Pelztierhaltung ist sicherlich ein kritisches Thema und man kann darüber denken was man möchte, aber Pelze werden nachgefragt also wird es auch Betriebe geben die diese liefern werden. Diese Betriebe werden zukünftig aber nicht mehr in Deutschland stehen. Die neuen Vorschriften besagen, dass Nerze zukünftig nur in Käfigen mit einer Mindestgröße von 3 m² gehalten werden dürfen, dabei steht jedem Tier mindestens 1 m² zu. Sicherlich wäre es für die Tier ein Gewinn was die Haltungsbedingungen angeht, aber so wird es doch nicht kommen. Viele Betriebe haben ihre Farmen hier schon aufgegeben und mit dem Inkrafttreten der neuen Vorschriften 2012 ist es dann auch mit den letzten betrieben vorbei. Mit den neuen Vorschriften können Betriebe gegen Farmen aus Osteuropa nicht bestehen, Betriebe die weiter in diesem Geschäft bleiben wollen werden ihre Produktion verlagern und dann auch deutliche höhere Belegungsdichten fahren als sie hier bisher erlaubt waren. Ist den Tieren damit geholfen worden? Man entzieht die Produktion der Kontrolle der deutschen Behörden und brüstet sich damit viel für die Tiere getan zu haben, dabei werden die Tiere nur wo anders gehalten.
Es läuft nach dem Modell Remml ab, wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass. Hier brüstet man sich mit den gewaltigen Fortschritten im Tierschutz und importiert die fertigen Produkte dann einfach von wo anders her.
Top Agrar hat geschrieben:Die Massentierhaltung wolle der Minister zwar nicht gänzlich abschaffen, da es auch genügend positive Beispiele gebe. Aber er stelle sich generell die Frage, ob Tiermast am Standort Deutschland geschehen müsse, so der Grünen-Politiker weiter.
http://www.topagrar.com/news/Schwein-Ne ... 39367.html
Wenn man sich die Entwicklung im Schweinebereich anschaut befinden wir uns doch auch auf dem weg dahin. Ich war Donnerstag auf einer Versammlung. Dort wurde ein sehr gute Vortrag über die Schweinehaltung ab 2013 gehalten. Der Referent sitzt mit in den Fachausschüssen und arbeitet an diesen Forschriften auf Seite der Landwirte mit. Zu beginn sagte er: "Bitte fragen sie mich nicht nach dem Sinn und der Umsetzbarkeit der einzelnen Vorschriften, dann kann ich ihnen teilweise auch nicht erklären. Tierschutz wird in Deutschland leider nicht mehr von Fachleuten gemacht, sondern von der Volksmeinung. Das Empfinden des Menschen wird 1 zu 1 auf das Tier übertragen."
Er berichtete auch von einem Fall in Berlin zu dem er als Sachverständiger hinzugezogen wurde. Ein Ferkelerzeuger bekam eine Anzeige weil er angeblich den Ferkel die Schwänze komplett amputiert hatte. Wie sich herausstellte hatte er die Schwänze relativ lang gelassen, so dass die Tiere in den Flatdecks anfingen zu beißen. Durch entsprechende Behandlung verheilten die Wunden und die Tiere wurden ohne Schwänze verkauft. Ist es also Tierschutz auf das kürzen der Schwänze zu verzichten? Er meinte auch, dass es über kurz oder lang zur Ebermast in Deutschland kommen würde, alles andere würde vom Verbraucher nicht akzeptiert. Die Kastration per Spritze würde auch nicht akzeptiert, da der Verbraucher Angst hätte, dass es zu Auswirkungen auf die eigenen Hoden kommen könnte. Auch die Ausgestaltung der Stände für die Sauen habe nichts mit Fachlichen Anforderungen zu tun, sondern sein willkürlich festgelegt worden. Es gab da noch eine ganze Reihe von Punkten die ich hier nicht alle aufführen möchte. Am Ende meinte er: "Sie können sich sicher sein, das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, nur haben wir als Erzeuger keine Chance es zu umgehen. Wenn die Entwicklung so weiter geht, wird es zu einer Verlagerung der Schweinehaltung ins Ausland kommen, vergleichbar der Verlagerung bei den Legehennen."
Aber kann das denn wirklich die Lösung sein? Wir schaffen hier Vorschriften die keiner mehr Einhalten kann und kaufen dann in Osteuropa, ist das nicht die Vollendung der Heuchelei?
