Hallo zusammen,
ich lese ja meistens nur mit, aber mich beschäftigt ein Thema sehr stark, und würde gerne eure Meinung hören. Das Thema ist nicht einfach, ich weiß, möchte es aber trotzdem versuchen.
Meine Frau und ich bewirtschaften einen kleinen Nebenerwerbsbetrieb, Milchvieh Bio Heumilch. Einfacher Laufstall, jedoch Technik nicht mehr aktuell, Gebäudehülle sanierungsbedürftig.
Extensives Grünland (1GVE/ha), kein Acker, nur wenig Pacht - und das nicht teuer. Die Milch deckt unsere Kosten + Lohn, Förderung erhalten wir relativ gute, da wir in vielen Umwelt und Bio Förderungen sind. Für "wenig" Arbeit nicht so schlecht in meinen Augen.
Wir überlegen schon seit einigen Jahren wie es weitergehen soll, einerseits finden wir finanziell gut das auslangen, andererseits bin ich schon einige Zeit am Betrieb involviert und sehe schon wohin die Tendenz geht. Unsere Region ist eher klein strukturiert (noch), dennoch sind aktuelle Stallneubauten im Bereich 100-200 Milchkühe.
Eine Umstellung auf Kalbinnenaufzucht (wäre sehr gefragt in der Umgebung) ist hald oft auch der Anfang vom Ende, gleiches wie Mutterkuh und sonstige Formate.
Grundsanierung mit kleiner Erweiterung (+30% mehr Besatz) würde uns aber wohl 15 Jahre finanziell binden.
Die Krisen der letzten Jahre haben mir zu denken gegeben (Corona, Blauzunge, Dieselschwankungen, Ukraine Importe, Mercosur, aktuelle Dürre).
Wie seht ihr die Zukunft der Milchviehhaltung?
Ich habe in letzter Zeit einige Ställe angeschaut zur Ideenfindung für unsere Sanierung, die meisten haben gesagt lass es. Das gab mir zu denken.

Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet