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Wald, wohin des Weges?

Hier ist nun auch ein Platz für Diskussionen rund ums Holz.

Moderator: Falke

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243 Beiträge • Seite 15 von 17 • 1 ... 12, 13, 14, 15, 16, 17
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Obelix » So Aug 30, 2026 13:32

T5060 hat geschrieben:Werdet realistisch und bleibt mit den Füssen auf der Erde: Ohne Fichte ist die Rentabilität des
Forstes geringer und ein Wald der nicht viel abwirft, bringt wenig und macht auch weniger Spass.

So einfach kannst Du es Dir i.d.R. (regional sicherlich unterschiedlich) nicht machen.

Die Fichte ist bei der aktuellen Klimaentwicklung, mal abgesehen von feuchteren Ausnahmestandorten, tot.
Die Trockenperioden werden immer länger. Die wärmere Luft bindet immer mehr Wasser.
Die Fichte wird m.E. in Zukunft finanziell nichts bringen, da sie, bevor sie erntereif wird, vertrocknet oder
dem Käfer zum Opfer fällt.

Bei mir gehen derzeit in 2009 nach Kryill gepflanzete Fichten ein. Rechnet sich das?
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Obelix » So Aug 30, 2026 13:36

Owendlbauer hat geschrieben: ... Die Rentabilität mag geringer sein. Es ist aber unwichtig, ob das richtig ist oder nicht, weil man
an den allermeisten Standorten einen jetzt aufkommenden Fichtenbestand kaum noch ins erntereife Alter
bekommen wird, und damit sowieso keine Rentabilität mehr erreichbar ist ...

100 % Zustimmung!
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Obelix » So Aug 30, 2026 13:40

260er hat geschrieben: ... Naja bei welcher Baumart würdest du schon die Hand dafür ins Feuer legen, dass du den
Bestand ins erntereife Alter bekommst? ...

Gibt es derzeit noch nicht.
Du musst die Baumart ja nicht nur ins erntereife Alter bekommen, sondern die Baumart
muss ja auch noch etwas abwerfen. Bei uns die verkrüppelten, auf kargen Böden,
gewachsenen - verwachsenen knochigen Eichen sind faktisch derzeit nicht vermarktbar.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon langholzbauer » So Aug 30, 2026 14:26

Da sind wir wieder bei der ( hoffentlich richtigen ) Mischung möglichst vieler BA.
Espe ,Eberesche und Birke sind z.B. ab 20 Jahren schon rentabel erntewürdig und können bis dahin den Standort mit ihrer leicht zersetzbaren Streu und den rausgepflegten Anteilen verbessern.
Danach folgt Kirsche und erst später kommen die bekannten Waldbaumarten in der Vorzüglichkeit...
Mit jedem % mehr Laubholzanteil wird der Standort auch wieder Klimaresilienter.
Aber das Geld wird sicher auch in Zukunft mit Nadelholz im Wald verdient, weil da einfach die Ausbeute an technologisch verwertbaren Holz höher ist.
Und selbst auf Kalk und Lös, wo die Edellaubhölzer Zuhause sind, kann mann mit beigemischten Nadelholz als Zeitmischung Geld verdienen , bevor das Laubholz stark genug wird und den Standplatz beansprucht.
Bauer aus Leidenschaft für Land und Wald...
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon T5060 » So Aug 30, 2026 16:34

Denkt an den Herrn Pollmeier, der die Buche baufähig gemacht hat, denkt an die Finnen, die aus Birke allerbestes Sperrholz machen und denkt an die Schluchtenscheisser,
die Deutschland mit leistungsfähigen Sägewerken "beglückt" haben. So brauchen wir heute neue Verarbeitungsverfahren und Verwendungen, die uns mehr Vielfalt im Wald ermöglichen.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon locomotion » So Aug 30, 2026 21:06

Das Buch:
"Wälder in Bewegung"
kann ich sehr empfehlen. Da wird anhand von Klimamodellen das Klima in 20, 40, 60, 80 und 100 Jahren berechnet und dann Regionen gesucht, in denen das jeweilige Klima heute schon herrscht und dann der Wald dort untersucht. Fand ich einen sehr interessanten Ansatz.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Steyrer8055 » Mo Aug 31, 2026 5:42

Hallo!
Warum wurde die Fichte der Brotbaum schlechthin, weil sich die ganze Wirtschaft auf sie eingestellt hat. Möcht nicht wissen wieviel Betriebe gestorben sind weil sie nicht mithalten konnten. Heute kommen wieder Vollholz-Möbel einzeln auf, weil es zum Teil Mode ist u. Einzelne es schätzen u. sich leisten können. Bei manchem Waldstück kommen Bi wie verrückt, man glaubt die will ich nicht haben. Heute sag ich mir wie kann ich die gut nützen. Sich gegen die Natur zu stellen, ist für mich vorbei. Wer weis denn was in 60-100 Jahren Mode ist. Wollte in den 90er Jahren einen Bu-Tisch bekam dann mit Not einen Es-Tisch, Er u. Fi gab es in Massen weil die Mode waren. Habe schon Vollholz- Möbelstücke anfertigen lassen, weil etwas ähnliches im Handel nicht zu kriegen war. Kommen an einem Ort Ah u. Bu sehr gut, dann mach ich dort keinen Umbau.

mfg Steyrer8055
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon 240236 » Mo Aug 31, 2026 6:04

Steyrer8055 hat geschrieben: Heute kommen wieder Vollholz-Möbel einzeln auf, weil es zum Teil Mode ist u. Einzelne es schätzen u. sich leisten können.

mfg Steyrer8055
Das sind vielleicht 1% der gesamten Möbel und Vollholzmöbel kommen nicht mehr in Mode, da sie in der Fertigung einfach zu teuer sind
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Höffti » Mo Aug 31, 2026 6:07

Ich finde schon, dass Vollholzmöbel und Türen wieder modern und auch mehr werden. Es gibt genug Schreiner, die sich in diese Richtung spezialisieren und Kunden bedienen, die sich das leisten können und wollen.
Es ist auch kein Vergleich zu dem ganzen Ikea-Spanplatten-Grlumpe.

An Vollholz kann man sich deutlich länger erfreuen.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon 240236 » Mo Aug 31, 2026 6:19

Schreinereien die nur Vollholzprodukte machen, kann man in einem Landkreis an einer Hand abzählen.

Vollholzzimmertüren :lol: , wenn dann nur vom Schreiner und da sind die meisten funiert. Die allermeisten sind doch HPL und Lacktüren
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Höffti » Mo Aug 31, 2026 6:26

Wie gesagt: echtes Vollholz hat seinen Preis - aber auch seinen Markt.

War erst neulich in einer Schreinerei, die fast nur Denkmalschutzbaustellen machen.

Da gibt's auch nur Massivholz.

Kostet natürlich mehr, aber die können halt auch noch was dort
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon 240236 » Mo Aug 31, 2026 6:57

Höffti hat geschrieben:
War erst neulich in einer Schreinerei, die fast nur Denkmalschutzbaustellen machen.

Da gibt's auch nur Massivholz.

100% Massivholz :lol: :klug:
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Owendlbauer » Mo Aug 31, 2026 8:43

Obelix hat geschrieben: ???
In den bergigen Regionen (und das sind nicht wenige in Deutschland), wo Du nur 20 - 30 cm.
Erde überm Felsen hast - was willst Du da mit einem Pfahlwurzler? Da musst Du Flachwurzler
nehmen.

Ist ja klar, dass die Baumartenwahl immer vom Standort abhängt. Ich habe nicht von felsigem Bergland geschrieben. Nicht umsonst haben verschiedene Baumarten verschieden Wurzelsysteme entwickelt und sich damit auch ihren Standorten angepasst.
240236 hat geschrieben:Schreinereien die nur Vollholzprodukte machen, kann man in einem Landkreis an einer Hand abzählen.
Vollholzzimmertüren :lol: , wenn dann nur vom Schreiner und da sind die meisten funiert. Die allermeisten sind doch HPL und Lacktüren

Nur Vollholz werden die wenigsten sein, aber wir haben hier durchaus sehr viele Schreinereien, die auch Vollholz machen. Habe erst unsere Badmöbel aus Esche Vollholz machen lassen. Unsere Türen und Fenster sind auch Vollholz, wobei das sicher die Ausnahme ist, da gebe ich dir Recht.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon 240236 » Mo Aug 31, 2026 9:02

Owendlbauer hat geschrieben:
Obelix hat geschrieben: ???
In den bergigen Regionen (und das sind nicht wenige in Deutschland), wo Du nur 20 - 30 cm.
Erde überm Felsen hast - was willst Du da mit einem Pfahlwurzler? Da musst Du Flachwurzler
nehmen.

Ist ja klar, dass die Baumartenwahl immer vom Standort abhängt. Ich habe nicht von felsigem Bergland geschrieben. Nicht umsonst haben verschiedene Baumarten verschieden Wurzelsysteme entwickelt und sich damit auch ihren Standorten angepasst.
240236 hat geschrieben:Schreinereien die nur Vollholzprodukte machen, kann man in einem Landkreis an einer Hand abzählen.
Vollholzzimmertüren :lol: , wenn dann nur vom Schreiner und da sind die meisten funiert. Die allermeisten sind doch HPL und Lacktüren

Nur Vollholz werden die wenigsten sein, aber wir haben hier durchaus sehr viele Schreinereien, die auch Vollholz machen. Habe erst unsere Badmöbel aus Esche Vollholz machen lassen. Unsere Türen und Fenster sind auch Vollholz, wobei das sicher die Ausnahme ist, da gebe ich dir Recht.
Genau. Machen tun es alle mit Vollholz, nur geben es die wenigsten in Auftrag.
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Re: Wald, wohin des Weges?

Beitragvon Ernst Eiswürfel » Mi Sep 02, 2026 15:29

Heute war ich zusammen mit dem Förster in einem meiner Wälder um seine Meinung zum weiteren Vorgehen zu hören. Bisher war dessen Meinung eher alles an Fichte ab 2b raus und den Wald möglichst geschlossen halten. Aufgrund der früheren Wirtschaftsweise sind die Bäume lang und mit eher kleiner Krone ausgestattet. Der Wald besteht aus Kiefer 80%, etwas Buche und vielleicht noch 25 FM Fichte.
Zu meiner Überraschung hat er gesagt, er rät mir den Wald in den nächsten 3, 4 bis 5 Jahren komplett zu nutzen und wenn ich mir die Arbeit zumuten will, könnte ich ihn auch in einem Rutsch endnutzen und anschließend anpflanzen.
Seine Aussage war, dass die Buchen durch dieses Jahr nochmals ordentlich eine mitbekommen haben und die Kiefern zu kleine Kronen und entsprechend kaum noch Zuwachs haben.

Nvj. besteht nur aus Fichte, Kiefer und vor allem Buche was in den nächsten Jahren eher nur noch Brennholzstärke erreichen wird.

Anschließend waren wir noch kurz in einer Anpflanzung aus '91. Da haben sich aus der damaligen Vorgabe von Kiefer, Fichte, Lärche, Buche und Eiche die Eichen hervorragend geschlagen und stehen wunderbar da. Fichte ist mittlerweile fast komplett verschwunden, Kiefer schon seit Jahren, Lärche stehen auch nur noch rund 10 St.und Buche ergab hier nur Mist. Jetzt werden die Eichen freigeschnitten bis in der Krone der Abstand zu den Nachbarbäumen 1m beträgt.
Das wird auch die Richtung sein, in die es in meinen anderen Wäldern geht.
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