"Gleich eine ganze Reihe von Spitzeln setzte das MfS auf Gauck an. So viele belastende Informationen besorgten die Offiziellen und Inoffiziellen um ihn herum, dass die Stasi-Oberen schon erwogen, den Pfarrer einzusperren. Doch das sei, notierte ein Stasi-Offizier 1985, in der "derzeitigen Klassenkampfsituation" nicht dienlich."
"Doch für die Unterstellung, die Ausreise der Söhne und ihre spätere Wiedereinreise zur goldenen Hochzeit der Großeltern sei eine Art Gegenleistung für Gaucksche Zuträgerdienste gewesen, finden sich in den Akten keinerlei Belege.
Nicht einmal in dem neunseitigen Protokoll eines Stasi-Offiziers, das Diestel schon seit Jahren Gauck vorhält. Darin berichtet der Rostocker Hauptmann Wolfgang Terpe, einer von Diestels Zeugen, von einem eineinhalbstündigen Gespräch mit dem Rostocker Pfarrer am 28. Juli 1988. Dabei erklärte Terpe, der "beantragten Einreise seiner in die BRD übergesiedelten Kinder durch die zuständigen staatlichen Organe" werde zugestimmt.
Selbst durch die gute Nachricht (Stasi-Protokoll: "Gauck zeigte sich sehr bewegt") ließ sich der Pfarer damals offenbar nicht über den Tisch ziehen. Zu einem "ständigen, regelmäßigen Kontakt" mit dem Geheimdienst, notierte Terpe, sei Gauck "nicht bereit". Dies widerspräche seiner "Grundauffassung"."
Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
