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Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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92 Beiträge • Seite 3 von 7 • 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon Blaubeere » Mo Sep 19, 2011 21:01

Ich finde das eine Milchmädchenrechnung.
Erstens ist es falsch, zu behaupten, Bauern haben keine Ahnung am Markt zu überleben.
Außerdem wäre ohne unser wirtschaftlicher Fortschritt erstens dieses Forum nicht hier,
weil wir grade unsere Tiere versorgt hätten, noch gäbe es den Elektriker.
Der Fortschritt ermöglicht es, dass wir uns um was anderes als Essen kümmern können.
Und das Gelder gebraucht werden, versteh ich, wenn im TV wieder kommt,
welches Produkt ich grad nicht essen kann und ich dank dessen existensgefährdet bin.
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon jochen53 » Mo Sep 19, 2011 21:29

Blaubeere hat geschrieben:Außerdem wäre ohne unser wirtschaftlicher Fortschritt erstens dieses Forum nicht hier,
weil wir grade unsere Tiere versorgt hätten, noch gäbe es den Elektriker.
Der Fortschritt ermöglicht es, dass wir uns um was anderes als Essen kümmern können.

Das mag vor 10.000 Jahren so gewesen sein. Seitdem gibt es aber immer mehr Menschen und die können nur dank Arbeitsteilung überleben. Neben der Landwirtschaft gibt es eben noch andere überlebenswichtige Branchen. Wie will der Bauer denn z.B. ohne Transportgewerbe und Handel seine Produkte zum Verbraucher bringen und ohne Banken seine Investitionen finanzieren? Wie will er ohne Polizei und Militär seine Felder vor Räubern und Invasoren schützen? Wer will ihn behandeln wenn er krank ist?
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon Frankenbauer » Mo Sep 19, 2011 23:09

Was sind Subventionen?
Der Kohlepfennig?
Der Solidritätsbeitrag?
Der Lohnkostenzuschuß, bzw. die Hartz Aufstockung für den "prekär Beschäftigten"?
Die Netzentgelte der Stromversorger?
Steuerfreies, nicht miderbesteuertes Flugbenzin?
usw. usw.
Leute das Ganze ist eine Milchmädchenrechnung mit keiner der oben genannten Subvention sponsort ihr den Empfänger, sondern immer Euch selbst, ABER eine von der Landwirtschaft durchaus gewollte Abschaffung der Ausgleichszahlungen hätte zur Folge, dass nur noch das oportunste (gerade im Moment u.a.Biogas)erzeugt würde und die Lebensmittelpreise für den Endverbraucher unter Umständen nicht mehr zu bezahlen wären. Gern gesehener Nebeneffekt bei dem ganzen Spiel sind die BEDINGUNGEN an die die Zahlungen geknüpft sind, so kann der Staat ohne langwierige Gesetzgebungsverfahren jährlich in die Landwirtschaft eingreifen, leider oft mit absolut gegenläufigen Zielen, War es bis vor kurzem noch schick die Produktion zu drosseln (Zwangsstilllegung von Flächen) wird im Moment wieder die Produktion angeheizt, weil der Markteffekt eingetreten ist, nämlich steigende Lebensmittelpreise und wer hats aufgedeckt? BLÖD und Co.

Gruß

Werner
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon automatix » Di Sep 20, 2011 5:53

eben, der Punkt ist doch, daß die Politik die Bauern gar nicht auf den Markt gelassen hat bisher.
Es braucht doch keiner über Biogas zu jammern, wurde doch von den von gewählten Vertretern so beschlossen und über die Förderpolitik durchgesetzt, daß es rentabler ist, Nahrungsmittel zu verstromen als damit die Verbraucher zu füttern.
Das ist nicht auf dem Mist der Bauern gewachsen, aber ein Bauer macht halt im Rahmen dessen, was ihm der Staat machen läßt das, wo er sich den meisten Gewinn verspricht - und wenn das Biogas ist, dann ist das halt Biogas - sollte normal jeder konventionelle machen, dann bekommen die Verbraucher nichts anderes mehr als ihr tolles Bio und das dann zu Preisen, die sich gewaschen haben.

Und Subventionen bekommt fast jeder, vom Kindergeld bis zur Kilometerpauschale.

Wenn der Staat sein ständiges reinreglementieren aufhören würde, seine ständigen Schwachsinnsauflagen usw, ich würde gerne auf die Subventionen dann verzichten.
Badaboom
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon frank1973 » Di Sep 20, 2011 6:37

automatix hat geschrieben:Und Subventionen bekommt fast jeder, vom Kindergeld bis zur Kilometerpauschale.
Eben.Das wollen aber die wenigsten wissen.Wenn ich schaue was alles Subventioniert wird und wer die Subventionen in Anspruch nimmt kann ich mit sehr ruhigem Gewissen meine Subventionen einstecken,aber ich kann sie eh nicht behalten denn ich muss sie ja in Form von mehr Steuern auf der anderen Seite wieder ausgeben.
Es gibt 3 Dinge die im Leben zählen:Schnelle Trecker,schnelle Mahlzeiten und schnelle Frauen. https://www.youtube.com/watch?v=toyN81wZzLw
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon tröntken » Di Sep 20, 2011 7:27

Landwirte erhalten auch nur Subventionen, wenn diese sich an die CC Vorgaben halten.
Diese sind weit aus strenger, als es im "Weltmarkt" üblich ist.
Auch das Lohnniveau ist nicht mit dem in Südamerika usw. vergleichbar.

Wenn ich hier tun und lassen kann was ich will (auf meinen Flächen etc.) und dazu noch billige Arbeiter aus
dem Osten bekomme, dann kann ich auch ohne "Subventionen" leben. Aber das geht auf die Qualität der Nahrungsmittel.
Und da gerade DAS ja dem deutschen Verbrauch der aller wichtigste ist, ist daran wohl nicht zu denken.
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon jochen53 » Di Sep 20, 2011 7:53

Es geht in diesem Thread um das Ansehen bzw. Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit, also bei den Käufern der Produkte. Ich hatte es ja angesprochen dass viele Leute nicht verstehen warum es soviele Subventionen gleichzeitig für dieselben Empfänger gibt während andere praktisch leer ausgehen.

Da ich mich in unsubventionierter Landwirtschaft in einem Schwellenland etwas auskenne möchte ich einige Anmerkungen machen. Zunächst einmal ist es nicht zielführend nur die unterschiedlichen Lohnkosten isoliert zu betrachten. Jede Medaille hat nämlich 2 Seiten. Es gibt Positionen bei den Herstellungskosten die überall in etwa gleich sind, u.a. Mineraldünger, Saatgut und Chemie.

Beim Anbau von Körnermais machen diese 3 Positionen in Schwellenländern ca. 70% der Gesamtkosten aus. Der Rest sind Löhne und Ausleihkosten für kleine Maschinen wie Handtraktor und Sheller.

In Deutschland dagegen sind die Hauptfaktoren Abschreibungen auf Gebäude und Maschinen, Kreditkosten, Pachtgebühren, Maschinen-Betriebskosten und Löhne, dazu noch der Verwaltungsaufwand. Wenn man einen Vergleich anstellen will muß man Betriebe mit ähnlichen Kostenstrukturen hernehmen. Sagen wir mal ein Hof dessen Gebäude und Maschinen bereits abgeschrieben sind, eigenes Land hat, keine Kreditzinsen zahlen muß. Der kommt in Deutschland auf ca. 800 €/ha Produktionskosten. In Schwellenländern liegt das bei ca. 500 €, aber die Erträge sind etwas niedriger. Wollte man diesen Mais um die halbe Welt verschiffen wäre der Preisunterschied kaum noch meßbar.

Wenn ich mit diesen Zahlen halbweg richtig liege bedeutet das Folgendes: In Deutschland wäre ein Betrieb mit erstklassiger Kostenstruktur wie oben aufgeführt auch ohne Subventionen profitabel und es würden noch eine Menge Verwaltungskosten entfallen. Betriebe mit ungünstiger Kostenstruktur werden also nur durch Subventionen am Leben erhalten.

Was würde passieren wenn in der EU und allen Industrieländern die Subventionen mit einer Übergangszeit abgeschafft würden? Ich vermute mal die gesunden Betriebe würden die überschuldeten Höfe durch Zwangsversteigerungen übernehmen und es wird genauso viel angebaut wie vorher. Nur das die Betriebe weniger und dafür größer werden.
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon SHierling » Di Sep 20, 2011 8:00

Also nur mal so am Rande: die "Subventionen" oder heutzutage eben Ausgleichszahlungen sind dazu da, eine eigene und qualitativ, quantitativ und vom Preis her relativ vertretbare Lebensmittelproduktion zu sichern, und das tun sie bisher noch ganz gut, jedenfalls im Rahmen dessen, was sich hier überhaupt produzieren läßt - wenn auch nicht zu Weltmarktpreisen.

Zu Weltmarktpreisen bzw zu den Preisen, die andere Länder mit ihren Exportsubventionen auf dem Weltmarkt bewirken, gibts hier gar nichts, weder Fleisch, das läuft anderenorts frei rum wo keiner wohnen will und die Milch braucht kein Winterfutter, und der Stall keine Heizung, noch Eier, die stammen aus den Käfighaltungen, die hier keiner haben darf, noch Getreide, da gibts Gegenden mit zwei und drei Enten im Jahr, die schütten uns schneller zu als wir "Mähdrescher" sagen können.

Beim Gemüse ist der SVG heute schon lächerlich, bei den Eiweißpflanzen noch lächerlicher und das bißchen, was hier immer "Überschüsse" genannt wird, reicht auf die Bevölkerung gesehen keine 4 Wochen, dann kriegen die ersten nix mehr ab, egal wie viel sie dafür bezahlen wollen.

Das kann man im Hinblick auf komparative Kostenvorteile und darauf, daß die Welt nicht überall das selbe Klima hat sicher auch gut heißen, es wird eben immer das da produziert, wo es am billigsten wächst (und das ist nicht hier), allerdings sollte man dann auch immer dazuschreiben, daß niemand, kein Mensch auf der ganzen Welt, dazu verpflichtet ist, ausgerechnet uns zu füttern, womit auch immer. Und bisher ist noch jedes Land, das im Lebensmittelbereich von Importen abhängig war, irgendwann im politischen Chaos versunken. Eben drum sind vor hunderten von Jahren schon die Kartoffeln gefördert worden, und eben drum macht es auch heute noch Sinn, sich im Rahmen der Möglichkeiten eine eigene und nach eigenen Vorstellungenen betriebene Landwirtschaft zu erhalten, und nochmal eben darum tun die Ausgleichszahlungen aus der Tasche des Steuerzahlers auch nichts anderes, als diesen "Erhalt" auf alle Nutznießer (nämlich Verbraucher) mehr oder weniger gleich zu verteilen. Würde man das selbe über den Preis regeln, bräche das System noch schneller zusammen.

Und das selbe gilt für Wasser, Energie und die restlichen Grundlagen der Infrastruktur.
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon Blaubeere » Di Sep 20, 2011 8:18

Frankenbauer hat geschrieben:Gern gesehener Nebeneffekt bei dem ganzen Spiel sind die BEDINGUNGEN an die die Zahlungen geknüpft sind, so kann der Staat ohne langwierige Gesetzgebungsverfahren jährlich in die Landwirtschaft eingreifen, leider oft mit absolut gegenläufigen Zielen, War es bis vor kurzem noch schick die Produktion zu drosseln (Zwangsstilllegung von Flächen) wird im Moment wieder die Produktion angeheizt, weil der Markteffekt eingetreten ist, nämlich steigende Lebensmittelpreise und wer hats aufgedeckt? BLÖD und Co.

Gruß

Werner



Genau das mein ich auch, war DAVOR das Hauptanliegen, die Milchproduktion zu fördern, so blieb man auf der sitzen.
Aber die Rinderwirte hatten grade ausgebaut und sich neue Tiere angeschafft (sicher mit Subventionen, aber sorry, davon kann
man keinen neuen Stall und keine neue Melkmaschine haben).
Dann hatten wir eine herrliche Überproduktion, die viel höheren Ausgaben konnten gar nicht reinkommen und
dann musste der Staat sich was einfallen lassen.
Denn sie hatten das ja irgendwo angeleiert

automatix hat geschrieben:Das ist nicht auf dem Mist der Bauern gewachsen, aber ein Bauer macht halt im Rahmen dessen, was ihm der Staat machen läßt das, wo er sich den meisten Gewinn verspricht - und wenn das Biogas ist, dann ist das halt Biogas - sollte normal jeder konventionelle machen, dann bekommen die Verbraucher nichts anderes mehr als ihr tolles Bio und das dann zu Preisen, die sich gewaschen haben


Eben darum, wie kann man ihnen das übel nehmen?
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon jochen53 » Di Sep 20, 2011 8:55

SHierling hat geschrieben:Zu Weltmarktpreisen bzw zu den Preisen, die andere Länder mit ihren Exportsubventionen auf dem Weltmarkt bewirken, gibts hier gar nichts, weder Fleisch, das läuft anderenorts frei rum wo keiner wohnen will und die Milch braucht kein Winterfutter, und der Stall keine Heizung, noch Eier, die stammen aus den Käfighaltungen, die hier keiner haben darf, noch Getreide, da gibts Gegenden mit zwei und drei Enten im Jahr, die schütten uns schneller zu als wir "Mähdrescher" sagen können.

Die andere Seite der Medaille: In den kühlen Klimazonen wachsen jede Menge Dinge die es in warmen Regionen nicht gibt, z.B. Weizen, Roggen, Kartoffeln, Äpfel, Kirschen, Pfirsiche, Wein, Grünkohl usw. Bei steigender Massenkaufkraft in den Tropen wird für diese Produkte das Exportpotenzial immer größer. Ein anderer großer Bereich sind Milchprodukte, weil die allermeisten Schwellenländer keine entsprechende Infrastruktur (Kühlketten, Molkereien usw.) haben und der Aufbau vermutlich Jahrzehnte dauern würde.

Dann gibt es Dinge die nur in den Tropen wachsen, z.B. Bananen, Ananas, Mango, Kokosnüsse, Reis, Hirse usw. Kannst Du mal erläutern wo es da Exportsubventionen gibt?

Es bleiben also nur noch wenige Bereiche wo eine direkte Konkurrenzsituation besteht. Vor allem bei Mais, Zucker und Fleisch. Vieleicht wäre es ja ein Ansatzpunkt nur noch in diesen Produktgruppen zu subventionieren?
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon SHierling » Di Sep 20, 2011 9:15

Jochen, die Vorstellungen eines Staates gehen im allgemeinen nicht von Luxusgütern aus, sondern von der Grundversorgung. Und dazu gehört zwar Obst, aber nicht notwendig Bananen, und dazu gehören Kohlenhydrate (also hier Getreide, und anderswo Reis), und dazu gehört Eiweiß / ess ASen, also in nördlicheren Regionen und in Gegenden mit absolutem Grünland Fleisch, und anderswo eben zB Soja.

Und wenn Du diese Grundversorgung sichern willst, dann setzt Du eben nicht darauf, daß uns Vietnam mit Reis versorgt, oder die USA mit Weizen, sondern sicherst das, was Du unabhängig und heimisch produzieren kannst. Darum gibts (oder sind die auch schon weg) zB Prämien für Eiweißpflanzen, denn da können Importe verkleinert werden.

Zum "Tauschen" bleibt immer noch genug, Kaffee, Tee, und eben Bananen: aber nichts davon ist "überlebenswichtig" im SInne von "eigene Lebensmittel erhalten". Du glaubst doch nicht im Ernst, daß es überall auf der Welt immer gleich gute Ernten, immer gleich stabile Politik und damit dann auch immer gleiche "Tauschgeschäfte" auf dem Weltmarkt gibt, oder?

Im übrigen finde ich den Ansatz, hier anzunehmen das mit angeblichen Überschüssen angeblich die Preise verdorben werden, etwas merkwürdig, wenn Du dann im nächsten Beitrag in anderen Ländern die Überschüsse vorsätzlich zum Export produzieren willst.
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon jochen53 » Di Sep 20, 2011 10:07

SHierling hat geschrieben:Und wenn Du diese Grundversorgung sichern willst, dann setzt Du eben nicht darauf, daß uns Vietnam mit Reis versorgt, oder die USA mit Weizen, sondern sicherst das, was Du unabhängig und heimisch produzieren kannst. Darum gibts (oder sind die auch schon weg) zB Prämien für Eiweißpflanzen, denn da können Importe verkleinert werden.

Bist Du sicher das Deutschland genügend Eiweißpflanzen für die Tierhaltung produzieren kann? Diese Frage könnte ja mal ganz schnell aktuell werden wenn z.B. eine Studie Gesundheitsschäden durch GVO-Soja nachweist. Da ist es dann egal ob es stimmt oder nicht, die Presse wird das Thema hochjubeln und alle wollen plötzlich GVO-freie Produkte haben. Hat man ja gerade sinngemäß bei Wiesenhof gesehen. Zwei große Supermarktketten in der Schweiz haben deren Produkte wegen der dubiosen PETA-Sendung ausgelistet.
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon Kerimo » Di Sep 20, 2011 11:04

jochen53 hat geschrieben:Es geht in diesem Thread um das Ansehen bzw. Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit, also bei den Käufern der Produkte. Ich hatte es ja angesprochen dass viele Leute nicht verstehen warum es soviele Subventionen gleichzeitig für dieselben Empfänger gibt während andere praktisch leer ausgehen.


Wie ist das dann mit Geringverdienern ? Warum bekommt ein Arbeitnehmer in Deutschland der für brutto 11 Euro die Stunde seine Familie ernähren muß und noch Miete bezahlen soll keine Subventionen ?
Der muß in oder mit seiner Firma auch mit billigeren Auslandskräften konkurrieren und kann keinen höheren Stundenlohn durchsetzen.
Warum ist der nicht berechtigt ?
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon TomDeeh » Di Sep 20, 2011 11:42

Hi ,

gerade diese Menschen bekommen ja mit den billigen Lebensmittelpreisen in D einen Teil der Subventionen der Ldw. durchgereicht.
Gruß Tom
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Re: Machen wir die Landwirtschaft kaputt?

Beitragvon SHierling » Di Sep 20, 2011 11:54

Kerimo hat geschrieben:Wie ist das dann mit Geringverdienern ? Warum bekommt ein Arbeitnehmer in Deutschland der für brutto 11 Euro die Stunde seine Familie ernähren muß und noch Miete bezahlen soll keine Subventionen ?
Der muß in oder mit seiner Firma auch mit billigeren Auslandskräften konkurrieren und kann keinen höheren Stundenlohn durchsetzen.
Warum ist der nicht berechtigt ?

Also erstens mal ist jemand mit 11.- Euro die Stunde kein "Geringverdiener", die Löhne hier gehen immer noch bei 3,21 im Schichtdienst los, wer mehr als das dreifache verdient, soll mal ganz schnell die Klappe halten.

Und dann ist das genau so, wie Tom schreibt: genau diese Leute profitieren seit Jahrzehnten schon über den erheblich geringeren Lebensmittelpreis (im Vergleich zum "echten" Marktpreis) von den Ausgleichszahlungen, und da das Ganze über die Steuern umverteilt wird, sind sie auch nicht "ungerechter" behandelt als jeder andere.

Kommt noch dazu, daß es um den Erhalt einer Grundversorgung geht. Nicht jeder, der "irgendwo arbeitet" oder "irgendwas produziert", trägt dazu bei.
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