Crazy Horse hat geschrieben:Todde hat geschrieben:Das Theater wird nicht enden, wen interessiert das noch?
Mit wissenschaftlichen Arbeiten braucht man den religiösen Fanatikern des ÖS doch ebenso wenig kommen wie denen des IS.
Das Problem ist einfach, dass wir Landwirte schlecht organisiert sind und keine große Lobby haben. Was willst Du mit 280.000 Landwirten in Deutschland, von denen nur ein paar Tausend bereit sind, aktiv zu streiken, gegen Millionen fanatisierter Menschen machen, denen in sämtlichen Medien und Internetforen eingeredet wird, wie schädlich doch dieses böse "Monsanto-Gift" für die Umwelt ist?
Und wo ist das Problem sich einfach anzupassen?
Wenn jemand überhaupt keine Ahnung von Ackerbau und Bodenkunde hat und auch nicht weiß, wie diese PSM "funktionieren", ist es extrem schwierig, diesen Menschen vom Gegenteil zu überzeugen, zumal auch sehr klar strukturiert denkende Leute anfällig für diese Propaganda sind.
Hast du ein Labor Zuhause um Studien durch zuführen?
Wenn jetzt, kurz vor der Wiederzulassung dieses Wirkstoffs, die WHO ein neues Gutachten auf den Markt bringt, wonach Glyphosat wohl doch nicht krebserregend sei, dann sehen viele darin einen Zusammenhang. Wahrscheinlich hat der finanziell angeschlagene Monsanto-Konzern ein solches Gefälligkeitsgutachten in Auftrag gegeben und dabei einige Wissenschaftler gekauft!
Auf die Idee, dass Glyphosat wohl doch nicht so gefährlich ist, wie uns die Propagandisten weismachen wollen, kommt man schon gar nicht mehr, weil man so in seinem Verschwörungswahn verankert ist.
Ja alles Propaganda
http://www.deutschlandfunk.de/risikobew ... _id=327136
Chemiekonzern Syngenta setzte Wissenschaftler unter Druck
Nach dem Interview gehe ich in ein Café und recherchiere im Internet etwas über das Pflanzenschutzmittel Atrazin: 33 Millionen Kilogramm wurden 2013 in der industrialisierten Landwirtschaft in den USA verwendet, die Hälfte des Maises und 90 Prozent des Zuckerrohrs damit besprüht. Atrazin wird nur sehr langsam abgebaut und reichert sich im Grundwasser an. Seit über zehn Jahren darf es in der EU nicht mehr angewendet werden, weil befürchtet wird, dass es Fauna und Flora gefährdet. Auch eine schädliche Wirkung auf Menschen kann nicht ausgeschlossen werden. - Wie kamen die Regulierungsbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks zu so unterschiedlichen Einschätzungen, frage ich mich.
Ich spreche mit Tyrone Hayes. Der Biologe forscht seit 15 Jahren an einer öffentlichen Universität in Kalifornien:
"Ich untersuchte in Berkeley die Wirkungen von Hormonen und chemischen Verbindungen auf Amphibien, als der Hersteller von Atrazin auf mich zukam, um die Wirkung von Atrazin auf Frösche zu erforschen."
Professor Tyrone Hayes erklärt, dass er Drittmittel der Industrie angenommen habe, dafür habe er einen hohen Preis gezahlt:
"Bei diesen Studien habe ich herausgefunden, dass das Pflanzengift Atrazin die Entwicklung bei männlichen Fröschen so stark stört, dass sie sich zu weiblichen Fröschen entwickeln. Die männlichen Frösche entwickelten sogar plötzlich Laich - also Froscheier."
Ein Ergebnis, mit dem niemand gerechnet hat - auch nicht Syngenta, der Hersteller von Atrazin:
"Die Firma hinderte mich daran, diese Arbeit zu veröffentlichen. Dann baten sie mich, meine Daten extra zu manipulieren und zu verändern. Und schließlich verboten sie mir komplett, über meine Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit zu reden. Ich weigerte mich."
Der Chemiekonzern Syngenta versuchte, durch eine Art PR-Gegenkampagne seine Ergebnisse zu widerlegen, ihn zu demontieren, lächerlich zu machen. Und nicht nur das:
Tyrone Hayes erzählt von einem Lieblingsfeind, Tim Pastoor, Wisssenschafler von Syngenta, der ihn bei einer Veranstaltung mit wüsten Bedrohungen provoziert habe, Teil einer Einschüchterungskampagne.
Ich habe bei der Basler Konzernzentrale von Syngenta schriftlich angefragt wie sie denn zu diesen schweren Vorwürfen von Tyrone Hayes stehen? Die Presseabteilung antwortete via E-Mail:
"Die Forschungsergebnisse von Hayes sind nicht reproduzierbar. Unsere Kommunikationmaßnahmen waren stets darauf ausgerichtet, die wissenschaftlichen Fakten klarzustellen. Und: Das Verbot in der EU, Atrazin nicht mehr zu registrieren, war rein "politisch" motiviert."
In den USA gilt das Nachsorgeprinzip: Man muss eine Gefährdung nachweisen
Das ganze klingt eher nach einem Hollywood-Thriller, als nach dem Alltag eines Wissenschaftlers, der mit Fröschen forscht, denke ich. War der junge Professor vielleicht paranoid geworden? Vor einigen Monaten wurden interne Memos im Rahmen eines Prozesses veröffentlicht, die das Vorgehen des Unternehmens genauestens dokumentieren: Diese Syngenta-Unterlagen zeigen, dass Detektiv-Agenturen beauftragt wurden, um den Wissenschaftler zu überwachen, sein Telefon wurde abgehört und seine E-Mails wurden gelesen, um ein psychologisches Profil von Tyrone Hayes herzustellen. Die freigegebenen Gerichtsdokumente zeigen umfassende interne Firmenkommunikation und Memos. Hier stellt sich mir die Frage, ob sich ein einzelner Wissenschaftler oder eine öffentliche Universität gegen solche Attacken und Methoden überhaupt wehren könnte.
"Jede unabhängige Studie fand ähnliche Probleme. Wir haben gerade weitere Studien veröffentlicht, bei denen 22 Wissenschaftler aus 12 Ländern mitarbeiten: Atrazin führt zu Problemen in Sexualorganen bei Säugetieren, Fischen und Vögeln."
Doch die EPA ließ dieses Pestizid weiter auf dem Markt. Die wissenschaftliche Beweislage war für das Prüfpersonal nicht eindeutig genug. Denn in den USA gilt das Nachsorgeprinzip: man muss die Gefährdung nachweisen, den sogenannten "Proof of Harm". Die Industrie kann bei diesem System die Entscheidungshoheit leicht erringen. Forschungsergebnisse können behindert, manipuliert, gekauft und unterwandert werden, wie das Beispiel Tyrone Hayes deutlich belegt. Außerdem sind Risiken nicht immer eindeutig beweisbar. Manchmal gibt es nur Verdachtsmomente, erste Hinweise, die man mit mehr Studien und Zeit untersuchen müsste. Gründe, warum das Zulassungsverfahren in Europa viel abwägender ist - schließlich gilt hier das Vorsorgeprinzip. Die EU ging in einem ganz ähnlichen Fall jüngst anders vor: im Fall der Neonicotinoide. Befürchtungen waren laut geworden, dass dieses Pestizid Bienen beeinträchtigt, zum Beispiel indem es ihr Lernvermögen und ihren Orientierungssinn stört. Anlass für ein Moratorium, das am 1. Dezember 2013 in Kraft trat und den Forschern Gelegenheit gab, dem Verdacht nachzugehen. Ich reise zurück nach Europa und frage mich, ob dieses Prinzip tatsächlich durch TTIP ausgehöhlt werden könnte, wie Kritiker warnen?

Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet 