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Dioxinskandal = Agrarindustrie

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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98 Beiträge • Seite 3 von 7 • 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon julius » So Jan 30, 2011 22:27

steel. hat geschrieben:
Cairon hat geschrieben:Ich möchte hier mal wieder meine schon oft gestellte frage einstellen. Wo hört Bäuerlichkeit auf und fängt Agrarindustrie an? Ich würde da doch mal gerne ganze klare Grenzen hören. Wie viele Tier, Hektar usw. muss ich haben um Agrarindustrieller zu sein.

Das sind doch nur Fragen um vom eigentlichen Problem abzuwenden.
Es gibt Alkoholiker, Arbeitssucht, Komasäufer oder Taugenichtse. Hier gibts doch ebenfalls keine penibel eindeutige Stückzahlabgrenzung aber es gibt diese Probleme. Genauso siehts bei der Massentierhaltung oder Agrarfabriken aus. Es gibt sie, selbst wenn sie nicht genau definiert werden können.
Die Höhn hat es neulich ganz gut auf den Punkt gebracht. Früher lautete der Grundsatz : Das Auge des Landwirts füttert das Vieh ( mit allem was dazugehört, z.b. Tierüberwachung durch das Auge ). Das ist bei einer AK und mehreren Tausend Schweinen oder 1 AK bei zig Tausend Masthähnchen sicher nicht der Fall. Ein Tier ist keine Maschine. Diese Tendenz, mehr Tiere je AK wird zukünftig weiter rasant steigend und diese Probleme verschärfen. Zudem müssen Großbetriebe IM GEGENSATZ zum selbsversorgenden Kleinbetrieb nahezu sämtliches KF zukaufen und sind ständig auf andere Unternehmen angewiesen. Das ist imho DAS GRUNDPROBLEM. Deshalb werden wie von mir neulich bereits erwähnt, diese Lebensmittelskandale trotz höherer Kontrollen sicher nicht abnehmen.
Ich habe desöfteren hier schon angesprochen das ich deshalb die ansteigende Zahl der Vegetarier verstehen kann.
Eine vollautomatische Fütterung beispielsweise ist eben nicht alles.

Das dieser eingeläutete Trend nicht aufgehalten werden kann sowie ob nun der Verbraucher oder Einzelhandel dafür verantwortlich ist steht auf einem ganz anderen Stern.
Klarer Fakt ist das dieser Trend von immer mehr Verbauchern boykottiert wird, was die steigende Anzahl Vegetarier klar belegt.
Das ist meine Meinung. Obwohl mein Betrieb somit ebenfalls fast schon zur Agrarfabrik gehört. Aber die Devise lautet : Mitmachen oder aussteigen.
Nur setze ich bei meiner Analyse die bäuerliche Brille ab und seh das Ganze im Gegensatz zu vielen Berufskollegen objektiv anstatt eine schöne heile Welt auszumalen nur um mein Gewissen zu beruhigen oder um Beifall zu ernten.


Das deckt sich mit meiner Meinung überein.
Ich stehe den -modernen Agraranlagen- aus den Gründen ebenfalls skeptisch gegenüber die hatten wir in der DDR als LPG schon und plötzlich waren sie alle weg. In Amerika ist der Erfolg dieser riesen Anlagen ebenso bescheiden die gingen Phasenweise reihenweise pleite.

Von den Vegetariern dürften wenige zum Fleisch zurückkommen. Hoffen wir in unserem Sinne das zumindest wenig neue Vegetarier dazukommen nur seh ich da schwarz da es wissenschaftlich erwiesen ohne Fleisch gesünder sein soll wurde in den Medien verbreitet. Es kann leider :mrgreen: keiner zum Fleisch essen gezwungen werden
julius
 
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon Ernst-August » So Jan 30, 2011 22:46

Was an den DDR Anlagen modern gewesen sein soll frage ich mich immer noch. Die heute noch stehen sind alle modernisiert und in Bezug auf Tierschutz top.
Gut es gibt Vegetarier, weniger als 1 %. Die anderen mehr aus einer Mode heraus..... auch nicht mehr als 1 %. Ist auch gut so das entspannt etwas die gute nachfrage und auch den Preis. meinetwegen dürfen sich die noch verdoppeln. Denkt lieber an die Qualhaltung der nutzlosen Heimtiere !

Ein paar Schweinderl muss es dennoch geben : Hund und Katz will ja auch was fressen !
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon julius » So Jan 30, 2011 22:50

Mit DDR meine ich zum damaligen Zeitpunkt. Das ist über 20 jahre her und damals waren sie den Westdeutschen im Strukturwandel um viele Lichtjahre voraus. Wie man sieht mit wenig Erfolg.
Das mit Amerika ist ein jüngeres Beispiel mit dem gleichen Ende.
julius
 
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon Einhorn64 » So Jan 30, 2011 22:59

julius hat geschrieben:Mit DDR meine ich zum damaligen Zeitpunkt. Das ist über 20 jahre her und damals waren sie den Westdeutschen im Strukturwandel um viele Lichtjahre voraus. Wie man sieht mit wenig Erfolg.
Das mit Amerika ist ein jüngeres Beispiel mit dem gleichen Ende.


Dümmliche ostalgie!
Das war kein strukturwandel, das war eine zwangskollektivierung, wer da etwas gegen hatte, der durfte gesiebte luft atmen.
"Wer sich im Geschichtsunterricht gefragt hat, wie man in den 1930ern in kurzer Zeit so viel Hass säen konnte, der kann nun live zuschauen."
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon julius » So Jan 30, 2011 23:06

Blödsinn ! :D
Wenn diese Größe wirtschaftlich gewesen wäre hätten sich diese nach der Wende allesamt problemlos durchgesetzt. Diese Anlagen konnten schließlich günstig erworben werden. Arbeitskräfte waren nach der Wende dort ebenso günstig und reichlich vorhanden. Und wieder mein jüngeres Beispiel mit Amerika :twisted:
Erstmal nachdenken dann schreiben. :twisted:
julius
 
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon Ernst-August » So Jan 30, 2011 23:29

Nach Financial Times Deutschland zeichnet sich anhand der sehr vielen Dioxion Proben ein klarer Trend ab :

Die Nahrungsmittel sind in der Tat weit aus sauberer, als alle meinen und die aus guter integrierter Produktion, haben weniger DIOXIN als die BIO Ware ...... lach
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon Cairon » So Jan 30, 2011 23:31

julius hat geschrieben:Mit DDR meine ich zum damaligen Zeitpunkt. Das ist über 20 jahre her und damals waren sie den Westdeutschen im Strukturwandel um viele Lichtjahre voraus. Wie man sieht mit wenig Erfolg.
Das mit Amerika ist ein jüngeres Beispiel mit dem gleichen Ende.


Warst Du vor 20 Jahren mal auf so einer Anlage? Ich habe 1991 in SH gelernt, mein Chef hatte 500 ha in Meck-Pom gepachtet. Ich habe die Felder mit den Altmaschinen gesehen. Ich habe die zusammenfallenden, leer stehenden Ställe gesehen. Ich habe mit Leuten geredet und gearbeitet die dort früher gearbeitet haben. Die LPGs konnten doch nur existieren, weil sie in einem abgeschotteten Wirtschaftsraum waren. Arbeitskräfte gab es genug und der Staat bezahlte sie. Die Strukturen waren schon gut, nur was man daraus gemacht hat eben nicht. Ich habe eine Fläche gepflügt, die wir direkt von eine LPG-Nachfolgegenossenschaft übernommen habe. Die haben die ersten 10 cm aufgekratzt und das war es. Wir haben den Boden auf 30 cm gepflügt, das war ein Kampf. Von den boden-pH-Werten will ich gar nicht reden. das schlimmste war aber die Industriequecke. Jahrzehnte lang würden das Pressgarn einfach mit dem Mist auf den Acker gefahren, hast du eine Vorstellung wie es sich da mit einer Kreiselegge arbeitet? Größe ist gut, wenn man die Vorteile zu nutzen weiß, in der DDR wurden die Vorteile nicht genutzt bzw. sie wurden von den Nachteilen 3 mal wieder aufgefressen. Was meinst Du wie viel Interesse ein LPG-Mitarbeiter an einer Kuh hatte die nachts um 3 Uhr kalbt. Die Kuh gehörte doch allen, dann kann doch auch einer von den anderen aufstehen. Die Leute da waren nicht dumm oder faul, aber sie haben ihre Kräfte eher dem eignen Vieh gewidmet (war ja doch oft vorhanden, wenn auch nicht in großen mengen), statt der Plansollübererfüllung.
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon Meini » So Jan 30, 2011 23:35

Wieviel Millionen Zuchtsauen hat Smithfield mitlerweile das letzte was ich gelesen habe waren 1,2 Mio und immer noch rasant am wachsen. Mal ehrlich du verwechselst Äpfel mit Birnen, oder Lpg´s mit Konzernen das wäre für mich eine Agrarkonzern oder Nestle,usw.
Warum hier einige glauben, das in Größeren betrieben es den Tieren schlechter geht ist mir schleierhaft und wer sagt, das alle kleine ihr Futter selber machen, da kann ich nur lachen, unter 300 Tonne Schweine oder Hühnerfutter lohnt das überhaupt nicht und bei den Eiweißträgern und Mineralfutter ist eh Sense mit eigener Herstellung.
Pessimisten suchen nach Gründe, Optimisten finden Wege.
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon Cairon » Mo Jan 31, 2011 4:08

Ich muss Meini da vollkommen recht geben. Meiner Erfahrung nach ist es eher umgekehrt. Wer in großen Einheiten produziert, macht doch oft nichts anders, er ist Fachmann auf seinem Gebiet und darauf angewiesen, dass der Laden läuft. Natürlich mag es auch Große geben, wo es nicht ganz rund läuft, aber was ist besser 1000 Schweine in einem neuen Stall, mit neuer Technik und guter Lüftung oder 30 Schweine in einer alten Scheune wie vor 50 Jahren?
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon forenkobold » Mo Jan 31, 2011 9:11

Anwärter hat geschrieben:Alle wollen doch hier mehr,mehr Vieh,mehr Land und mehr Geld.
Da man jetzt lieber Futter kauft weil es mehr bringt und günstiger ist-besonders von diesem Laden da,haben gleich alle gekauft.
Deswegen sollte es keine Entschädigung geben,außerden sollten 85% des Tierfutters eines Betriebes aus eigender Herkunft kommen damit so etwas vermieden werden kann und es eine genauere Rückverfolgung des Futters gibt.


Hmm.... du meinst also, wenn ich den Ergänzerteil meiner Schweinemast von 23 auf 15% zurückgefahren hätte, hätte ich einen normalen Preis bekommen?
Wieso habe ich dann mit meinen Bullen (3% Zukauffutter in Form von reinem Rapsextraktionsschrot und etwas Mineralfutter) solch drastische Preiseinbußen hinnehmen müssen?
Lieber garkeine Signatur als ne doofe....
OHHPSS.. zu spät
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon julius » Mo Jan 31, 2011 11:20

Cairon hat geschrieben:Ich muss Meini da vollkommen recht geben. Meiner Erfahrung nach ist es eher umgekehrt. Wer in großen Einheiten produziert, macht doch oft nichts anders, er ist Fachmann auf seinem Gebiet und darauf angewiesen, dass der Laden läuft. Natürlich mag es auch Große geben, wo es nicht ganz rund läuft, aber was ist besser 1000 Schweine in einem neuen Stall, mit neuer Technik und guter Lüftung oder 30 Schweine in einer alten Scheune wie vor 50 Jahren?

Das ist wahres drann. Platzbedarf und Fütterung sind sicher in Ordnung. Die Tierschützer ausgenommen die behaupten das Gegenteil. Der eine Punkt indem Steel behauptet das dadurch die Tierbeobachtung leidet hat er sicher nicht unrecht. Wie soll 1 Mann 1000 Schweine überwachen und noch andere Arbeiten verrichten ? Das geht bei deinen genannten 30 sehr gut aber nicht bei 1000. Ich hatte früher selbst Schweine. Als noch mit der Hand gefüttert wurde konnte ich sofort feststellen welches Tier ein Leiden hatte weil es nicht richtig zum fressen kam. Somit war die Tierbeobachtung und Krankheitsfeststellung und schnelles handeln damals sicher sorgfältiger.
Die Fütterung läuft heute automatisch mit dem Resultat das man sich bei mehr Tieren weniger im Stall aufhält. Das wurde angesprochen und trifft nicht nur auf Schweine zu. Auch das Problem mit dem Zukaufsfutter haben Anwärter Chiken und Steel gut erkannt was in vielen Skandalen die eigentliche Ursache ist.
Sicher ist das Wirtschaftliche das nächste Problem. Ich kann bei einem SB Bullenkalb nicht 3 mal den Tierarzt holen. Da zahl ich drauf. Gab doch in England oder Holland den Fall wo Bullenkälber direkt nach der Geburt getötet wurden. Weil damals bei jedem Kalb draufbezahlt wurde. Mir ist auch klar das ein krankes Masthähnchen unter 20 000 Stück nicht behandelt werden kann sondern gewartet wird bis es verendet.
Ich bin selbst Landwirt und kann das nachvollziehen.
Der Verbaucher hat dafür kein Verständnis. Mehr bezahlen für Nahrungsmittel wollen die wenigsten.
Der jetzige Weg in sogenannten -Agrarfabriken- liefert günstigste Nahrungsmittel. Nun muß sich der Verbaucher oder Politik entscheiden was sie eigentlich wollen. Wenn aus Protest keiner mehr Fleisch ist ist das keine Lösung.
julius
 
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon Cairon » Mo Jan 31, 2011 11:33

julius hat geschrieben: Wie soll 1 Mann 1000 Schweine überwachen und noch andere Arbeiten verrichten ? Das geht bei deinen genannten 30 sehr gut aber nicht bei 1000. Ich hatte früher selbst Schweine. Als noch mit der Hand gefüttert wurde konnte ich sofort feststellen welches Tier ein Leiden hatte weil es nicht richtig zum fressen kam. Somit war die Tierbeobachtung und Krankheitsfeststellung und schnelles handeln damals sicher sorgfältiger.


Das würde ich so nicht sagen, ich habe 872 Mastplätze, Flüssigfütterung am Quertrog. Die Tierbeobachtung ist eigentlich recht einfach. Sobald die Ventile anfangen zu zischen Springen die Schweine auf und stellen sich an den Trog. Wenn ein Schwein nicht aufspringt beziehungsweise nicht entsprechend versucht sich einen Fressplatz zu sichern siehst du sofort das was gemacht werden muss. Wie soll denn eine bessere Tierüberwachung aussehen als bei so einem Stall. Bei anderen System (Breiautomat, Sensor) kann es natürlich anders aussehen. Allerdings hat mein Nachbar 1200 Schweine am Sensor und hat Verluste von durchschnittlich 1,4%, da muss die Tierbeobachtung also auch klappen. Früher war es doch eher so, dass man morgens schnell die Schweine satt machte und dann gab es eine Menge anderer Arbeit zu tun. In einem Betrieb der voll auf Schweine setzt sind die Aufgaben meist anders organisiert wie in Betrieben die von allem etwas machen. Und wenn die Schweine am Trog stehen und Fressen was bringt es dann noch 2 Minuten vor jeder Bucht zu stehen und dabei zuzuschauen?
In den alten Ställen hatte man doch meist Futterautomaten die morgens voll gemacht wurden und wo die Schweine den ganzen Tag Trockenfutter aufnehmen konnten. Da halte ich die Tierbeobachtung für deutlich schwerer. In meiner Ausbildung hatten wir ein Aufzuchtabteil auf Stroh, 250 Ferkel in einer Gruppe am Breiautomaten, da gebe ich dir recht, da war die Tierbeoachtung ein Problem. Wer behauptet in modernen Ställen würde die Tierbeobachtung generell leiden, der sollte sich mal so einen Stall anschauen oder besser einen Tag mitarbeiten.
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon julius » Mo Jan 31, 2011 11:58

Cairon hat geschrieben:Das würde ich so nicht sagen, ich habe 872 Mastplätze, Flüssigfütterung am Quertrog. Die Tierbeobachtung ist eigentlich recht einfach. Sobald die Ventile anfangen zu zischen Springen die Schweine auf und stellen sich an den Trog. Wenn ein Schwein nicht aufspringt beziehungsweise nicht entsprechend versucht sich einen Fressplatz zu sichern siehst du sofort das was gemacht werden muss. Wie soll denn eine bessere Tierüberwachung aussehen als bei so einem Stall. Bei anderen System (Breiautomat, Sensor) kann es natürlich anders aussehen. Allerdings hat mein Nachbar 1200 Schweine am Sensor und hat Verluste von durchschnittlich 1,4%, da muss die Tierbeobachtung also auch klappen. Früher war es doch eher so, dass man morgens schnell die Schweine satt machte und dann gab es eine Menge anderer Arbeit zu tun. In einem Betrieb der voll auf Schweine setzt sind die Aufgaben meist anders organisiert wie in Betrieben die von allem etwas machen. Und wenn die Schweine am Trog stehen und Fressen was bringt es dann noch 2 Minuten vor jeder Bucht zu stehen und dabei zuzuschauen?
In den alten Ställen hatte man doch meist Futterautomaten die morgens voll gemacht wurden und wo die Schweine den ganzen Tag Trockenfutter aufnehmen konnten. Da halte ich die Tierbeobachtung für deutlich schwerer. In meiner Ausbildung hatten wir ein Aufzuchtabteil auf Stroh, 250 Ferkel in einer Gruppe am Breiautomaten, da gebe ich dir recht, da war die Tierbeoachtung ein Problem. Wer behauptet in modernen Ställen würde die Tierbeobachtung generell leiden, der sollte sich mal so einen Stall anschauen oder besser einen Tag mitarbeiten.

Das Problem ist doch bei vielen das wenn die Fütterung anspringt sich keiner im Stall aufhält. In Hähnchenmastbetrieben wird nur noch 1 mal täglich kurz durchgelaufen um die Verendeten einzusammeln. Ansonsten werden diese Ställe nicht mehr betreten. Rinder ausgenommen denn da fährt 1 mal täglich noch der Mischwagen durch. Aber selbst hier lassen mittlerweile viele das Füttern den MR erledigen und sind selbst nicht mehr anwesend. Den MR Fahrer kümmert das reichlich wenig wer nun frisst oder nicht. Der muss schnell weiter zum Nächsten um Kosten zu sparen.
Mich stört das nicht. Das war eine Feststellung einiger User auf den kritischen Verbraucher bezogen. Was ich auch so sehe. Klar ist auch das es kein zurück zum 50 Stück Schweine Betrieb mehr geben wird da die Produktion sonst unbezahlbar wird. Ich kann nur feststellen das aus diesen Gründen die Tierrechtler ständig zunehmen und Stallbauten teilweise schon in Bürgerbegehren vermieden oder wie geschehen neue Ställe abgebrannt werden. Nicht selten kommt es auf Lebenszeit zum Bruch zwischen dem Landwirt und der übrigen Dorfgemeinschaft.
Ich muss in Cairons Punkten nicht überzeugt werden sondern die vielen Verbraucher. Und da siehts nicht gut aus.
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon Ernst-August » Mo Jan 31, 2011 12:50

So sehr groß sind die Spielräume nicht mehr für ideologische Experimente, denen steht nämlich nur eine Alternative gegenüber : HUNGER !!!

Ich wäre da sehr vorsichtig, zumal wir noch die Ölpreiskopplung beim Getreide haben..... Tunesien ist gefallen, Ägypten fällt gerade. Wie die Geschichte ausgeht, wissen wir im Moment nicht. Soweit ist das nicht von uns entfernt. Das ist an der Grenze zur EU. Da kann viel schief gehen .... noch ein paar Piraten mehr und ein paar Initiativen von BIN LADEN und schon steht fast alles, bzw. geht nichts mehr..... dann steht in Deutschland auf BIO-Landbau Gefängnisstrafe !
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Re: Dioxinskandal = Agrarindustrie

Beitragvon Fortschritt » Mo Jan 31, 2011 13:03

Die Verhältnissmäßigkeit der Restrisiken,wo setzt man an?

Es gibt Berechnungen das zb. wenn man das Restrisiko elektromagnetischer Strahlungen mit dem Restrisiko von dem Dioxin vergleicht,man ca. 10microgramm Dioxin ansetzen könnte,das wär das 3,3mio. fache,von der durchschnittlichen Belastung von 3Pikogramm in den Lebensmitteln,bezieht man das auf alle in Deutschland produzierten Eier,so ergibt sich eine Menge von 2Gramm Dioxin,das Seveso Gift war 10mal stärker!

verfolgt man die gegenwärtige Diskusion,so gewinnt man den Eindruck,das sich in der Öffentlichkeit äußernden,sogenannten Experten,nicht einmal die Grundkenntnisse der Chemie und Mathematik beherrschen,sich äußernde Agrapolitiker haben seit Bse doch sehr viel Angst ,mit dem Vorwurf konfrontiert zu sein,das ganze zu verharmlosen,statt mal Fakten zu nennen,alles geht im Anne Will und Maischberger Sumpf unter!!

Mfg Hermann
3 bauern unter einen Hut bringen,ist wie die Quadratur eines Kreises!
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