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Aktuelle Zeit: Do Jan 15, 2026 14:45

Brauchen wir noch eine CMA ?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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126 Beiträge • Seite 7 von 9 • 1 ... 4, 5, 6, 7, 8, 9

Brauchen wir noch eine CMA ?

ja, ohne Einschränkung
13
18%
ja, aber nur für das Exportmarketing
7
10%
nein, brauchen wir nicht
52
72%
 
Abstimmungen insgesamt : 72

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Beitragvon SHierling » Mo Jun 25, 2007 7:42

Hallo,
Manfred, Zwischenfrage: gehst Du davon aus, daß, wenn eine CMA "überflüssig" ist im Werbebereich, dann auch alle ähnlichen Institutionen verschwinden?
Ansonsten hieße das ja, daß der relative Anteil der Werbung für ausländische Produkte erheblich zunimmt - das kanns doch auch nicht sein?
Alternativ würde die dann wegfallende Werbung / VF / Verbraucherberatung von einzelnen Betrieben zu leisten sein - die einizigen, die das übernehmen können sind aber die Multis wie eben Procter & Gamble, Unilever, Nestle. Die scheren sich aber einen Dreck um das Bild des deutschen Bauern, oder um Ausgewogenheit im Sinne der Erzeuger - wenn die Cornflakes loswerden, kannst Du die Haferflocken besser verfüttern, und wenn französischer Käse nun mal gerade gut läuft, dann kannst Du deutschen Gouda auch gleich den Schweinen geben.
Darin seh ich auch keine Alternative.

Abgesehen davon müßte JEDER , der die Aufgaben der CMA übernimmt, die genau so finanzieren, wenn nicht über Beträge, dann über den Erzeugerpreis - und die Konkurrenz geht da nicht ohne erheblichen Druck auf die Erzeugerpreise ab. (Über den Verbraucherpreis geht nicht, denn der erste, der es vom Erzeuger nimmt, hat den Vorteil).

Ich seh nach wie vor keine Alternative. Ich denke, ihr seid bloß alle schon so an die CMA "gewöhnt", daß euch deren Wirkung kaum mehr auffällt. Allein wenn ich mir vorstelle, es gäbe überhaupt kein "deutsches Gegengewicht" mehr zu Peta & Co wird mir übel ...

Grüße
Brigitta
Zuletzt geändert von SHierling am Mo Jun 25, 2007 8:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Bauernbub » Mo Jun 25, 2007 8:10

Manfred hat geschrieben:Wenn es nicht mal möglich ist, Auskunft über den Verbleib der Gelder zu erhalten, fühle ich mich in meiner Meinung noch mehr bestärkt.


Guten Morgen,

halt - ich habe nicht gesagt, dass ich keine Auskunft geben kann zum Verbleib der Gelder. Ich bin nur nicht befugt, Bilanzen, Haushaltsplanungen oder Verwendungsnachweise weiterzugeben.

Offizielle Zahl zum Beitragsaufkommen Absatzfonds habe ich nicht. Summe aller Absatzfondsbeiträge dürfte sich aber - lässt sich aus den erzeugten Mengen in etwa errechnen - pro Jahr schätzungsweise auf rund 85 Mio. Euro belaufen. Das Geld geht von der BLE an den Absatzfonds. Der wiederum hat es - nach Abzug eines Betrages für seinen eigenen Geschäftsstellenhaushalt - im Verhältnis 15 : 85 an ZMP und CMA als Zuwendung weitergereicht.
Im Fall einer normalen Haushaltsplanung (Summe Zuwendungen = Summe Mittelaufkommen) resultierte daraus in der Vergangenheit ein Etat bei der CMA, der sich inkl. Absatzfonds-Zuwendung, kooperativer Mittel der Wirtschaft (z.B. für von der CMA organisierte Messen im Ausland) sowie Drittmittelen (etwa für Kampagnen, die im Verhältnis 50 : 50 von EU und CMA finanziert werden) auf etwa 85 Mio. Euro p.a. belief (jetzt - 2007 - drastisch reduziert auf 50 Mio. Euro - Mittelplanung unter diesen Vorzeichen ist in Top Agrar 10/2006 nachzulesen). Was die Geschäftsführungen vor 2001 gemacht haben, entzieht sich meiner Kenntnis - die Geschäftsführung seit 2001 hat aber immer scharf darüber gewacht, dass nicht zum Jahresende das aus Behörden bekannte Dezemberfieber ausbricht - also schnell noch Geld ausgegeben wurde, damit es weg ist. Im Gegenteil! D.h. das in der Haushaltsplanung veranschlagte Budget wurde in den vergangenen sechs Jahren zu keiner Zeit ausgeschöpft. Restbudget ist immer wieder an den Absatzfonds zurückgeflossen.

Im Schnitt der vergangenen Jahre verteilte sich der CMA-Haushalt ungefähr folgendermaßen:
65 % Produktmarketing und Kommunikation (darunter fällt z.T. Werbung, aber auch PR und Pressearbeit, Aktionen im Bereich Gemeinschaftsverpflegung, um deutsche Produkte gezielt in Kantinen zu platzieren - Außer-Haus-Markt wächst seit Jahren kontinuierlich -; darunter fällt auch der ganze Bereich Information / Aufklärung zur Herkunft und Entstehung von Agrarprodukten im Rahmen der schulischen Bildung, also Lehrer und Schüler als Zielgruppen, genauso die wissenschaftlich orientierte Aufklärung von Ärzten und Ernährungsberatern, damit sie ihren Patienten klarlegen, was an den Märchen zu Cholesterin, tierischen Fetten etc. pp tatsächlich dran ist, usw. und so fort).
25 % für Exportmarketing (allessamt Maßnahmen, die darauf abzielen, dass deutsche Produkte einen besseren Zugang auf den Auslandsmärkten bekommen - etwa durch Kontaktanbahnung zwischen Anbietern und Importeuren, gemeinsame Messeauftritte, Beschaffung und Weitergabe von Informationen zu den Märkten und ihren Zugangsbedingungen etc. pp)
10 % für Qualitätssicherung einschließlich Zentral-Regionalen-Marketings (v.a. Maßnahmen mit regionalen Marketing-Organisationen in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen aber auch - wichtiger Schwerpunkt! - Entwicklung beispielhafter Vermarktungslösungen - gerade solcher, die mehr Wertschöpfung für regionaler Zusammenschlüsse von Landwirten bringen...), Absatzwirtschaftlicher Fortbildung (dahinter verbirgt sich ein Strauß an Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen, die für unterschiedliche Personenkreise gedacht sind, die aber alle daran arbeiten, die Produkte aus deutscher Erzeugung besser zu verkaufen - beispielsweise Seminare für Käsefachverkäuferinnen oder Verkäuferinnen im Fleischbereich, damit sie ihren Käufern besser Auskunft geben, was sie mit dem Produkt am besten anfangen und wo die Vorzüge z.B. deutscher Ware liegen ...).

Verhältnis Ausgaben für Werbung und andere Maßnahmen: in der Vergangenheit (unter den aktuellen Etatverhältnissen ist das Verhältnis etwas anders) etwa 1:4 - d.h. wenn wir 1 Euro für Werbung ausgegeben haben, standen dem 4 Euro für ganz andere Maßnahmen gegenüber.

Manfred hat geschrieben:Informationen zu Export-Bedingungen werden Fach-Beratungsfirmen wohl schneller, besser und billiger liefern. Die Export-Beratung kann es also auch nicht sein.

Im Gegenteil: bei uns fragen zahlreiche Beratungsfirmen nach, ob sie von uns Informationen oder unsere Studien zu interessanten Zielmärkten bekommen. Aber warum sollten wir das tun: um die schlauer (vielleicht auch noch Mitbewerber der deutschen Wirtschaft, für die diese Institute arbeiten???) zu machen?


Manfred hat geschrieben:Bliebe eine Art Presserat-Funktion, die als Ansprechpartner für die meist gering bis garnicht qualifizierten Journalisten zur Verfügung steht. Aber wäre dafür die "Bauernverband" nicht besser geeignet

da verweise ich mal auf das frühere Posting zum Thema ARD-Plusminus.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Steinert
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Beitragvon Vicktoria » Mo Jun 25, 2007 8:14

Ich sehe das genau so wie Brigitta. Ohne CMA oder ähnliches wird es nicht gehen. Auf die CMA wird ja eigentlich nur rum gehackt weil die Beiträge nicht freiwillig bezahlt werden. Den wer würde schon freiwillig Geld für die Werbung bezahlen? Für Werbung ist doch der Produzent zuständig.
Und wenn wir über Kampangen der CMA reden ist doch das Ziel einer Werfbung erreicht, Sie ist hängen geblieben. Schaut euch doch die Werbung von MC Donalds oder IKEa an, selbst wenn sie blöd ist, jeder hat sie gesehn und kennt sie. Das ist alleiniger ZWeck von Werbung sie muss hängen bleiben, egal wie. Man muss das Logo im Supermarkt oder auf der Strasse wieder erkennen. Komisch eigentlich isst keiner bei Mc Donalds aber der Laden ist immer voll. Ob wohl das Essen da mit Sicherheit nicht billuiger ist als wenn man isch eine Pizza isst.
Vicki
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Haribo

Beitragvon Vicktoria » Mo Jun 25, 2007 8:16

Was mich aber mal interesiert: Bekommt Haribo von der CMA Geld dafür das das CMA Logo auf deren Tüten gedruckt ist, oder bekommt die CMA Geld von Haribo das sie das Logo verwenden dürfen?
Vicktoria
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Re: Haribo

Beitragvon Bauernbub » Mo Jun 25, 2007 8:19

Vicktoria hat geschrieben:Bekommt Haribo von der CMA Geld dafür das das CMA Logo auf deren Tüten gedruckt ist, oder bekommt die CMA Geld von Haribo das sie das Logo verwenden dürfen?
Vicktoria


Guten Morgen Frau Vicktoria,

letzteres ist der Fall. Dafür, dass Haribo das CMA-Gützeichen für seine Zwecke nutzen darf (Werbung!), muss Haribo ein Nutzungsentgelt zahlen.

Mfg
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Beitragvon SHierling » Mo Jun 25, 2007 8:20

[b]85 Millionen??? *LOL*[/b]

Nicht mal 4 Monate Golf-Werbung. Na dann viel Spaß beim Milch verkaufen auf eigene Rechnung...
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Re: Haribo

Beitragvon Vicktoria » Mo Jun 25, 2007 8:48

Bauernbub hat geschrieben:
Vicktoria hat geschrieben:Bekommt Haribo von der CMA Geld dafür das das CMA Logo auf deren Tüten gedruckt ist, oder bekommt die CMA Geld von Haribo das sie das Logo verwenden dürfen?
Vicktoria


Guten Morgen Frau Vicktoria,

letzteres ist der Fall. Dafür, dass Haribo das CMA-Gützeichen für seine Zwecke nutzen darf (Werbung!), muss Haribo ein Nutzungsentgelt zahlen.

Mfg
Detlef Steinert


Danke für die schnelle Auskunft. Das Frau können sie ruhig weg lassen. :D
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Beitragvon Bauernbub » Mo Jun 25, 2007 8:55

Guten Morgen,

nur um mal einen Eindruck zu geben, mit welchen Geschützen am klassischen Werbemarkt gearbeitet wird, ein paar Zahlen (oder besser gesagt: die Hitliste der werbeaktivsten Unternehmen im Jahr 2005 - in Klamern steht eine Schätzung, wie sich deren Werbeausgaben in 2006 laut Branchenschätzungen verändert haben; die erste Zahl stammt jeweils vom ZAW - Zentralverband der werbungtreibenden Wirtschaft - auf Basis von Erhebungen der Nielsen Media Research): jeweils in Mio. Euro

Media-Markt / Saturn 396,5 (+60)
Lidl 346,2 (+13)
Procter & Gamble 293,5 (-18 Mio)
Springer Verlag 292,1 (-50)
Aldi 263,8 (+13)
Ferrero 245,4 (+3)
L´Oreal Haarkosmetik und Parfum 222,7 (+53)
VW 187,5 (-19)
Unilever Deutschland 178,2 (+160)
C+A 173,3 (-21)

und dann noch ein paar außerhalb der Top-10
Opel 153,8 (-8 Mio)
Toyota 144,7 (-5)
Danone 140,1 (+25)
Beiersdorf 140,1 (+23)
und dann - mein Liebling, weil der alles über den Stellenwert unserer Lebensmittel gegenüber anderen Konsummöglichkeiten sagt: Jamba! (ja - das ist das Unternehmen, das Klingeltöne und Musik zum Download fürs Mobiltelefon anbietet) 136,8 Mio Eur (für 2006 gibt es leider keine Schätzung der Veränderung)
McDonalds Deutschland 119,4 (+8 Mio)
Daimler Chrysler 107,7 (+26)

Und dann noch ein paar Zahlen, für welche Produkte da jeweils geworben wurde und mit welchen Mitteln (leider hab ich nur Anganben für 2005): wieder in Mio. Euro
Lidl-Märkte 344,6
Aldi-Märkte 263,8
Saturn-Märkte 157,2
C+A-Kaufhäuser 160,3
Schlecker-Märkte 88,0
McDonalds-Restaurants 97,5
Penny Discount-Märkte 111,1
Danone Actimel Jogurt 51,7
Ing.Diba Bank 61,9
Premiere Pay-TV 70,3
Obi Baumärkte 51,9
Media-Märkte 238,9

Wenn die Zahlen aus obiger Zusammenstellung nicht exakt mit der unteren für einzelne Produkte übereinstimmen, dann liegt es daran, dass zwar dahinter die gleiche Daten-Quelle (Nielsen steht), die Auswertungen sich aber in Nuancen in der Methodik unterscheiden. Ändert aber nichts an der Größenordnung dessen, was die Wirtschaft aufwendet, um gut Wetter für ihre Erzeugnisse zu machen.

Mit freundlichen Grüßen

Detlef Steinert
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Beitragvon Hoschscheck » Mo Jun 25, 2007 22:26

Hallo in die Runde,

Hallo an Herrn Steinert,

in Ihrer geschätzten Einnahme Situation gehen sie immer nur von den Geldern des Absatzfonds aus. Wo bleiben aber die von Ihnen erwähnten Haribo Einnahmen in Ihrer Rechnung? Wo die anteiligen Messekosten ihrer Partner?
Wo die öffentlichen Mittel? Wo die Erträge aus den Tochtergesellschaften?
Die AgriExpo befindet sich in der Liquidation? Jetzt schon? Dann gibt es ja noch mal was auf der Einnahmen Seite zu verbuchen wenn das Gesellschaftergeld zurückkommt.
An Heinrich: Ja ich bin sauer auf den Laden.
Und ja, ich habe mich da schon mal früher reingekniet.

In dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 5. November 2002 zum CMA Güte- und Herkunftszeichen (C-325/00) wurden zwei strittige Punkte explizit geklärt.
Es wurde lange Zeit, auch nach den obigen Urteilen noch, von der CMA bestritten, dass sie eine staatliche Organisation sei und das die Abgaben an den Absatzfond parafiskalische Abgaben seien.
Hierauf entschied der EuGH: Die streitige Regelung ist als eine dem Staat zuzurechnende öffentliche Maßnahme im Sinn von Artikel 28 EG-Vertrag anzusehen. Die streitige Regelung führt zumindest potentiell zu Beschränkungen des freien Warenverkehrs zwischen Mitgliedstaaten. Damit ist eindeutig geklärt worden, dass es sich bei der CMA um eine staatliche Einrichtung handelt und dass das CMA-Güte- und Herkunftszeichen mit der Herausstellung der nationalen Herkunft unzulässig ist.
Was passiert nun mit der Mehrwertsteuer auf den alten Rechnungen der CMA GmbH?
Herr Steinert, Sie haben doch einen kurzen Draht zu Ihrem Vorgesetzten,
http://www.cma-marketing.de/content/ueb ... igramm.php
sprechen Sie doch bitte mit Ihm wegen der Daten.

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Beitragvon Bauernbub » Di Jun 26, 2007 7:45

Guten Morgen,

Hoschscheck hat geschrieben:Wo bleiben aber die von Ihnen erwähnten Haribo Einnahmen in Ihrer Rechnung? Wo die anteiligen Messekosten ihrer Partner? Wo die öffentlichen Mittel? Wo die Erträge aus den Tochtergesellschaften?


siehe Beitrag vom 25.6.2007: Einnahmen aus der Nutzung des Gütezeichens bzw. Kostenbeteiligungen für Messen o.ä. entsprechen den erwähnten kooperativen Mitteln bzw. sind Wirtschaftsbeiträge. Öffentliche Mittel? Außer den Geldern, die wir für gemeinsame Kampagnen mit der EU von der EU erhalten, sind mir keine weiteren öffentlichen Mittel bekannt - und diese EU-Gelder fließen eins zu eins in die jeweiligen Kampagnen / Maßnahmen ein, ob nun zum Beispiel für die aktuelle Milch-Kampagne "Milch ist meine Stärke" oder die Info-Kampagne zu den geschützten Ursprungs-/Herkunftsbezeichnungen nach EU-VO. Oder meinten Sie die Kosten, die für die Beitragserhebung durch die BLE aufgewendet werden? Die werden ja künftig aus den Abgaben selbst beglichen (Regelung gemäß der kürzlichen Novellierung des Absatzfondsgesetzes). Erträge aus den Tochtergesellschaften, so sie denn Erträge erwirtschaften und diese ausgeschüttet werden, gehen sie an den Absatzfonds zurück, weil von dort auch die Gesellschaftereinlage kommt. Und wenn die Tochtergesellschaft liquidiert wird, dann geht das Restkapital entsprechend des Anteils der Gesellschaftereinlage auch dorthin.

Hoschscheck hat geschrieben:In dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 5. November 2002 zum CMA Güte- und Herkunftszeichen (C-325/00) wurden zwei strittige Punkte explizit geklärt.
Es wurde lange Zeit, auch nach den obigen Urteilen noch, von der CMA bestritten, dass sie eine staatliche Organisation sei und das die Abgaben an den Absatzfond parafiskalische Abgaben seien.


Das sehen wir auch weiterhin nicht so. Die CMA ist privatwirtschaftlich organisiert (GmbH). Gleichwohl ein großer Teil ihrer Mittel aufgrund einer staatlichen Maßnahme (Gesetz) zustande kommt. Diese gesetzliche Begründung der Abgabe ist auch der Grund, warum die Maßnahme (CMA-Gütezeichen - und nur damit hat sich EuGH befasst!) vom EuGH dem Staat zugerechnet wurde, gleichwohl der EuGH aber nicht ausgedrückt hat, die CMA selbst sei eine staatliche Einrichtung.

Hoschscheck hat geschrieben:Hierauf entschied der EuGH: Die streitige Regelung ist als eine dem Staat zuzurechnende öffentliche Maßnahme im Sinn von Artikel 28 EG-Vertrag anzusehen.


Aha, da haben wir es ja, was der EuGH gesagt hat! Die Konsequenz ist / war, die Maßnahmen der CMA müssen sich an den Regelungen der EU messen lassen. Und dass diese mitnichten alles, was die CMA macht in Frage stellen, ist spätestens seit Beginn diesen Jahres klar, den seither hat die EU eine neue Rahmenregeluing, was Beihilfen im Bereich des Agrarmarketing betrifft - die sogar noch weiter gehen (also mehr Spielraum lassen) als in der Vergangenheit. Daher hier mal eine paar Auszüge aus dem offiziellen EU-Dokument, das unter dem Namen "Rahmenregelung der Gemeinschaft für staatliche Beihilfen im Agrar- und Forstsektor 2007 - 2013" firmiert (vollständig nachlesbar ab Seite 48 der deutschen Fassung). Ich zitiere mal wörtlich aus dieser Fassung (tut mir leid, wenn es jetzt etwas umfangreicher wird - aber jeder Leser des Forums sollte sich selbst ein Bild machen dürfen, was künftig möglich ist, wobei ich mir ein paar Hervorhebungen erlaube):

VI.D BEIHILFEN ZUR WERBUNG FÜR LANDWIRTSCHAFTLICHE ERZEUGNISSE

VI.D.1 ANALYSE

.....
b. Andererseits gelten Aktionen zur Absatzförderung im Sinne der öffentlichen Verbreitung wissenschaftlicher Informationen, die Veranstaltung von Messen oder Ausstellungen, die Teilnahme an diesen und ähnlichen PR-Maßnahmen, einschließlich Umfragen und Marktforschung, nicht als Werbung.
....

Werbung innerhalb der Union
....
e) Auf mittlere und lange Sicht honorieren Verbraucher Produkte von gleichbleibend hoher Qualität. Daher ist die Werbung für Qualitätskontrollprogramme zur Erzielung eines gleichbleibend hohen Qualitätsniveaus geeignet, das Vertrauen der Verbraucher in die gemeinschaftliche Agrarproduktion zu erhöhen, die landwirtschaftlichen Einkommen zu verbessern und somit die Entwicklung des Sektors insgesamt zu fördern. Außerdem weisen Qualitätsprodukte spezifische Merkmale auf, über die ähnliche Erzeugnisse nicht verfügen. Die Werbung für diese Merkmale ist für den Verbraucher nicht irreführend und dürfte zudem die Entwicklung des Sektors begünstigen. Aus diesen Gründen sollten Beihilfen nicht wie bisher auf der Grundlage einer Reihe von positiven Kriterien verteilt werden, sondern auf Werbekampagnen für Qualitätserzeugnisse konzentriert werden
....

h) Seit einigen Jahren genehmigt die Kommission staatliche Beihilfen für die Einführung neuer Gütezeichen in der Startphase, soweit gerechtfertigte Gründe vorliegen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Beihilfen zugunsten der Werbung für Erzeugnisse mit Gütezeichen und Ursprungsbezeichnung sowohl auf dem heimischen Markt als auch auf dem Markt anderer Mitgliedstaaten beibehalten werden können, sofern die Ursprungsbezeichnung in der Werbebotschaft untergeordneten Charakter hat, da dieser Unterordnungswert Verstöße gegen Artikel 28 des Vertrags verhindern dürfte
.....

l) Ist die Werbung jedoch generischer Art und als solche für den gesamten Agrarsektor profitabel, so könnte der Beihilfesatz bis zu 100 % betragen.

.....
VI.D.2 KÜNFTIGE REGELUNG
(155) Staatliche Beihilfen für Werbekampagnen innerhalb der Gemeinschaft werden von der Kommission als mit dem EG-Vertrag vereinbar erklärt, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
a) Die Werbekampagne betrifft Qualitätserzeugnisse, d. h. Erzeugnisse, die die Kriterien gemäß Artikel 32 der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 erfüllen;
b) die Werbekampagne betrifft gemeinschaftlich anerkannte Bezeichnungen (in diesem Falle darf auf den Ursprung des Erzeugnisses hingewiesen werden);
c) bei Gütezeichen: die Ursprungsbezeichnung hat in der Werbebotschaft untergeordneten Charakter. Um beurteilen zu können, ob der Ursprung tatsächlich eine untergeordnete Werbebotschaft darstellt, wird die Kommission die Gesamtbedeutung von Text und/oder Symbolen (einschließlich Bildern und allgemeinen Darstellungen), welche sich auf den Ursprung beziehen, und die Bedeutung von Text und/oder Symbolen, die sich auf das einzigartige Werbeargument (d.h. den Teil der Werbebotschaft, der nicht auf den Ursprung abzielt) beziehen, berücksichtigen.
c) bei Gütezeichen: die Werbekampagne wird auf dem Markt eines anderen Mitgliedstaates geführt (in diesem Falle darf auf den Ursprung des Erzeugnisses hingewiesen werden);
d) die Werbekampagne ist nicht direkt auf die Erzeugnisse eines oder mehrerer bestimmter Unternehmen gerichtet;

....
(156) Darüber hinaus werden Beihilfen in Höhe von bis zu 100 % zugunsten von Werbemaßnahmen als mit dem Vertrag vereinbar erklärt, wenn sie generischer Art sind und dem Agrarsektor als Ganzem zugute kommen. Die Werbemaßnahmen können von Erzeugergemeinschaften oder anderen Organisationen, ungeachtet ihrer Größe, durchgeführt werden.


Zitat Ende.

Besonderes Augenmerk möchte ich dabei auf die Regelung bezgl. Gütezeichen lenken. Dort gestattet die EU also künftig selbst die Verwendung einer Herkunftsangabe!!!! Das wurde mit dem von Herrn Hoschscheck erwähnten EuGH-Urteil ja eingeschränkt. Heißt also nichts anderes: was damals mit dem EuGH-Urteil versagt wurde, ist jetzt m.o.w. wieder zulässig. Zwar nicht in der Weise, dass man sagt "dieses Produkt ist gut, weil es von da oder dort herkommt", sondern in der Weise, dass auf die Qualität hervorgehoben wird und gleichzeitg erwähnt werden kann, dass ein Produkt eine bestimmte Herkunft hat (also die chauvinistische Verwendung einer Herkunftskennzeichnung ist nicht erlaubt, wohl aber die aufklärende!).

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Steinert
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Beitragvon Hoschscheck » Di Jun 26, 2007 22:36

Sehr geehrter Herr Steinert,

meine in der Verangenheit gewonnenen Einschätzungen über die CMA werden durch Ihre Beiträge hier oder im RT voll bestätigt. Ergangene Rechturteile werden von Ihnen ignoriert ("Das sehen wir auch weiterhin nicht so. Die CMA ist privatwirtschaftlich organisiert (GmbH).").
Einige Fragen beantworten Sie, andere nicht. Auf spezielle Vorwürfe reagieren Sie mit ganz speziellen Zugeständnissen.
Auf die Frage:"Was wissen Sie über den Elefanten?" würden Sie antworten:
Der Elefant lebt in Afrika und hat Angst vor der Maus. Die Maus ist ein Säugetier, die bekannteste Art ist die Hausmaus. Daneben gibt es 37 weitere Arten, die teils ebenfalls Kulturfolger, teils aber auch zurückgezogen lebende Waldtiere sind. Die Kopfrumpflänge reicht von 4,5 bis 12,5 cm; der Schwanz ist meistens ebenso lang wie der Körper. Das Normalgewicht liegt bei etwa 30 Gramm.
Verstehen Sie? Sie schreiben reichlich über die Maus aber gefragt war nach dem Elefanten.


Hoschscheck, der grüßt!
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Beitragvon Bauernbub » Mi Jun 27, 2007 8:16

Hoschscheck hat geschrieben:... Verstehen Sie? Sie schreiben reichlich über die Maus aber gefragt war nach dem Elefanten ...


Guten Morgen Herr Hoschscheck,

... dann fragen sie bitte Elefanten ...
Alle weiteren Ausführungen meinerseits sind dann wohl überflüssig? Wenn dem so ist, dann bitte klar und deutlich sagen. Dann ziehe ich mich aus dem Forum zurück. Aber bitte anschließend kein Lamento, dass die CMA nicht informieren würde! Wer Transparenz fordert, sollte denen auch eine Chance geben, die sie bieten wollen.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Steinert
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Beitragvon Manfred » Mi Jun 27, 2007 9:53

Hoschscheck hat geschrieben:Verstehen Sie? Sie schreiben reichlich über die Maus aber gefragt war nach dem Elefanten.


Also ich verstehe es. Lernt man ja auch in jedem Rhetorik-Kurs und ist entsprechend verbreitet unter Politikern und Pressesprechern. Ich werte die bisher erhaltenen Antworten (abgesehen von meinen letzten Fragen, die wurden wohl als Vorlage empfunden) ebenso. Es wird immer nur ein verwertbarer Teil der Frage herausgegriffen und dann mögl. schnell abgelenkt.

Den Artikel in der TopAgrar kenne ich als Abonnent natürlich. Wenn ich mich recht erinnere (ich habe die Magazine leider gerade nicht zur Hand) hat der Autor die Zahlen als eigene oder drittseitige Hochrechnung und/oder Schätzung bezeichnet? Ich kann mich auch täuschen.
Ich hätte mir ein detaillierte Antwort erwartet, für welche Kampagnen welche Mittel eingesetzt wurden und werden.


Im Gegenteil: bei uns fragen zahlreiche Beratungsfirmen nach, ob sie von uns Informationen oder unsere Studien zu interessanten Zielmärkten bekommen. Aber warum sollten wir das tun: um die schlauer (vielleicht auch noch Mitbewerber der deutschen Wirtschaft, für die diese Institute arbeiten???) zu machen?


Nunja, weil es grob fahrlässige wäre, als Firma diese kostenlosen bis billigen Infos nicht heranzuziehen. Die Frage ist aber eine andere: Wären diese oder andere Firmen bei Nichtexistenz der CMA nicht leistugnsfähiger als die CMA jetzt? Und vorallem: Würden dann nicht die für die Leistung zahlen, die sie benötigen?

da verweise ich mal auf das frühere Posting zum Thema ARD-Plusminus.

Darauf bezog ich mich. m.E. der einzige Einwand den ich bisher stehen lassen kann.

@Brigitta: Glaubst du wirklich, wenn Aldi und Lidl zusammen mehr als 600 Mio. im Jahr verpulfern, die ganze Branche Mrd. in die Werbung steckt, dass dann mit 32,5 Mio. (65% von 50 Mio.) der Absatz der deutschen Landwirtschaft gerettet wird? Auch wenn das in keiner Weise die Frage war. Die Frage ist, ob das Geld nicht an anderer Stelle (eben z.B. Werbung der Molkereien und Fleischverarbeiter) viel mehr erreichen kann?
Zuletzt geändert von Manfred am Mi Jun 27, 2007 13:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Komatsu » Mi Jun 27, 2007 10:02

Klar wir müssen den CMA Beitrag verfünffachen, dann geht auch was bewegen. Aber wer schon nichts ausgeben will, soll auch nicht meckern wenn nicht viel passiert. Junx, denkt logisch und denkt nimmer in euren alt 68er Theorien, wo nach alles Obrige zu vernichten ist. Das mag über allen gehen, aber nicht in Unternehmensverbänden.
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Beitragvon Carsten » Mi Jun 27, 2007 11:49

Hallo,

ich will die Diskussion nicht unterbinden muss aber feststellen das sich der Ton doch teilweise verschärft.

Ich denke wir sollten froh sein das sich überhaupt jemand hier im Forum den Fragen und Vorwürfen stellt. Was man davon halten soll kann jeder für sich entscheiden.
Gruß
Carsten
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