Hobbyholzer hat geschrieben:Otto Mohl hat geschrieben:Ich sehe es da ein bisschen anders als Fassi.
Die ersten Wochen in der Grundausbildung waren noch halbwegs sinnvoll (für den Fall, der Russe käme). In den letzten Wochen hat das schon nachgelassen.
In der Stammeinheit war es verlorene Lebenszeit. Ich habe wegen ein bisschen Aua auch ordentlich kzh gemacht und dann zuhause renoviert. Als ich wieder in der Kaserne war, habe ich wöchentlich Voltaren und Schuhcreme für mein späteres Leben organisiert.
Aber es gab da auch absolut nichts zu tun. Tagesaufgabe z.B.: sauberen abgeschmierten LKW abkärchern und abschmieren.
Aufgabe über Wochen: bei Tarnnetzen Vollzähligkeit überprüfen. Da klar war, dass nie jemand unsere Arbeit überprüft, geschweige denn jemals Teile nachbestellt, war das auch sehr schnell erledigt.
Tatsächlich gab es einmal folgenden Tagesablauf:
Morgens antreten
Frühstück auf Stube
Warten auf weiteres
Mittag
Mittagspause
Vorbereiten auf Dienstschluss
Dienstschluss
Im letzten Monat war große Übung angesetzt. TTV nicht möglich. Alle mussten mit zwei Wochen in den Osten. Ey, wir haben monatelang nichts, gar nichts gemacht und mussten die Woche vor der Übung Überstunden machen, weil die Führung das Packen irgendwie zeitlich unterschätzt hatte. Ein absoluter Saftladen. Beim Bund haben halt alle, die da länger sind, arbeiten und denken voll verlernt.
Die Übung hingegen war super. Ich habe mich dann "msg nach eigenem Ermessen" schreiben lassen. Hab trotzdem alles mitgemacht. Schießen, draußen Schlafen, drinnen in NVA-Bettwäsche schlafen, Krieg spielen, saufen...im Osten gibt's halbe Liter.
Es gab für jeden pro Tag ein Bier. Dann bist du hin: "bitte 6 Bier für Stube xy" und der Kamerad kurz danach: "bitte 6 Bier für Stube xy". An Bier hat es jedenfalls nie gemangelt.
Faulpelze, Dumme, und Schaftreiber wurden immer so eingesetzt, da können die nix kaputt machen...
In der Inst. an der Donau war es sinnvoller und lehrreicher für mich.
Ne du, da wurde niemand sinnvoll eingesetzt. Wir hatten in der aga tatsächlich je einen mit afghanischen und libanesischen Wurzel. Also wirkliche Fachkräfte. Die wollten zunächst sogar Offizier werden. Das haben sie sich dann am Ende anders überlegt.
Blöde Bundeswehr.
Wenn man intelligent ist und sich nicht für den geilsten Hobbyholzer in seinem kleinen Dorf am Nordhang hält, dann hat man schon gemerkt, dass man die Bundeswehrzeit verklärt. Wir alle haben daran Erinnerungen, weil sie lustig, spannend oder traumatisierend waren. Den ganzen Dummfick und das Zeittotschlagen vergisst man. Wahrscheinlich seid ihr, die ihr da in der Inst wart, auch alle älter als ich. Zu meiner Zeit, war schon alles privatisiert.


Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet