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Die Henker der Landwirtschaft

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Fr Okt 02, 2020 6:45

Todde hat geschrieben:
40% oder mehr, der heutigen Bio-Fläche wird von konventionellen Landwirten bewirtschaftet, sind alles 2. Betriebe, die dem Wunsch der Politik nachkommen und Prämien somit abgreifen, damit man jedes Jahr den "Bio-Boom" verkünden kann.
Die heimische Bio-erzeugung ist doch seit Jahren rückläufig, weil importierte Bio-Erzeugnisse wesentlich billiger sind und nur das zählt beim Verbraucher.


Ja, du hast leider recht!
Mittlerweile werden fast 60% der bundesdeutschen Bio-Erzeugung ausschließlich nach EU-Bio-Standard erzeugt und über die Discounter und Supermärkte mit verramscht. Aus diesen Marktaktivitäten resultiert auch ein Druck auf die Erzeugerpreise für sogen. Verbandsware. Wie mir ein Kollege jetzt mitteilte, zahlten auch Erzeugergemeinschaften mit Verbandszugehörigkeit, für z.B. Backweizen als Basispreis lediglich knapp über 300€/t. Dazu kommen zwar im Verlaufe des nächsten Jahres noch ein paar Zuschläge aber wirtschaftlich sinnvoll ist diese Erzeugung für viele Bio-Betriebe nicht mehr.
Bei den Kunden für Bio-Erzeugnisse gibt es zwei Gruppen. Die erste hat schon die Anfänge des Bio-Anbaus in D. miterlebt und kauft, mittlerweile in der zweiten oder dritten Generation, ihre Bio-Produkte im Fachmarkt. Das ist ein stabiler Markt, dessen Kundschaft allerdings nicht einmal 10% aller Verbraucher ausmacht. Diese Kundschaft ist fast nicht erweiterbar! Die andere Gruppe sind die Gelegenheits-Bio-Käufer. Sie kaufen mittlerweile den größeren Teil der Bioprodukte aber eben nur, wenn der Preis stimmt oder man in Laune ist. Ostern und Weihnachten sind die Termine, zu denen hier ein großer Teil des Biomarktes boomt. Große industrielle Verarbeiter, die für die Discounter und Supermärkte Bio-Erzeugnisse verarbeiten, tätigen fast nur noch Alibi-Einkäufe bei den Verbandbetrieben. Über kurz oder lang, wird hier die "teure" Bio-Ware wohl ausgelistet werden. Anfänge gibt es schon im Süden bei der Verarbeitung von Rind- und Schweinefleisch. Eher als handwerklich zu bezeichnende verbandsorganisierte Verarbeitungsbetriebe geraten zunehmend unter Preisdruck, wenn sie Ware mit Verbandslogo in den Supermärkten plazieren wollen. In diesen Läden regiert der Preis! Produkt- und Prozessqualität sind da eher Fremdwörter mit denen der gemeine Kunde nichts anfangen kann. Schwierig wird es dort, wo das Bioprodukt sich nur noch durch die Prozessqualität abgrenzen kann. Ein solcher Markt ist der für Bio-Schweinefleich. Die Angleichung an die konv. Qualitätsparameter(z.B. MfA) hat hier zu Produkten geführt, die es früher als Bioware nicht gegeben hat. Fleisch von Rassen mit hohem intramuskulären Fettgehalt, bekommt man heute nur noch direkt beim Erzeuger oder im Bio-Fachhandel. Bei den konv. Verkäufern wird das Produkt nachgefragt, wenn der Preisunterschied nur gering ist. Ein unregelmäßiges Angebot lässt den Bio-Einkauf im Supermarkt und beim Discounter so zum Zufallgeschäft werden. So wie es auch gewollt ist!
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon meyenburg1975 » Fr Okt 02, 2020 7:11

Bio muss nicht teuer sein.
Sagt LIDL.
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Fr Okt 02, 2020 7:24

meyenburg1975 hat geschrieben:Bio muss nicht teuer sein.
Sagt LIDL.


Lidl nutzt die Kooperation mit Bioland, um, über das Bioland-Logo, Bioprodukte bei sich bekannter/salonfähig zu machen. Wenn das erfolgt ist, lässt man die Kooperation sang- und klanglos auslaufen. Danach ist das Bioland-Logo auch nicht mehr viel wert. Genau so wird es auch mit Demeter und Kaufland laufen. Leider sind die Sesseldrücker auf Verbandsebene nicht in der Lage, das zu erkennen. Wachstum um jeden Preis ist derzeit das Ziel! Zahlen werden diesen Preis die Betriebe.
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon Neuland79 » Fr Okt 02, 2020 7:40

meyenburg1975 hat geschrieben:Bio muss nicht teuer sein.
Sagt LIDL.

Auf der anderen Seite dominieren oft die Herstellungskosten. Nehmen wir z.B. Bier. Wieviel Weizen/Gerste ist im Bier drin und um wieviel cent würde ein Bier teurer werden, wenn man dem Landwirt für den Weizen/Gerste das dreifache bezahlen würde.
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon meyenburg1975 » Fr Okt 02, 2020 12:25

Neuland79 hat geschrieben:
meyenburg1975 hat geschrieben:Bio muss nicht teuer sein.
Sagt LIDL.

Auf der anderen Seite dominieren oft die Herstellungskosten. Nehmen wir z.B. Bier. Wieviel Weizen/Gerste ist im Bier drin und um wieviel cent würde ein Bier teurer werden, wenn man dem Landwirt für den Weizen/Gerste das dreifache bezahlen würde.

Ich weiß. Aber Standardware wird nun mal zum günstigsten Preis eingekauft. Bei Konvi sowieso und auch Bio wird auf diese Schiene gedrängt.
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon Todde » Fr Okt 02, 2020 22:45

DWEWT hat geschrieben:Die erste hat schon die Anfänge des Bio-Anbaus in D. miterlebt und kauft, mittlerweile in der zweiten oder dritten Generation,

Bei mir in der Region gab es 2 Biobetriebe, die Ende der 70er Anfang der 80er damit angefangen haben, exorbitante Subventionen wie heute gab es nicht, es gab gar nichts.
Die haben sich bis 2002, 2004 zu bundesweiten Musterbetrieben vorgearbeitet, einen davon gibt es gar nicht mehr, der andere ist heute reiner Bio-Gasbetrieb mit 90% Mais.

Offensichtlich haben sich "Ur"-Bios mit Hofladen und guter Küche heute meist überlebt, Geld machen heute im Bio-Bereich eben ganz andere, die die Behr AG zB.
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon Todde » Fr Okt 02, 2020 22:48

DWEWT hat geschrieben: Zahlen werden diesen Preis die Betriebe.


Ob Bio oder Konvi, den Preis zahlen alle Betriebe. Entweder kann man zu den Preisen, Auflagen und vielen weiteren Kosten produzieren oder muss sich verabschieden.
Bio ist für die familiäre Landwirtschaft auf jedenfall keine Lösung.
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon Englberger » Sa Okt 03, 2020 0:37

Todde hat geschrieben:
DWEWT hat geschrieben:Die erste hat schon die Anfänge des Bio-Anbaus in D. miterlebt und kauft, mittlerweile in der zweiten oder dritten Generation,

Bei mir in der Region gab es 2 Biobetriebe, die Ende der 70er Anfang der 80er damit angefangen haben, exorbitante Subventionen wie heute gab es nicht, es gab gar nichts.
Die haben sich bis 2002, 2004 zu bundesweiten Musterbetrieben vorgearbeitet, einen davon gibt es gar nicht mehr, der andere ist heute reiner Bio-Gasbetrieb mit 90% Mais.

Offensichtlich haben sich "Ur"-Bios mit Hofladen und guter Küche heute meist überlebt, Geld machen heute im Bio-Bereich eben ganz andere, die die Behr AG zB.

Hallo,
wer hat da seit den 70errn weitergemacht?
Hinter einem Biobetrieb sollte auch ein überzeugter Bauer stehen; sonst wirds nix.
In gross und EU bio oder Frenchbio (halber Betrieb bio andere 50% konventionell) gehts auch.
Das Thema geht mir schon an die Nieren, weil ich das hier in F nicht hingekriegt hab. Hat viele Gründe.
Gruss Christian
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon bauer hans » So Okt 04, 2020 9:46

Englberger hat geschrieben:Hinter einem Biobetrieb sollte auch ein überzeugter Bauer stehen; sonst wirds nix.

hinter jedem betrieb muss ein überzeugter betriebsleiter stehen :!:
hier gabs drei bios,einer ist noch da,der arbeitet wie ein pferd,die anderen beiden waren sprücheklopper mit geld und es lief bis das geld versiegte,einer war fremdfinanziert von seiner lebensgefährtin,die auf einem eintrag im grundbuch bestanden hatte,der betrieb ist jetzt pleite.
wir schaffen uns :mrgreen:
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon HL1937 » So Okt 04, 2020 10:47

Neuland79 hat geschrieben:wenn man dem Landwirt für den Weizen/Gerste das dreifache bezahlen würde.


Den meisten Deppen kann und darf man nicht mehr geben als momentan.
Die würden komplett am Rad drehen und in der Klapse landen weil sie sich dann nicht mehr genug sehen würden.
Früher war alles besser.
Gott schütze unsere Fluren, vor Merkel, den Grünen und anderen Kulturen.

Es wünsch mir einer was er will, es geb´ihm Gott zehnmal soviel.
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Fr Okt 16, 2020 16:34

Das ist schon absurd. Da wird auf der einen Seite mit grenzwertigen Äußerungen über die Funktionäre, auch des Bauernverbandes, hergezogen und auf der anderen Seite wird deren Präsi, ganz aktuell, mit über 80% der Wählerstimmen im Amt bestätigt. Diesen Spagat bekommen auch nur die Bauern hin. :lol:
Damit dürfte klar sein, dass alles beim Alten bleibt. Na dann, gute Nacht! :wink:
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon Neuland79 » Fr Okt 16, 2020 16:47

DWEWT hat geschrieben:Das ist schon absurd. Da wird auf der einen Seite mit grenzwertigen Äußerungen über die Funktionäre, auch des Bauernverbandes, hergezogen und auf der anderen Seite wird deren Präsi, ganz aktuell, mit über 80% der Wählerstimmen im Amt bestätigt. Diesen Spagat bekommen auch nur die Bauern hin. :lol:
Damit dürfte klar sein, dass alles beim Alten bleibt. Na dann, gute Nacht! :wink:

Hat niemand anderes kandidiert oder gibts eine Stimme pro ha?
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon Kartoffelbluete » Sa Okt 17, 2020 8:11

Es waren ja auch nur linientreue Delegierte anwesend und damit auch nur solche stimmberechtigt! :?
Wer etwas anderes erwartet hat, war ganz schön naiv! :roll:
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon T5060 » Sa Okt 17, 2020 10:37

Weniger als 90 % sind eigentlich ein grottenschlechtes Ergebnis im DBV.
Ein erfolgreicher Verband kann aber kein hippers urdemokratischer Verein sein.
Zunächst braucht der Laden eine Complinance-Ordnung : d.h. keine Spezl-Geschäftchen mehr
dann braucht es gerissene durchsetzungsstarke Leute, die eine klare Industriepolitik verfolgen.
Dazu kann man ruhig auch ein wenig NGO werden.

Hat bei Greenpeace, den Kirchen, den Medien oder dem NABU schon mal jemand nach Demokratie gefragt ?
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Die Henker der Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Sa Okt 17, 2020 10:53

T5060 hat geschrieben:Dazu kann man ruhig auch ein wenig NGO werden.

Hat bei Greenpeace, den Kirchen, den Medien oder dem NABU schon mal jemand nach Demokratie gefragt ?


Ich hätte es mir nicht träumen lassen aber, volle Zustimmung!
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