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Wald, wohin des Weges?

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Höffti » Mo Aug 17, 2026 7:33

240236 hat geschrieben:Genau, das sind diese Risse, die ich schon beschrieben habe und aus diesen läuft massiv frisches Harz raus



Was hat denn der Förster dazu gesagt? Du wolltest doch mit ihm darüber sprechen...
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Ernst Eiswürfel » Mo Aug 17, 2026 20:42

So selten sind Risse bei Fichten nicht. Ich habe Fichten, da sind die Risse eher schwarz, wie bei Falkea Bild, da gab es in diesem Wald im Alter von ca. 15 J. und ca. 30 / 35 J. Schneebruch. Das könnte mir dem kalten und schneereichen Winter 85 zusammenpassen.

PXL_20260817_170731380_copy_1542x2056.jpg
PXL_20260817_170950404_copy_2260x1695.jpg


Auf diesen beiden Bildern sind Risse an Fichten zu sehen, die nach Sturm 2018 und Käfer 2020, 2021 ..... immer mehr der Sonne ausgesetzt wurden. Also Trockenrisse.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon DST » So Aug 23, 2026 18:07

Heute Spaziergang zu ehemaligem Familienwald gemacht, bzw was davon übrig ist.
In der Ecke hat der Käfer vor ca drei Jahren angefangen, bzw haben dort auch einige Waldbesitzer in den vergangenen 10 Jahren gründlich geerntet.
War überwiegend Fichte, je nach Flurstück auch mal 25% Kiefer und vereinzelt Laub.

Aufgeforstet hat kein einziger.

Auf älteren Kahlflächen steht teils dichter Laub-Urwald, meist aber nichts gescheites.

Auf steinigen Grasflächen kommt auch ausreichend Fichte Nvj.

Auf jüngeren Kahl- und Freiflächen stellenweise verdorrtes Gras, und viel hüfthohe dichte Brombeeren u. Ranken.

Was mich jetzt überrascht, das hier extrem viel Birke und auch einige Buchen auf den Flächen aufgehen, und auch schon Mannshoch über den Brombeeren stehen.
Meine Kahlflächen sind 15km weiter auch, wie hier, an der Frankenwaldstufe, aber auf meinen Kahlflächen ist keine einzige Birke angeflogen.
Trotz Altbaum in Reichweite.

Ich kanns jetzt etwas nachvollziehen wenn manche hier im Forum über zuviel Birke Nvj geschimpft haben.

Zumindest haben sich die Birken schon flächig gegen die Brombeeren durchgesetzt und werden diesen in überschaubaren Jahren den Garaus gemacht haben.

Ich schätze grob das hier auf manchen Freiflächen stellenweise auf 2-5m² im Schnitt eine Birke steht.
Auf meinen Flächen ist höchstens auf 50m² eine Eiche oder Ahorn aufgekommen, und das nicht flächig.

Obwohl der Berghang auf den 15km aus dem gleichen Grundgestein besteht ist hier der Boden extrem steinig und mager, und mit guter Nvj,
bei mir ist der Boden eher lehmig und Fett, mit viel Unkraut aber sehr wenig Nvj.
Erfahrungen macht man erst dann wenn man Sie bereits gebraucht hätte.......
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Ernst Eiswürfel » So Aug 23, 2026 19:47

@DST

Du nennst den Grund des unterschiedlichen Aufkommens der Naturverjüngung ja schon selbst.
Lehmiger, fetter Boden hält die Feuchtigkeit und Nährstoffe besser als sandiger Boden. Das sind gute Bedingungen für "Unkraut". Sandiger Boden hingegen ist lockerer, erwärmt sich schneller.und bietet der Birke gute Bedingungen sich schnell zu verwurzeln. Wer in deiner Lage ist und sich über zu viel Birke aufregt, dem ist nicht zu helfen.
Da wo nicht angepflanzt wird ist sie Gold wert. Ansonsten kann man sie immernoch reduzieren.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon DST » So Aug 23, 2026 20:48

Ernst Eiswürfel hat geschrieben:@DST
....
Wer in deiner Lage ist und sich über zu viel Birke aufregt, dem ist nicht zu helfen.

Da wo nicht angepflanzt wird ist sie Gold wert. Ansonsten kann man sie immernoch reduzieren.


Das hast du falsch verstanden, bei mir ist die Birke leider nicht.
Ich hätte sie aber gern genommen.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Ernst Eiswürfel » So Aug 23, 2026 21:31

Das hab ich schon so verstanden, dass du kein Problem mit der Birke hast. Habe es anscheinend wieder unklar geschrieben.
Ich meinte diejenigen, die die Birke verteufeln. Gerade auf Käferflächen ist sie ein Segen. Habe es in einem vorherigen Beitrag auch erwähnt warum.
Ernst Eiswürfel
 
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon 260er » Mo Aug 24, 2026 11:13

Wäre ja mal interessant was passiert wenn man bei deutlich zu viel Wild die Kahlflächen einfach sich selbst überlässt.
Bei uns würde Fichte, Tanne, Douglasie, Ahorn, Eiche, Birke und Buche in NV kommen, aber wird halt alles verbissen / verfegt.
Mit viel Glück bringt man mal ne Fichte oder ein paar schnellwachsende Ahorn hoch.

Auf kleinen Lücken werd ich künftig nur noch Tanne/ Lärche truppweise mit Einzelschutz pflanzen, falls mal ne größere Planzung ansteht nur noch über Förderung. Großflächig auf eigene Kosten seh ich nicht mehr ein.

Die Wildbestände machen dem Waldbesitzer doch noch mehr finanziellen Schaden als die Trockenheit.

Seitdem Herr A. aus Niederbayern das Jagdministerium an sich gerissen hat, haben die Jäger noch mehr Freifahrtschein prestige Wildbestände zu mästen.
Der belügt seine Wählergruppe genauso wie die Union... will von den Landwirten gewählt werden, setzt sich dann aber trotzdem nur fürs gehobene Jägerklientel ein :wink:

Geht ja soweit, dass die wenigen Jäger, die ihre Abschusspläne erfüllen (z.B wegen eigenem Waldbesitz/ Eigenjagd) von den prestige- Wildmästerjägern aus dem Nachbarrevier angefeindet werden... wie soll man da im Waldbau ne Zukunft sehen?
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon T5060 » Mo Aug 24, 2026 12:25

Birke ist gutes Holz und sehr brauchbar, nur wir haben dafür in Deutschland sogut wie keine Verarbeitung.
Der Staat, die Energie - und Lohnkosten sorgen dafür das sich das auch nicht ändert.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Owendlbauer » Mo Aug 24, 2026 16:02

260er hat geschrieben:Wäre ja mal interessant was passiert wenn man bei deutlich zu viel Wild die Kahlflächen einfach sich selbst überlässt.
Bei uns würde Fichte, Tanne, Douglasie, Ahorn, Eiche, Birke und Buche in NV kommen, aber wird halt alles verbissen / verfegt.

Bei uns seh ich es live was passiert: Habe vor ein paar Jahren eine Fällaktion mit einem Nachbarn gemacht. Er hat danach nicht gezäunt, ich schon. Bei mir hunderte Birken, bei ihm keine einzige. An Nvj. auf der Fläche habe ich außerdem Lärche, Fichte, Eiche, Bergahorn, Kiefer, Zitterpappel. Angepflanzt habe ich Douglasie, Weißtanne, Esskastanie und Rotbuche. Wenn man auch Fichten noch akzeptiert (ich auf dieser Fläche nur noch ganz vereinzelt) hätts die Anpflanzung eigentlich gar nicht gebraucht. Der Nachbar bringt auf seiner Fläche mit Ausnahme von Fichten und einigen Lärchen so gut wie nichts durch.
Claas Elios 210 * Eicher EKL 15/IIg4 * Schötz 5to Einachs-Dreiseitkipper * Winde Uniforest 65Hpro * Spalter Krpan CV18K * Stihl MS 044 * Stihl MS 201C
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon langholzbauer » Mo Aug 24, 2026 18:45

40 m Wildzaun und 8 Pfosten für ein 10x10m Weisergatter sind gut angelegtes Geld!
Wenn das 5 bis 10 Jahre gestanden hat, kann sich kein fauler Jäger mehr rausreden, dass es am Boden liegen würde, wenn keine vielfältige NV ankommt.
Und an den 260er:
Jagd muss von unter her korrigiert werden.
Die Gesetze reichen dafür aus. Es ist zwar ein schwerer Kampf, eine verknöcherte Jagdgenossenschaft wieder flott zu bekommen, aber es lohnt sich immer.
Die tüchtigen ( hungrigen) Jäger haben es verdient, bei jeder Gelegenheit vor den umliegenden Trophäenzüchtern verteidigt zu werden.
Das fängt schon damit an, für ihre Beute Werbung zu machen, damit sie nicht nur vor Weihnachten raus gehen, um etwas zu erlegen.
Rehbraten, Hirsch/Damm/ Muffel und Wildschweinbratwurst schmecken auch jetzt im Spätsommer schon, wenn die Jagd frisch aufgegangen ist und das Wetter zum jagen passt. :wink:
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon 260er » Mo Aug 24, 2026 18:48

Ja, traurig mit dem Wildverbiss.

Ich seh die Zukunft der Fichte nicht so kritisch, im Mischwald hat die Truppweise auf jeden Fall ihre Berechtigung.
Ich war heute auf der Fläche, trotz des trockenen Sommers sind die Jungbestandsfichten akzeptabel gewachsen.
Wenn die Monokulturen nicht mehr existieren, wirds auch den extremen Massenbefall vom Borkenkäfer nicht mehr geben.

Die Kiefern haben bei uns alle extremen Mistelbefall und schauen oft deutlich weniger vital als die Fichte aus.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Ernst Eiswürfel » Mo Aug 24, 2026 20:35

260er hat geschrieben:Wäre ja mal interessant was passiert wenn man bei deutlich zu viel Wild die Kahlflächen einfach sich selbst überlässt.


Das sind meine Beobachtungen zu deiner Frage (zu viel Wild). Die Jagd wird von den BaySf ausgeübt.
post2261674.html#p2261674



Auch beim Jäger, der den Rest der JG bejagt, kommen als Laubholz außer Buchen höchstens noch Zitterpappeln hoch. Auf 15 ha Wald in zwei JG kommen außerhalb des Zaunes nur Fichte, Kiefer und Buche hoch. Vereinzelt steht mal eine Douglasie, kann ich an max. zwei Händen abzählen. Die sind bisher noch keinen Meter hoch. Ob sie es schaffen? Eichen, Kirschen, Birken schaffen es nicht.
Eine einzige Esche ist mir außerhalb des Zaunes bekannt.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon T5060 » Mo Aug 24, 2026 20:38

Werdet realistisch und bleibt mit den Füssen auf der Erde: Ohne Fichte ist die Rentabilität des Forstes geringer und ein Wald der nicht viel abwirft, bringt wenig und macht auch weniger Spass.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon 260er » Mo Aug 24, 2026 21:18

T5060 hat geschrieben:Werdet realistisch und bleibt mit den Füssen auf der Erde: Ohne Fichte ist die Rentabilität des Forstes geringer und ein Wald der nicht viel abwirft, bringt wenig und macht auch weniger Spass.


Völlig richtig.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon langholzbauer » Mo Aug 24, 2026 21:42

Heute Mittag hast noch die Birke gelobt? :wink:

Wir sollten so realistisch sein und werden, dass wir mehrere BA auf der Fläche brauchen, die sich gegenseitig ergänzen und zeitweise erziehen.
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