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Wald, wohin des Weges?

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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243 Beiträge • Seite 14 von 17 • 1 ... 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon 240236 » Do Aug 27, 2026 10:55

langholzbauer hat geschrieben:7 Erntefestmeter Jahreszuwachs für aktuell durchschnittlich 60€ bei Stockverkauf.
Dazu braucht es keine Technik und Gebäude und keine 365 Tage Stalldienst.
Lediglich Beförsterungskosten von weniger als 20€.
BG, Grundsteuer usw ist alles umsont?
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon langholzbauer » Do Aug 27, 2026 11:07

Das zahlst du bei jeder anderen Nutzung, oder wenn du gar nichts machst oder verkaufst auch!
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Ernst Eiswürfel » Do Aug 27, 2026 11:50

langholzbauer hat geschrieben:...
Hinzu kommt, dass in einem regelmäßig gepflegten Wald auch das Wild viel mehr Äsung findet und nicht auf die notwendige Anpflanzung oder NV , als Nahrungsquelle angewiesen ist.
Wir müssen Wald immer im System denken!


Bitte stelle mal Bilder von diesen regelmäßig und sonst immer optimal bewirtschafteten Fichtenwäldern ein. Ich kann mir unter diesen Wäldern, die einerseits Nvj. in Hülle und Fülle bringen und andererseits auch noch Futter, abseits der Nvj., für die Rehe bringen. Ich kann mir da nichts mehr darunter vorstellen, denn solche Wälder gibt es hier nicht. Weder im Privatwald noch im Staatsforst.
Hier hat man entweder Nvj. oder verunkrautete Flächen, die dann ohne Zaun vergrasen. Was fressen Rehe neben der Nvj.? Holunder, Vogelbeeren, Brombeere, sämtliche Stauden und Kräuter. Auf Gras pfeifen sie.

Auf den Bildern ein paar Seiten weiter vorne, hab ich zu meiner Anpflanzung geschrieben. Ich hatte da in den letzten Wochen zweimal, für mehrere Tage ein Reh drinnen. Der Schaden ist äußerst gering. Einige Wochen wurden angefressen und ansonsten wurden vor allem die Birken angefressen, Vogelbeeren, Holunder, Brombeere und die Stauden. All das, was auf den frei zugänglichen Flächen erst gar nicht aufwachsen kann.

Wer in meiner Gegend mehr als Fichte, Kiefer oder Buche möchte, muss einzäunen. Egal wie er seinen Wald bewirtschaftet!
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon T5060 » Do Aug 27, 2026 11:52

Owendlbauer hat geschrieben:@T5060
Schwarzmalerei mit Wunschdenken zu verbinden ist glaub ich auch nicht die Lösung des Problems. :regen:


Das ist kein Wunschdenken und auch keine Schwarzmalerei, dass sind einfach die Fragestellungen, die mal benannt werden müssen.

Es seitens sogenannter Ökologen, die Forderung nach einer besonderen Sorte Grünland und besonderen Wald,
dem stehen jedoch wirtschaftliche Erfordernisse entgegen, der sich die Gesellschaft verweigert,
während diese mit ihrer eingesparten Kaufkraft sich auf die nächste Flugreise begibt um die Natur der besonderen Art zu erleben
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Owendlbauer » Do Aug 27, 2026 15:09

Hier eine meine Naturverjüngungsflächen unter einem ursprünglich zu dicht stehendem Stangenwald:
Bild
Alles sieht man nicht auf dem Bild, es stehen in erster Linie Lärchen, Fichten, Kiefern, Eichen, Roteichen, Ahorn. Fichten und Kiefern dränge ich im Laufe der Zeit zurück.

Hier eine von mir aufgeforstete Fläche (links innerhalb des Zauns) und die gleichzeitig aufgeforstete Fläche (rechts, außerhalb des Zauns) vom Nachbarn:
Bild

Weil die Bäumchen des Nachbarn auf obigem Bild kaum zu erkennen sind, hier sind sie:
Bild

@T5060 Sind ja ganz neue Erkenntnisse, und daraus resultiert dann ein Milchpreis von 70 ct :roll:

Ernst Eiswürfel hat geschrieben:Was fressen Rehe neben der Nvj.? Holunder, Vogelbeeren, Brombeere, sämtliche Stauden und Kräuter.

Aber Brombeeren fressen "meine" Rehe hier jedenfalls nicht. Die Stauden zumindest nicht...
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon T5060 » Do Aug 27, 2026 15:22

@Quwend .... Das ist keine neue Erkenntnis, sondern die Gesellschaft muss einfach erkennen, dass sie das zahlt, was sie von der Politik fordert und diese samt Medien umsetzt,
nur um ein hundertstel Prozent mehr zu erhaschen.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Grimli » Do Aug 27, 2026 16:55

langholzbauer hat geschrieben:7 Erntefestmeter Jahreszuwachs für aktuell durchschnittlich 60€ bei Stockverkauf.
Dazu braucht es keine Technik und Gebäude und keine 365 Tage Stalldienst.
Lediglich Beförsterungskosten von weniger als 20€.


Da bekommst hier für die reine Gülleaufnahme schon mehr, bedeutend mehr. Transportgrenze für die Feste Phase, Hähnchenmist usw dürfte nördliches Hessen,Thüringen oder Eifel sein.
Jeder Hektar der für Naturausgleich an Wald aufgeplfanzt wird kostet die Veredlungsbetriebe riesige Summen...
Dafür können wir hier von 7 Erntefestmeter Jahreszuwachs nur träumen. Auf leichtem Sand gehen die Deckungsbeiträge Richtung 0. Und der Beitrag der Waldflächen geht in die Richtung, von weniger als 1stellige %, vom gesamten Betriebsumsatz.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Südheidjer » Do Aug 27, 2026 18:38

Grimli hat geschrieben:Dafür können wir hier von 7 Erntefestmeter Jahreszuwachs nur träumen. Auf leichtem Sand gehen die Deckungsbeiträge Richtung 0.

Ich hatte mich auch etwas gewundert. Wir dürfen knapp über 4 FM pro Hektar jährlich ernten und der Erlös liegt abzgl. Erntekosten so bei 50,- Euro der FM. Dazu dann vielleicht noch ein bischen Geld für 'nen RM Brennholz.
Unterm Strich vielleicht knapp über 200 Euros pro Hektar. Davon geht dann übel viel BG-Beitrag ab, Grundsteuer, FBG-Beitrag, LWK-Beitrag, Versicherung und vielleicht hab' ich noch was vergessen.
Und auf dem mageren Sandboden in der Lüneburger Heide ist auch nicht mehr als maximal besagte 7 FM Zuwachs zu erwarten. Die Kiefern und Eichen wachsen im Schneckentempo und die Fichte macht den Abgang.
Ach ja...und dann kommt noch Vadder Staat und knappst einem noch Steuern auf's Holzgeld weg. Was bleibt pro Hektar jährlich?...vielleicht 'nen Hunni.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon langholzbauer » Do Aug 27, 2026 18:51

Ich habe nur die Daten von hier genannt.
Dazu gehört aber auch eine geregelte Bewirtschaftung seit Generationen.
Natürlich gibt es genug andere Regionen mit schlechteren Erträgen im Wald aber dafür besseren in der Landwirtschaft , als hier möglich sind.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon T5060 » Do Aug 27, 2026 20:33

Ich muss hier immer mal die Dinge klar beim Namen nennen, weil der Landtreff ist bei :google: scharf geschaltet und fast immer bei einer Google-Suche auf der ersten Seite zu finden.
Und die Magisterabsolventen in den Ministerien haben ja von der realen Welt nicht mehr Plan als diesen Google liefert. Da wird dann von hier immer schon mal ne Meinung mitgenommen.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Eliass » Do Aug 27, 2026 21:11

T5060 hat geschrieben:Ich muss hier immer mal die Dinge klar beim Namen nennen, weil der Landtreff ist bei :google: scharf geschaltet und fast immer bei einer Google-Suche auf der ersten Seite zu finden.
Und die Magisterabsolventen in den Ministerien haben ja von der realen Welt nicht mehr Plan als diesen Google liefert. Da wird dann von hier immer schon mal ne Meinung mitgenommen.
So ist es!!
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Ernst Eiswürfel » Fr Aug 28, 2026 19:04

Owendlbauer hat geschrieben:Aber Brombeeren fressen "meine" Rehe hier jedenfalls nicht. Die Stauden zumindest nicht...


Blätter und Triebspitzen werden gefressen.
Screenshot_20260828-195233.jpg
Screenshot_20260828-195216.jpg
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Obelix » So Aug 30, 2026 12:30

yogibaer hat geschrieben: ... Da spätestens für die Waldprämie sich die meisten Waldbauern für eine Zertifizierung
ausgesprochen haben fehlt der Bedarf an Jungpflanzen aus nicht heimischen bzw. nicht
zugelassenen Samenbeständen. Für die paar Waldbauern, die nicht zertifiziert sind, und
Versuchspflanzungen lohnt es sich nicht, um Pflanzen z. B. aus der Herkunft Monte
Gariglione C 120 heranzuziehen. ...

Wer hat denn die jährlieche Waldprämie von ca. 100 €/ha. überhaupt in der Praxis beantragt?
M.E. nur die größeren Waldbesitzer ab ca. 250 ha. und die komunalen Waldbesitzer.

Die Anderen, insbesondere die Waldbauern im Nebenerwerb, haben überhaupt keine
Chance, den mit der jährl. Waldprämie verbundenen Papier- und Auflagenmolloch zu
bewältigen.

Politik und Verwaltung haben das so gestaltet, dass die ganzen kleineren rausfallen
und in dir Röhre schauen.
Zuletzt geändert von Obelix am So Aug 30, 2026 13:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Obelix » So Aug 30, 2026 12:42

Owendlbauer hat geschrieben: ... Wie bereits Versuche gezeigt haben, ist die Weißtanne deutlich trockenheits-
und hitzeresistenter als die Fichte. ...

Du schreibst korrekt "trockenheits- und hitzeresistener".
Inzwischen stellt sich heraus, dass viele Empfehlungen aus den vergangen Jahren nur auf
"Trockehietsresistenz" abgestellt waren. Und man die "Hitzerestistenz" vergessen hatte.
Konkretes Beispiel: Douglasie
In einem der letzten Landwirtschaftlichen Wochenblätter NRW war ein schöner Beitrag dazu.

Owendlbauer hat geschrieben: ... Auch hat sie durch ihre Pfahlwurzel (welche auch bessere Sturmresistenz bietet)
auf tiefere Bodenschichten Zugriff, so dass sie allein dadurch schon kürzere Trockenperioden
besser übersteht als ein Flachwurzler.

???
In den bergigen Regionen (und das sind nicht wenige in Deutschland), wo Du nur 20 - 30 cm.
Erde überm Felsen hast - was willst Du da mit einem Pfahlwurzler? Da musst Du Flachwurzler
nehmen.

Gerade die staatlichen Empfehlungen (z.B. Traubeneiche) sind oft nicht im wirtschaftlichen
Interesse des Waldbesitzers, sondern rein im Interesse von Politik und waldbesitzloser
Bevölkerung.
Zuletzt geändert von Obelix am So Aug 30, 2026 13:11, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Obelix » So Aug 30, 2026 12:51

Südheidjer hat geschrieben: ... Betroffene Waldbesitzer, die verzweifelt und frustriert sind, vermisst
man in solchen TV-Beiträgen leider. ...

Will keiner sehen. Will keiner wahrnehmen müssen. Wird ausgeblendet.

Südheidjer hat geschrieben: ... Was die Buche anbelangt: Vor einigen Jahren predigten die "Naturschutz-
verbände" wie z.B. der NABU noch großartig, man solle Buchen anpflanzen. Ich konnte
in den Trockenjahren um 2020 rum schon sehen, wie die Buchen litten und langsam den
Geist aufgaben. Bei einer FBG-Sitzung vor Jahren riet der vortragenende Förster von einer
gezielten Anpflanzung der Buche in unserem Gebiet ab. ...

Die Staatliche Förderung war voll auf Buche (auf die finanziell irrsinnige Eiche in den bergigen
Regionen gehe ich mal nicht ein) abgestellt und haben den "rechnenden" Waldbauern veranlasst
buchenlastige WET's anzupflanzen (WET = Waldentwicklungstyp).

Südheidjer hat geschrieben: ... Die drei verblieben Fichten-Monokulturen wird's demnächst wohl auch mal
dahinraffen.

Ältere Fichte würde ich sofort einschlagen. Jetzt ist der Holzpreis noch gut.
Wenn die nächste Käferwelle wieder kommt, bricht der Holzpreis wieder ein.
Und die Welle kommt im nächsten Jahr, wenn die Folgen der langen Dürre in
diesem Sommer (2026) sichtbar werden.
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