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DIE LINKE....

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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132 Beiträge • Seite 6 von 9 • 1 ... 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon Quattro » Di Mär 23, 2010 12:08

Hans, das ist kein Quatsch. Natürlich muß jeder einen Teil der Steuerlast tragen, aber warum wird in letzter Zeit bei den oberen Einkommen mehr nachgelassen? Wir brauchen doch nur den letzten Deal mit der Hotel-Mwst ansehen, der dient nicht dem kleinen Mann.
Und nachweisbar steckt eine Parteispende dahinter. Das meine ich mit unterwandern. Und das gilt für alle Parteien die evtl in Frage kommen mal zu regieren. Die Linke dürfte da momentan nicht in Frage kommen, die will ja auch die Spenden begrenzen.
Also sag nicht Quatsch, das ist Realität!
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon hans g » Di Mär 23, 2010 12:32

Quattro hat geschrieben:Also sag nicht Quatsch, das ist Realität!

ich sehe um mich herum NUR wohlstand und je besser der ist,desto mehr wird gejammert und geschimpft.
dass es auch leute gibt,die nicht so gut situiert sind,gebe ich zu---allerdings wehre ich mich dagegen ALLES SCHLECHT ZU REDEN,ohne ne praktikable ALTERNATIVE zu haben.
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon Cairon » Di Mär 23, 2010 12:52

Der Sozialismus ist eine schöne Idee, die möglicherweise auch funktionieren würde wenn Menschen soziale Wesen wären. Ein gewisser Egoismus liegt in der Natur des Menschen, der aus seinem Willen zu überleben resultiert. Außerdem versuchen Menschen immer attraktiver zu sein als ihr Nachbar um damit potentielle Lebenspartner zu beeindrucken. Das mag jetzt sehr einfach klingen aber es ist so. Am kann die Menschen nicht alle gleich machen, weil sie eben nicht gleich sind.
In keinem Land hat Sozialismus wirklich funktioniert und wer meint in China funktioniert es, der sollte mal eine Reise nach China machen. Ein Teil unserer Klasse auf der ZFA hat die Klassenfahrt nach China gemacht und die Bilder die sie mitgebracht haben und was sie zu abrichten hatten lässt auf etwas ganz anderes schließen.
Auf der anderen Seite denke ich auch, dass man unsere Marktwirtschaft wieder etwas in die soziale Richtung steuern muss und der macht des Kapitals Einhalt gebieten sollte. Allerdings sollte man dabei genau darauf achten dadurch nicht die Kohäsionskraft des Unternehmertums zu untergraben.
Ein Recht auf Arbeit, eine tolle Idee. Aber Arbeitsplätze wachsen nicht auf Bäumen, sie müssen geschaffen werden und geschaffen werden sie von Unternehmern. Jeder hat das Recht sich selbständig zu machen und sich selber einen Arbeitsplatz zu schaffen. Warum sollten Unternehmen verpflichtet werden jedem einen Arbeitsplatz zu geben? Oder soll das alles eine riesige steuerfinanzierte ABM werden? Die Vollbeschäftigung oder das Recht auf Arbeit wir aus einem ganz einfachen Grund nicht zu erreichen sein, die Anforderungsprofile an die Arbeitnehmer haben sich in den letzten 30 Jahren radikal geändert. Die meisten Tätigkeiten die früher Hilfsarbeiter erledigt haben werden heute durch Maschinen erledigt. Wagons werden nicht mehr von Hand gepackt, daher muss wer einen Arbeitsplatz haben will schon deutlich höhere Anforderungen erfüllen wie früher. Und so hart es ist, es gibt leider viele Menschen die die Anforderungen nicht erfüllen können oder wollen. Wie man diese Menschen in Lohn und Brot bringen soll ist mir schleierhaft, nur kann man sie auch nicht mit einer kompletten Grundsicherung auffangen. Die Kinder dieser Menschen wachsen mit Sozialhilfe auf und werden dadurch geprägt, es gibt heute Sozialhilfeempfänger in der 3. und 4. Generation. Man kann diesen Menschen kaum Vorwürfe machen, sie habe es ja nie anderes kennen gelernt. Da entsteht ein Teufelskreis der immer größer wird und es steckt eine Menge Sprengstoff darin.
Wenn man dem Tüchtigen die Früchte seiner Arbeit nimmt und sie nach unten um verteilt, wird sich der Tüchtige fragen warum er noch tüchtig sein soll und sich andere Wege suchen.
Den richtigen Weg zu finden ist nicht leicht und ich denke bei uns in Deutschland hat es lange Jahre recht gut ausgesehen, nur anscheinend läuft inzwischen einiges aus dem Ruder.
Halb acht, halb neun, es wird schon heller,
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon SHierling » Di Mär 23, 2010 13:10

Cairon hat geschrieben: Am kann die Menschen nicht alle gleich machen, weil sie eben nicht gleich sind.
Was verstehst Du denn unter "gleich machen" ? Oder anders gefragt: welche der Gleichheiten, die wir hier bei uns im Grundgesetz verankert haben, hältst Du für falsch? Oder redest Du ausschließlich vom Lohn?
Wie sehen denn hier die Ansätze aus, wenn zB von den ALG IIern behauptet wird, die könnten JEDE Arbeit annehmen? Sind die alle gleich, weil sie nicht genug Geld haben?


Ein Recht auf Arbeit, eine tolle Idee. Aber Arbeitsplätze wachsen nicht auf Bäumen, sie müssen geschaffen werden und geschaffen werden sie von Unternehmern.
Eine extrem einseitige Betrachtungsweise, oder? Was ist mit den Arbeitsplätzen, die es früher mal in Familien gab? Mit den Arbeitsplätzen beim Staat? Bei Vereinen? In der Kultur? In Schulen? Sollen die allesamt zu Unternehmern werden?

Jeder hat das Recht sich selbständig zu machen und sich selber einen Arbeitsplatz zu schaffen.

Gute Idee. Leider sind ja Deiner Meinung nach nicht alle Menschen gleich (ich pflichte Dir da durchaus bei). Also ist das schon mal keine Möglichkeit für "jeden", denn das Recht, sich selbständig zu machen, enthält ja nicht auch zugleich die Fähigkeit dazu. ( mal ganz abgesehen von den Startchancen, die dann auch für jeden gleich sein sollten)

Du gehst ohne auch nur irgendeine Art von Alternative überhaupt in Betracht zu ziehen davon aus, daß es
a) nichts gibt außer Sozialismus und Kapitalismus und
b) keinerlei Weiterentwicklung geben kann.

So kanns natürlich auch nicht klappen.
Ich esse Fleisch, und ich weiß, warum.
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon amwald 51 » Di Mär 23, 2010 15:52

servus mitanand
... ich kehre hier mal mit einem leserbrief aus meiner tageszeitung an den ausgangspunkt zurück:
ein herr namens dr. **** ******* schreibt: 'schon ende der 60er jahre hat der große polnische philosoph
Leszek Kolakowski klar gesagt, was davon zu halten ist, wenn jemand einen demokratischen
sozialismus einführen möchte - es gleicht dem versuch, einen schneeball knusprig zu rösten'.
... nebenbei habe ich gestern mal ein bisschen zu sahra oder wie ich meine sarah wagenknecht gegoogelt:
auf einen nenner gebracht >>> wasser predigen, selber (perl-)wein trinken. ihre lebensberechtigung
sieht sie allein darin, sich mit ihren gedanken sich ständig im kreis drehend selbst zu beschäftigen (man
könnte auch befriedigen sagen). dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
grüße vom alpenrand
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon meyenburg1975 » Di Mär 23, 2010 15:56

Crazy Horse hat geschrieben:
meyenburg1975 hat geschrieben:
Quattro hat geschrieben:Ich denke, dass der Kapitalismus bald abgewirtschaftet hat.

Möglich, wirds danach denn besser?



Der Kapitalismus ist wie ein riesengroßes Monopolyspiel. Gespielt und gekämpft wird allerdings nicht um Straßen, Bahnhöfe oder Plätze, sondern um die Güter dieser Welt. Es gibt im Kapitalismus kein Limit. Jeder kann so viel verdienen und sich so viel anreichern, wie er kann. Und die höchsteffektive Waffe in diesem Kampf ist ein zum größten Teil materieloser Gegenstand => das Geld.

Das Geld selbst ist überhaupt nichts wert, existiert oftmals nur noch als binäre Einheit in einem Computersystem, aber dieses "Nichts" lässt sich eintauschen gegen reale Güter, mit diesem "Nichts" kann man Menschen in die Abhängigkeit führen und versklaven, weil nur noch dieses "Nichts" als Zahlungsmittel akzeptiert wird.

Der Kapitalismus wird sich nicht selbst überleben. Er führt ja höchsteffektiv zur Umverteilung. Es kann aber sein, dass die Geknechteten und Ausgebeuteten irgendwann mal aufstehen und sagen: "Wir spielen dieses perverse Spiel, das immer nur zu unseren Lasten geht, nicht mehr mit!" Dann gibt es eben Krieg.
Jean Jaurès hat mal gesagt: "Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen". Dem ist nichts hinzuzufügen.
Das ist keine Antwort auf meine Frage. Wirtschaftliches Denken und Handeln des Menschen wird im wesentlichen geprägt durch:
Wenn ich mehr "leiste" will ich mehr verdienen/besitzen.
Eine Hand wäscht die Andere.
Ziele mit mögl. wenig Aufwand zu erreichen.
Die "Überwindung" des Kapitalismus bedeutet diesen menschlichen Antrieb auszuschalten, der im wesentlichen für Fortschritt und Innovation verantwortlich ist. Selbstverständlich kann man sich fragen, wohin uns das geführt hat. Man muss sich aber auch im Gegenzug fragen, ob wir zukünftige Aufgaben ohne selbiges bewältigen können.
Und davon abgesehen wird sich auch in einem wie auch immer ausgestalteten Sozialismus eine "Elite" herausbilden, die sich nach oben genannten Kriterien die Taschen vollstopft. So ne dicke Kette gibt es nicht als das Menschen wie Frau W. und Co im Zaum halten könnte.

Ich sehe im Moment zwei wesentliche Schwachpunkte im momentanen System,
Erstens werden Arbeitserträge höher besteuert wie Kapitalerträge und
zweitens versucht jeder den globalen Handel mit nationalen Regeln und Kontrollen zu "lenken".

Um hier eine Verbesserung einzuläuten, müssen sich alle grossen Wirtschaftsnationen an einen Tisch setzen, da wird ein Grundsatzprogramm der Linken nix bewegen.
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon fridolin » Di Mär 23, 2010 16:25

Meyenburg 1975 mutmaßt:
Um hier eine Verbesserung einzuläuten, müssen sich alle grossen Wirtschaftsnationen an einen Tisch setzen, da wird ein Grundsatzprogramm der Linken nix bewegen.


Das können wir LINKEN in aller Ruhe abwarten! Die Landtagswahl in NRW wird die Wahrheit schonungslos an den Tag bringen.
Also Angie ist verstimmt: Der Frühling lässt weiter auf sich warten und ihr Vize lässt kein FETTNÄPFCHEN aus. Die Deutsche Bank macht
schon wieder Milliardengewinne und Karlsruhe Schluss mit der Vorratsdatenspeicherung.
Deutschland ist WM-dritter bei Rüstungsexporten und ihr Kabinett mit 80 Milliarden Euro Neuverschuldung einsamer SPITZENREITER. Die Regierung poltert wie ein schwerfälliger Elefant durch den politischen Porzellanladen. Kurz vor der Landtagswahl an Rhein und Ruhr werden in der Kanzlerin Erinnerungen wach. Als die Partei ihres Vorgängers im Jahre 2005 die NRW-Wahl verlor, stürzte SCHRÖDER die Republik in vorgezogene Neuwahlen. Er verlor, und sie stolperte an die Macht. Seit Wochen quälen sie Zwei Fragen :?: :

Wiederholt sich Geschichte? Was ist zu tun?
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon amwald 51 » Di Mär 23, 2010 16:36

servus mitanand
[bitte keine Realnames] hat geschrieben:...Als die Partei ihres Vorgängers im Jahre 2005 die NRW-Wahl verlor, stürzte SCHRÖDER die Republik in vorgezogene Neuwahlen. Er verlor, und sie stolperte an die Macht. Seit Wochen quälen sie Zwei Fragen :?: :
Wiederholt sich Geschichte? Was ist zu tun?

... eins ist gewiss: patex ist im vergleich zu dem superhaftleim mit dem äännsschiiee an ihrem stuhl kleben wird mehlpapp :D :( :evil: :twisted: :mrgreen: :gewitter: :prost:
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon Cairon » Di Mär 23, 2010 19:20

SHierling hat geschrieben: Was verstehst Du denn unter "gleich machen" ? Oder anders gefragt: welche der Gleichheiten, die wir hier bei uns im Grundgesetz verankert haben, hältst Du für falsch? Oder redest Du ausschließlich vom Lohn?
Wie sehen denn hier die Ansätze aus, wenn zB von den ALG IIern behauptet wird, die könnten JEDE Arbeit annehmen? Sind die alle gleich, weil sie nicht genug Geld haben?


Vor dem Gesetz sollten alle gleich sein, dass stelle ich auch nicht in Abrede. Aber jeder Mensch ist anders, von seinen Fähigkeiten her, von seiner politischen Einstellung, was für ihn der Sinn des Lebens ist. Allein die Definition von Gerechtigkeit kann in einzelnen Fällen sehr weit auseinander gehen. Wenn man sich den Sozialismus nach Prägung der DDR anschaut, so versuchte man dort doch mehr oder weniger alle auf das gleich soziale Niveau zu stellen. Plattenbau und Trabant und nun werde glücklich. Aber die es liegt in der Natur des Menschen mehr zu wollen und ein Teil wird einen Weg finden sich mehr zu verschaffen, was dann wieder bei den anderen zu Neid führt. Wenn alle das gleiche Einkommen und den gleichen sozialen Standard haben sollen, setzt das Voraus, dass auch alle die gleiche Leistung für den Staat bringen. Und das ist halt nicht möglich, so werden sich alle Gesellschaften, auch wenn die Bevölkerung auf dem gleichen Niveau startet immer auseinander entwickeln.
Um auf die ALG II zu kommen, gerade dort gibt es sehr große Unterschiede. Ich habe in den letzten Jahren auf Grund der Tätigkeit meiner Frau viele Menschen kennen gelernt die von ALG II leben. Es gibt einen ganzen Teil der unverschuldet hinein gerutscht ist und auch so ziemlich jede Arbeit annehmen würde, wenn sie denn nur eine bekommen würden. Es gibt viele die auf Grund von körperlichen Problemen, mangelnder Ausbildung, der familiären Situation oder einfach auf Grund ihres Alters einfach keinen Zugang zum Arbeitsmarkt finden. Aus diesem Kreis hatte ich auch Anfragen von Leuten die bei mir Kartoffeln sortieren oder Strohballen abladen wollten.
Auf der anderen Seite gibt es auch eine ganze Reihe die das soziale Netz ausnutzen und sich damit recht komfortabel eingenistet haben. Mit den Gruppen die meine Frau betreut hat haben wir hier öfter Hofführungen gemacht und wenn ich gehört habe welche Gründe manche angaben warum sie nicht arbeiten konnten, da fehlt mir wirklich das Verständnis. Einige erschleichen sich auch Leistungen, ich weiß z.B. von einem Fall in dem eine Frau ALG II kassierte, in Wirklichkeit aber in der Firma ihres Lebensgefährten die gesamte Buchhaltung machte. Aufgeflogen ist die Sache nur weil, weil sie in eine Weiterbildungsmaßnahme gesteckt wurde und sich permanent krank meldete um weiter ihrer buchhalterischen Tätigkeit nachgehen zu können. Ein ganzer Teil geht neben her schwarz arbeiten und ein Teil hat auch einfach keine Lust zu Arbeit. Bei den ALG II-Empfängern gibt es genau so große Unterschiede wie in jeder anderen Gruppe der Gesellschaft.

SHierling hat geschrieben:Eine extrem einseitige Betrachtungsweise, oder? Was ist mit den Arbeitsplätzen, die es früher mal in Familien gab? Mit den Arbeitsplätzen beim Staat? Bei Vereinen? In der Kultur? In Schulen? Sollen die allesamt zu Unternehmern werden?


Ok, da habe ich mich wohl etwas Missverständlich ausgedrückt. Auch ein Verein der Arbeitsplätze schafft ist doch im gewissen Sinne ein Unternehmen, keines das rentabel Arbeitet sondern eines das durch die Beiträge der Mitglieder subventioniert wird. Der Staat arbeitet in weiten Bereichen ja auch schon recht unternehmerisch. Es hängt einfach davon ab wie man Unternehmer definiert. In meinen Augen ist jeder im weitesten Sinn, der etwas unternimmt und dadurch Arbeitsplätze schafft ein Unternehmer, das gilt also auch für den Staat oder die Kultur. Auch der Betrieb eines Museums ist im weitesten Sinne ein Unternehmen, auch wenn es aus anderen Quellen finanziell gespießt wird.


SHierling hat geschrieben:Gute Idee. Leider sind ja Deiner Meinung nach nicht alle Menschen gleich (ich pflichte Dir da durchaus bei). Also ist das schon mal keine Möglichkeit für "jeden", denn das Recht, sich selbständig zu machen, enthält ja nicht auch zugleich die Fähigkeit dazu. ( mal ganz abgesehen von den Startchancen, die dann auch für jeden gleich sein sollten)


Die Aussage war auch eher ironisch gemeint. Natürlich ist nicht jedem die Qualifikation gegeben sich erfolgreich selbständig zu machen. Ich verstehe anders herum aber nicht wie ein Recht auf Arbeit realisiert werden soll, wenn man nicht Unternehmen verpflichtet die Menschen, die aus irgendwelchen Gründen keine Arbeit finden, kostenpflichtig anzustellen. Mit welchem Recht will man aber die Unternehmen in dieser Weise belasten, ich kann doch nicht verlangen, das ein Unternehmer seinen besten Mitarbeiter nach 30 Stunden nach Hause schickt, damit ein weniger qualifizierter Arbeiter den Rest der Arbeit machen kann.
Wenn man alle Arbeitslosen in ABM bringen würde und versucht diese Menschen im Markt zu platziere, tritt der Staat in Konkurrenz zu den privaten Unternehmen. Da die Menschen in den Maßnahmen aber günstiger sind wie reguläre Angestellte kann der Staat seine Leistungen günstiger anbieten und macht so die regulären Unternehmen kaputt. Hier gibt es ein ähnliches Problem mit den Behindertenwerkstätten, die betreiben hier eine Bäckerei, einen Fahrradladen und eine Druckerei. Für die Behinderten wirklich eine gute Sache nur mit den Preisen dieser Einrichtungen können reguläre Unternehmen auf Grund der unterschiedlich Ausgangsbedingungen nicht konkurriere. Wir haben vor kurzem einen Druckauftrag vergeben und dazu Preise eingeholt, wir haben den Auftrag an die Behinderten-Druckerei vergeben weil sie 15% günstiger war wie die privaten Anbieter. Also fallen große ABM zur Gewährleistung des Rechts auf Arbeit schon mal aus.
Wie soll das Recht auf Arbeit gewährleistet werden ohne übermäßige Härten zu schaffen. Die 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich sind doch ein Witz, die Stückkosten würden explosionsartig steigen und damit die Verbraucherpreise. Welche Möglichkeit bleibt dann dem Unternehmer? Vollautomatisierung, denn wo niemand mehr arbeitet brauche ich auch keinen zweiten Mann teuer bezahlen wenn ich den ersten nach 30 Stunden nach hause schicken muss. Oder das Geld muss soweit entwertet werden, dass der Mitarbeiter zwar den gleichen Betrag für seine Arbeit bekommt, aber entsprechend weniger Kaufkraft. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

SHierling hat geschrieben:Du gehst ohne auch nur irgendeine Art von Alternative überhaupt in Betracht zu ziehen davon aus, daß es
a) nichts gibt außer Sozialismus und Kapitalismus und
b) keinerlei Weiterentwicklung geben kann.

So kanns natürlich auch nicht klappen.


Das habe ich nie behauptet, wenn du meinen Beitrag genau gelesen hast, habe ich geschrieben das es in Deutschland in den letzten Jahren eigentlich ganz gut gelaufen ist. In Deutschland haben wir keinen reinen Kapitalismus sondern eine soziale Marktwirtschaft. Die soziale Marktwirtschaft ist in meinen Augen eine Weiterentwicklung des Kapitalismus. Allerdings muss ich zustimmen, dass in den letzten 10 Jahren die Entwicklung doch wieder in Richtung Kapitalismus aus schlägt, was ich persönlich nicht für gut halte. Aber man muss auch sagen, dass die Bevölkerung doch mitmacht. Nirgendwo ist die "Geiz ist geil-Mentalität" so verbreitet wie in Deutschland und das gerade im Bereich der Lebensmittel. Wenn man billig kaufen will, so setzt das billige Produktion voraus. Einer der Hauptkostenfaktoren ist die Arbeit und da beißt sich die Katze dann in den Schwanz. Wirtschaft ist bekanntlich ein Kreislauf und wenn man an einer Schraube dreht drehen sich andere mit.
Sozialismus, in den bisher praktizierten Formen, hat nie funktioniert und ist ausschließlich in der Unterdrückung des Volkes möglich gewesen. DDR, UdSSR, China usw. und ich kann mir der Zeit kein System vorstellen mit dem wir in diesem Weltwirtschaftssystem existieren könnten, das aus sozialistischen Grundpfeilern aufgebaut ist. Im Ostblock hat es doch nur durch die Abschottung vom Rest der Welt zeitweise funktioniert. Und dort hat sich ganz klar gezeigt: Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer.
Wie sieht für dich den eine realisierbare Weiterentwicklung des Sozialismus bzw. des Kapitalismus aus? Möglicherweise kannst du mir ja Möglichkeiten aufzeigen die ich der Zeit noch nicht sehen. Ich bin gespannt auf deine Anregungen.
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon meyenburg1975 » Di Mär 23, 2010 21:18

[bitte keine Realnames] hat geschrieben:Meyenburg 1975 mutmaßt:
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Das können wir LINKEN in aller Ruhe abwarten! Die Landtagswahl in NRW wird die Wahrheit schonungslos an den Tag bringen.
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Wiederholt sich Geschichte? Was ist zu tun?


Die NRW Wahl wird der Tag sein, an dem die neue Linke von Düsseldorf auszog um die Probleme der Weltwirtschaft mit der Überwindung des Kapitalismus zu lösen? Oder versteh ich deine Antwort auf eine aus dem Zusammenhang gerissene "Mutmassung" falsch?

Es spielt überhaupt keine Rolle welche Regierung in Berlin oder in sonst einem Land an den Tischen hockt, allein auf weiter Flur wird man nix ausrichten können. Mir ist zumindest in D keine Partei bekannt, die das ernsthaft erkannt hat.
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon meyenburg1975 » Di Mär 23, 2010 21:23

Cairon hat geschrieben:
Sozialismus, in den bisher praktizierten Formen, hat nie funktioniert und ist ausschließlich in der Unterdrückung des Volkes möglich gewesen.


Sozialsimus beginnt mit einer gut gemeinten Idee und endete bislang immer zwischen Mangelverwaltung und Hunger.
Warum die Erben von Lafontaines "Ideen" besser sein sollten als die von Lenin und Marx liegt für mich im dunkeln.
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon maexchen » Mi Mär 24, 2010 0:53

meyenburg1975 hat geschrieben:Sozialsimus beginnt mit einer gut gemeinten Idee und endete bislang immer zwischen Mangelverwaltung und Hunger.
[...]

In dem Satz kann man ohne weiteres auch "Sozialismus" durch "Kapitalismus" ersetzen. ;)
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon Meini » Mi Mär 24, 2010 7:16

Schöne schwarz -weiß Betrachtung als wäre Markt gleich Kapitalismus.

Und nur mal so am Rande, es sind genau die Staatsbanken die für die Krise eine Hauptverantwortung tragen,
West LB ,Bayern LB, HSH,usw. und eben nicht die DEutsche Bank. Auch wenn ich den Ackermann und seine Denkweise nicht mag, aber die steht im Gegensatz zu den staatlichen recht gut da. Mit der HRE wären die Sparkassen pleite gegangen und in deren Folge vermutlich auch die Privaten Banken und nicht umgekehrt was da die Forderung der Verstaatlichung bringen soll würde mich ernsthaft interessieren.
Pessimisten suchen nach Gründe, Optimisten finden Wege.
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon hans g » Mi Mär 24, 2010 8:12

Meini hat geschrieben:Und nur mal so am Rande, es sind genau die Staatsbanken die für die Krise eine Hauptverantwortung tragen,

NICHT die verantwortung für die krise---die haben die AMIS---sondern die LANDESBANKEN und die HRE hatten die HAUPTPROBLEME.
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Re: DIE LINKE....

Beitragvon SHierling » Mi Mär 24, 2010 10:08

Cairon: siehst Du, genau das meinte ich mit "es gibt für Dich nichts anderes":
Wie sieht für dich den eine realisierbare Weiterentwicklung des Sozialismus bzw. des Kapitalismus aus? Möglicherweise kannst du mir ja Möglichkeiten aufzeigen die ich der Zeit noch nicht sehen. Ich bin gespannt auf deine Anregungen.

Ich sehe überhaupt nicht ein, warum auch nur eins der beiden Systeme "weiterentwickelt" werden sollte, denn die sind meiner Ansicht nach beide gescheitert. Der Versuch Sozialismus hat mit einer - immerhin friedlichen! - Revolution geendet, und der Versuch "soziale Marktwirtschaft" (die btw nicht etwa etwas anderes ist als Kapitalismus, sondern in den 50er Jahren mit Absicht und Marketingmethoden umbenannt wurde, um sich besser verkaufen zu lassen!) produziert hier und heute seit 40 Jahren immer mehr soziale Kosten und Elend, ganz offensichtlich ohne das auch nur irgendeine unserer Regierungen seit 1970 etwas dagegen hätte tun können oder wollen. Und das endet meiner Ansicht nach nicht ganz so friedlich - in der DDR hatten alle Menschen, die demonstriert haben genug Arbeit und genug zu Essen und genug Wohnraum, die haben sozusagen "nur" die gesellschaftlichen Verhältnisse umwerfen wollen. Hier werden es aber arbeitslose Hungerleider sein, die sich irgendwann wehren - und die pflegen sich nicht mit Kerzen und Gebeten abzugeben, wenn man sich die Geschichte mal so anguckt.

Und Alternativen gäbe es zur Genüge - nur muß man dann eben genau das Ablegen, was Du oben forderst: "machbar" und "realistisch" sind Begriffe, die immer nur auf das hinauslaufen KÖNNEN, was heute anerkannt und erlaubt ist (zB in Sachen Zins, oder in Sachen Wahlsystem). Eine Gesellschaft, deren Regierung über Wissen rekrutiert wird statt über wirtschaftlich gesteuerten Populismus ist hier nicht "machbar", weil unser Staat jeden Ansatz zu solcher Veränderung verbietet, und eine Gesellschaft, deren Waren und Dienstleistungen nicht von privaten Gewinnen gesteuert wird (sondern zB "nur" von privaten Einkommen), ist es genauso wenig, auch solche Änderungen sind halt von vornherein verboten.

Deine Thesen zum "Recht auf Arbeit" gehen doch immer weiter davon aus, daß es überhaupt Unternehmen im heutigen Sinne und im heutigen Rechts- und Wirtschaftssystem gibt. Wieso denn? Gerade die Idee, daß Unternehmen genug Arbeit für alle schaffen, ist doch in den letzten 40 Jahren nachweislich gescheitert - wieso zum Teufel sollten die das dann weiterhin tun dürfen / sollen / wollen ? Eine Änderung fängt doch damit an, daß man genau da ansetzt, wo es nicht klappt?! - die hundertste Unternehmensförderung zum Arbeitsplätze schaffen brauchen wir nicht, die hatten wir schon, hat nicht geklappt. Wer Unternehmen behalten will, bitte, der kann das ja tun, aber vernünftig bezahlte Arbeit muß _ganz offensichtlich_ woanders gefunden werden. Und die Idee: wenn jemand kein Arbeiter sein kann, sollte er selber Unternehmer werden, hilft da nicht einen Schritt weiter, weil sie - eben - auch wieder nur alles beim alten beläßt!

Beschränkt man sich auf das "realistisch machbare" im Sinne von "wie wir das immer gemacht haben" und im Sinne von" erlaubt", dann fährt dieses Land "zwangsläufig", nämlich seinen eigenen Gesetzen nach immer weiter vor die Wand, das üben sie ja nun seit 40 Jahren. Und wenn es bisher nicht geklappt hat, das zu ändern, und im Gegenteil die Richtung nicht etwa sozialer wird, sondern asozialer, dann läßt sich halt auch absehen, daß die "Überwindung des Kapitalismus" irgendwann nicht von gewählten Linken, sondern von nicht gewählten anderen Bevölkerungsgruppen ausgeht.

Oder um es anders auszudrücken: ich sehe keine legale und realistische Möglichkeit, dies Land zum Guten zu verändern (das genau ist halt "gescheitert")
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