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Bioboom?

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Bioboom?

Beitragvon Neuland79 » So Mai 03, 2020 12:55

doppelpost
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Re: Bioboom?

Beitragvon 240236 » So Mai 03, 2020 13:26

Neuland79 hat geschrieben:
meyenburg1975 hat geschrieben:Wenn ich Eiweiß und Energieertrag der Flächen (und damit ganz wesentlich mein Einkommen) nicht deutlich reduzieren will, ist da keine Luft mehr nach unten. Aber darum ging es gar nicht, sondern um die Tatsache, dass ich durch die Absenkung der Grenze Geld bezahle, damit ein Ackerbaubetrieb (sogar EU-Bio) meine Fülle abnimmt und ich nochmal Geld,auf den Tisch lege, um die angehenden Nährstoffe mit Mineraldünger auszugleichen.

Du bezahlst Geld, damit jemand deine Gülle nimmt? Bezahlt man nicht normalerweise Geld für Dünger? Und eine Biogasanlage in der Nähe, die Geld für deine Gülle bezahlen würde? Zum Mineraldünger schreibe ich gleich noch etwas.

meyenburg1975 hat geschrieben:Bei der Weidehaltung ist die Ausnutzung vom N schlicht nicht so gut, als wenn ich die Nährstoffe im Stall sammele und dann termingerecht flächendeckend ausbringe. Diese Berücksichtigung der schlechteren Ausnutzung wurde deutlich gekürzt. Um mit der DVO besser klar zu kommen, müsste ich meine Tiere im Stall lassen.

Das mit dem geringerem Ertrag der Flächen hat er auch gesagt. Allerdings eher in die Richtung, dass die Kühe viele Pflanzen zertreten und folglich der Ertrag der Flächen deutlich geringer ist, wenn Kühe darauf "herum treten". Deswegen macht er es auch nicht. Mastkühe stehe zwar auch auf der Weide und man muss Zäune mit/ohne Wolf bauen, aber Mastkühe kann man (theoretisch) irgendwo in die Gegend stellen. Milchkühe müssen aber zweimal am Tag gemolken und damit in der Nähe des Melkstandes/Stall bleiben. Entweder hat man dann ein Melkmobil und verschlimmert die CO2 Bilanz oder man betreibt zweimal täglich einen halben "Almauftrieb". Ich denke, der Verbraucher will eigentlich nur, dass die Tiere eine schöne Wiese haben, wo sie sich ein wenig aus dem Weg gehen können und die Sonne, Natur und frische Luft genießen können. Darum geht es ja vor allem. Und da reichen ein paar ha am Haus. Nehmen wir 100qm Wiese pro Kuh. Und es ist auch nicht schlimm, wenn auf einem ha am Hof ein wenig mehr Nährstoffeintrag ist. Das wäre mein Wunsch gewesen und genau so macht "er" es. Ein paar ha Weide am Haus, eingezäunt mit elektrischen Zaun, der zudem aus dem Stromnetz (ohne Batterie) gespeist wird.

Zur Nitratdiskussion. Normalerweise hat man ja Kreisläufe. Also beim Kohlenstoff zum Beispiel. Eine Kuh ist C02 neutral (Methan bitte wegdenken). D.h. aller Kohlenstoff, den die Kuh zu sich nimmt, wurde durch Pflanzen der Luft entzogen. Und die Kuh macht daraus "Fleisch", "Milch", "Mist" und "Wärme/Abluft". Also vollkommen neutral. Alles, was rein geht in die Kuh, kommt auch wieder auf irgendeinem Weg raus. Kommen wir jetzt zu eurem Stickstoff. Auch hier müsste eigentlich ein Kreislauf vorliegen. Aber Lupinen schaffen es z.B. Stickstoff aus der Luft zu ziehen und im Boden für andere Pflanzen bereit zu stellen. Jetzt geben die Kühe den aus der Luft gewonnenen Stickstoff jedoch nicht wieder an die Luft ab, sondern dummerweise in den Boden, wo er sich anreichert, versickert usw. Normalerweise sollten sich die Pflanzen jetzt freuen und möglichst allen Stickstoff, den man düngt aufnehmen. Scheinbar funktioniert das aber laut Nitratmessnetz nicht. Entweder die Messungen sind für den Ar... (was durchaus möglich ist) oder der Stickstoff geht doch an den Pflanzen vorbei ins Grundwasser. Denn eins ist klar. Irgendwo muss das Zeug hin. Wenn du mit Lupinen z.B. jedes Jahr (mal nur als Hausnummer) 10% mehr Stickstoff durch Entzug des Stickstoffes aus der Luft gewinnst. Wo geht das dann hin? Ins Fleisch, in die Milch? Oder in den Boden und ins Grundwasser? Du hast hier einfach keinen geschlossenen Kreislauf (beim Kohlenstoff durch den Misteintrag theoretisch auch nicht, aber scheinbar macht das mehr an C im Boden durch Mist keine Probleme). Und dann düngt man noch Mineraldünger/Stickstoffdünger drauf?

meyenburg1975 hat geschrieben:Und oben drauf darf ich nun noch ein Weidetagebuch führen, damit man daraus die "Weidedüngung" berechnen kann. Also welche Weide wieviele Tage wieviele Tiere in welcher Altersklasse weiden. Wenn ich Bürokaufmann hätte werden wollen, hätte ich das auch gelernt .

Bei dem Beitrag lag ich gestern Abend unterm Tisch und konnte nicht mehr mit Lachen aufhören. Deswegen konnte ich gestern Abned auch nicht mehr antworten. Und ich lache immer noch. Das ist so TYPISCH Deutsch. Ein Weidetagebuch führen. :lol:
Ich hätte noch einen Verbesserungsvorschlag: Tägliches Zählen aller Kuhfladen auf der Weide. :mrgreen: Es tut mir leid. Wirklich. Ich glaub, da musst du durch. :(
Du hast von Landwirtschaft nichts Verstanden. Wenn du die Mehrung des Stickstoffes durch Lupinen aufzählst, dann ist das ja richtig. Die Milch die vom Betrieb wegkommt, hat scheinbar keine Nährstoffe. Dann wird ja das Fleisch auch noch verkauft, oder werden die alten Kühe bei dir kompostiert und als Kompost wieder auf die Weiden gefahren. Dieses nennt sich fachlich Nährstoffabfuhr.

Zum Weidetagebuch: Da kannst du Lachen wie du möchtest. Aber es gäbe solche Leute, wie du und sich das mit der Weidehaltung ganz einfach machen. Da fressen sich die Kühe im Stall den Bauch voll und dann auf ein paar m2 scheissen sie das ganze gefressene wieder aus. Das ist Überdüngung einer einzelnen Fläche. Warum hat sich das mit der Weidehaltung einfach aufgehört? Weil es nicht so einfach ist, wie sich es so einige TRÄUMER wie du vorstellen.
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Re: Bioboom?

Beitragvon Isarland » So Mai 03, 2020 13:52

@ Madam Neuland
Strom für Weidezaun direkt vom Netz ist verboten. Stell dir vor, ein Spaziergänger kommt versehentlich an den Draht...da möchte ich nicht der Besitzer der Weide sein.
100m² Weidefläche pro Kuh.....das wären 100 Kühe je ha. :roll: :roll: :roll:
Ich habe eine große Bitte an dich.....verschon uns mit deinen abstrusen Albernheiten, und geh zurück zu "deinem" Landwirt.
Hier bekommst eh keinen nach deinem Outing.
Und jetzt geh ich lachen.
Die rasant voranschreitende allgemeine Verblödung löst bei mir Angst und Schrecken aus.
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Re: Bioboom?

Beitragvon Neuland79 » So Mai 03, 2020 13:57

240236 hat geschrieben:Du hast von Landwirtschaft nichts Verstanden. Wenn du die Mehrung des Stickstoffes durch Lupinen aufzählst, dann ist das ja richtig. Die Milch die vom Betrieb wegkommt, hat scheinbar keine Nährstoffe. Dann wird ja das Fleisch auch noch verkauft, oder werden die alten Kühe bei dir kompostiert und als Kompost wieder auf die Weiden gefahren. Dieses nennt sich fachlich Nährstoffabfuhr.

Zum Weidetagebuch: Da kannst du Lachen wie du möchtest. Aber es gäbe solche Leute, wie du und sich das mit der Weidehaltung ganz einfach machen. Da fressen sich die Kühe im Stall den Bauch voll und dann auf ein paar m2 scheissen sie das ganze gefressene wieder aus. Das ist Überdüngung einer einzelnen Fläche. Warum hat sich das mit der Weidehaltung einfach aufgehört? Weil es nicht so einfach ist, wie sich es so einige TRÄUMER wie du vorstellen.

Fleisch und Milch habe ich durchaus erwähnt, auch wenn ich es nicht explizit als Nährstoffabfuhr bezeichnet habe. Ihr könnt euch auch gerne mal lustig über mich machen. Da bin ich nicht so sensibel, denn ich als Nicht-Landwirt(in) darf Fehler in meinen Gedanken und in meiner Ausdrucksweise machen! Ich hör dann schon auf, wenn eine Diskussion keinen Sinn mehr macht.
Zum Thema Überdüngung einzelner Flächen: 120Tage x 6h Auslauf => 720h / 8760h im Jahr => 8,2% / Jahr. Bei einer Kuh pro ha => 10.000 qm pro Kuh müsste man bei gleichmäßiger Düngung aller Flächen also 820qm pro Kuh haben. Bei 2 Kühen pro ha 410qm. D.h. man müsste Kuhfladen einsammeln?
Bei der Stelle mit dem Weidetagebuch denke ich, dass meyenburg1975 schon versteht, wie ich es gemeint habe.
Zuletzt geändert von Neuland79 am So Mai 03, 2020 14:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bioboom?

Beitragvon Neuland79 » So Mai 03, 2020 14:05

Isarland hat geschrieben:@ Madam Neuland
Strom für Weidezaun direkt vom Netz ist verboten. Stell dir vor, ein Spaziergänger kommt versehentlich an den Draht...da möchte ich nicht der Besitzer der Weide sein.
100m² Weidefläche pro Kuh.....das wären 100 Kühe je ha. :roll: :roll: :roll:
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Hier bekommst eh keinen nach deinem Outing.
Und jetzt geh ich lachen.

Schön, wenn ich dich zum Lachen bringen konnte. Und ich bitte dich eindringlich, NIEMALS einen Weidezaun DIREKT ans Niederspannungsnetz anzuschließen. Du darfst aber deinen Weidezaun +ber ein entsprechendes Gerät mit Energie aus dem Niederspannungsnetz SPEISEN. Die Energie fällt nämlich nicht vom Himmel. Es gilt immer noch Leistungsinvarianz, auch bei Weidezäunen!
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Re: Bioboom?

Beitragvon Isarland » So Mai 03, 2020 14:11

Neuland79 hat geschrieben:
Isarland hat geschrieben:@ Madam Neuland
Strom für Weidezaun direkt vom Netz ist verboten. Stell dir vor, ein Spaziergänger kommt versehentlich an den Draht...da möchte ich nicht der Besitzer der Weide sein.
100m² Weidefläche pro Kuh.....das wären 100 Kühe je ha. :roll: :roll: :roll:
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Hier bekommst eh keinen nach deinem Outing.
Und jetzt geh ich lachen.

Schön, wenn ich dich zum Lachen bringen konnte. Und ich bitte dich eindringlich, NIEMALS einen Weidezaun DIREKT ans Niederspannungsnetz anzuschließen. Du darfst aber deinen Weidezaun +ber ein entsprechendes Gerät mit Energie aus dem Niederspannungsnetz SPEISEN. Die Energie fällt nämlich nicht vom Himmel. Es gilt immer noch Leistungsinvarianz, auch bei Weidezäunen!

Elektrischer Zaun, eingespeist aus dem Stromnetz(ohne Batterie) betrieben wird...deine Worte.
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Re: Bioboom?

Beitragvon Fassi » So Mai 03, 2020 14:16

Qtreiber hat geschrieben:
Neuland79 hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass die Wölfe den Jägern ein wenig die Arbeit erleichtern und den Überhang an Wild reduzieren. ……… Spätestens wenn sie alle Tiere im Wald aufgegessen haben, müssen sie eure Tiere essen.

Das tun sie auch jetzt schon. Zwar keine Kühe, aber deren Kälber. Und auch sonst ist alles, was an Nutztieren vorhanden ist, schon auf ihrer Speisekarte. Und die Kühe machen sie scheu.


Und aggressiv. Mein Deckbulle hatte schon immer ne gewisse Abneigung gegenüber wolf- und fuchsähnlichen Hunden. Aber er hatte vor Menschen immer Respekt. Letzten September hat sich das schlagartig innerhalb von 24h geändert. Mittlerweile ist er in der Truhe, weil es nicht zu verantworten war. Sobald er eine vermeintliche Bedrohung seiner Damen erkannt hatte, hat er nicht mehr gewarnt, sondern direkt mit Scheinangriffen begonnen. Wobei ich mir nicht sicher, ob nicht der Zaun der Grund war, dass es nur Scheinangriffe waren. Weide betreten war am Ende nicht mehr möglich.

An dem Tag als es began, waren sie Damen auch ein wenig nervös und die Kälber (wobei das jüngste da auch schon 3 Monate alt) immer in der Mitte der Herde. Das Verhalten kannte ich ja schon von den Schafen, wenn der Luchs mal wieder vorbei geschaut hat. Allerdings hatte ich einen der Dorfhunde im Verdacht. Mittlerweile weiß ich, dass in der Woche im Wald hinter der Weide sowie in der Nachbargemarkung mehrfach ein Wolf gesichtet wurde. Bei dauerhafter Anwesenheit dürfte das Verteitigungsverhalten auch auf die Mütter abfärben, was dann das Ende der Mutterkuhhaltung wäre.

Gruß
PS: Übrigens, eine Woche später waren bis auf meine Kühe sämtliche Weidetiere (Kühe und Pferde) in der Gemarkung ausgebrochen und alle samt ungewöhnlich nervös. Leider waren Vaters Pferde mit dabei und an eigentlich ungewöhnlicher Stelle durch den Zaun gelaufen. Sie haben von insgesamt 400m Zaun, die einzigen 20m vor einem Gebüsch ausgesucht.
http://www.youtube.com/watch?v=AMpZ0TGjbWE

https://youtu.be/Tmq8KHPxdrE
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Re: Bioboom?

Beitragvon Neuland79 » So Mai 03, 2020 14:19

Isarland hat geschrieben:Elektrischer Zaun, eingespeist aus dem Stromnetz(ohne Batterie) betrieben wird...deine Worte.

Richtig, aus dem (Niederspannungs)Stromnetz gespeist => d.h. die Energie wird aus dem Niederspannungsnetz gezogen und nicht aus einer Batterie
Speisen bedeutet nicht direkt angeschlossen. Dein Dorf-Niederspannungs-Netz wird z.B. aus dem Mittelspannungsnetz gespeist. Deswegen bist du aber nicht (direkt) ans Mittelspannungsnetz angeschlossen.
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Re: Bioboom?

Beitragvon Isarland » So Mai 03, 2020 14:30

Neuland79 hat geschrieben:
Isarland hat geschrieben:Elektrischer Zaun, eingespeist aus dem Stromnetz(ohne Batterie) betrieben wird...deine Worte.

Richtig, aus dem (Niederspannungs)Stromnetz gespeist => d.h. die Energie wird aus dem Niederspannungsnetz gezogen und nicht aus einer Batterie
Speisen bedeutet nicht direkt angeschlossen. Dein Dorf-Niederspannungs-Netz wird z.B. aus dem Mittelspannungsnetz gespeist. Deswegen bist du aber nicht (direkt) ans Mittelspannungsnetz angeschlossen.


Deine "hochgestochene ,wissenschaftliche" Erklärung interessiert mich nicht. Gelesen hat es sich, als würde der E_Zaun direkt an der Steckdose angeschlossen. Bei mir ist halt zwischen Steckdose und E-Zaun ein Weidezaungerät dazwischen geschaltet.....mit 8000 Volt...den hat mal ein Jäger angepinkelt.... :lol: :lol: :lol:
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Re: Bioboom?

Beitragvon Neuland79 » So Mai 03, 2020 14:36

Interessanter Beitrag Fassi. Ich hatte das mal an einer Hütte Im Erzgebirge. Vollkommen verlassenes Gebiet. Wenn man abends an der Hütte sitzt, hört man in der Ferne die Wölfe heulen. Und auf einer nahe gelegenen Weide standen Rinder. Wir mussten bei der Abfahrt dort vorbei laufen und die Tiere sind sofort zu uns gekommen und haben sich schnaufend aufgebaut. Ich hatte das noch nie in meinem Leben zurvor erlebt. Rinder waren immer zahm. Aber die nicht. Wir haben kurz überlegt, ob wir dort lang gehen, aber wir wollten den Zug schaffen und hätten eine ganze Runde um den Berg zurück drehen müssen. Ich hab meinen Kindern gesagt, das ist nix, die sind nur irgendwie komisch und da ist ja ein Zaun. Aber der Zaun war ein Witz, vielleicht ein Meter hoch. Aber als wir auf der Höhe der Tiere waren, war das Schnaufen in meinem Ohr so laut und direkt zwei Meter neben mir standen diese Tiere, dass ich dachte, meine letzte Minute hat geschlagen. Ich hab die nicht angesehen, weil ich Angst hatte, dass dies den Ausschlag für einen Angrioff geben würde. Ich bin einfach nur ruhig vrobei gelaufen. Aber ich habe ehrlich gedacht, die springen über den Zaun und das wars. Mich hat diese Situation auch nachhaltig mit genommen. Ich würde heute bei diesem Verhalten den Weg definitiv nicht weiter gehen.
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Re: Bioboom?

Beitragvon Falke » So Mai 03, 2020 15:06

Neuland79 hat geschrieben: Spätestens wenn sie [die Wölfe] alle Tiere im Wald aufgegessen haben, müssen sie eure Tiere essen.

Typisch städtische oder auch linkische Denkweise.

Der Wolf ist schlau. Bevor der das seltene, scheue, magere und flinke Wild im Wald jagt, sucht der seine fette Beute beim in großer Stückzahl auf offener Fläche stehenden Weidevieh.
Und sollte das vierbeinige Vieh in den Ställen bleiben, wird er sich irgendwann an die Zweibeiner in Feld und Flur ranmachen (müssen).
Erzählungen wie das Märchen vom Rotkäppchen und dem Wolf sind aus der realen Bedrohung vor noch nicht allzu langer Zeit entstanden. Das war keine Romantik ...

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Re: Bioboom?

Beitragvon lena4866 » So Mai 03, 2020 15:10

@neuland79
Es ist begrüssenswert wenn landwirtschaftsferne Leute sich für Natur und Landwirtschaft interessieren.
Nur sollten Sie das auch unvoreingenommen tun, Ich erlebe immer wieder das man sich vorher ein gewisses Vorurteil gebildet hat und dann versucht den Profis zu erklären das Sie alles falsch machen.
Mit Unvoreingenommen meine Ich zum Beispiel das man sich sowohl bei konventionellen Landwirte als auch bei Bio-Landwirten über die Vor und Nachteile der Produktionsweisen informiert und nicht mit der Einstellung Bio = Gut , Konventionell= böse herangehst.
Beide Produktionsweisen haben Vor und Nachteile und biologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe sind sich in der Regel darüber bewusst.
Schlimm sind oft die Quereinsteiger die ideologisch verblendet sind , die nie über die Nachteile der Bioproduktion diskutieren würden.

Je mehr du hier postest je mehr bemerkt man deine Unkenntnis , so musste Ich schmunzeln als du folgendes schriebst:
Neuland79 hat geschrieben:Du bezahlst Geld, damit jemand deine Gülle nimmt? Bezahlt man nicht normalerweise Geld für Dünger? Und eine Biogasanlage in der Nähe, die Geld für deine Gülle bezahlen würde? Zum Mineraldünger schreibe ich gleich noch etwas.
(

In vielen Regionen zahlen Landwirte sehr viel Geld um Gülle abgeben zu dürfen die Flächenpachtpreise liegen höher wie die Erträge
In diesen Regionen gibt es eher kleinere Betriebe die sich über die Viehhaltung eine Existenz geschaffen haben .
Viehhaltende Biobetriebe gibt es dort kaum weil alleine die Flächenpachten in den Regionen den Gewinn komplett auffressen würden.
Ausnahmen gibt es dort wenige und wenn haben die kostengünstige Flächen von öffentlichen Organisationen , in der Regel mit Bewirtschaftungsauflagen .
Der Bio Landwirt den du kennst dürfte wenn er Flächenpachtpreisen von 800€ für Grünland und 1000€ und mehr für Ackerland zahlen müsste auch keinen Gewinn erwarten dürfen (Ohne Einbeziehung eines Preises für Gülleentsorgung wäre maximal die Hälfte des Preises bei konventionellen Betrieben wiirtschaftlich tragbar )
Landwirte müssen genau wie jeder Unternehmer kalkulieren und rechnen, daher findet man Biobetriebe oft dort wo es zu günstigen Preisen Flächen zu pachten gibt.
Der durchschnittliche Landwirt hat eine Ausbildung die über der durchschnittlichen Ausbildung der Bevölkerung liegt , Sie sind also nicht dumm und sind auch keine Hinterwäldler (auch wenn man bei dem ein oder anderen Mitschreiber hier den Eindruck haben könnte , speziell bei deren Frauenbild :D )
Ich habe eine Ausbildung zur staatlich geprüften Landwirtin gemacht , heute heisst das Agrarbetriebswirtin und entspricht dem oder der Techniker*in anderen Berufen. Diese Ausbildung war damals in dne achtziger Jahren schon Standard bei Betriebsnachfolger*innen und besteht aus der landwirtschaflichen Ausbildung danach mindestens ein Jahr praktische Arbeit und dann mindestens 2 Jahre Fachschule .

Der Bioboom wird zum grossen Teil aus dem Ausland bedient weil dort günstiger Produziert werden kann, Ich kenne einen Biogrosshändler desssen LKWs permanent Richtung Ukraine fahren um Bio-Getreide heranzukarren.
Wie da die Ökobilanz aussieht ?
Deutsche Landwirte stehen dagegen auf Wartelisten , selbst wenn Sie Bio produzieren wollen finden Sie schwer Abnehmer.Lidl und Co intressieren nur günstige Einkaufskonditionen.

Was noch bleibt ist Direktvermarktung das hat aber mit Bio erst einmal nichts zu tun .
Hier im Ruhrgebiet gibt es viele Landwirte die auch konventionelle Produkte erfolgreich Direkt vermarkten .
Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung ist aber bereit mehr für Lebensmittel zu bezahlen und direkt einzukaufen .
Im Ruhrgebiet klappt das für viele Landwirte weil hier eine grosse Bevölkerung auf wenige Landwirte trifft.
Ich kenne aber im weiteren Umfeld des Ruhrgebiets so einige Landwirte die sich erfolglos in Direktvermarktung versucht haben und viel Geld verbrannt haben.
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Re: Bioboom?

Beitragvon CarpeDiem » So Mai 03, 2020 15:44

Falke hat geschrieben:Bevor der das seltene, scheue, magere und flinke Wild im Wald jagt

Dazu wäre noch zu sagen, das das potentielle Beutewild des Wolfes, nämlich Rot- und Schwarzwild effektive Abwehrstrategien entwickelt hat. Die Wildschweine vergrössern ihre Rotten beträchtlich, 50 und mehr Tiere sind keine Seltenheit. Das Rotwild sucht zur Abwehr zunehmend die Waldflächen auf bzw. zieht sich in diese zurück. Im Wald kann kein Rudel jagen.... deshalb sind die Nutztiere auf freien Feldflächen die bevorzugte, leichte Beute für den Wolf!
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Re: Bioboom?

Beitragvon 240236 » So Mai 03, 2020 15:45

Neuland79 hat geschrieben:
240236 hat geschrieben:Du hast von Landwirtschaft nichts Verstanden. Wenn du die Mehrung des Stickstoffes durch Lupinen aufzählst, dann ist das ja richtig. Die Milch die vom Betrieb wegkommt, hat scheinbar keine Nährstoffe. Dann wird ja das Fleisch auch noch verkauft, oder werden die alten Kühe bei dir kompostiert und als Kompost wieder auf die Weiden gefahren. Dieses nennt sich fachlich Nährstoffabfuhr.

Zum Weidetagebuch: Da kannst du Lachen wie du möchtest. Aber es gäbe solche Leute, wie du und sich das mit der Weidehaltung ganz einfach machen. Da fressen sich die Kühe im Stall den Bauch voll und dann auf ein paar m2 scheissen sie das ganze gefressene wieder aus. Das ist Überdüngung einer einzelnen Fläche. Warum hat sich das mit der Weidehaltung einfach aufgehört? Weil es nicht so einfach ist, wie sich es so einige TRÄUMER wie du vorstellen.

Fleisch und Milch habe ich durchaus erwähnt, auch wenn ich es nicht explizit als Nährstoffabfuhr bezeichnet habe. Ihr könnt euch auch gerne mal lustig über mich machen. Da bin ich nicht so sensibel, denn ich als Nicht-Landwirt(in) darf Fehler in meinen Gedanken und in meiner Ausdrucksweise machen! Ich hör dann schon auf, wenn eine Diskussion keinen Sinn mehr macht.
Zum Thema Überdüngung einzelner Flächen: 120Tage x 6h Auslauf => 720h / 8760h im Jahr => 8,2% / Jahr. Bei einer Kuh pro ha => 10.000 qm pro Kuh müsste man bei gleichmäßiger Düngung aller Flächen also 820qm pro Kuh haben. Bei 2 Kühen pro ha 410qm. D.h. man müsste Kuhfladen einsammeln?
Bei der Stelle mit dem Weidetagebuch denke ich, dass meyenburg1975 schon versteht, wie ich es gemeint habe.
Wenn die Kühe auch nur 8,2% des Jahres auf diesen 100m2/ Kuh stehen, deshalb wird die Weide auch keine Grasnarbe mehr haben, da total zertrampelt. Total zertrampelt- kein Aufwuchs also kein Nährstoffentzug also Düngung verboten oder wenn Kühe hinscheissen dann Überdüngung. Ist doch ganz einfach
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Re: Bioboom?

Beitragvon CarpeDiem » So Mai 03, 2020 15:48

@lena4866,
erstklassiger Beitrag, der alle Facetten zwischen Stadt- und Landbevölkerung, sowie zwischen Bio- und konventioneller Lw erfasst und sauber darstellt. Leider befürchte ich, dass er auch nichts bewirken wird, eigentlich mehr als schade.
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