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Glyphosat

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
Thema gesperrt
2015 Beiträge • Seite 30 von 135 • 1 ... 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33 ... 135

Re: Glyphosat

Beitragvon Todde » Di Nov 03, 2015 23:47

Mad hat geschrieben:
Ferengi hat geschrieben:
Blöd nur das jetzt auch noch das "Diesel-spar-Argument" weg fällt. 8) 8) 8)


Für mich war es nie ein Argument. Es ist sogar fakt, dass ich stellenweise mehr diese Verbrauche, als wenn ich pflügen würde. Mir gehts immer noch um den Boden und nichts anderes.


Es fehlen sogar die wichtigsten Parameter, auf Flächen unter 4 ha verfährt man mehr Sprit mit Packer hin und her und dann noch mal Vorgewände einebnen.
Für mich war das vor 25 Jahren ein entscheidender Grund gewisse Flächen nicht mehr zu pflügen.
Man merkt, dass viele Landwirte ihren tatsächlichen Verbrauch selbst überhaupt nicht im Auge haben.
Bedauerlich, am Ende schimpft man dann halt über andere...

Und sicher ist der Verbrauch nicht das ausschlagende Argument um auf den Pflug zu verzichten, in erster Linie sollte man das für den Boden machen.
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Re: Glyphosat

Beitragvon MF 5465 » Di Nov 03, 2015 23:59

MF 5465 hat geschrieben:Lasst uns festlegen, auf welcher Ebene wir die Diskussion führen. Ich habe das Gefühl, einige von uns erwarten sich hier zu viel...

Was man hier für gequirlte Kacke liest. Tut mir leid.
Worum geht es hier in dieser Diskussion? Todde.. Mad..und der Rest.. warum versucht ihr eigentlich noch, irgendetwas rechtzufertigen? Es hat keinen Sinn.
Hier wurden wüste Theorien und Vorurteile schon hundert mal durch Fakten widerlegt. Irgendwann muss es doch reichen. Ihr redet doch gegen eine Wand.
Und dann kommt noch einer, der Glyphosat als Komapflüger aus Prinzip verachtet, um die ach so umweltschädliche konservierende BB schlecht zu reden... Und Ferengi, der wie so oft immer noch nicht weiß, welche Meinung er hat.....
Was einige Leute hier für Anschauungen haben. Das kann man doch in keinster Weise ernst nehmen.. Lasst euch nicht verarschen.

In so einem Thema merkt man, wie unsachlich die Glyphosat-Diskussion im Allgemeinen geführt wird... Welchen Schaden unwissende Laien der Landwirtschaft zufügen...
und zu guter Letzt.. dass der LT in letzter Zeit enorm an Attraktivität verloren hat. Schade.

:prost:
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Re: Glyphosat

Beitragvon Todde » Mi Nov 04, 2015 0:09

MF 5465 hat geschrieben:und zu guter Letzt.. dass der LT in den letzten Jahren enorm an Attraktivität verloren hat. Schade.


Die Bedürfnis von einseitig informierten Menschen an Informationen vom Landwirt nimmt zu.
Was erwartest Du, wenn den Menschen dauernd Handaufleger wie Seralini im Fernsehen als Retter gezeigt werden, wie die denken?
Man muss diese Lügen und das Unwissen jeden Tag wieder aufklären, wenn man da aufgibt, dann gibt man der Terrorbande der Ökotoleraristen den Weg frei. Das hatten wir 1933, sowas muss und darf sich nicht wiederholen!
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Re: Glyphosat

Beitragvon Ferengi » Mi Nov 04, 2015 0:17

MF 5465 hat geschrieben: Und Ferengi, der wie so oft immer noch nicht weiß, welche Meinung er hat.....


Ich weiß sehr wohl welcher Meinung ich bin.
Und vergleiche Mad nicht mit Todde.


Was Todde von sich gibt, ist kein Stück sachlicher als das Gebrabbel von den Grünen, NaNu und Co.
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Re: Glyphosat

Beitragvon Todde » Mi Nov 04, 2015 0:23

Ferengi hat geschrieben:
MF 5465 hat geschrieben: Und Ferengi, der wie so oft immer noch nicht weiß, welche Meinung er hat.....


Ich weiß sehr wohl welcher Meinung ich bin.
Und vergleiche Mad nicht mit Todde.
Der Eine ist in der Lage sachlich zu argumentieren, der Andere einfach nur den US-Konzernen hörig.

Was Todde von sich gibt, ist kein Stück sachlicher als das Gebrabbel von den Grünen, NaNu und Co.


Warum sollte ich bei Deinem Beitrag sachlich bleiben?
Der ist von Dummheit nicht zu überbieten!

20cm tief pflügen ist schon flach, wer grubbert bitte 20cm tief?
Das macht man einmal, damit die Pflugsohle weg ist, danach wird man immer flacher.

Und Du darfst mal gerne nennen, ob Deine Flächen im Schnitt über 10ha groß sind, damit allein der Packertransport nicht den Dieselverbrauch eines pfluglosen Betriebs auf solchen Flächen übersteigt.
Gewisse Dinge setze ich einfach voraus, wenn man solche Videos postet, dann scheint man aber keine Ahnung von seinem eigenen Betrieb zu haben! Und will dann noch über andere urteilen?
:roll:
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Re: Glyphosat

Beitragvon MF 5465 » Mi Nov 04, 2015 0:24

Ferengi,
Wenn man deine Beiträge zufällig auswählen würde, käme man nicht auf den Gedanken, sie seien von der selben Person. Aber das ist nur nebensächlich.

Manchmal ist "Meinungsfreiheit" eben ein Laster...
Dein letzter Beitrag bestätigt nur wieder die Unsachlichkeit der Diskussion. Die Argumente der beiden genannten sind doch tatsächlich auf Tatsachen und Fakten gestützt.

Gute Nacht freunde. Ich erhole mich jetzt erst mal von dem Schock der letzten 7 Seiten.

:prost:
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Re: Glyphosat

Beitragvon Südbaden Bauer » Mi Nov 04, 2015 0:36

@ Todde
Wirtschaftest du eigentlich komplett Pfluglos?
@ Winni
Bei einem G. Verbot hätte auch unser Betrieb ein Problem, wie viele andere auch. Es geht auch ohne, das ist klar, nur ob es sinnvoll ist komplett darauf zu verzichten. :roll:
Die Menschheit will zurück zum Ursprung, aber nicht zu Fuß.
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Re: Glyphosat

Beitragvon Todde » Mi Nov 04, 2015 12:35

Südbaden Bauer hat geschrieben:@ Todde
Wirtschaftest du eigentlich komplett Pfluglos?


Hab meinen Pflug 2001 oder 2002 verkauft.
Was mich an den Berichten wundert, wie die auf 40% der Ackerfläche wird mit Glyphosat behandelt. Ich komme auf rund 20 bis 25%.
Vor Zuckerrüben ein eher Muss, gerade bei Striptill. Dir Rübenherbizide haben meist keine ausreichend Wirkung auf Altverunkrautung, ohne Glyphosat müsste man schon direkt nach der Saat anfangen hohe Mengen an Rübenherbizide zu spritzen, das wird nicht mehr lange gut gehen.
Beim Getreide könnte man halt den Fruchtwechsel verringern und dem Durchwuchsproblem entgegen gehen, mit dann vermehrten Einsätzen von Fungiziden.
Auch würde der Aufwand an Getreideherbiziden steigen. Gegen Afu und Trespe ist Glyphosat ebenso eine gute Alternative, kennen halt nur zu wenige Pflüger...
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Re: Glyphosat

Beitragvon Grenzwächter » Mi Nov 04, 2015 14:34

Gestern mal mit der Beratung drüber diskutiert wie es mit Glyphosat weiter geht. Es gibt keinerlei Beweise das es schädlich oder sogar Krebserregend ist, wenn es ordnungsgemäß angewandt wird. Aber es wird befürchtet das die Politik die Entscheidung trifft und die Tatsachen außen vor bleiben.

Wir werden sehen wie es weiter geht im Januar wird über eine weiter Zulassung entschieden.

Mfg
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Re: Glyphosat

Beitragvon Raider » Mi Nov 04, 2015 19:53

Thomas Sch. hat geschrieben:Werdet ihr eigentlich von jemandem bezahlt oder lebt ihr vom verkaufen von PS.oder noch schlimmer...es geht für Euch um die Existenz.Ja genau ihr kämpft ums überleben ! Ohne Glyphos könnt Ihr nicht mehr Landwirt sein ...nein die ganze Landwirtschaft wird zugrunde gehen.Wenn die Zulassung bestehen bleibt bekommt Ihr alle 100 Liter gratis von eurem Lagerhaus und ein Orden.... :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:



Das ist doch das typische Totalschlagargument vieler Grüner. Ihr versteht nicht, dass man eine andere Meinung vertritt weil man die besseren Arguemente auf seiner Seite wägt. Für Euch - sorry - veblendete Ideologen muss dann immer ein böser, böser Grund dahinter schlummern.

Ich habe ein naturwissenschaftliches Studium hinter mir und mich nicht nur in den letzten Jahren mit dem Thema Glyphosat beschäftigt. Nach meinem wissenschaftlichen Verständnis sind eben eine Vielzahl der Argumente von Glyphosat-Gegner nicht haltbar. Studien werden falsch gedeutet oder bewusst medial aufgeputscht. Seit die Grünen 12 (!) ausgewählte (!) Parteimitglieder (!) für eine Studie (!) zu Glyphosat in Muttermilch ausgewählt haben (wo doch die Grünen-Muttis ehe nur Bio essen, oder?) wird immer wieder das Argument "Glyphosat ist sogar in Muttermilch" vorgebracht. Und? Ein Baby muss täglich über 2.000 Liter trinken um den niedrigsten Grenzwert zu überschreiten. Wieviel Babys erkranken jedes Jahr weil Eltern Hygiene bei der Nahrungszubereitung nicht einhalten????
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Re: Glyphosat

Beitragvon Todde » Mi Nov 04, 2015 22:52

Ich nehme an, unsere Freunde von BUND Tag und Nacht werden den Text nicht kapieren.


Besser Gift im Acker als Gift im Kopf – eine Filmkritik

http://schillipaeppa.net/2015/11/04/bes ... ilmkritik/


Am Montag Abend sendete der WDR die Dokumentation “Gift im Acker. Glyphosat, die unterschätzte Gefahr?” Dieser Film reiht sich ein in eine Serie von Filmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, die die Debatte um Glyphosat ganz im Sinne von Big Green (Bündnis 90/Die Grünen, Greenpeace, BUND, Umweltinstitut München e.V. etc.) ausleuchten. Ich habe mal auf die Schnelle ein paar Informationen und Anregungen zusammen getragen:

Gleich zu Anfang ein paar Formfehler: Eingangs übersetzen die Filmemacher im gesprochenen Kommentar „BfR“ mit „Bundesanstalt für Risikoforschung“, die Bundesbehörde heißt aber „Bundesinstitut für Risikobewertung“. Es wird behauptet, dass das BfR bereits im Jahr 2000 eine Risikobewertung für Glyphosat vorgenommen habe. Das kann aber nicht sein, weil das BfR erst am 01.11.2002 gegründet wurde.

Die Darstellung der Arbeit von Prof. Dr. Günter Neumann von der Universität Hohenheim schafft den Eindruck, dass der Wissenschaftler ein erklärter Glyphosat-Gegner sei. Das ist aber nicht der Fall, er plädiert lediglich für begrenzten Einsatz des Wirkstoffs. In der Oktoberausgabe der Agrar-Fachzeitschrift dlz ist ein Interview mit Prof. Neumann abgedruckt. Ein Auszug ist online abrufbar. Dort wird gefragt:

„Sind aus Ihrer Sicht weitere Einschränkungen für den Wirkstoff nötig?“
und Prof. Neumann antwortet:

„Nein, weitere Einschränkungen für Glyphosat im Ackerbau über die jetzt schon bestehenden Regeln hinaus würde ich sogar eher als problematisch erachten. Damit wird zunehmend die Flexibilität eingeschränkt, um gezielt auf Problemsituationen bei der Unkrautbekämpfung reagieren zu können.“
Eine solche Aussage in dem Film und der Gesamteindruck für den Zuschauer wäre ein völlig anderer gewesen, oder?

Die Probleme, die Bauer Pedersen bei seinen Schweinen auf Glyphosat zurückführt, können Dutzende anderer Gründe haben: Schimmelpilzgifte im Futter, Genetik, mangelnde Hygiene. Beim Anblick von Tierkadavern in dem Kühlschrank, wo offensichtlich auch die Medikamente gelagert werden, würde jedem Amtsveterinär der Atem stocken. Mein Mann und ich halten Mastputen und wir dürfen die Impfstoffe für die Tiere noch nicht einmal neben unseren Lebensmitteln lagern, sondern haben einen extra Kühlschrank angeschafft, wo die Impfstoffe aufbewahrt werden und sonst gar nichts.

Warum wurde zur Absicherung von Pedersens Thesen nicht ein Tierarzt oder ein anderer Sauenhalter gefragt? Häufig sehe ich in den TV-Dokuformaten die Vorgehensweise, Bildmaterial einem Experten zu zeigen, der dann vor laufender Kamera Stellung bezieht. Ein Tierarzt hätte den Mann mit seiner Hypothese in drei Sätzen zerlegt. Warum wurde hier nicht eine solche Vorgehensweise praktiziert? Faktisch wird in der Sauenhaltung nicht diskutiert, ob Missbildungen auf Glyphosat zurückzuführen sind. Das ist ein Privatthema von Herrn Pedersen und Prof. Dr. Monika Krüger. Weder in der Wissenschaft noch bei den Praktikern wird diese Hypothese überhaupt in Betracht gezogen. Gleiches gilt für die Fruchtbarkeitsprobleme bei Milchvieh. Aber so haben die Protagonisten der Dokumentation quasi ein Alleinstellungsmerkmal, das den regelmäßigen Besuch von Filmteams garantiert.

Der US-amerikanische Biologe Kevin Folta hat Prof. Krügers Untersuchung zu Pedersens Schweinen in seinem Blog folgendermaßen bewertet:

„This is likely one of the worst papers ever to be published.“
Andreas Rummel zitiert Prof. Krüger in einem Beitrag für das Format FAKT:

„In allen untersuchten Organen jeden Tieres haben wir Glyphosat nachgewiesen. Und wir haben in diesen Organen sowie in der Muskulatur und in den Darmwänden dieser Tiere keine signifikanten Unterschiede zwischen den Konzentrationen gefunden. Das heißt also, dass die Tiere über die Plazenta der Muttertiere mit dem Glyphosat in Kontakt gekommen sind.“
Doch was ist das für ein Argument? Zu sagen, „in den Kadavern wurde Glyphosat nachgewiesen, also ist Glyphosat verantwortlich für die Missbildungen“, kommt der Schlussfolgerung gleich „in diesem Tumor ist Wasser nachgewiesen worden, also hat das Wasser den Tumor verursacht“.

Auch Prof. Krügers These, dass Darmbakterien unter Glyphosat leiden, konnte bislang nicht bestätigt werden. So schreibt das BfR in einer Stellungnahme:

“Dem BfR liegen keine Studien vor, die einen adversen Einfluss von Glyphosat auf Bakteriendes Magen-Darm-Traktes belegen. In Langzeitstudien an Nagern, an Hunden oder aber auch in Fütterungsstudien an Kühen oder Ziegen hätten sich nach Kenntnis des BfR Krankheitssymptome wie Gewichtsverlust, Durchfall oder Erbrechen manifestiert. Das war nicht aber der Fall.”
Auch der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (vbio) sah sich genötigt, eine Stellungnahme zu veröffentlichen, und kritisiert darin v.a. die Vorgehensweise von Prof. Krüger, mit einer These an die Öffentlichkeit zu gehen, bevor die zugrunde liegende wissenschaftliche Veröffentlichung überhaupt erschienen ist. Eine wissenschaftliche Diskussion basiert schließlich nicht auf Pressemitteilungen. Wissenschaftler äußern sich erst zur Arbeit eines Kollegen, wenn sie die entsprechende Veröffentlichung gesichtet haben. Die Vorgehensweise hat Kalkül: Die Headlines sind um die Welt, bevor das Dementi aus der Fachwelt kommt. Prof. Gilles-Eric Séralini geht übrigens genauso vor. Beide verbindet zudem, dass sie Ihre „Erkenntnisse“ mit einem Geschäftsmodell verquicken. Prof Krüger liefert das Testimonial für Effektive Mikroorganismen, die die vermeintlich gepeinigte Darmflora von Kühen wieder aufbauen sollen, und Prof. Séralini wirbt für Entgiftungsprodukte von Sevene Pharma.

Die IARC hat die im Film dargestellte Langzeit-Rattenstudie von Séralini genauso abgelehnt wie das BfR. So schreibt die IARC in ihrer ausführlichen Begründung der Glyphosat-Bewertung:

„The Working Group concluded that this study conducted on a glyphosate-based formulation was inadequate for evaluation because the number of animals per group was small, the histopathological description of tumours was poor, and incidences of tumours for individual animals were not provided.“
Das sind im Prinzip dieselben Punkte, die Dr. Solecki im Film anführt, das heißt: BfR und IARC sind in Sachen Séralini derselben Meinung. Ob die Autoren der Dokumentation das nicht wussten oder wollten sie das etwa nicht erwähnen?

Prof. Gilles-Eric Séralini ist in diesem Jahr mit dem „Whistleblower Preis“ der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler ausgezeichnet worden. Die führenden Wissen(schafts)-Ressorts der deutschen Tagespresse haben diese Auszeichnung geschlossen kritisiert. Hier mal eine kurze Aufstellung:

-Süddeutsche Zeitung: Aktivist statt Whistleblower

-Die Zeit: Ausgezeichnete Pfeife

-FAZ: Die falschen Helden

-Scilogs (Blogportal von Spektrum): Von Pfeifen und heißer Luft – Whistleblowerpreis für Gentechnikkritiker

Angelika Hilbecks Äußerungen, das BfR sei um Gesichtswahrung bemüht, finde ich sehr gewagt. So sagt BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Hensel in der Bundestagsanhörung:

„Ihre zweite Frage ging so weit zu fragen, wie wir damit umgehen, dass jetzt hier solche wissenschaftliche Divergenzen auftreten. Also Sie sehen mich da eigentlich völlig entspannt, weil die Frage der wissenschaftlichen Divergenz in Risikobewertungsverfahren ist völlig normal. Das haben wir jeden Tag. Das wird geklärt. Dafür gibt es wissenschaftliche Gremien, in denen eben Argumente gewogen werden, so wie sich jetzt auch das JMPR mit der IARC auseinandersetzen wird und versuchen wird, die gleichen Studien heranzuziehen und auch die zukünftigen Bewertungen des JMPR dann eben auch zu verbessern. So werden wir uns, und haben wir uns, auch mit den Argumenten des IARC auseinandergesetzt.“
Hilbecks Organisation positioniert sich ganz klar gegen Gentechnik und damit ist sie – quasi a priori – auch gegen Glyphosat.

Bundesminister Christian Schmidt sagte gestern Abend im ZDF bei „Pelzig hält sich“ zur Glyphosatdebatte:

„Ich werde nicht wissenschaftliche Entscheidungen mit politischer Mauschelei machen, nein, wenn die Wissenschaft das so entscheidet, und wenn die das entscheidet so, dass nicht jeder Grüner damit einverstanden ist, dann tut es mir leid für die Grünen, aber nicht leid für die Wissenschaft.“
Recht hat er!

In der Dokumentation wird die Muttermilch-Stichprobe von Bündnis 90/Die Grünen erwähnt. Ich will jetzt nicht alle Argumente wiederholen: Meine Meinung dazu steht in diesem Offenen Brief . Entgegen der Aussage im Film, dass das BfR keine valide Überprüfung auf Glyphosat in Muttermilch vorgenommen hat, sagt Dr. Solecki am 28. September 2015 in der ZEIT:

„Der von dem Labor benutzte Test ist nicht für Muttermilch geeignet. Da kann er leicht falschen Alarm schlagen. Wir haben zwei erfahrene Labors mit der unabhängigen Entwicklung von Tests beauftragt. Die ersten Ergebnisse aus 50 Muttermilchproben liegen nun vor: Es ist kein Glyphosat drin, und das ist gut so. Glyphosat hat in der Muttermilch nichts verloren.“
Auch die Washington State University hat eine entsprechende Untersuchung durchgeführt und kein Glyphosat in Muttermilch gefunden.

Dass die Grünen sowie die NGOs das Thema unsachlich für ihre Zwecke missbrauchen, sieht man u.a. jetzt an ihrer Reaktion auf die IARC-Bewertung von rotem (Kat. 2A) und verarbeitetem Fleisch (Kat. 1): Wo bleibt die Forderung nach einem Veggie Day 2.0? Wo bleiben die offenen Briefe an die Supermärkte, die gefährlichen Waren aus dem Regal zu nehmen, wie es bei Glyphosat geschehen ist? Finden die das nicht verantwortungslos? Gilt denn das Vorsorgeprinzip nicht mehr? Kein Anschiss des Bundesinstituts für Risikobewertung zur Lobbynähe mit der Fleischindustrie? Hier ist nicht die Empörungsmaschine kaputt, hier weiß man einfach, dass man mit dem Thema nicht punkten kann, weil man sich mit dem Veggie Day im letzten Bundestags-Wahlkampf eine blutige Nase geholt hat.

Mir gehen diese pseudo-kritischen Filme dieser Machart zunehmend auf den Geist. Allein die Bildsprache: Während Séralini in seinem hellen Labor ausschließlich von vorne aufgenommen wird, wird Dr. Solecki von hinten gezeigt, wie er durch die düsteren Gänge seiner Behörde humpelt. Auch die Sequenzen mit den schlecht ausgeleuchteten Monsanto-Mitarbeitern wirken nicht zuletzt durch den Bildausschnitt schräg.

Noch einmal: Das ist kein kritischer Journalismus, sonst hätten man auch einmal die Motive von Séralini, Krüger und Hilbeck hinterfragt. Der Film gibt auch nicht die fachliche Debatte wieder, sondern einen Diskurs, der von bestimmten Medien und Interessengruppen gespeist wird.

Eine positive Sache bleibt zu erwähnen: Der Landwirt, der den Glyphosat-Einsatz erklärt, war gut gewählt: Ein Profi mit entsprechender Kompetenz und technischer Ausstattung. Gut wäre gewesen, wenn mit Bildern illustriert worden wäre, was Erosion bedeutet. So blieb die Motivation des Bauern für den Zuschauer abstrakt.

Mein Fazit: Besser Gift auf dem Acker als Gift im Kopf.
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Re: Glyphosat

Beitragvon Raider » Do Nov 05, 2015 11:44

Todde hat geschrieben:Ich nehme an, unsere Freunde von BUND Tag und Nacht werden den Text nicht kapieren.


Besser Gift im Acker als Gift im Kopf – eine Filmkritik

http://schillipaeppa.net/2015/11/04/bes ... ilmkritik/


Am Montag Abend s................

Mein Fazit: Besser Gift auf dem Acker als Gift im Kopf.


Sehr guter Artikel, aber mit dem Fazit und der Überschrift macht er einfach viel wieder kaputt...
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Re: Glyphosat

Beitragvon Wini » Fr Nov 06, 2015 12:24

Todde hat geschrieben:
Wini hat geschrieben:Ein Verbot von Glyphosat wäre daher ein Glücksfall für die bäuerliche Landwirtschaft.

So dämlich kann man nicht wirklich sein?
Wenn Glyphosat verboten wird, dann werden 90% aller Wirkstoffe ein Problem bekommen!
Dein Glücksfall wird dann schnell zum Zwangsbio, dazu müsste man nur mal seine Hirn einschalten, das können leider einige nicht.


Wenn Du wieder zur Pflugwirtschaft, also Ackerbau nach dem Motto "Sauberer Tisch", zurückkehrst, ist kein Glyphosat notwendig.
Im Gegenteil, die restlichen Wirkstoffe erreichen bei verminderter Aufwandmenge bei diesem Anbausystem oftmals mehr.

Gruß
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Re: Glyphosat

Beitragvon Raider » Fr Nov 06, 2015 12:29

Wini hat geschrieben:
Todde hat geschrieben:
Wini hat geschrieben:Ein Verbot von Glyphosat wäre daher ein Glücksfall für die bäuerliche Landwirtschaft.

So dämlich kann man nicht wirklich sein?
Wenn Glyphosat verboten wird, dann werden 90% aller Wirkstoffe ein Problem bekommen!
Dein Glücksfall wird dann schnell zum Zwangsbio, dazu müsste man nur mal seine Hirn einschalten, das können leider einige nicht.


Wenn Du wieder zur Pflugwirtschaft, also Ackerbau nach dem Motto "Sauberer Tisch", zurückkehrst, ist kein Glyphosat notwendig.
Im Gegenteil, die restlichen Wirkstoffe erreichen bei verminderter Aufwandmenge bei diesem Anbausystem oftmals mehr.

Gruß
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stimmt. Ich vergaß, dass man AFS mit einmal rum, drehen die Keimfähigkeit nimmt...
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Re: Glyphosat

Beitragvon Welfenprinz » Fr Nov 06, 2015 12:40

ich kenne genau einen Betrieb, der wegen der mechanischen Bearbeitung keine Probleme mit quecken oder Disteln hat, und deswegen noch nie Rounup eingesetzt hat. Ein Gemüsebaubetrieb, der zwei Sätze pro Jahr anbaut, sprich zweimal pflügt und dann auch noch pro Anbauperiode zweimal mit der Hackmaschine durchfährt.

Ansonsten ist deine Aussage schlicht und ergreifend faktisch falsch, wini.
Norden, Süden, Westen, Osten, schöne Welt, doch voller Pfosten.
Pfosten, die die Zäune halten, Zäune, die die Menschen spalten.
Hoffnung bleibt, dass diese Pfosten eines Tages mal verrosten.
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