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Gentechnik freie Region

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Gentechnik freie Region

Beitragvon Hoschscheck » Mo Mai 07, 2007 11:33

Hallo in die Runde,

ich bin neu hier bei Landtreff.de und habe mich aus folgendem Grund eingelogt:
Bei uns im Ort plant eine Bürgerinitiative eine „Gentechnikfreie Region“ aus unserer Region zu machen, wo sind hier die Vor- und Nachteile?

Unter Schnellsuche habe ich bei "Gentechnik freie Zone" nichts hier bei Landtreff.de nichts gefunden.

Ich habe einen Vertrag gefunden bei
http://www.gentechnikfreie-regionen.de/ ... n/wie.html

Hoschscheck der grüßt!!
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Beitragvon Carsten » Mo Mai 07, 2007 14:42

Hallo,

für die Natur gibt es keine Grenzen. Genau sowenig wie man ein Feld mit GVO Pflanzen nicht isolieren kann, kann man auch keine GVO freien Zonen festlegen. Werden angrenzend an der GVO freien Zone GVO Pflanzen angebaut kann es durch Pollenflug etc auch zu Spuren von GVO innerhalb der Zone kommen. Wenn es also legal ist GVO Pflanzen anzubauen kann kein Landwirt GVO freie Produkte garantieren.

Soweit ich das der Seite entnehmen kann handelt es sich hier auch nur um eine Selbstverpflichtungserklärung. Es wird nichts kontrolliert und es gibt auch keine Sanktionen. Ist also eigentlich das Papier nicht wert.
Zuletzt geändert von Carsten am Mo Mai 07, 2007 19:58, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Carsten
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Beitragvon Weinbauer » Mo Mai 07, 2007 18:23

dann ist ohnehin schon gvo in den meisten nahrungsmitteln. die genpflanzen existieren ja schon.
egal, wie man dazu steht, die drohungen und sachbeschädigungen gegen gegen bauern und ihre felder, besonders in franken, gehen deutlich zuweit.
Was dem Menschen dient zum Seichen, damit schafft er seinesgleichen. (Heinrich Heine)
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Beitragvon freischütz » Mo Mai 07, 2007 18:49

Hier hat Carsten absolut recht :
Code: Alles auswählen
 für die Natur gibt es keine Grenzen. Genau sowenig wie man ein Feld mit GVO Pflanzen nicht isolieren kann, kann man sich auch keine GVO freien Zonen festlegen.


Gentechnikfreie Zonen sind die Geheimwaffen der Gentechsaatguthersteller. Die Hersteller sind doch nicht blöd, die wisssen ganz genau , dass die genmanipulierten Pflanzen binnen kurzer Zeit ganze Regionen verunreinigen. Da steckt Methode dahinter . Die Befürworter von Gentechnik freien Zonen, fallen darau hinein und arbeitzen Monsantos, BAYERCROUPSIENCE, Syngenta, BASF usw. noch ungewollt zu. Dann haben diese Firmen die Bauern in der Hand. Von wegen eigenes Saatgut ausbringen ! Das wird das Terminatorgen schon zu verhindern wissen !
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Beitragvon SHierling » Mo Mai 07, 2007 18:59

Hallo,
ich finde den Ausdruck "gentechnikfreie Region" verstellend, bestenfalls verschleiernd, schlimmstenfalls betrügerisch, muß ich mal ehrlich so sagen.
Es GIBT KEINE REGION OHNE GENTECHNIK MEHR hierzulande. Wenn jemand nicht ganz bewußt auf Medikamente wie Insulin verzichtet (und in jeder Region leben Diabetiker - wollt ihr die Ausweisen?), aber auch auf Säfte/Produkte mit Vitamin C, Vitamin B, Joghurt, Butter, Käse etc verzichtet, genauso wie auf Fleisch jeder Art, dann ist eure Region nicht "gentechnikfrei". Die meisten der Landwirte - auch in eurer Gegend - setzen Vitamin-;Mineral-Vormischungen ein, die meisten Hühner und Schweine bekommen essentielle Amionosäuren ins Futter (denn alles andere ist Tierquälerei, nach dem durch das Tiermehlverbot artgerechte Ernährung von Allesfressern nicht mehr möglich ist), und die meisten Leute kaufen Nahrungsmittel, die schon längst auf der Basis von Gentechnik hergestellt werden.

Eine Region, in der nachweislich keine genetisch veränderten Organismen, egal welcher Größe, in die Natur entlassen werden, DAS MACHT SINN. /weil man in solchen Regionen dann NACHWEISLIICH zeigen kann, wie schnell und weit "Gene wandern" können). Aber so differenziert sollte man das dann auch sagen und schreiben, alles andere ist meiner Meinung nach Volksverdummung, mit der man sich nur lächerlich macht.
Wie sieht das denn aus, die "gentechnikfreie Region", in der die Leute Gen-Fleisch essen, Gen-Käse auf dem Brot haben und Gen-Multivitaminsaft trinken?

Grüße
Brigitta
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Beitragvon Landauer » Di Mai 08, 2007 14:20

Hallo zusammen,
wo fängt Gentechnik an und wo hört Hochleistungszüchtung auf ?
Ist nicht jede Art Züchtung eine gentechnische Veränderung?
Ich denke der wachsende Biomassehunger der Biogaser muss gestillt werden, und am Ende ist sich jeder selbst der Nächste.
Gib alles!
Landauer
 
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Vorteiele einer Gentechnik freieen Region??

Beitragvon Hoschscheck » Mi Mai 09, 2007 14:37

Hallo nochmal in die Runde,

es geht mir nicht nicht um die Gen-Technik im allgemeinen, sondern ist eine Gentechnik freie Zone ein Vorteil oder ein Nachteil für die darin produzierenden landwirtschaftlichen Betriebe?
Auflagen? Milchgeld? Schlacht- oder Zuchtvieh? Getreide? Z-Rübe? usw.?
Vielleicht wohnen ja von Euch welche in einer solchen Zone und haben es noch gar nicht bemerkt.
http://www.gentechnikfreie-regionen.de/ ... arten.html

Hoschscheck grüßt !!
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Beitragvon SHierling » Do Mai 10, 2007 7:34

Hallo, trotzdem noch ein PS, denn dafür:
wo fängt Gentechnik an und wo hört Hochleistungszüchtung auf ?
gibt es eine ganz einfache Definition
Das, was bei Laien so platt "Gen-Pflanzen und ~Tiere" heißt, heißt fachlich korrekt "transgene Organismen", wobei das transgen bedeutet, das Gene von einer Art zur anderen übertragen worden sind, und zwar mit Hilfe von Technik, die direkt das Erbgut verändert, nicht über erzwungene Kreuzung oder ähnliches. Transgene Lebewesen können also über traditionelle Züchtung NIE entstehen, egal wie sehr man sie intensiviert .
Diese "plattfalsche" Ausdrucksweise ("Gen-Pflanze") ist leider auch von Leuten wie Green-Peace etc verbreitet worden, und an solchen Fragen sieht man dann, wie - sorry - dämlich sowas ist. Und transgene Organismen sind die, bei denen das größte Risiko besteht, wenn man sie freisetzt.

Daneben gibt es inzwischen auch cisgene Organismen (>> smart breeding), bei denen Gene, die der Pflanze bzw dem Tier eigen sind, "verlagert" werden, [z..B. bilden Kartoffelblüten eine Menge krebsverhindernde Stoffe, die man gern in der Knolle hätte). Werden solche Gene "nur" verlagert, könnte man damit argumentieren, das das auch per normaler Züchtung möglich wäre (und die Industrie tut das natürlich auch). Folge: wer nicht begriffen hat, WARUM ein Gen an der falschen Stelle gefährlich ist, sagt sich: "Ach, das war da ja sowieso schon drin, kann ja nicht schlimm sein" (ist es aber trotzdem) Der rechtliche Status solcher cisgenen Organismen wird grade noch diskutiert und man kann wirklich nur alle an der Diskussion Beteiligten bitten, endlich damit aufzuhören, die Leute über Ausdrücke wie "Genmais" oder "gentechnikfreie Zone" zu verblöden, denn damit werden etliche Gefahren verschleiert. Wer in der Lage ist, das Alphabet mit 26 Buchstaben zu kapieren, der kann auch Gentechnik und Eiweiße begreifen, das sind auch bloß 26 Aminosäuren, die das Leben auf der Welt bestimmen, man darf nur nich so tun, als wäre das ein Geheimnis oder müßte "marktgerecht aufgearbeitet" werden...

Was die Wirtschaftlichkeit angeht: Leute, die mit transgenen Pflanzen und Tieren arbeiten, werden mit Sicherheit wirtschaftliche Vorteile haben, so ist bisher ja wohl jede neue Technologie verbreitet worden - entweder über den Markt, oder über Förderprogramme oder Prämiien. Heißt im Umkehrschluß: wer beim technischen Fortschritt nicht mitzieht, der fällt raus. Wer in seinem Unternehmen keine PCs einsetzen wollte, oder Roboter, weil er vorhergesehen hat, wie viele Arbeitsplätze das kostet, ist ja auch inzwischen pleite, langfristige Überlegungen spielen da keine Rolle (siehe - mal wieder - unter Demokratie....)

Grüße
Brigitta
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Handel mit Genmais gestoppt

Beitragvon freischütz » Do Mai 10, 2007 14:28

Was die Wirtschaftlichkeit angeht: Leute, die mit transgenen Pflanzen und Tieren arbeiten, werden mit Sicherheit wirtschaftliche Vorteile haben, so ist bisher ja wohl jede neue Technologie verbreitet worden - entweder über den Markt, oder über Förderprogramme oder Prämiien


Aber Hallo, hier irrt sich SHierling aber kolossal ! Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Überall dort wo genmanipulierte Pflanzen kommerziell angebaut werden, haben die Landwirte mit erheblichen Minderernten zu tun. Das heißt, die Wirtschaftlichkeit der Gentechpflanzen anbauenden landw. Betriebe wird signifikant verschlechtert, wenn nicht sogar gegen Null gehen ! Einzig und allein sind die Gewinner beim trangenen Saatgut dessen Hersteller. Obendrein kann der Pestizidabsatz beim GVO- Pflanzenanbau für die Herstellerfirmen gehalten, bzw. erheblich gesteigert werden !
Zur Info ein Bericht aus dem Münchner Merkur vom heutigen Tage. Dieser Bericht wurde gestern mit gleichem Wortlaut von der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht . Mit Zustimmung des Autors darf ich zitieren :

" Der gentechnisch veränderte Mais ( MON 180 ) auf den Versuchsflächen der Bay. Landesanstalt für Landwirtschaft ( LFL ) muß nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtes Augsburg ( AZ AU 7 E 07.259 ) auf Grund einer Klage eines Imkers vorzeitig geerntet werden. Wir werden von den 30.000 Pflanzen am betroffenen Versuchsfeld die männlichen Blüten abschneiden. damit es zu keiner Pollenbildung kommt, so J. Eder , Leiter der Arbeitsgruppe Mais bei der LFL.... Daraufhin hat das Bundesamt für Verbraucherschutz gestern verkündet. dass der Anbau von MON 180 eine Gefahr für die Umwelt darstellt. Minister Seehofer hat daraufhin den Handel mit der Genmaissorte gestoppt. "

Soweit das Zitat aus der " Süddeutschen Zeitung " Redakteur Armin Rösl
Zuletzt geändert von freischütz am Do Mai 10, 2007 14:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon SHierling » Do Mai 10, 2007 14:37

Überall dort wo genmanipulierte Pflanzen kommerziell angebaut werden, haben die Landwirte mit erheblichen Minderernten zu tun.
Du hast mich mißverstanden. Es ging um Wirtschaftlichkeit, nicht um die Erntemenge - Biobetriebe haben auch "mit erheblichen Minderernten" zu tun, und leben trotzdem nicht schlecht.

Grüße
Brigitta
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Honig muss naturrein bleiben

Beitragvon freischütz » Do Mai 10, 2007 15:23

Hier der Bericht aus der Süddeutschen Zeitung zum Versuchsanbau von Genmais in Bayern :
Erfolgreiche Klage eines Imkers bringt die Politik in Schwierigkeiten

Honig muss naturrein bleiben

Gericht stellt das Nebeneinander von konventioneller und genmanipulierter Landwirtschaft in Frage

Von Mike Szymanski
Augsburg - Der Anbau gentechnisch veränderter Maispflanzen der Sorte Mon 810 im Freistaat steht womöglich vor dem Aus
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat nach Angaben des bayerischen Landwirtschaftsministeriums
den Verkauf des manipulierten Saatgutes vorerst untersagt, weil es Gefahren für die Umwelt befürchtet. Zudem hat das
Verwaltungsgericht Augsburg jetzt in einer der ersten Entscheidungen zu dieser Problematik einem Imker mehr Schutz zugesprochen,
dessen Honig von genmanipulierten Pflanzen eines Versuchsfeldes verunreinigt und unverwertbar geworden war.

Das Gericht stellt mit seiner Entscheidung die Koexistenz konventioneller und genmanipulierter Landwirtschaft in Frage.
Danach darf der Anbau genmanipulierter Pflanzen nicht zulasten konventioneller Bauern gehen.
Politiker von Grünen und ÖDP sowie Umweltverbände fordern jetzt, den Anbau der Genpflanzen unverzüglich zu stoppen.

Im konkreten Fall hatte ein Hobby-Imker aus Kaisheim (Kreis Donau-Ries) Rückstände von MON 810 in seinem Honig nachweisen
können. In 500 Metern Entfernung unterhält der Freistaat ein Versuchsfeld. Daher verlangte der Imker von den Behörden,
Vorsorge zu treffen, dass sein Honig künftig nicht mehr verunreinigt werden kann.
Das Verwaltungsgericht gab ihm Recht und schrieb in seiner Beschlussbegründung, der Imker werde in
,,seinem Recht auf Schutz seiner Gesundheit und in seinem Recht auf gentechnikfreie Wirtschaftsweise‘‘ verletzt.

Laut Gerichtsbeschluss muss der Mais nun vor der Blüte geerntet werden. Das Urteil dürfte Einfluss haben auf
die aktuelle Debatte über Sicherheitsabstände zu herkömmlichen Feldern und auf Haftungsfragen.
Derzeit wird auf politischer Ebene ein Schutzabstand von 150 Metern diskutiert - wie der vorliegende Fall zeigt, dürfte dieser
nicht ausreichen. Deshalb spricht Andreas Bauer, Leiter der Abteilung Gentechnik am Münchner Umweltinstitut von einer
,,Gerichtsentscheidung mit Sprengkraft‘‘. Die Richter urteilten: ,,Die Gefahrenabwehr und Risikovorsorge ist in erster Linie Aufgabe
desjenigen, der mit gentechnisch veränderten Produkten umgeht und nicht desjenigen, dessen Erzeugnisse gegen seinen Willen verunreinigt werden.‘‘

Mit der Entscheidung des Bundesamtes für Verbraucherschutz, den Verkauf der Genmais-Saat vorerst zu untersagen,
will auch das bayerische Landwirtschaftsministerium die Lage neu bewerten. Bislang ist der Freistaat selbst der größte
Anbauer genmanipulierter Maissorten. Von den 6,6 Hektar Ackerland, auf denen der Mais im Jahr 2006 wuchs, gehörten
80Prozent zu staatlichen Versuchsflächen. ,,Im schlimmsten Fall müssten wir die Pflanzen umpflügen und Versuche aussetzen‘‘,
teilte Ministerialrat Friedrich Mayer mit.

Bernhard Suttner, Landeschef der ÖDP im Freistaat erklärte: ,,Die Koexistenz-Theorie ist unhaltbar und illusionär.‘‘
Sowohl Suttner als auch die Grünen und der Bund Naturschutz fordern deshalb ein Umdenken in der bayerischen Gentechnik-Politik.
Zwar hat die Staatsregierung von der kommerziellen Nutzung der so genannten grünen Gentechnik mittlerweile Abstand genommen,
doch auf gentechnische Forschung will sie nicht verzichten. Bayerns Landwirte stehen der grünen Gentechnik skeptisch gegenüber.
freischütz
 
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Beitragvon Hoschscheck » Do Mai 10, 2007 19:00

Meine Fragestellung ist vielleicht etwas zu irritierend gewesen.

Bei uns hat eine BI (Bürgerinitiative) versucht eine Wertprüfung des Bundessortenamtes mit Mais der Linie 81o zu verhindern. Als sie das nicht schafften versuchten Sie den Landwirt, der dem Bundessortenamt den Acker verpachtet hat, zu diskreditieren und gleichzeitig eine Gentechnik freie Zone für unsere Region auszuloben.
Das Argument der BI ist: “es wäre ja auch für konventionelle Landwirte von Vorteil in einer Gentechnik freien Region zu produzieren!“ um dieses Argument inhaltlich zu Überprüfen habe ich mich hier mit eingelogt und meine Fragen gestellt.

Freischütz:
“Daraufhin hat das Bundesamt für Verbraucherschutz gestern verkündet. dass der Anbau von MON 810 eine Gefahr für die Umwelt darstellt. Minister Seehofer hat daraufhin den Handel mit der Genmaissorte gestoppt.“

Das ist so nicht richtig, das BVL hat in seinem Bescheid unter anderem der Firma Monsanto ein Monitoring-Programm aufgelegt für neu zuhandelndes Saatgut. Bereits ausgesätes und ausgeliefertes Saatgut in 2oo7 bleibt hiervon unberücksichtigt.

Aber hier Monanto selbst:
ANBAU VON MON 810 BLEIBT IM VOLLEN UMFANG ERLAUBT
Düsseldorf, 09. Mai 2007. Anlässlich der Berichterstattung über den Erlass des BVL bezüglich des Anbaus der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810, erklärt Monsanto:
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat in einer Klarstellung betont, dass der Anbau von MON 810 für 2007 im vollen Umfang und uneingeschränkt erlaubt bleibt. Monsanto betreibt bereits jetzt ein Monitoring-Programm, das den zukünftig geforderten Auflagen voll und ganz entspricht. Für Landwirte werden sich 2007 keinerlei Änderungen ergeben. Sie können sich weiterhin auf die Sicherheit und Qualität des Produkts verlassen.

Weiter wird im Bescheid ausgeführt, dass “erst mit jüngeren Untersuchungen deutlich wurde, dass und in welchem Ausmaß das Bt-Toxin über die Pflanze in höhere Nahrungskettenglieder gelangt.“
Hier werden Studien zitiert die zum einen Teil bis zu sieben Jahre alt sind und zum anderen Teil genau das Gegenteil des Bescheides aussagen. Aber es hat auch Pressestimmen gegeben (weil hier ja gerade gerne Meinungen von Redakteuren wieder gegeben wurden), die vor der Veröffentlichung des Bescheides den Sachverhalt anders gesehen haben. Interessanterweise ist der Bescheid zwar von der Abteilung Gentechnik erstellt, aber unterzeichnen wollte ihn offenbar kein zuständiger Mitarbeiter. Wenn es stimmt, was die Welt am 26.04.2007 berichtete, dass der Bescheid durch ukas aus dem BMELV an das BVL erstellt wurde und die Begründung eigentlich aus der Feder des Bundesamtes für Naturschutz stammt, dann hat dieses Amt in seiner wissenschaftlichen Reputation einen großen Verlust zu erleiden. Aber so ist das eben, wenn Ideologie vor wissenschaftlichen Anspruch geht (und in Bayern Herr Seehofer Wahlkampf macht und auch die CSU-Genkritiker hierbei nicht vergessen will).
Auch diese Infos kann ich als Verbraucher im Internet finden, abwägen und sie übernehmen oder es lassen.
Nur ich habe noch nichts dazu gefunden ob Landwirte oder Imker oder, oder, … in Gentechnik freien Zonen höhere Erlöse oder mehr Gewinn haben
Hoschscheck grüßt!!
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Beitragvon freischütz » Do Mai 10, 2007 20:36

Lieber Hoschscheck, da Du Monsantos zitierst hier ein Auszug aus der Hompage eines Imkers. Mit diesem Auszug kann ich mich voll identifizieren, bzw. könnte von mir stammen :

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Bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen, Herr Bundespräsident, doch vorschlagen, daß Sie das Recht auf Ausfertigung von Gesetzen am besten gleich an die entsprechenden Institutionen übertragen. Zum Beispiel alles, was den Bereich Pflanzenschutz und GVO betrifft, direkt zur Marketingabteilung von BAYER, Monsantos und Co. . Wer liest schon das Bundesgesetzblatt – den Beipackzettel dann vielleicht schon eher.

Bayer/Monsanto & Co. haben bei mir durchaus den gleichen Sympathiewert wie ein gewisser bärtiger Herr aus dem Orient mit seiner Vorliebe zu spektakulären Flugzeuglandungen – geschmacklos, zynisch aber passend! Der hat wenigstens noch Werte, die zwar sehr fragwürdig sind – wobei, wenn ich die Sure „Die Bienen“ lese... müßte man mal drüber nachdenken...


Merke die Ausführungen Marketingabteilungen der Agrarhersteller haben den gleichen Wahrheitsgehalt, wie die Grimm,schen Märchenbücher !
Zuletzt geändert von freischütz am Do Mai 10, 2007 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Nick » Do Mai 10, 2007 20:40

Egbert?
Und der Herr sprach: "Lächle und sei froh es könnte schlimmer kommen. Und er lächelte und er war froh. UND es kam schlimmer.
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Beitragvon H.B. » Do Mai 10, 2007 20:55

Ja, aber beide! :shock:
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