Vieleicht hilft es etwas weiter wenn ich mal schildere wie das mit der grünen Revolution bei uns in der Gegend gelaufen ist. Vorher wurden überwiegend Palmen zur Essig- und Copraproduktion angebaut, die wenigen Reisfelder brachten ca. 1 t/ha. Um 1970 wurden die meisten Palmen gefällt und jede Menge Reisfelder angelegt. Zu dieser Zeit begann auch die Bevölkerungsexplosion.
Inzwischen liegen die Reiserträge um 3,5 t/ha pro Ernte (= bis zu 10 t/ha im Jahr), es gibt zudem Mais, Zuckerrohr, Manilahanf (Abaca), Zitronen usw. Seit gut 20 Jahren steigt der Lebensstandard der breiten Masse enorm an, es wurde massiv in Infrastruktur, Bildung, Gesundheit usw. investiert. Seitdem sinkt auch die Geburtenrate und es ist nur eine Frage der Zeit bis es einen Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft gibt.
Seit der Preisexplosion 2008 gibt es ein Umdenken bei der Regierung und auch bei einigen Nahrungsmittel- und Einzelhandelskonzernen. So wurde z.B. dieses Jahr der Agraretat um 60% erhöht und immer mehr Konzerne verbessern die Konditionen für ihre kleinbäuerlichen Lohnunternehmer.
In Indien scheint das etwas anders zu laufen, von Afrika mal ganz zu schweigen. Deren Misere ist die Summe vielfältiger Fehlentwicklungen wie mangelnde Infrastruktur, Korruption, Bildungsdefizite, Lernunwilligkeit der kleinen Leute, Raubbau usw. Diese Probleme gibt es in den Schwellenländern zwar auch, aber längst nicht so krass. Es macht schon einen Unterschied ob sich die Politiker 15 oder 95% vom Staatshaushalt in die eigene Tasche stopfen.
