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Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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79 Beiträge • Seite 2 von 6 • 1, 2, 3, 4, 5, 6

Würdet Ihr nochmal in die Milchviehhaltung investieren?

Die Umfrage läuft bis Mi Sep 30, 2026 12:29.

Ja
7
44%
Nein
9
56%
 
Abstimmungen insgesamt : 16

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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon T5060 » Di Sep 01, 2026 19:12

In Hessen kann man es heutzutage wirklich keinem Bauern mehr verdenken, wenn er die Viehhaltung aufgibt und die Schnauze voll hat.
Keine Schlachtstätten mehr, überzogener Tierwohlgedanke, für LLH sowie BV sind das nur Pachtobjekte und die vorherrschende Molkerei tut ihr übriges.
Hier werden sogar neue Getreideläger aus Immissionsschutzgründen verhindert. Im Kriegsfall haben die Frankfurter ja noch ihren Zoo und den Palmengarten zum leer fressen.

Ist übrigens nicht meine private Meinung, sondern dies ist Zusammenfassung aus Gesprächen der letzten Tage von 8 Landwirtschaftsexperten und dem Landwirtschaftsgeschäft verbundene Personen.

In Hessen will man halt nur noch Spargel - und Erdbeerbauern.... :klug:
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon Shao » Mi Sep 02, 2026 7:00

Wir sind Mitte 30, Kinder sind unter 10 Jahren, also Zukunft steht in den Sternen.
Die Investition würde sich in unserer Amtszeit amortisieren, wir müssen ja theoretisch noch mindestens 30-35 Jahre arbeiten.

Was man an Bio Heumilch nicht unterschätzen darf ist der Gebäudeaufwand und eventuelle Technik dazu (Heulager, Kran, Belüftung, Boxen etc).

Fällig wäre bei uns wohl Dachstuhl, Dach, kleiner Zubau (keine vernünftige Abkalbebox vorhanden, ebenso Trockensteher zum selektieren)., Kran, evtl. Heubelüftung.
Da ist man trotz viel Eigenleisteung gleich mal 400k weg.
Maschinen sind im Gegensatz eher einfach, viel braucht man nicht, Fütterung ist auch ohne viel Technik und Maschinen. Das hält allgemein die Betriebskosten eher gering.
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon allgaier81 » Mi Sep 02, 2026 7:28

Fällig wäre bei uns wohl Dachstuhl, Dach, kleiner Zubau (keine vernünftige Abkalbebox vorhanden, ebenso Trockensteher zum selektieren)., Kran, evtl. Heubelüftung.


Moin, wurde denn 30 Jahre gar nichts investiert oder warum ist nun so viel fällig wenn es zukunftsfähig sein soll?

Wie schon geschrieben wurde ist eine Investition in die Gebäude ja auch für eine spätere Nachnutzung sinnvoll. Ein Gebäude ohne intaktes Dach ist wertlos, egal ob Kühe drin stehen oder nicht.
Wenn man erstmal was provisorisches bauen will kann man mit Legosteinen und Weidezelt auch einen ordentlichen Unterstand herstellen. Ist aber auch nicht kostenlos.
Gruß, allgaier
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon Oberpfälzer » Mi Sep 02, 2026 7:48

Wenn man 400 000 Euro fremdfinanzieren muss, sind das aktuell wohl ca. 15 000 allein an Zinskosten pro Jahr bzw. 1200 Euro pro Monat. Wie will man das plus Tilgung mit 70 000 oder 80 000 Euro an Milchgeld plus Prämien im Jahr bzw. 6000 Euro im Monat wieder reinholen? Die anderen Ausgaben laufen ja weiter und werden nicht weniger (steigender Dieselpreis, etc. Alles wird teurer. Allein ein vernünftiger 100 PS Schlepper mit Frontlader kostet ja heutzutage schon knapp 100 000).

Wenn ihr die Hälfte auf der hohen Kante habt (anderenfalls würde ich persönlich eh nie was kaufen oder bauen), dann könntet ihr statt Stallbau auch die 200 000 Euro breitgestreut am weltweiten Aktienmarkt zu über die Jahrzehnte durchschnittlich knapp 10% Rendite pro Jahr anlegen (MSCI World oder ähnliche Produkte).
Dann könnt ihr ohne Vieh weiter mit den alten Maschinen Heu machen und das verkaufen und die Prämien mitnehmen.
Viel weniger Arbeit, kein finanzielles Risiko, Urlaub möglich, keine Probleme, wenn man mal krank ist, mehr Kohle übrig, etc.


Sorry, aber die Zeiten mit 20 Kühen sind schon lange vorbei. Auch wenn ihr eigentlich die für Mensch und Tier ideale Form der Milchviehhaltung betreibt.
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon 210ponys » Mi Sep 02, 2026 7:59

allgaier81 hat geschrieben:
Moin, wurde denn 30 Jahre gar nichts investiert oder warum ist nun so viel fällig wenn es zukunftsfähig sein soll?

Wie schon geschrieben wurde ist eine Investition in die Gebäude ja auch für eine spätere Nachnutzung sinnvoll. Ein Gebäude ohne intaktes Dach ist wertlos, egal ob Kühe drin stehen oder nicht.

Da hast Du wohl recht, aber wie man ja bereits sieht gibt es in Deutschland zahlreiche Silos und Stallgebäude wo bereits verfallen. Daher würde ich mir über eine spätere Umnutzung nicht so viele Gedanken machen. Scheint mir als die letzten paar Jahrzehnte nur das Geld rausgezogen würde?
Oder ist Kapital vorhanden, ohne das eine halbe Million Sondervermögen draus werden?
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon Shao » Mi Sep 02, 2026 7:59

Wir haben leider einen ziemlich abgewirtschafteten Betrieb übernommen. Vor 10 Jahren hab ich damals noch Anbindehaltung relativ günstig auf einfachsten Laufstall umgebaut, Güllelager und nötige Maschinen erneuert.

Finanziell haben wir etwa 50% der Investition in EK.
Aber wie schon geschrieben, ein neuer Traktor kostet 100k, alle anderen Maschinen und BK sind auch nicht günstiger geworden.

Eine Alternative wäre, die Investition zu verschieben, günstiges neues Dach drauf, und in 10 Jahren nochmal entscheiden.
Ich bin leider sehr hin und her gerissen. Alles hat seine Vor und Nachteile. Wie immer im Leben.
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon Oberpfälzer » Mi Sep 02, 2026 8:04

Ich hab es auch so verstanden, dass deine Frau aktuell über dich mitversichert ist.
Geht das auch noch, wenn die Kids größer sind? Wurde das nicht letztens vom Gesetzgeber geändert?

Hinzu kommt die mangelnde Absicherung fürs Alter bei deiner Frau.

Ganz ehrlich: Nehmt das angesparte Geld und investiert das intelligent in die Altersversorgung (deiner Frau).

Wenn ihr gar nicht ohne Tiere könnt, dann stellt euch ein paar Mutterkühe rein oder Galloways, etc.
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon frafra » Mi Sep 02, 2026 8:08

andere gehen einfach arbeiten ohne sich ZUSÄTZLICH ! 365 tage in den stall zu stellen

hier (auch viel heumilch ) ist der trend zu 60 kühen ,roboter, in 3,4 gemeinden herumpachten und teil oder vollzeit WIEDER arbeiten zu gehen ...



wer gerne arbeiteitet ,bitte

ich seh aber nicht ein warum ich das hamsterrad doppelt so schnell drehen soll!
es gibt immer was zu tun , jabajaja........
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon Manfred » Mi Sep 02, 2026 10:48

400.000 für einen Umbau mit etwas Erweiterung hört sich irgendwie nach schönen altem Schwarzwaldhof oder ähnlich an, wo prioritär die Optik erhalten werden soll?
Ich hatte da auch eher ein paar zusätzliche Liegeboxen unter Trapezblech oder Wellplatten im Hinterkopf.
Wie schon geschrieben: Ohne die genauen Verhältnisse zu kennen, kann man da nur wild spekulieren.
Aber ich wüsste auch nicht, wie man für 20 bis 30 Kühe einen neuen 100 PS Schlepper auslasten soll.
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon Otto Mohl » Mi Sep 02, 2026 13:52

Die billige Trapezblech-Kaschemme kann man ja gerne bauen, aber im Nebenerwerb/Hobby auf dem Wohn-Hof darf es auch schon ordentlich aussehen.

Wenn es im Außenbereich ist oder eh schon scheiße aussieht und so auch bleiben soll....dann ist das was anderes.
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon T5060 » Mi Sep 02, 2026 14:02

Milchpreis steigt wieder um 3 Cent. Das wohl wichtigste Argument
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon langholzbauer » Mi Sep 02, 2026 14:14

Mitte 30 ist eigentlich das beste Alter, um nochmal was zu reissen.
Wenn das Milchgeld allein für alle Kosten inkl. angemessenem Lohn reicht , wären die Fördermittel für für Investitionen frei...
Aber noch weiß niemand, wie es ab 2027 weiter geht. :klug:
Am sinnvollsten finde ich da jetzt mehrere Varianten gut durchzuplanen.
Ich persönlich sehe keine Signale für steigende Einnahmen aus Förderung oder steigende Preise für das Nieschenprodukt Bio- Heumilch, wenn die Bevölkerung Europas den Gürtel für Energie - und Kriegskosten enger schnallen muss.

@Otto Mohl
Ein schönes Ziegelblech kann mann auf 50 m kaum von einem echten Ziegeldach unterscheiden. :wink:
@TE
Wenn sowieso Dach neu gemacht werden muss, wäre der Unterdach-Wärmetauscher für die Heutrocknung vermutlich schon bei der erwähnten Summe dabei?
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon Otto Mohl » Mi Sep 02, 2026 15:40

langholzbauer hat geschrieben:Aber noch weiß niemand, wie es ab 2027 weiter geht. :klug:

Doch, ich!
2028 wird wie 2027. Die bekommen wieder nicht fristgerecht die neue Förderperiode ans Laufen.

Ich sehe weiterhin Zukunft bei den subventionsoptimierten Betrieben. Die erste Säule schrumpft weiter, aber die grünen Minister wollen sich auch feiern und all die Beamten müssen ihren Job rechtfertigen. Die zweite Säule bleibt deshalb kompliziert und finanziell ausgestattet.

Mit billiger Trapezblechbude ist wohl eher der hier von Manfred und dem kleinen blauen Traktor oft genannte Rundholzbau mit freitragenden hohen Blechen gemeint. Nur gezeigt wurde sowas nie. Wer macht denn dafür auch eine Statik? Der kleine blaue Traktor hat im Gegenteil selbst eine richtig schicke Beton-und-Stahl-Halle gebaut.
Trapezbleche in Ziegeloptik kommen ja nur auf schon aufwändig steile Holzkonstruktionen.
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon T5060 » Mi Sep 02, 2026 17:19

In Zeiten wie diesen, wo alles zu macht und rückwärts geht, hält man erst mal am Melken fest.
In fünf Jahren können die Kinder schon was Arbeiten, dann wird das auch leichter und die Kids bleiben moralisch gefestigt.
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Re: Hat Milchviehhaltung eine Zukunft?

Beitragvon Manfred » Mi Sep 02, 2026 19:10

Otto Mohl hat geschrieben:Die billige Trapezblech-Kaschemme kann man ja gerne bauen, aber im Nebenerwerb/Hobby auf dem Wohn-Hof darf es auch schon ordentlich aussehen.

Wenn es im Außenbereich ist oder eh schon scheiße aussieht und so auch bleiben soll....dann ist das was anderes.


Es spricht nichts gegen schön. Sieht ja jeder gerne.
Aber man sollte sich schon bewusst sein, dass das zur Kategorie sich etwas gönnen gehört, und nicht betriebswirtschaftliche Notwenigkeit ist. Dann kann man auch entsprechend rechnen.
Und die Lage der Hofstelle mag auch die Anforderungen an die Gebäudehülle bestimmen.
Hier geht ein Unterstand mit 4 offenen Seiten und etwas Windschutz. 3 km Luftlinie weiter auf dem Berg hast du dann morgens gerne mal einen Meter Schnee im Stall liegen, wenn es die ganze Nacht geblasen hat.
Deshalb kann man, selbst wenn man die ungefähre Region weiß, wenig dazu sagen, ohne den Betrieb genau zu kennen.

Ansonsten schließe ich mich dem letzten Beitrag von T5060 an.
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