herbst hat geschrieben:Frage an die Zwischenfrucht-Profis (noby...usw)
habe ein problem auf einer fläche die ich im herbst neu dazu bekommen habe.
die vorfrucht war ww und ich habe am 26.9. unter etwas feuchten, aber eigentlich ganz guten bedingungen wg eingesät.
die gerste hat sich auch die ersten wochen sehr gut entwickelt, dann aber durch die anhaltenden niederschläge verfärbte sich die gerste immer mehr ins gelbe, und ich hatte schon die befürchtung sie würde vollends hinüber gehen.
dadurch, dass wir bis zum 10.12 dieses jahr doch relativ warme temperaturen hatten, hat die gerste nochmal neue blätter geschoben, und nachdem jetzt seit gestern der schnee weg ist, konnte ich sehen dass wieder 3 grüne blätter vorhanden sind, und sich der bestand nun deutlich erholt hat.
nun zu meiner frage:
der boden besteht aus tonigem lehm. der vorbesitzer hat meistens alle 2 jahre den acker gepflügt und mit kreiselegge eingesät.
schon bevor ich den acker bewirtschaftet habe, habe ich gesehen, dass der boden starke anzeichen von verdichtungen hat.
habe diesen sommer dann bei idealen bedingungen eine bearbeitung mit unserem horsch terrano ohne flügel auf eine tiefe von ca 25 cm durchgeführt, und gedacht dass ich damit die verdichtungen aufbrechen kann. dies scheint mir aber nicht gelungen zu sein...
welche zwischenfrucht eignet sich am besten um eine gute durchwurzelung des bodens zu erreichen, bzw. welche zwf würde sich positiv auf dieses problem auswirken?
kurz noch zu meinem betrieb:
Anbau von WW:WG:Mais 55-70 Bodenpunkte Niederschlag ca 700mm Höhenlage 420m über Null Pflugloser Anbau
Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe
Der Prozess, starke, tiefreichende Verdichtungen biologisch (Regenwürmer, ZF...) aufzubrechen dauert extrem lange. Auch ich habe immer mal wieder das "Glück" solche Flächen übernehmend zu dürfen. Häufig stelle ich dann auf ca. 30 cm Tiefe eine Pflugsohle fest. Vom häufigen Pflügen unter feuchten Bedingungen geht's von da ab erst mal weiter deutlich zu verdichtet zu (Traktorreifen läuft beim Pflügen in der Spur und verdichtet von 0,3 m Tiefe ab nach unten, zudem gibt es in diesen Böden kein Bodenleben das Abhilfe schaffen könnte-> die Verdichtungen bleiben verdichtet, insofern nicht extreme Schrumpfungsrisse doch mal tiefer auflockern).
In diesem Falle lockere ich einmal unter trockenen Bedingungen mit einem Tiefenlockerer so tief es möglich/nötig ist. Anschließend kommt eine ZF-Mischung oder Raps drauf um das Gefüge zu stabilisieren/konservieren. Von da ab spreche ich mein persönliches "Befahrungsnaturschutzgebiet"-Gesetz aus. Das heißt, es wird mit allen Mitteln versucht, keine weiteren unnatürlichen Verdichtungen mehr zu erzeugen (an dieser Stelle hole ich jetzt nicht weiter aus wie ich das handhabe). Die Lockerung übernehmen dann tiefwurzelnde Arten (Ölrettich, Lupinen etc.) in den ZF und der zunehmende Besatz an Regenwürmern. Das gelingt excellent.
Außerdem: Unterscheide zwischen a) natürlicher Dichtlagerung und b) Schadverdichtungen, hervorgerufen durch unsachgemäßen Einsatz maschineller Gewalt. Ich will keinen überlockerten Boden, der soll ruhig dichter lagern. Für meine Kulturen stellt das keine Gefahr da. Die Tragfähigkeit nimmt jedoch deutlich zu. Was aber viel wichtiger ist: Die ungesättigte Wasserleitfähigkeit steigt immens. Das heißt auf Deutsch: Unter trockenen Bedingungen liefert mir ein komprimierter, jedoch störzonenfreier, Boden deutlich mehr Wasser von unten nach. Durch luftigen, überlockernden Boden geht nichts. Schon mal gefragt, warum Pflugschollen häufig so extrem austrocknen, dass du einen damit erschlagen könntest? Schon mal fest gestellt, dass in den Fahrspuren häufig viel mehr Feuchtigkeit zu finden ist? Das ist chemisch anhand der Molekularstruktur recht einfach zu begründen. Dazu muss man aber wissen wie sich Wasser im Boden bewegt. Wüsste das jeder hätte er nicht mehr nur noch lockern lockern lockern im Kopf. Jedenfalls nicht dann, wenn Wasser ein Problem darstellt. Dieses Problem ist halt aber nun mal meistens der ertragsbegrenzende Faktor.
Mein Prinzip ist: Auf meinem Standort muss nicht gelockert werden wenn ich als Bewirtschafter keine Fehler mache
