, das ich so eine arbeitsstelle annehmen zu müssen. ich habe schon toiletten in einer schule und altenheim geputzt, ställe gemistet, aber mit alkohol aufgrund vergangener negativen erfahrungen will ich nichts zu tun haben. ich kann nicht verstehn warum jeder arbeit annehmen soll, nur damit er von der strasse weg ist...
auch wie schon erwähnt wurde leuten den arsch auszuputzen könnte ich nicht, bei angehörigen (oma und grosstante) hab ichs schon gemacht, aber bei fremden ist die hemmschwelle wegen der jeweiligen intimsphäre bei mir zu hoch. ausserdem sollte das weiterhin das pflegepersonal machen, das eine ausbildung dazu hat, weil oftmals auch dekubitus schneller erkannt wird und ein laie mit einem *pickerl* oftmals nichts anfangen kann, was vll eine woche später ein riesen loch sein kann (alles erfahrung als angehöriger also medizinischer laie gemacht).
was bringt dem steuerzahler eine statistik die mit perwoll gewaschen ist, weil genau solche leute in einer statistik verschwinden, also damit aus der monatlichen arbeitslosenstatistik. ich habe auch nichts gegen praktikas wo am ende evtl eine stelle herausspringt, aber bei den *vielen* stellen, ist die freude grösser einen praktikanten für einen monat zu nehmen, um sich lohnkosten zu sparen und evtl. stellt man ja dann den nächsten praktikanten ein....

nachdenkliche grüsse von einem ehemaligen steuerzahler der derzeit arbeitssuchend äh praktikumssuchend ist/war
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Re: SOZIALDEMOKRATEN UND LANGZEITARBEITSLOSE

Beitragvon Crazy Horse » Fr Mär 12, 2010 15:29

Oberpfälzer hat geschrieben:Das könnte man schon machen, bloß die Chinesen machen es sicher nicht... die Inder wohl eher auch nicht...
Ergo: "Wir" sind im niedrig qualifizierten Bereich, also in der industriellen Massenproduktion, noch konkurrenzunfähiger als wir es eh schon sind. Für die chinesische Landbevölkerung ist ein Niedriglohnjob (nach unseren Maßstäben!) in einer Ausbeuterfabrik (nach unseren moralischen Maßstäben) sowas wie ein Sechser im Lotto. Der chinesische Bauernjunge kommt dadurch weg von der Subsistenzlandwirtschaft der Vorgenerationen und kann etwas konsumieren und sogar die Familie daheim noch unterstützen. Die sind richtig "geil" darauf sich für ein paar Yuan 12 Stunden am Tag den Arsch aufzureißen und sich wie beim Militär jeden Tag aufs Übelste von irgendso einem "Apparatschik" anscheißen zu lassen. Traurig aber wahr...



Wovon redest Du eigentlich, weil Du diesen Vergleich mit Indien und China ziehst?
In der Exportwirtschaft werden doch vergleichsweise gute Gewinne erzielt, weshalb auch die Löhne im Maschinenbau, in der Metall- und Elektroindustrie und in der Chemie vergleichsweise gut sind und teilweise deutlich über den geforderten 10 Euro die Stunde liegen.
Diese niedrigen Löhne werden doch hauptsächlich in der Binnenwirtschaft, vor allem im Dienstleistungsbereich und teilweise auch im Handwerk bezahlt. Wenn wir hier eine Konkurrenz zu fürchten haben, dann doch wohl eher von unseren ötlichen Anrainerstaaten wie Polen oder Tschechien. Da kann es natürlich schon dazu kommen, dass man mal nen Familienausflug über die Grenze macht, um sich dort die Haare schneiden zu lassen. Diesen Grenztourismus wird es aber immer geben.
Umgekehrt verhindert aber ein Mindestlohn, dass Arbeiter aus den ehemaligen Ostblockstaaten hier für Dumpinglöhne arbeiten, mit denen man zwar nicht hier, in ihren Herkunftsländern aber sehr wohl, gut leben kann.
Wenn ein Unternehmer aus Berlin oder Frankfurt/Oder gezwungen ist, den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen, wird es für ihn uninteressant, Arbeiter aus Weißrussland oder der Ukraine hierher zu holen, sich um eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für sie zu kümmern und sie womöglich noch zu beherbergen. Dann stellt er eben einen Deutschen ein.
Ein Grund dafür, dass viele junge Menschen (insb. Frauen) aus den Neuen Bundesländern trotz guter Bildung (Sachsen und Thüringen sind in der PISA-Studie immer auf den vorderen Plätzen) in den Westen ziehen, um sich dort einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu suchen, liegt vor allem darin, dass dort einfach viel zu schlecht bezahlt wird. Da würde ein Mindestlohn sicher Abhilfe schaffen, selbst wenn er im Osten 1 Euro niedriger sein sollte als im Westen.
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