DWEWT hat geschrieben:Kommen wir doch mal kurz auf den Beamten zurück. Dessen Dienstherr kann den Beamten an jeweden Dienstort entsenden. So z.B. bei den Berufssoldaten. Haben die kein Recht auf Heimat und Trallala?
Kennst du aktuell Beamte, denen ein Dienstort gegen ihren Willen zugewiesen wurde? Bei Lehrern kann es mal passieren, daß sie 3 Dörfer weiter an eine andere Schule abgeordnet werden. Manchmal auch nur vorübergehend.
Mir fällt sonst noch ein Fall bei einer Knastschließung ein, bei dem Justizbeamten ein neuer Dienstort angeboten wurde, zu dem sie täglich 65 km hätten fahren müssen.
Und was die Soldaten anbelangt: Als ich noch Kind war, also vor gut 45 Jahren, da hatte ich einen Schulfreund, der vorher in seinem Leben schon einige Male umgezogen war, weil sein Vater Soldat war.
Da war es dann aber auch mit der Versetzerei vorbei, weil der Vater wieder in seiner Heimat angekommen war. Der Vater hatte sich also an einen heimatnahen Standort versetzen lassen. Dort blieben sie, bis der Vater als Soldat aus dem Dienst ausschied.
Ein guter Freund von mir, der Berufssoldat war, mußte mal 10-12 Jahre Dienst an verschiedenen Standorten in Deutschland machen. Das bedeutete damals eine Wochenendehe und -familie.
Anschließend wurde er bis Dienstzeitende heimatnah eingesetzt. Das ging dann sogar soweit, daß er am Ende die Kaserne quasi vor der Haustür hatte.
Die Abordnungen nach MacVorPomm, Thüringen und NRW hätte er übrigens vermeiden können, wenn er Unteroffizier geblieben wäre. Aber er wollte in die Offizierslaufbahn wechseln und noch ein bischen Karriere machen.
Ein anderer Soldat (Unteroffizier) aus meinem Bekanntenkreis wohnt hier bei mir im Ort seit gut 25 oder mehr Jahren. Als Corona anfing, traf ich ihn zufällig bei der Post. Da er Uniform trug, fragte ich ihn, ob er immer noch in Munster wäre. Seine Antwort war: ja.
Die Bundeswehr scheint sich schon seit vielen Jahren darum zu bemühen, ihre Soldaten an deren Wunschstandorten einzusetzen, soweit das möglich ist und eine Stelle frei sein sollte.
Ich denke, die Einsätze in Krisengebieten sind eine unangenehmere Seite des Jobs. Aber das haben sie bei ihrer Berufswahl gewusst, daß sie eventuell mit ihrem Leben bezahlen.
Und ich habe schon Soldaten gesprochen, die sind ohne Murren z.B. jetzt ins Baltikum abmarschiert. Die haben den Einsatz sogar als interessante und fordernde Aufgabe gesehen.
