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Bauernsterben

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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173 Beiträge • Seite 3 von 12 • 1, 2, 3, 4, 5, 6 ... 12
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Re: Bauernsterben

Beitragvon borger » Do Mai 07, 2015 8:00

Rohana hat geschrieben:Genau, der Verbraucher ist schuld, immer mal druff. Schonmal versucht heutzutage eine nicht-ESL-Milch zu kriegen?


Ebenso wie die „Tante Emma Läden“ waren Milchläden bis vor wenigen Jahrzehnten allgegenwärtig. Die haben genau solche Milch verkauft und die haben nicht wegen Reichtum geschlossen sondern weil die lieben Kunden wegblieben.
Kaum waren sie weg, ging die große Heulerei los. Ab und zu findet sich noch mal ein Träumer, der so einen Laden aufmacht, zumeist ist der aber mangels Nachfrage wieder schnell weg vom Fenster.

Ich denke mal, garantiere HB oder irgendeinen anderen Milchbauern die beständige Abnahme von min. 500 Ltr. täglich – und Du bekommst die Milch frisch aus der Kuh.
Nur für dieses Gejammer im Internet wird niemand auch nur den kleinen Finger rühren, aus gutem Grund. Da wird nur bestellt und nie abgeholt.
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Re: Bauernsterben

Beitragvon Einhorn64 » Do Mai 07, 2015 8:15

Wer frische Milch möchte braucht doch nur den nächsten Milcherzeuger anzufahren,
Milchautomaten gibt es ja auch, also wo ist das Problem, der Verbraucher kann das bekommen was er will, und vor allem bezahlt!
Sollte doch für Leute aus der Großstadt kein Problem sein mal eben alle 2 Tage 100km zu fahren um leckere frische Milch zu holen.
Die Realität sieht anders aus.
Selbst auf dem Dorf werden 1-2 km Strecke NICHT gefahren.
Wir hatten schon reichlich Leute die von der Rohmilch ganz begeistert waren, aber spätestens nach 1 Monat lässt bei fast allen die Begeisterung nach.
Wenn es einen tatsächlichen nennenswerten Markt für bedeutend frischere Milch als die ESL-Milch gibt,
es wären schon lange welche auf den Zug aufgesprungen.
Da aber nur sehr geringes Interesse besteht lebt diese , zumindest jetzt, in der Nische.
"Wer sich im Geschichtsunterricht gefragt hat, wie man in den 1930ern in kurzer Zeit so viel Hass säen konnte, der kann nun live zuschauen."
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Re: Bauernsterben

Beitragvon LUV » Do Mai 07, 2015 8:50

Alles eine Frage des Maßstabes.....schaun wir mal, was so vor 1848 los war: http://www.digitalis.uni-koeln.de/Baeue ... 35-147.pdf

Schön zu sehen in Tabelle 1 der Seite 141.....die heutige Diskussion verläuft entlang einer idealisierten, kapitalisierten Wohlstandsstrecke. Politik, Gesellschaft und Finanzsystem geben die Anzahl und die Form vor. Alles andere sind Wunschdenken und Rückwärstgewandtsein. Nur nach vorne schaun verhindert das Stolpern.
Gestern auf DLF gab es eine Diskussion über die Zukunft der Landwirtschaft in Ostdeutschland. Schön auch da zu hören, dass einige ideologisch stark urban geprägte Menschen meinen, mit bäuerlichen Ideen ganze Dörfer vor dem Ausbluten retten zu wollen und zu können.
Andersherum ist die Politik hier machtlos dem Kapitalabfluss aus der Region durch Untersagung des Landerwerbs durch Kapitalanleger, zu verhindern. Beide Seiten irgendwie unfähig, aber doch bemüht. :prost:
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: Bauernsterben

Beitragvon landfreund3 » Do Mai 07, 2015 12:35

Also seit den 90ern haben 1/3 aller Bauern aufgegeben?
Ich bin gespannt wie das weitergehen wird. Aber die Großen werden größer und die kleinen Bauern verschwinden oder verpachten bzw. verkaufen ihre Flächen und sind nur noch so irgendwie da.
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Re: Bauernsterben

Beitragvon LUV » Do Mai 07, 2015 12:59

landfreund3 hat geschrieben:Also seit den 90ern haben 1/3 aller Bauern aufgegeben?
Ich bin gespannt wie das weitergehen wird. Aber die Großen werden größer und die kleinen Bauern verschwinden oder verpachten bzw. verkaufen ihre Flächen und sind nur noch so irgendwie da.


Und nun? Schuldigen suchen oder Konsequenzen ziehen? Weinen oder
Antworten finden? Ich kann dieses ewige Gejammere nicht mehr hören..... n8
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: Bauernsterben

Beitragvon Südbaden Bauer » Do Mai 07, 2015 15:42

Du bist ja auch nicht direkt betroffen oder?
Die Menschheit will zurück zum Ursprung, aber nicht zu Fuß.
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Re: Bauernsterben

Beitragvon Fassi » Do Mai 07, 2015 15:53

Die letzte Milchkuh, deren Milch noch verkauft wurde, müßte so um 85 verschwunden sein, die letzte Milchkuh etwa in 90 und der letzte Vollerwerbsbetrieb war mein Opa. Aufgabe in `91 aus gesundheitlichen Gründen. Nebenerwerbler gibts noch 8 im Dorf.

Aber eins stimmt nun mal, die geschmackliche Qualität der Grundprodukte hat in den letzten Jahren massiv nachgelassen. Was aber in erster Linie vermutlich am Wunsch nach Fettarmut des Handels liegt. Deswegen ess ich zB fast gar keinen Wiesenhofgockel (ausser unterwegs im Schnelllokal), weil das Wasser dazu mehr Eigengeschmack hat als der Gockel.

Gruß
http://www.youtube.com/watch?v=AMpZ0TGjbWE

https://youtu.be/Tmq8KHPxdrE
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Re: Bauernsterben

Beitragvon Rohana » Do Mai 07, 2015 16:02

Qtreiber hat geschrieben:Die Industrie produziert das, was sich verkaufen lässt. Alles andere würde nämlich den Ruin bedeuten.

Ich würde fast behaupten dass Ruin und Gewinnmaximierung ein gewisses Spektrum auseinanderliegen.
Der Verbraucher wünscht Milch, die nicht aufrahmt, um Himmels Willen nicht nach Kuh schmeckt und möglichst lange haltbar ist.

Offensichtlich kenn ich keine Verbraucher, zumindest solche nicht, die dieser Definition entsprechen. Auch da ist als Alternative bei dir nur der "Naturbursche" vorhanden - was solls denn nun sein, der böse Verbraucher der nur Plörre will, oder die spinnerten Ökofaschos? Wobei, eigentlich egal, kann man bei beidem gut draufhauen... :prost:
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Re: Bauernsterben

Beitragvon borger » Do Mai 07, 2015 16:59

Rohana hat geschrieben:Offensichtlich kenn ich keine Verbraucher, zumindest solche nicht, die dieser Definition entsprechen.


Die Verbraucher, die das so wollen, findet man in jedem Laden. Wenn sie die Milch nicht wollten, würden sie die auch nicht kaufen.
Es gibt Milcherzeuger, die ganz offiziell direkt ab Hof unbehandelte Rohmilch verkaufen, nennt sich Vorzugsmilch.
Das ist mit nicht unerheblichen Auflagen und Kosten verbunden. Deshalb gibt es nicht so sehr viele davon, weil die dafür nötige Nachfrage fehlt.
Wo sind nur die unheimlich vielen Verbraucher, die unbedingt unbehandelte Milch wollen? Gäbe es die wirklich, dann gäbe es auch ein passendes Angebot.
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Re: Bauernsterben

Beitragvon Rohana » Do Mai 07, 2015 17:30

Mit kennen meine ich persönlich kennen. Ich hab immer mal wieder nach Vorzugsmilch geschaut, ist utopisch weit weg :(

Wobei ich das schon korrigieren muss, wenn ich drüber nachdenke: Ich kenne einige, die sich über die Supermarktmilch beschweren, aber sie dennoch kaufen, weil die Alternative fehlt. Oder das Geld, oder die Überzeugung. Oder die Abgestumpftheit weit genug fortgeschritten ist. Aber wollen? Nicht wirklich. Die Dunkelziffer an Menschen, die nichtmal weiss was Rohmilch ist, die "will" sicher auch keine ESL-Milch. Aber was der Bauer, pardon der Verbraucher, nicht kennt, das mag er wahrscheinlich nicht... :regen:
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Re: Bauernsterben

Beitragvon speeder » Do Mai 07, 2015 17:40

LUV hat geschrieben:
landfreund3 hat geschrieben:Also seit den 90ern haben 1/3 aller Bauern aufgegeben?
Ich bin gespannt wie das weitergehen wird. Aber die Großen werden größer und die kleinen Bauern verschwinden oder verpachten bzw. verkaufen ihre Flächen und sind nur noch so irgendwie da.


Und nun? Schuldigen suchen oder Konsequenzen ziehen? Weinen oder
Antworten finden? Ich kann dieses ewige Gejammere nicht mehr hören..... n8


... Natürlich. Wer nicht mit der LW, sondern an ihr und dem "Strukturwandel" in Form großer Stallbauten verdient, der freut sich natürlich über jede Betriebsübernahme.

Wer den Teich austrocknen will, der darf nicht die Frösche um Rat fragen! :klug:
Warum nur, warum sind die Dummen so sicher, und die Gescheiten so voller Zweifel....?
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Re: Bauernsterben

Beitragvon meyenburg1975 » Do Mai 07, 2015 17:47

Ohne Frage haben die Anbieter ein Steuerungsmoment durch die Belegung der Regale in den Märkten. Was da ist wird mehr oder weniger gekauft werden, was nicht da ist kann nicht gekauft werden. Aber im Falle ESL Milch gab es ein zweigleisiges Angebot in den Supermärkten über einen längeren Zeitraum und die normale Frischmilch hat verloren. Dem wäre nicht so gewesen, wenn es eine ausreichend große Minderheit gegeben hätte, die das Angebot am Leben hält. Für die Versorgung von Splittergrüppchen sind Supermarkt und Discounter nicht konzipiert, da muß man sich anderweitig umschauen.


Beim Thema Strukturwandel gäbe es einiges Interessantes. Wie können die bleibenden und meist wachsenden Betriebe ihr Umfeld aufklären um die Aktzeptanz vor Ort zu erhalten und integriert zu bleiben?
Was passiert mit Resthöfen, wenn die Alten wegsterben, gerade im Ort oder Ortsrandlage? Da gibts hier schon einige unschöne Beispiele. Gibt es einen Punkt, an dem die Zahl der Betriebe nicht weiter abnimmt und wenn ja wo liegt der? Gibt es Ecken, Moorlöcher und Täler die mangels LDW zuwachsen und wenn ja, wie geht die ländliche Gesellschaft damit um?

Aber meist gehts dann ja doch nur um groß gegen klein usw...
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Nothing finer than a niner
Jeder, der die Hamas offen unterstützt, ist ein Terrorist.
Jeder, der die Hamas nicht kritisiert, ist ein disziplinierter Terrorist.
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Re: Bauernsterben

Beitragvon julius » Do Mai 07, 2015 20:54

meyenburg1975 hat geschrieben:
Beim Thema Strukturwandel gäbe es einiges Interessantes. Wie können die bleibenden und meist wachsenden Betriebe ihr Umfeld aufklären um die Aktzeptanz vor Ort zu erhalten und integriert zu bleiben?
nicht möglich
Was passiert mit Resthöfen, wenn die Alten wegsterben, gerade im Ort oder Ortsrandlage? Da gibts hier schon einige unschöne Beispiele.
selber abreissen, bzw reparieren oder zum Spottpreis verkaufen
Gibt es einen Punkt, an dem die Zahl der Betriebe nicht weiter abnimmt und wenn ja wo liegt der?
nein den Punkt gibt es nicht. Leider.
Gibt es Ecken, Moorlöcher und Täler die mangels LDW zuwachsen und wenn ja, wie geht die ländliche Gesellschaft damit um?
Genau solche Gebiete wollen 99 % der Bürger bzw. der Gesellschaft doch. Back to the roots

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Re: Bauernsterben

Beitragvon H.B. » Do Mai 07, 2015 22:44

LUV hat geschrieben:Gestern auf DLF gab es eine Diskussion über die Zukunft der Landwirtschaft in Ostdeutschland. Schön auch da zu hören, dass einige ideologisch stark urban geprägte Menschen meinen, mit bäuerlichen Ideen ganze Dörfer vor dem Ausbluten retten zu wollen und zu können.


Diese Ideen sind nicht neu: http://dradiowissen.de/beitrag/v%C3%B6l ... chtsextrem
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Re: Bauernsterben

Beitragvon Ferengi » Do Mai 07, 2015 23:17

Rohana hat geschrieben:Mit kennen meine ich persönlich kennen. Ich hab immer mal wieder nach Vorzugsmilch geschaut, ist utopisch weit weg :(

Wobei ich das schon korrigieren muss, wenn ich drüber nachdenke: Ich kenne einige, die sich über die Supermarktmilch beschweren, aber sie dennoch kaufen, weil die Alternative fehlt. Oder das Geld, oder die Überzeugung. Oder die Abgestumpftheit weit genug fortgeschritten ist. Aber wollen? Nicht wirklich.



"Wollen" tun die Leute immer viel.
Nur eines wollen sie nicht, und das ist ihre Ansprüche bezahlen! :roll: :roll:
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