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Fremd im eigenen Dorf

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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258 Beiträge • Seite 7 von 18 • 1 ... 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 ... 18
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Gockel » Sa Jan 21, 2012 11:03

meyenburg1975 hat geschrieben:
In der Tat nicht auszuschliessen, dass sich die grünen Gutmenschen zu der Art Fortschrittsbremsen und Inquisatoren entwickeln, wie es die Katholen damals waren.


Ich bin katholisch, finde den Vergleich aber trotzdem interessant. Was haben beide gleich ? : Man fühlt sich gut behütet und ständig gut informiert. Man wird ständig zu Aktionen eingeladen, bei denen auch immer Spendenaufrufe herumgereicht werden. Bei den Treffen stellt sich ein Gruppengefühl ein, das macht einem stark in der Gesellchaft der Andersdenkenden. Man hat ein unstillbares Verlangen zu missionieren. usw.
Gruß Gockel

http://www.youtube.com/watch?v=56iivPxovAQ
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon westfale2030 » Sa Jan 21, 2012 11:22

Das Thema lautet : Fremd im eigenen Dorf (Stadt).

Jeder Ortsvorsteher einer Gemeinde oder Bürgermeister einer Stadt brüstet sich damit wieder ein neues Baugebiet zu erschließen. So wird vor den Toren unserer Kreisstadt wieder ein solches erschlossen. 11ha allerbestes Bördeland mit 90 Bodenpunkten werden so im Baugebiet "Ardey 3 " der Stadt Soest mal eben so wieder der Bewirtschaftung entzogen. Das Ganze vor dem Hintergrund der augenblicklichen Diskussion um den Flächenverbrauch in Deutschland. Es interessiert die Entscheidungsträger scheinbar nicht. Landschaft wird weiter versiegelt. Die Stadtränder und auch Dorfränder fransen immer weiter aus und wachsen allmählich zusammen. Die übrigbleibenden Landwirte sind wie Fremde in ihrer alten Heimat. Gleichzeitig haben sie aber die Dollarzeichen im Auge, wenn sie Bauland verkaufen können und sind so auch mitschuldig.
Das ist für mich das eigentliche Thema in diesem Thread.
Bei vielen Kommentaren würde es in der Schule heißen: Thema verfehlt, 6 setzen.
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Cairon » Sa Jan 21, 2012 11:31

@tyr

Auch wenn Du dass nicht raffst, es ist nicht überall Osten. Ich besitze 99,3 ha Eigenland und bewirtschafte insgesamt 119 ha. Das meiste Land das ich bewirtschafte gehört mir. Viele Betriebe hier stützen sich auf Eigenland und kaufen Flächen zu wenn es möglich ist. Der einzigen nicht landwirtschaftliche Großeigentümer von Land hier ist die Kirche und die Bundesvermögensstelle und die verpachtet hier zum größten Teil zu fairen Konditionen. Reine Pachtbetriebe gibt es hier gar nicht und das Land was andere Investoren haben ist verschwindet gering.
Halb acht, halb neun, es wird schon heller,
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Cairon » Sa Jan 21, 2012 11:40

Und du glaubst bei der Verpachtung in deiner Freiwirtschaft würde es fair zu gehen, da würden sich die gleiche Seilschaften wie in anderen Systemen bilden. Das ganze Ding mag in der Theorie funktionieren, ich halte es aber nicht für realisierbar und westfale2030 hat schon recht, an das eigentlich angedachte Thema sind wir noch nicht ran gekommen.
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Gockel » Sa Jan 21, 2012 11:41

Ackerbürgertum, so nannte man früher die Bevölkerung auf dem Land, aber auch in den Städten. Bis 1950 hatte jeder Bürger selbst Flächen in der Bewirtschaftung, damit man etwas zu essen hatte. In unserer Region waren das 5 ha. Selbst der Lehrkörper der Pastor der Gerichtsassessor. Jetzt 60 Jahre später ist die Notwendigkeit entfallen selbst Nahrungsmittel zu erzeugen. Viele Flächen und Anwesen wurden von den Erben verkauft oder verpachtet. Als selbst der Sparkassendirektor seine Fläche als Siedlungsgebiet an die Gemeinde verkaufte, hatte dies einen großen Nachahmereffekt. Die Enkel oder Urenkel bedauern diesen Schritt und kaufen jetzt wieder Flächen, ob Wald oder auch nasse Wiesen, die zu bezahlen sind.
Gruß Gockel

http://www.youtube.com/watch?v=56iivPxovAQ
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon Gockel » Sa Jan 21, 2012 11:58

@ schimmel

In vielen Dorfkernen unserer Region stehen die Häuser und Geschäfte leer. Der Dorfkern verödet. Die Eigentümer sind entweder weit weg oder haben so gut geerbt, dass sie nicht daran interessiert sind, ob der Dorfkern eine Chance hat sich zu entwickeln. Die Kaufkraft verschwindet, das sieht man der Ortskernen an. Die Anregung an den Gemeinderat zuerst die bebauten Flächen einer neuen Bestimmung zu übergeben, wurde abgelehnt, weil zu schwierig.
Gruß Gockel

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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon frank1973 » Sa Jan 21, 2012 12:01

schimmel hat geschrieben:Die Tiefgarage in Frankfurt hat natürlich eine höheren Ertragswert als der Getreideacker, sagt er....das ist ja das Problem,
Es ist nicht das Problem,es ist leider Realität,in den Köpfen der meissten jedenfalls.Warum? Ich bin der Ansicht weil sich die meissten gar keine WIRKLICHEN SORGEN machen brauchen.Die Supermarktregale sind immer voll,wer nicht aus dem Haus will bestellt sich seine Sachen im Internet oder im Katalog usw. oder haben sonst nix zu tun,diese Menschen machen sich halt ihre eigenen Sorgen.Ich hab schon genügend Scheiß erlebt daß ich mir keine Sorgen mache ob jetzt mein Kumpel einen 102cm oder einen 107cm Fernseher hat.
Es gibt 3 Dinge die im Leben zählen:Schnelle Trecker,schnelle Mahlzeiten und schnelle Frauen. https://www.youtube.com/watch?v=toyN81wZzLw
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon westfale2030 » Sa Jan 21, 2012 12:04

@schimmel
Ist mir schon klar dieser Teufelskreis.
Solange Geld und Eigennutz den Vorrang vor Ethik und Moral haben wird sich am ganzen System nichts ändern und wir immer fremder werden im eigenen Dorf und der Wind uns immer stärker ins Gesicht wehen.
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Re: Fremd im eigenen Dorf

Beitragvon elchtestversagt » Sa Jan 21, 2012 12:05

Eines vergessen sämtliche Gutmenschen und alle anderen Weltverbesserer aber auch:
In der "guten alten Zeit" waren wir in Deutschland keine 20Mio. Bewohner incl. gaaaaanz weit im Osten; davon waren 80%; also gute 16 Mio. in der Landwirtschaft; also Selbstversorger.
Dann kam die Industrielle Revolution; und der Landwirtschaft gingen die Kräfte auf und davon; weil immer weniger Leute Selbstversorger wurden und immer weniger Leute in der dann restlichen Landwirtschaft arbeiteten.
Wenn die Landwirtschaft dieses nicht hätte auffangen können durch enormen Produktionsfortschritt; Spezialisierung usw; dann hätten wir niemals dieser Staat werden können der wir heute sind.
Das ganze wurde soweit getrieben; dass wir in den achziger Jahren enorme Überschüsse produziert haben; was zur GAP in Europa geführt hat.
Mittlerweile aber hat sich auch die Erde weitergedreht; und das Deutsche Beispiel wird massenhaft in alle Welt exportiert ( Landflucht; Industriealisierung); was auch dazu führt; dass sich einige Teile dieser Erde nicht mehr selber Ernähren können aus vielschichtigen Gründen; was hierzulande zu einem Mangel ( oder Preissteigerungen) führt.
Nun sollen sich die Gutmenschen mal die Situation ausrechnen; die diese sich wieder ausdenken: Von den guten 80 Mio. Deutschen müssten wieder 60 Mio. Selbstversorger werden!
Das würde überhaupt nicht gehen; unsere Wirtschaft würde noch tiefer fallen als derer des alt Römischen Reiches...
Dieses ist nur untergegangen; weil es sich selber zerstört hat durch ebend diesen Umstand; dass alle Römer nur gut situierte Jobs gemacht haben und eine in sich ausufernde Verwaltung betrieben haben.Irgendwann war einfach die Grenze erreicht; weil man nicht mehr Sklaven erbeuten konnte die die niederen Jobs machten; die Versorgung sicherstellten. Denn auch andere Länder hatten diesen Anspruch für sich in Erwägung gezogen.
Dieselbe Situation haben wir heute doch in Griechenland.
Es geht halt einfach nicht; dass nur 1 Mensch etwas erzeugt; baut; verkauft; während zwei Leute in der Verwaltung sitzen; also keinerlei Wertschöpfung machen.
Die Landwirtschaft wird immer weiter in diese Ecke gedrängt; und irgendwann knallt das ganze.
Denn jedes Gesetz; jede Qualitätskontrolle; all das kostet unmengen an Geld; Recourcen; die der Landwirtschaft entzogen werden; und zu allererst den kleinen; den noch relativ naiven Nebenerwerblern den Boden unter den Füssen wegzieht.
Gegen all diese Entwicklung hilft rein garnichts mehr; wir Landwirte sollten auch garnicht mehr dagegen ankämpfen; denn das ganze verselbstständigt sich immer schneller seit den letzten zehn Jahren.
Wenn ihr hier schon von Enteignung redet; diese gibt es doch schon und wird immer mehr.
Hier in Süd-Oldenburg wird gebaut was das Zeug hält; ein Wohngebiet nach dem anderen; eine Strasse nach der anderen; ein Gewerbegebiet nach dem anderen.
Man kann sich exponentiell ausrechnen; wann es keine Landwirtschaft mehr geben wird.
Wenn man nach diesen "Freiland"-Bestimmungen geht; dann würde hier in der Ecke garnichts mehr gemacht werden; denn wie stand es jüngst in der hiesigen Zeitung wegen dem Bau der Autobahn; die ein Prestigeobjekt zweier Landräte ist: "Ackerland ist von den Landwirten hier für kein Geld der Welt zu bekommen; zu knapp sind hier die Flächen; die wollen alle nur Tauschflächen in einer Gegend; wo es keine gibt; also bleibt nur der Weg einer Unternehmensflurbereinigung mit den denentsprechenden Konsequenzen.Die Frage; ob der Ausbau der B213 kommt stellt sich hier garnicht; sondern nur die Frage nach dem wie"....
Desweiteren wird doch das Land in weiterem Sinne mit der nächsten Stufen der GAP enteignet; denn eine Vorschrift; was ich wann und wie auf meinem Acker machen kann kommt einer Enteignung gleich.
Nur hat das noch keiner verstanden.
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