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Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon Todde » Mi Jan 06, 2016 22:03

Pevo hat geschrieben:Ich erkenne nicht die Aussagekraft von Borgers Darstellung gegen das von der Bundesregierung praktizierte Verfahren der Quantifizierung von Artenvielfalt. Ich orientiere mich an diesem Verfahren.


Offensichtlich lückenhaft und falsch was die Ursachen der betrifft.
Nicht mehr lange und die heutige Landwirtschaft ist Schuld am Aussterben der Mammuts und zuvor der Dinosaurier...

Ich finde es plausibel im Sinne einer orientierenden Aussage. Ich gehe davon aus, dass LW-Verbände dagegen Einspruchsmöglichkeiten wahrnehmen würden, wenn das aus landwirtschaftlich–wissenschaftlicher Sicht erforderlich wäre.


Irgendwann muss dann jeder Landwirt auch noch 20 Stunden lang Einsprüche erheben gegen die Unsinnigen Aussagen?
Es ist nicht Aufgabe der Landwirte, die nebenbei auch noch die Vertreter in den Landwirtschaftsverbänden sind, jeden verzapften Mist gerade zu biegen.
Warum ist die Landwirtschaft bei jedem Thema in der Bringschuld und muss die falschen Behauptungen in langwierigen "Kämpfen" immer wieder widerlegen, obwohl es doch öffentlich recht gute genaue Daten und Fakten gibt? Die werden immer erst dann akzeptiert und korrigiert, wenn man nicht mehr anders kann, siehe Nitratbericht.

Zur Artenvielfalt gibt es einige ausführliche Arbeiten, keine konnte belegen, dass sich der Artenrückgang mit Bio-Konventionell erklären lässt. Hatten wir hier schon mehrmals, ist länger her. Was die Vögel betrifft, hat eher die Bodenbearbeitung einen Einfluss auf die Häufigkeit an Vögeln auf der Fläche, hatten wir hier auch schon, das sagt aber nicht mal etwas über viele oder wenige Vögel aus. Die sind recht mobil und sind bis heute noch recht frei in ihrer Entscheidung.

Ich traue unserem demokratischen System zu, insbesondere unter Berücksichtigung der starken LW-Agrarlobby, dass Korrekturen an dem Quantifizierungsverfahren möglich wären, wenn die Fakten dies erforderten.


Also bleibst Du beim Glauben, auch wenn Borger Dir hier recht ausführlich die Datenlage auf den Tisch legt...
Wieder sind wir an dem Punkt, es interessiert Dich nicht was Fakt ist, es interessiert Dich was gewissen Institutionen sagen. Fällt Dir nicht auf, dass Du ideologisch leichtgläubig unterwegs bist?

Da dies offensichtlich nicht der Fall, bleibt für mich ein Handlungsbedarf für die LW (und in der Folge des Konsumverhaltens) bestehen.


Da erstens die Ursachen eher vielfältig sind und nicht mal geklärt, wie soll der Handlungsbedarf aussehen?
Landwirtschaftliche Erzeugung einstellen, bis man genaues heraus findet? Oder einfach annehmen, wenn man die moderene Landwirtschaft verbietet, denn kommen die Piepmätzer zurück?
Vielleicht überdenkt man gewisse Schutzprogramme der Vergangenheit (zB Krähen) und begibt sich auf das Rückdrängen von Invasiven Arten unter anderem Maderhund und Waschbär. Hauskatzen? Warum wird das Problem nicht thematisiert?


Die Meinungen von einzelnen Landwirten finde ich interessant. Man sollte allerdings nicht erwarten, dass Sie die Aussagekraft des Verfahrens der NNS ersetzen.


Ich möchte sicher nicht die "Aussagekraft" der NNS ersetzen, ich würde es endlich begrüßen, wenn man sich gezielt und ehrlich für Nachhaltigkeit einsetzt, denn es gibt tausende Möglichkeiten die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft zu verbessern aber eben nur auf ehrlicher, wissenschaftlicher Grundlage und niemals durch Wohlfühlgefühl und schlechter Fantasie.

PS: Die folgende Aussage erhebt keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit: In großflächigen Monokulturen nimmt das „Auge des Laien“ eine deutlich geringe Anzahl von pflanzlichen und tierischen Arten wahr, als auf weitgehend naturbelassenen oder extensiv genutzten Flächen. Hierfür bedarf es lediglich einer ungetrübten, interessenfreien Wahrnehmungsfähigkeit


Dir ist nicht mal bekannt, was Monokulturen sind, bedauerlich.
Wie oft muss man Dir den Begriff noch erklären?
Und die "Vielfalt" an Wildarten in Reinkulturen ist weder beim ökologischen Landbau noch beim konventionellem erwünscht.
Für Pevo mag es erfreulich sein, wenn in einem Getreidefeld Stechäpfel blühen, für den Konsumenten dieses Getreides hat das dann meist gesundheitlich negative Auswirkungen. Personen die sich mit Betäubungsmitteln auskennen erfreut es auch....
Was Du bei größflächigen Flächen wahrnimmst ist nichts als ein verkehrter Eindruck, denn die wilden Tierarten ziehen sich auch gerne zurück, was auf großen Flächen eher möglich ist, wenn sich da der Mensch auf dem Fahrrad nähert. In kleinräumigen Strukturen müssen sich die Tiere mit ihrer Angst und dem Menschen arrangieren. Im Zoo rennen die Tiere meist auch nicht vor den Besuchern weg. Ob diese es auf einem großflächigen Acker ohne Einzäunung auch so halten werden?

Ich entnehme Deinen Aussagen immer mehr, Du "glaubst", Du "fühlst",
damit kann man nun mal wenig bis gar nichts anfangen. Wer glaubt und fühlt soll in die Kirche gehen und beten, sich aber nicht an naturwissenschaftlichen Themen mit dieser Gefühlsduseligkeit auslassen.
Wir haben nur noch einen geringen Teil an heimischer Landwirtschaft und vor allem an heimischen Landwirten,
diese kann man nun ganz zerstören durch Unsinn auf gewachsen auf einer Industrie, der der Landwirtschaft nicht medial gewachsen ist (GreenNGOs),
oder man sollte sich bewusst werden, diese zu erhalten und sachlich mit dem Thema Landwirtschaft umzugehen.
Landwirtschaftspolitik muss mit Landwirten gemacht werden, nicht gegen.
Zuletzt geändert von Todde am Mi Jan 06, 2016 22:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon Welfenprinz » Mi Jan 06, 2016 22:05

Lacy Laplante hat geschrieben:
Welfenprinz hat geschrieben:Es ist ja die Frage wie weit es Sinn macht die jeweiligen "Fehl"verhalten gegeineinander aufzurechnen. :roll:
meiner Ansicht nach gar nicht.

Ne, gegeneinander aufrechnen braucht man garnichts..


die Auseinandersetzung hier läuft immer wieder in diese Richtung. :)
Mein Fleischverzehr, deine Kreuzfahrt.,unser Auto.

Keine Feldflur, keine feldflurtypischen Arten. Also: Strassen und Siedlungsbau ist "schuld", nein, die landwirtschaft ist "schuld".

herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiss was, aber ich wars nicht.

Wir haben x-y Arten............. und wir werden damit leben müssen.
Und wenn mein V erständnis von Biologie und Evolution richtig ist, werden es in den "neu geschaffenen" Biotopen auch wieder mehr Arten werden............ dauert nur länger als der mensch ertragen kann.
Norden, Süden, Westen, Osten, schöne Welt, doch voller Pfosten.
Pfosten, die die Zäune halten, Zäune, die die Menschen spalten.
Hoffnung bleibt, dass diese Pfosten eines Tages mal verrosten.
http://pulseofeurope.eu
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon Todde » Mi Jan 06, 2016 22:19

Welfenprinz hat geschrieben:Und wenn das heisst, dass es nicht mehr x sondern x-y Vogelarten gibt, dann ist das so. Was nicht heisst, dass mir das total egal ist, aber ich sehe in keiner der hier angesprochenen Herangehensweisen einen Lösungsweg.


Problematisch ist doch überhaupt der Ist-Zustand, irgendwie tauchen überall in der Republik Arten wieder auf, die 4, 5 Jahrzehnt dort nicht mehr gesehen wurden, dann kommen auch noch wieder neue Arten, die hier bislang nicht heimisch waren dazu.
Entgegen dieser ganzen, eigentlich positiven, Meldungen wird dann aber laufend was anderes erzählt.

Zum Artensterben hat man nun fast 2 Jahrzehnte den Klimawandel als Hauptursache ausgemacht, anscheinend versiegen in diesem Zusammenhang Forschunggelder und Projekt, jetzt sucht man sich eine neue Spielwiese aus.
Und der Ursprung ist eine hypothetische Zahl, bei Pevo 51.
Genaueres interessiert dann anscheinend auch nicht, denn Borgers Beitrag scheint bislang der Einzige zu sein, der sich erst mal weiter mit den Arten beschäftigt.
Die Gründe werden vielfältig sein. Aber man kann es auch einfach machen, macht macht die Landwirtschaft aus Grund aus.
Die Klimaentwicklung, Tierartenentwicklung, Verkehrsentwicklung, Strukturentwicklung, der explodierende Flugverkehr in Deutschland können kaum Auswirkungen gehabt haben, so entnehme ich es aus Pevos Posts und die Meinung des NNR.

Bleibt für mich die Frage, warum will man keine genaue Erklärung finden?
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon H.B. » Mi Jan 06, 2016 22:50

Lacy Laplante hat geschrieben:Fleischreduziererin aus Berlin, Sängerin.

Kauft jetzt aus ihrer Sicht ökokorrektes Bio, wenig Fleisch und wenn dann natürlich auch ökokorrekt Bio. Darauf angesprochen, dass sie ja ihren doch sehr beachtlichen Wohlstand durch wöchentliche Flugreisen nach Moskau und St. Petersburg erworben hat und damit sicherlich in keiner Weise nachhaltig handelt:
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Passt doch. Verschwendung zu Verschwendung: http://www.presseportal.de/pm/16070/3218093
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon H.B. » Mi Jan 06, 2016 22:50

Lacy Laplante hat geschrieben:Fleischreduziererin aus Berlin, Sängerin.

Kauft jetzt aus ihrer Sicht ökokorrektes Bio, wenig Fleisch und wenn dann natürlich auch ökokorrekt Bio. Darauf angesprochen, dass sie ja ihren doch sehr beachtlichen Wohlstand durch wöchentliche Flugreisen nach Moskau und St. Petersburg erworben hat und damit sicherlich in keiner Weise nachhaltig handelt:
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon Todde » Mi Jan 06, 2016 22:56

H.B. hat geschrieben:
Lacy Laplante hat geschrieben:Fleischreduziererin aus Berlin, Sängerin.

Kauft jetzt aus ihrer Sicht ökokorrektes Bio, wenig Fleisch und wenn dann natürlich auch ökokorrekt Bio. Darauf angesprochen, dass sie ja ihren doch sehr beachtlichen Wohlstand durch wöchentliche Flugreisen nach Moskau und St. Petersburg erworben hat und damit sicherlich in keiner Weise nachhaltig handelt:
"Wieso, privat fliege ich garnicht" :roll:


Passt doch. Verschwendung zu Verschwendung: http://www.presseportal.de/pm/16070/3218093


Wir können für den Ökolandbau ja noch Wälder roden und Naturschutzgebiete wieder unter den Pflug nehmen.
Verkehrsarme Straßen und Wohnsiedlungen können auch wieder urbar gemacht werden.
:prost:
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon xyxy » Mi Jan 06, 2016 22:57

Natürlich weiß Pevo was Monokultur ist...
Geht es mit dem Fahrrad im Schneckentempo durch die Ackerbaugebiete ist es selbstverständlich Monokultur
Fliegt der Bürger mit 900km/h in 10000 m ins Urlaubsparadies ist es abwechslungsreiche Landschaft
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon Todde » Mi Jan 06, 2016 23:33

Woher will er das wissen, merkt er sich über Jahre welche Kultur auf welchem Feld stand und steht?
Oder redet er vom Alten Land, wo seit Jahrzehnten nur Obsbäume stehen?

Ich habe eher das Gefühl er spricht Monokultur als den Kampfbegriff der Ökosektarierer aus und kennt dessen Bedeutung nicht.

Um Feindbilder zu erschaffen eine Ideologie, Religionen aufzubauen braucht man klar definierte einfach Begriffe, das funktioniert beim Menschen seit Jahrtausenden.
Dumm nur, wenn man meint einen lange bekannten Begriff zu nutzen und dieser falsche Anwendung findet.
Aber aufgeklärte Bürger brauchen keine Aufklärung durch den Landwirt, das können Fachfremde Experten viel besser.
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon H.B. » Mi Jan 06, 2016 23:40

xyxy, du überforderst Pevo! Scheinbar war er Zeit seines Lebens Beamter in einfacher Tätigkeit. Da kann schonmal was einrosten - insbesondere in ökologischen Themen, die ihn nie berührt hatten.

Todde hat geschrieben:Wir können ....


... aber nur solange das Öl ungehemmt aus dem Boden sprudelt. Ab da an wird auch der typischgrüne gezwungen sein, sich erste ökologische Gedanken zu machen - es geht dann um seine nackte Existenz.
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon H.B. » Mi Jan 06, 2016 23:47

Todde hat geschrieben:Um Feindbilder zu erschaffen...

.... angestachelt von braunen Gruppierungen, wie dem NNR. Aber er ist nur ein gehorsamer und dummer Mitläufer, der das Thema ernster nimmt, als die Aggressoren selbst.

Der BV hat sich zu diesem Thema wie folgt geäußert:

Der Grüne Deal

Herr Minister Habeck. Wir Bauern fühlen uns von der Politik verlassen. Deshalb machen wir ihnen einen Vorschlag zur Güte. Wir Bauern garantieren ab morgen
- 100 % Biolandwirtschaft,
- 100 % Tierwohl,
- 100 % Artenvielfalt in Schleswig-Holstein!

Eine Bedingung: Sie stellen alle Landwirte ein - gerne zum Landesmindestlohn, wenn Ihnen unsere Arbeit nicht mehr wert ist. Das heißt 9,18 die Stunde. Es heißt aber auch: 38,5 Stunden-Woche. Wochenendarbeit wird mit einem Aufschlag vergütet. Erntebedingte Überstunden werden, wie bei Behörden üblich, abgefeiert. 30 Tage Urlaub sind selbstverständlich.

Die erforderlichen vielfältigen Sachkundenachweise werden wir im Rahmen eines Aus- und Weiterbildungsplanes gerne an attraktiven Seminarstandorten auffrischen. Unsere persönliche Weiterentwicklung können wir im Bildungsurlaub voranbringen. Darauf freuen wir uns! Ach, eine Frage haben wir an unseren neuen Chef: Welche Sachkunde haben Sie eigentlich?

Wir werden dann auch ordentlich streiken, denn jetzt haben wir ja mehr Rechte und nicht mehr ganz so viele Pflichten. Oh, zu den Pflichten: Die Buchführung und zahlreiche Dokumentationen, die vielen Anträge, die wir heute nach Feierabend erledigen, gehen natürlich der guten Ordnung halber an das Landesamt LLUR über. Dafür haben wir dann keine Zeit mehr. Oder Sie entlohnen unsere Frauen, die das oft genug und sehr gut machen. Gute Arbeit muss aber ordentlich entlohnt werden! Hier reichen 9,18 Euro nicht.

Sollten wir Fehler machen, dann werden Sie das mit einem Hinweis auf die steigende Zahl an Gesetzen und eine wuchernde Bürokratie aus Brüssel und Berlin sicherlich zu entschuldigen wissen. Denn jeder Fehler würde ja auf Sie zurückfallen - als unserem Chef.

Wir verlangen natürlich eine faire Pacht für Fläche und Gebäude. Ob neue Ställe gebaut werden, entscheiden allein Sie. Ebenso, wie tierfreundlich diese aussehen. Solche Tierwohl-Ställe können Sie dann nicht nur fördern, sondern gleich komplett finanzieren.

Sie entscheiden natürlich auch, ob wir ganz ohne Tierhaltung wirtschaften. Oder ob wir überhaupt noch wirtschaften und nicht gleich auf die Pflege der Landwirtschaft setzen. Das sorgt sicherlich für weniger Kritik. Wobei uns dies egal wäre, denn in der Kritik stünden ja Sie.

Sollten wir doch etwas erzeugen, müssten Sie sich bitte selber um faire Preise für Ihre Produkte kümmern. Denn alle Erzeugnisse aus dem Stall und vom Acker gehören dann Ihnen. Bei dem geballten Angebot eines ganzen Bundeslandes haben Sie sicherlich die nötige Marktmacht, um das Wirtschaftssystem zu ändern. Sie sagen, die niedrigen Preise seien nicht in Ordnung? Recht haben Sie! Jetzt können Sie die Preise mit einer einzigen Minister-Entscheidung auf das Niveau anheben, das Sie für richtig halten!

Sie sagen uns jeden Tag was wir wann zu tun haben. Denn mit 9,18 Mindestlohn wird selbstständiges Denken nicht entlohnt. Das Management des Betriebes ist also ganz Ihre Sache! Hier würde sich als Hilfe die Stiftung Naturschutz anbieten. Die übt das auf ihren Flächen ja schon länger.

- Die Düngung fahren wir gerne auf ein Hunger-Niveau herunter, wie in Dänemark. Brotweizen kann man ja auch von außerhalb Schleswig-Holsteins zukaufen.
- Auch wenn es in Lebensmitteln nachweislich keine Rückstände gibt, sollte der Pflanzenschutz nicht nur mit einer Abgabe belegt werden, wie Sie es fordern. Er sollte völlig unterbleiben, ganz im Sinne einer gesellschaftlich akzeptablen Nulltolleranz-Politik.
- Antibiotika? Hier können Sie eine sofortige Verbannung aus Ihren Ställen anordnen. Keine Diskussion mehr mit störrischen Bauern. Sie müssen uns nicht mehr mit Ordnungsrecht drohen. Der Dienstherr ordnet an und wir setzen um. Das Abwägen zwischen dem Leid kranker Tiere und der von Ihnen geschürten Angst in der Bevölkerung? Ihr Problem, Herr Minister.
- Wer unsere Flächen betritt und dabei die Saat zertritt, ist uns dann rein rechtlich egal, auch wenn es den einen oder anderen Bauern persönlich ebenso stören mag, wie das angesprochene Tierleid.
- Dauergrünland: Das erhalten wir gerne für sie, es macht auch weniger Arbeit. Und wenn es noch etwas mehr Grünland sein darf - immer gerne!
- Auch der Knick darf dann wachsen, wie Sie es wollen. Die Pflege übernimmt aber besser die Straßenbauverwaltung. Die macht das heute schon sehr gut und uns fehlt einfach die entlohnte Zeit dafür.
- Strommasten für 380 KV-Leitungen sollen im Acker stehen und nicht auf dem Knick? Super Idee! Warum den Acker schützen, wenn wir doch von der Natur leben, wie Sie sagen?
- Die Flächen für die Umsetzung des Biotopverbundsystems auf 15 % der Fläche haben Sie in Zukunft selber. Es können auch gerne 20 % werden, wir sind da Ihre besten Freunde!
- Jakobskreuzkraut: Für uns kein Problem! Sieht doch schön gelb aus und ersetzt in der Landschaft den Raps, den wir ohne Pflanzenschutzmittel nicht mehr anbauen werden.
- Zur Wasserrahmenrichtlinie: Wir schlagen Ihnen 30 Meter Randstreifen an allen Gewässern vor! Das macht weniger Arbeit und wäre politisch sicherlich ein Riesen-Erfolg für unseren neuen Arbeitgeber!

Kleinbäuerliche Strukturen und Arbeitskräfte in der Landwirtschaft erhalten Sie mit den EU-Direktzahlungen, die wir dann nicht mehr bekommen. Endlich können Sie die Mittel ganz im Sinne des Steuerzahlers einsetzen! Wobei ein Teil der Direktzahlungen natürlich mit der Pacht an uns durchgereicht wird. Wir werden sehen, ob das Geld reicht... ansonsten wäre es ja, wie gesagt, ein Leichtes für Sie, den Preis für ihre Produkte weiter zu erhöhen.

Herr Minister.
Wenn endlich das Auge des Habeck das Vieh mästet, würden Sie mit einem Schlag
- alle politischen Probleme lösen,
- den zahlreichen Forderungen der NGOs entgegenkommen,
- ihre Wähler zu Begeisterungsstürmen hinreißen und
- sich für höhere politische Weihen empfehlen.

Noch ein Tipp. Wenn Sie sich nicht so sicher sind, ob das Experiment gelingen kann, dann hilft ein Blick in die Geschichtsbücher: Denn wir hatten in Deutschland bereits derartige Feldversuche - in der DDR ; oder die Allmende von früher kommt wieder in Mode. Auch dort können Sie viel lernen. Der Erfolg beider Systeme ist ja offenbar.

Herr Minister,
in einer Zeit, in der die Politik dafür sorgt, dass die Gewinne der Bauern sozialisiert, die Risiken aber privatisiert werden und die Schuld an vielen Themen sich auf die Bauern fokussiert, hat eine solche Idee sicherlich einen großen Reiz. Doch wollen wir ihnen, abgesehen von der Macht des Marktes, sagen, warum das leider nicht geht: Weil wir Bauern das nicht können.

Wir können unser Denken, unser Wissen, auch unser Fühlen nicht abstellen. Wir sind anders gestrickt. Wir halten Tiere, Äcker und Wiesen für wertvoll, schützenswert. Wir wollen weiter selber Milch und Fleisch anbieten, statt uns auf andere zu verlassen. Wir wollen unsere Landschaft erhalten und nicht voll-renaturieren. Denn wir leben nicht in der Stadt, wie Sie.
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon Südheidjer » Do Jan 07, 2016 0:40

xyxy hat geschrieben:Geht es mit dem Fahrrad im Schneckentempo durch die Ackerbaugebiete ist es selbstverständlich Monokultur
Fliegt der Bürger mit 900km/h in 10000 m ins Urlaubsparadies ist es abwechslungsreiche Landschaft


Die Aussage ist gut ;-)
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon xyxy » Do Jan 07, 2016 7:36

Südheidjer hat geschrieben:
xyxy hat geschrieben:Geht es mit dem Fahrrad im Schneckentempo durch die Ackerbaugebiete ist es selbstverständlich Monokultur
Fliegt der Bürger mit 900km/h in 10000 m ins Urlaubsparadies ist es abwechslungsreiche Landschaft


Die Aussage ist gut ;-)

Geschenkt!
Eher eine unbedachte Bemerkung von mir, da die Voraussetzung der Blick aus dem Fenster ist. Wobei ich mir bei manchen Kandidaten nicht mal sicher bin, dass ihnen das vom Fahrrad aus gelingt, wenn sie die Sorge umtreibt, ob beim nächsten Zwischenstop am Insektenhotel die mitgeführte Bionade einer angemessenen Anzahl an Passanten vorgeführt werden kann...
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon borger » Do Jan 07, 2016 7:47

Pevo hat geschrieben:Ich erkenne nicht die Aussagekraft von Borgers Darstellung gegen das von der Bundesregierung praktizierte Verfahren der Quantifizierung von Artenvielfalt. Ich orientiere mich an diesem Verfahren. Ich finde es plausibel im Sinne einer orientierenden Aussage.

Die Quelle dieser Angaben: Rote Liste der Brutvögel Mecklenburg-Vorpommerns, herausgegeben von der demokratisch gewählten Landesregierung MV.
www.lung.mv-regierung.de/dateien/rote_liste_voegel.pdf
Eigentlich hätte ich erwartet, dass Du mit Vergleichswerten Deiner Region kommst, da dir das Thema doch so am Herzen liegt. Aber gut, da habe ich mich geirrt.
Du orientierst Dich nur an einem Verfahren, dessen Grundlagen Du nicht einmal im Ansatz kennst und erklärst es im Vollbesitz dieser geballten Unkenntnis gleich mal für „plausibel“. Kein Wunder, das da Forumsgäste nur noch mit dem Kopf schütteln, wenn sie lesen wie Du „diskutierst“.

Pevo hat geschrieben:Ich traue unserem demokratischen System zu, insbesondere unter Berücksichtigung der starken LW-Agrarlobby, dass Korrekturen an dem Quantifizierungsverfahren möglich wären, wenn die Fakten dies erforderten.

Was haben der Nachhaltigkeitsrat, UBA und Greenpeace mit Demokratie zu tun? Wenn das nur die staatliche Unterstützung ist, dann müssten wir auch den dubiosen NSU, die RAF und die islamistische Sauerlandgruppe zu den Errungenschaften dieser Demokratie zählen.

Und die starke LW-Lobby: wenn es die gäbe, dann wäre dieser Schmidt sicher nicht LW-Minister und sein „wissenschaftlicher Beirat“ müsste sich um ehrliche Arbeit bemühen. Es gäbe kein GV-Verbot, dafür wäre einigen kriminellen Organisationen der Status „Gemeinnützig“ entzogen.


Pevo hat geschrieben:Ich hab mal den Fleischkonsum meiner Familie überschlagen: pro Erw. ca. 40 kg/a. Aus gesundheitlicher Sicht o.K.,oder?


Ja, wenn es um den eigenen Futtertrog geht, dann wohnt der Pevo plötzlich im Tal der Ahnungslosen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung schreibt als HÖCHSTWERT 300 – 600 g Fleisch und Wurst pro Woche.
https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vo ... n-der-dge/
Wobei die 600 g sicher für Personen mit entsprechend hohem Verbrauch durch körperliche Schwerstarbeit oder Hochleistungssport gedacht ist.
In der Pevo-Klasse wären da 300 g HÖCHSTWERT.
Folglich könnten 200 g als Mittelwert gelten und für die:
„Bewusst weniger Fleisch Gruppe“ blieben 100 g als Höchstwert. Wohlgemerkt, die Woche – macht fürs Jahr satte 5 KG.
Nur, da liegt der unermüdliche „weniger Fleisch“ Prediger Pevo selbst schon satte 700 % drüber. Er verschlingt weit mehr als die DGE für jemanden mit täglich 10 Std. körperlicher Schwerstarbeit vorsieht. Die DGE ist da völlig sprachlos, für solche Unmengen kennt sie keine passende Kategorie, schon gar keine mit „bewusst weniger Fleisch“.
Aber ich will mal nicht so sein und biete meinen persönlichen Verbrauch als Referenzwert an, ich wiege mein Futter zwar nicht, aber grob geschätzt sind das zwischen 150 und 200 KG im Jahr. Da kann man dann auch mit „bewusst weniger Fleisch“ noch kräftig reinhauen und das mit voll gutem Gewissen.
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon Todde » Do Jan 07, 2016 9:07

Der Ablasshandel des NNR,
der aufgeklärte Bürger lässt sich von Siegel des ernannten Nachhaltigkeitszertifizierer leiten, damit er nachhaltig Handeln kann.

Um unserem Einsatz zusätzlich Nachdruck zu verleihen, haben wir das Utopia Changemaker-Manifest unterzeichnet. Wir verpflichten uns damit zu ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigem Handeln.


Quelle:
http://www.frosta.de/nachhaltigkeit/

Utopia:
Unser Beitrag: nachhaltige Kaufberatung

Wer einmal angefangen hat, sich mit nachhaltigem Konsum zu beschäftigen, den lässt es nicht mehr los.

http://www.utopia.de/utopia

Wer sich mit dem Thema beschäftigt, den lässt der Gedanke nicht mehr los, dass eine ganze Industrie entstanden ist, die für gutes Geld nichts leistet außer den Verbraucher zu täuschen.
Ein Unternehmen der SPD, dass mit staatlicher Hilfe durch die SPD Regierung vom NNR unterstützt wird :roll:

Sowas wünscht man sich für die Agrarlobby, dann hätten wir weniger Probleme mit der Anti-Landwirtschafts-Fraktion.


Dazu bei Frosta im sozialem Netzwerk:
‎Tom Müller‎ an FRoSTA
4. Januar um 20:37 ·
Da ich unter dem Post keine Antwort bekommen habe, nochmal die Frage: Aus welchen Ländern kommt das Fleisch für Geflügelprodukte von Frosta?


FRoSTA
Hallo Tom, unser Hähnchenfleisch beziehen wir aus Thailand von Produzenten mit EU-Zertifikat und integriertem Produktionsprozess. Das Huhnfleisch, welches wir in unserem Hühner Frikassee verwenden, kommt aus Deutschland. Weitere Infos findets du hier: http://www.zutatentracker.de Viele Grüße vom FRoSTA Team „smile“-Emoticon


https://www.facebook.com/frosta.de/post ... 5195835704

Nachhaltigkeit nach der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie lässt sich kaufen, ähnliche Beispiele könnte man haufenweise aufführen.

Ehrliche Nachhaltigkeit findet man woanders. Wer nachhaltiger leben will, der sollte dringend Abstand vom NNR und der NNS halten, dort geht es um die Transformation von Geld in die Taschen von dubiosen Konzernen, wie Greenpeace, BUND, Utopia etc.
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Re: Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Beitragvon H.B. » Do Jan 07, 2016 9:22

Ganz genau so ist es. Aber wie wir an Pevo messen können, begreift das der aufgeklärte Dummbürger nicht. Jede Türkin mit dem ALDI-Sack verhält sich tausend mal ökologischer. Am Ende aber spürt auch der klassische Ökofaschist die Verschwendung an seinem Geldbeutel, und kauft auch selbst entgegen aller Umfragen und Beteuerungen die preiswerteren und ökologischeren Produkte.

Die Zahlen des Handels bestätigen dies...
Zuletzt geändert von H.B. am Do Jan 07, 2016 9:22, insgesamt 1-mal geändert.
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