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Kartoffelanbau

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon T5060 » Sa Jun 20, 2026 14:03

strokes hat geschrieben:Nunja Vertragspreise sollen wohl besser sein?!


Preise sind das eine, Absatzmengen das andere, Absatzsicherheit das Weitere und am Ende zählt der Gewinnbeitrag der Sparte Kartoffel am Betriebsergebnis.

Ohne Bewässerung und voll ausgestattetes Lager läuft heute nicht mehr viel. Kartoffelanbau kann man so also nicht direkt mit dem Zuckerrübenanbau vergleichen.
Da muss man schon beim Einstieg richtig Geld in die Hand nehmen.

Wer auf den Absatz an Großabnehmer spekuliert muss die Kartoffel auch schälen und einen Lieferservice haben.

Die Absatzmengen bei Kartoffeln kann man derzeit nur über Verarbeitungsware und deren Export steigern.

Am Ende fehlen in Deutschland noch 2-3 große Verarbeitungswerke, wie auch die Kartoffel als Chemievorprodukt wie Stärke und Kartoffeleiweiß noch große Chancen hat.

Solange sich der deutsche Bauer noch mehr Gedanken um die Schleppermarke macht und dort sein Geld vergräbt, als sich mit Vermarktung und Verarbeitung zu beschäftigen
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon JulianL » Sa Jun 20, 2026 14:11

Höffti hat geschrieben:Das bestätigt wieder einmal den alten Spruch, dass man sich am besten immer nur einmal über die Kulturen freuen sollte - nämlich zur Ernte.

Das stimmt, in den Kartoffeln sagt der Bestand nahezu nichts darüber aus was im Boden an Knollen drin ist. Wobei ich heute noch bei der Corinna eine Pflanze gezogen habe, da scheint der Ansatz normal zu sein. Nur bei den Annabelle ist es so wenig.
Die Qualität sieht dafür sehr gut aus, das ist mir in der Direktvermarktung wichtiger. Die Knollen sind tiefgelb und formschön.
Wir haben lieber den halben Ertrag und können dafür fast jede Knolle verkaufen, wie nen hohen Ertrag bei dem wir dafür in Handsortierung die Hälfte auf den Kompost werfen können. So sparen wir uns ne Menge Arbeit.
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon Höffti » Sa Jun 20, 2026 15:14

JulianL hat geschrieben:
Höffti hat geschrieben:Das bestätigt wieder einmal den alten Spruch, dass man sich am besten immer nur einmal über die Kulturen freuen sollte - nämlich zur Ernte.

Das stimmt, in den Kartoffeln sagt der Bestand nahezu nichts darüber aus was im Boden an Knollen drin ist. Wobei ich heute noch bei der Corinna eine Pflanze gezogen habe, da scheint der Ansatz normal zu sein. Nur bei den Annabelle ist es so wenig.
Die Qualität sieht dafür sehr gut aus, das ist mir in der Direktvermarktung wichtiger. Die Knollen sind tiefgelb und formschön.
Wir haben lieber den halben Ertrag und können dafür fast jede Knolle verkaufen, wie nen hohen Ertrag bei dem wir dafür in Handsortierung die Hälfte auf den Kompost werfen können. So sparen wir uns ne Menge Arbeit.


Naja, bei maximal fünf Knollen pro Pflanze wäre das auch fatal.
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon JulianL » Sa Jun 20, 2026 15:49

Dann wärs halt so.
Gab auch schon Jahre mit Totalausfall durch Frost oder Drahtwurm. Muss man alles mit einplanen.
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon Höffti » Sa Jun 20, 2026 22:08

JulianL hat geschrieben:Dann wärs halt so.
Gab auch schon Jahre mit Totalausfall durch Frost oder Drahtwurm. Muss man alles mit einplanen.


Das heißt, dass mit Kartoffeln so viel verdient wird, dass man auch mal zwei Jahre Totalausfall locker kompensieren kann?
Oder wie darf man sich das "einplanen" vorstellen?
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon strokes » So Jun 21, 2026 0:07

Ich hab mal von einem Zwiebelanbauer, womalles nur freie Preise sind, gehört, dass er das eine Jahr 100.000 verdient aber das andere Jahr auch 100.000 Miese macht. Beim soviel Risiko und Unplanbarkeit kann der eine oder andere halt nicht mehr ruhig schlafen.
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon JulianL » So Jun 21, 2026 4:52

Höffti also lebst du immer so dass du in guten Jahren sofort jeden Überschuss verprasst oder wie :lol:
In durchschnittlichen bis guten Jahren bringt der ha sagen wir 30.000€. In sehr schlechten sinds halt auch mal nur 10.000€. Wenns ganz dumm läuft hat man nix. Kam in 50 Jahren 2 mal vor. In den letzten 10 Jahren nie.
Und wenn ich 5 mal in Folge 30.000€ habe, lebe ich halt trotzdem nur so dass ich im Schnitt 20.000€ zur Verfügung habe. Die Zahlen sind dahingestellt, ich schreibe hier sicher nicht was meine Familie zusammen so verdient.
Kannst du selber rechnen was ein Kilo Kartoffeln im Direktverkauf bringt und was im Durchschnitt vom Hektar geerntet wird. Aber 5 stellig muss der Hektar im Schnitt schon bringen. Sonst steht der Aufwand nicht im Verhältnis. Allein die Stunden für den Marktverkauf.

Es ist doch ein Grundsatz: Lege in guten Jahren was für die schlechten zur Seite. Ich wüsste nicht wie man anders leben kann.
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon strokes » So Jun 21, 2026 5:36

30000 je ha sind dann zB 1€/kg bei 30t Marktware. Also Einnahme, ohne Kosten. Sortieren, lagern, verpacken, direkt vermarkten obendrauf.
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon Sturmwind42 » So Jun 21, 2026 6:57

OK das wundert mich jetzt aber schon etwas @ Julian , du hast hier schon von ganz anderen Verkaufspreisen pro Einheit ( ich meine es waren damals 5 kg ) . Diese müssten doch deutlich höher als die 30 K pro ha sein, auch wenn ich es jetzt nicht mehr ganz genau sagen kann .
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon JulianL » So Jun 21, 2026 7:01

Ich sagte die Zahlen sind dahingestellt.
Man kann mit mehr als 1€/kg rechnen.
Letztes Jahr waren es zeitweise 2,20€/kg, 5€/2,5kg und 9€/5kg.

Mir ging es darum, dass man bei vielen durchnittlichen Jahren eben auch die schlechten einplanen muss und nicht immer mit vollem Umsatz rechnen kann. Das ist mit einplanen gemeint. Ich weiß nicht was Höffti da schon wieder irgendwie rausgelesen hat. Ist doch logisch wenn man nicht komplett kurzsichtig denkt.
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon Höffti » So Jun 21, 2026 7:18

JulianL hat geschrieben:Ich sagte die Zahlen sind dahingestellt.


Okay, danke.
Bezieht sich das auch auf Deine Angaben im Getreideanbau oder jetzt nur im Speziellen beim Kartoffelanbau?
Oder hast Du Angst, dass das Finanzamt mitliest wg. Deiner Direktvermarktung? Dann kann ich Deine Zurückhaltung verstehen. :lol:
Zuletzt geändert von Höffti am So Jun 21, 2026 7:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon JulianL » So Jun 21, 2026 7:28

Das hat sich nur auf die 30.000€ bezogen. Die paar tausend € Umsatz die das Getreide bringt habe ich hier schon mehrfach erwähnt.
Das Finanzamt interessiert es nicht die Bohne ob wir mit dem Hektar Verlust machen oder Millionär wären.
Wir sind, wie sehr viele Kleinbetriebe, Schätzbetrieb und es liegt in der Verantwortung des Finanzamts das Einkommen was man mit ein paar ha Ackerland hat plausibel anzusetzen. Das habe ich hier im Forum schonmal irgendwo geschrieben.
Und natürlich kennt das Finanzamt die Marktpreise und Erträge.
Unabhängig davon was ich hier schreibe, glaubst du die sind blöd? Die wissen schon wer was womit verdient. Der Wochenmarkt ist für jeden zugänglich, auch für Leute die auf dem Finanzamt arbeite. Da gibt es keine Möglichkeiten etwas zu verschleiern. Und natürlich weiß das Finanzamt dass wir auf dem Markt verkaufen. Du musst dich bei der Stadt anmelden um überhaupt auf dem Markt verkaufen zu können. Glaubst du man geht da einfach hin und verdient sich steuerfrei ne goldene Nase und das Finanzamt schaut zu und kriegt das nicht mit? Das kann nicht dein ernst sein :lol:

Ich finde es ja auch immer amüsant wie manche meinen es wäre so einfach Steuern zu hinterziehen. Habe schon öfter gelesen wenn kleine Läden oder Bäckereien schreiben nur Barzahlung möglich wäre das gleichbedeutend mit Steuerhinterziehung.
Ich kann da nur lachen, man kann doch nicht ernsthaft so blöd sein und glauben das Finanzamt würde die ganzen offen sichbaren Schilder und Preise nicht sehen. :lol:

Die Zurückhaltung hat rein damit zu tun, dass ich meine/unsere finanzielle Situation nicht ins Internet posaunen muss. Da rede ich gerne mit einem Arbeitskollegen, der Familie oder Freunden drüber, aber wer mir nicht nahesteht braucht das nicht wissen. Und der kleine Umsatz aus dem Getreide sagt nichts aus, drum hab ich da auch kein Problem damit das hier zu schreiben und da bin ich auch immer ehrlich.

Du schreibst doch auch nicht hier rein, wie viel Jahresumsatz du auf den € genau mit deinem Betrieb machst. Warum auch, sowas würde ich nie öffentlich bekanntgeben.
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon Höffti » So Jun 21, 2026 7:59

JulianL hat geschrieben:Und natürlich kennt das Finanzamt die Marktpreise und Erträge.
Unabhängig davon was ich hier schreibe, glaubst du die sind blöd? Die wissen schon wer was womit verdient. Der Wochenmarkt ist für jeden zugänglich, auch für Leute die auf dem Finanzamt arbeite. Da gibt es keine Möglichkeiten etwas zu verschleiern. Und natürlich weiß das Finanzamt dass wir auf dem Markt verkaufen. Du musst dich bei der Stadt anmelden um überhaupt auf dem Markt verkaufen zu können. Glaubst du man geht da einfach hin und verdient sich steuerfrei ne goldene Nase und das Finanzamt schaut zu und kriegt das nicht mit? Das kann nicht dein ernst sein :lol:

.


Natürlich sind die nicht blöd.

Aber wenn einer behauptet, er hätte halt dieses Jahr nur fünf Knollen pro Pflanze geerntet und in Wirklichkeit wären es 10 gewesen und die wurden "schwarz" am Wochenmarkt vertickt, dann dürfe das schwer nachweisbar sein.

Aber ist ja auch egal. Mach wie Du magst... :wink:
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon JulianL » So Jun 21, 2026 8:06

Das musst du nicht angeben.
Das Finanzamt will wissen wie groß dein Betrieb ist und was du auf welchen Flächen anbaust und auch dass du auf dem Markt verkaufst.
Ob dir alles vertrocken, erfriert oder du einen super Ertrag hast, das interessiert die nicht.

Das meinte ich mit das Finanzamt hat es selbst in der Hand das plausibel anzusetzen.
Du kannst dir jetzt selber ausmalen, dass es Jahre gibt wo du von dieser Schätzregel profitierst, aber eben auch Jahre wo das Finanzamt davon profitiert und du halt die Arschkarte hast.
So funktioniert diese Regelung nunmal, aber mit irgend einer Art Steuerhinterziehung oder dass man da was verheimlichen müsste hat das nichts zun tun.

Aber das will ich nochmal gesagt haben, Preise und Erträge zum Getreide habe ich immer ehrlich angegeben. Nicht dass man mich hier der Lüge bezichtigt :mrgreen:
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Re: Kartoffelanbau

Beitragvon Höffti » So Jun 21, 2026 8:53

JulianL hat geschrieben:
Aber das will ich nochmal gesagt haben, Preise und Erträge zum Getreide habe ich immer ehrlich angegeben. Nicht dass man mich hier der Lüge bezichtigt :mrgreen:

Ja, das wissen wir sehr zu schätzen. Getreide und Soja (?) sind "ehrliche" Daten und Kartoffeln sind nur "Beispielzahlen". :wink:
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