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Gen-Mais in der landwirtschaft

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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713 Beiträge • Seite 10 von 48 • 1 ... 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13 ... 48
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Beitragvon SHierling » Mo Jan 07, 2008 13:17

Ab und an frage ich mich echt, wer sich hier wie Informationen besorgt.

nochmal nachgefragt, Freischütz:

Würdest Du Dir Informationen über Gentechnik bei Monsanto holen? Nein? Warum nicht? Könnten evtl verfälscht sein? Sowas ....

Aber die Informationen der Gentech-Gegner, die sind alle objektiv? Und über Bio-Landbau informiert man sich am allerbesten bei den Grünen?

Warum beantwortest Du nicht einfach meine Fragen , und wir können uns anhand von ganz allgemein bekannten und ANerkannten Grundlagen über die Sache unterhalten?

Brigitta
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Beitragvon Gress » Mo Jan 07, 2008 13:52

Über die Sache geht´s doch garnicht hier - s geht um gut oder böse , schwarz oder weiß , umweltverpestend oder die "richtige Wirtschaftsweise.

Aber es geht nicht wirklich um Meinungsaustausch und deswegen Brigitta:

nimms nicht allzuernst - is eh Karnevalszeit :)

Gruß
Gress
 
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Beitragvon Franz Henneken » Mo Jan 07, 2008 16:59

Hallo Leute :D !

Extra für Euch habe ich hier eine kleine Lektüre, die auch bei Euch den Horizont ein wenig erweitern könne, falls es noch möglich ist :twisted: :

http://www.abl-ev.de/gentechnik/pdf/Mon ... auernK.pdf

Viel Spass beim Lesen wünscht Euch allen - 8) Franz
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Beitragvon forenkobold » Mo Jan 07, 2008 19:39

Bei manchen Bauern führen Monsantos Ermittlungen gegen sie auch bis vor
Gericht. Bis heute wurden von Monsanto 90 Klagen gegen US-amerikanische
Bauern eingereicht. Die Klagen betreffen 147 Bauern und 39 kleine Firmen
oder Landhändler. Die beklagten Bauern stammen aus der Hälfte aller USBundesstaaten.
Die Bauern sind klar im Nachteil: Monsanto hat einen jährlichen
Haushalt von 10 Millionen US-Dollar und 75 Angestellte, die sich ausschließlich
den Ausforschungen und der juristischen Verfolgung von Bauern
widmen.
Die teuerste, dokumentierte Entscheidung, die bisher zugunsten von
Monsanto in Folge einer Klage gegen einen Bauern ausgesprochen wurde,
umfasst einen Zahlungsanspruch von 3.052.800 US-Dollar. Die Gesamtsumme
aller dokumentierten Gerichtsurteile, die Monsanto aufgrund von Klagen
zugesprochen wurden, erreicht eine Höhe von 15.253.602,82 US-Dollar.



HIER kann man Urteile aus USA recherchieren, welche Landwirtscjaft betreffen:

http://www.nationalaglawcenter.org/


Und hier sind die angeblichen 90 Gerichtsurteile NICHT dokumentiert...
wenn nicht da.. wo sonst????
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Beitragvon Franz Henneken » Mo Jan 07, 2008 21:22

@Forenkobold:

Nun mal langsam, die Broschüre ist von "Center for Food Safety", dem CFS, herausgegeben. Dabei handelt es sich um eine US-amerikanische Behörde, nicht um das Sandmännchen.

Wenn Du oder wer anders Zweifel hegt, dann jede Beanstandung an die "Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft" richten:

www.abl-ev.de

Dort kannst Du/könnt Ihr alles noch einmal schön langsam nachfragen und auch erklärt bekommen. Für mich ist dieser Bericht aber Bestätigung genug, dass da so einiges ganz gewaltig nicht mit rechten Dingen zugeht. Und wenn man sich mal die Arbeit macht, ganz hinten den Vertragsentwurf für Deutschland aufschlagt, kann man nur sagen, es sollen dieselben Methoden auch hierzulande Einzug halten. Monsanto jedenfalls hält sich, egal was auch immer passiert, völlig schadlos.

Es grüßt - 8) Franz
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Beitragvon forenkobold » Mo Jan 07, 2008 21:45

Hähh???

BEHÖRDE???

http://de.wikipedia.org/wiki/Beh%C3%B6rde

So ein Quatsch. Es ist eine Organisation...

http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation



Es werden drei Organisationsbegriffe unterschieden: 1. Organisation als Institution, 2. als Funktion und 3. als Instrument (Organisation der Organisation der Organisation).

Institutionelle Sicht: Unternehmen werden als soziotechnische Systeme aufgefasst, die dauerhaft ein Ziel verfolgen und eine formale Struktur aufweisen, um das Verhalten der Organisationsmitglieder auf die Unternehmensziele auszurichten („Ein Unternehmen ist eine Organisation“).


[/quote]
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Beitragvon SHierling » Mo Jan 07, 2008 22:50

Franz: es geht doch gar nicht darum, uns hier "aufzuklären", herrjeh - hier weiß so ziemlich jeder mehr über Gentechnik als Du, und die meisten Landwirte sind genau so dagegen. Es geht darum , das eure - oder jedenfalls die Argumente von Freischütz - so fachlich inkorrekt, dumm und oberflächlich sind, daß diejenigen, die GVO freisetzen, dadruch immer leichteres Spiel bekommen!

Je mehr Leute so ein Wort wie "Genmais" benutzen oder von "Auskreuzen" beim Mais sprechen, oder sogar "freigesetzte Gene" als Gefahr bezeichnen, desto leichter wird es für Firmen wie Monsanto, den gesamten Protest ins lächerliche zu ziehen. Jeder Biologe sieht auf den ersten Blick, daß da Leute am Werk sind, die ganz offensichtlich nicht mal wissen, wie ein Gen in der Natur Auf- Um- und abgebaut wird - und wenn er das einfach nur "verallgemeinert", und dem ersten Politiker, der entscheiden soll, die Tatsachen (!) erläutert, dann hat er den auf seiner Seite.

Genauso sind die Aktionen mit der "Feldbefreiung" kontraproduktiv. Sowie die BLÖD-Zeitung diese Leute zwei-, dreimal als Kriminelle bezeichnet hat (was sie schließlich sind!), ist Otto-Normalverbraucher dagegen - und Otto-Normalverbraucher ist eben auch Otto-Normalwähler.

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Beitragvon freischütz » Di Jan 08, 2008 8:44

Und noch einal ein Bericht zu Percy Schmeisser,s Deutschlandbesuch und ein Resüme der gestrigen Gerichtsverhandlung gegen Gentechgegner in Nürtingen Baden- Würtemberg.

Siehe dazu den Link:

http://www.gea.de/detail/895835

Dazu noch folgender Beitrag :

Widerstand vor Gericht
Presseinformation


Prozess-Serie um Feldbefreiungen
Alternativer Nobelpreisträger Percy Schmeiser unterstützt vier angeklagte Gentechnik-Gegner


Das neue Jahr beginnt für die Gegnerinnen und Gegner der Gentechnik in der Landwirtschaft gleich mit 3 Prozessen. Es beginnt auch mit einer Vortragsreise des Trägers des Alternativen Nobelpreises 2007, des kanadischen Farmers Percy Schmeiser. Der weltweit bekannte Streiter gegen die gefährliche Saat der Gentechnikkonzerne wird im Gerichtssaal in Nürtingen sowie in München Feldbefreier unterstützen. Dort will er auch dem angeklagten Imker eine Solidaritätserklärung überreichen, in der er anbietet, an seiner Stelle eine Haft anzutreten.

Am Montag, den 7. Januar, findet um 8.30 Uhr vor dem Amtsgericht Nürtingen ein Prozess gegen den Bioimker Achim Schultheiß statt. Er hatte im Jahr 2006 nach vorheriger, öffentlicher Ankündigung drei Genmaispflanzen von einem Versuchsfeld der FachhochschuleNürtigen zerstört. Die Staatsanwaltschaft fordert für diesen Akt zivilen Ungehorsams gegen eine große Gefahr völlig unangemessene 150 Tagessätze.

Am Dienstag, den 8. Januar findet um 13.30. Uhr ein Prozess am Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder statt. Kläger ist der Gentechnikgegner Carsten Orth, der als Teilnehmer einer großen Feldbefreiungsaktion bei Strausberg in Brandenburg 2005 in Gewahrsam genommen wurde. Die Polizei hatte dabei die Feldbefreier auf dem Hof des Gentechnikanbauers regelrecht vorgeführt, was den Aktivisten zu der Klage bewegte.

Am Mittwoch, den 9. Januar werden in München ab 13.30 Uhr der Imker Jürgen Binder, die Zimmerin Tanja Hintze sowie der Bauer Rainer Kubach vor Gericht stehen. Vorwurf ist der „Aufruf zu Straftaten“. Es handelt sich um ein Berufungsverfahren, nachdem bei den ersten Verhandlungen vor dem Amtsgericht Ebersberg bei München der Imker zu 50 Tagessätzen verurteilt, die beiden anderen freigesprochen worden waren. Binder hatte 2006 kurz vor Pfingsten eine Demonstration und ein Camp angemeldet, die in eine Feldbefreiung hätte münden können. Er hatte die Anmeldung jedoch zurückgezogen, weder Demo noch Feldbefreiung fanden statt. Tanja Hintze und Rainer Kubach standen zu dieser Zeit als Verantwortliche im Sinne des Presserechtes auf der Homepage der Initiative Gendreck-weg. Die Staatsanwaltschaft wollte alle Urteile der ersten Instanz nicht hinnehmen. Auch in München ist Percy Schmeiser beim Prozess zugegen.

Übersicht: die Termine mit Percy Schmeiser:
07.01.2008 8.30 Uhr Nürtingen, Amtsgericht Verhandlung
07.01.2008 20.00 Uhr Nürtingen, Plochinger Straße 14 Seegrasspinnerei Vortrag
08.01.2008 20.00 Uhr Winterbach, Schulstraße Lehenbachhalle Vortrag
09.01.2008 11.00 Uhr München, Odeonsplatz Demo
09.01.2008 13.30 Uhr München, Landgericht Verhandlung
09.01.2008 14.00 Uhr München, Stiglmaierplatz Löwenbräukeller Vorträge
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Beitragvon forenkobold » Di Jan 08, 2008 11:00

Dass die Zerstörung am 5. Juli 2006 nicht auf drei Pflänzchen beschränkt war, wurde im Lauf der Verhandlung deutlich. Offenbar hatten Gleichgesinnte die Ankündigung des Imkers zum Anlass genommen, ihrerseits ein paar Pflänzchen auszureißen. Eine mit angeklagte Frau aus Schorndorf gab zu, 90 Maispflanzen auf dem Gewissen zu haben. Die entstandene Lücke sei jeweils durch Bio-Saatgut ersetzt worden, beteuerte sie. Dass die Umweltschützer das falsche Versuchsfeld erwischten und sich an konventionellen Pflanzen vergingen, tat nichts zur Sache. Die vermeintlichen Folgeschäden bleiben die gleichen. Ein Agrarwissenschaftler des Bundesverbandes der Pflanzenzüchter, der als Zeuge auftrat, rechnete die umsonst gezahlten Gebühren und die Ausfälle vor, die nach der Tat entstanden seien. Seine Aufgabe ist es, Versuchsreihen für das Bundessortenamt in Hannover zu organisieren. Dort reichen alle namhaften Maiszüchter ihr Saatgut ein, um es in den Handel bringen zu dürfen. Für jeden »Prüfkandidaten« entrichten sie 4 000 Euro Gebühren. Hochgerechnet auf ein ganzes Feld entstehe ein Schaden von 242 000 Euro, hochgerechnet auf ganz Deutschland von mehreren Millionen Euro. Denn bundesweit habe der ganze Versuch abgebrochen werden müssen. »Wenn Sie irgendwo eingreifen, zerstören Sie den Gesamtversuch.«


Danke Freischütz.

Wenn ich also mit meinen Komplizen aus Versehen statt dem Finanzamt das Sozialamt anzünde, sollte ich Deiner Meinung nach ungeschoren davonkommen?
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Beitragvon Franz Henneken » Di Jan 08, 2008 17:16

Da bin ich wieder :wink: !

@freischütz:

schade, dass ich viel weiter nördlich wohne, sonst wäre ich gern zu einer oder zwei Veranstaltungen von Percy Schmeiser gekommen.

@forenkobold:

die sogenannten "Komplizen" würde ich eher als "Irrläufer" bezeichnen, da sie zu einer Veranstaltung ("Feldbefreiung") kamen, die aber vom Veranstalter abgesagt wurde. Daher kann man sie wohl kaum als "Komplizen" bezeichnen. Aber was auch immer: Sachbeschädigung ist Sachbeschädigung.

@Brigitta:

Natürlich versuche ich unentwegt, stets sachlich zu bleiben und mein Wissen korrekt weiterzugeben. Und kann jetzt leider nicht wissen, wer alle im Forum hier was für einen Wissensstand hat. Wenn "Freischütz" meiner Meinung ist - toll, ich freu mich drum!

Der Einfachheit werde ich aber beim Wort "Genmais" bleiben, weil diese Begriffsdeuterei für mich ein Sturm im Wasserglas ist und lächerlich wirkt, beide Worte sind gleichschlecht!

Auch werden, das ist mir auch klar, Gene nicht "freigesetzt", sondern in die Zielzelle "eingeschossen". Nur, und da ist das Problem, man weiß nicht, wo genau das eingeschossene Gen andockt und wie wirkt. So hat es mir ein Dipl.-Agraringenieur erklärt. Er ist übrigens auch strikt gegen Gentechnik.

Über das Auskreuzen habe ich einen Bericht in einen anderen Thread gesetzt - dort bitte nachsehen - danke!

Ich denke, auch auf Seiten der hochgelobten Wissenschaft über die Gentechnik und dessen Fürsprecher ist noch viel im Dunkeln. Das einzige, was der Gentech-Industrie klar ist, ist eine gewaltige Gewinnerwartung und die Möglichkeit, durch Monopolstellung nahezu - um es mal drastisch zu sagen - die ganze Welt in Haft zu nehmen.

Deshalb werde ich auch weiterhin meine Augen aufhalten - bei den Kritikern, wo ich einigen schon bekannt bin. Und noch eins: So sehr ich auch gegen Gentechnik bin, ich würde niemals zur "Feldbefreiung" aufrufen oder gar mitgehen. Sachbeschädigung ist Sachbeschädigung.

Es grüßt - 8) Franz
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Beitragvon freischütz » Di Jan 08, 2008 20:33

Hallo Franz Henneken, sieh mal hier, dort findest Du die Daten der Veranstaltungen von Percy Schmeisser www.genfood.wordpress.com/monsanto dies ist ein deutschsprachiges Newsarchiv über Genfood und Gentechnik und

http://www.percy-schmeiser-on-tour.org/

Da ich morgen persönlich mit Percy sprechen werde, gibt es mir die Gelegenheit über Veranstaltungen in Deiner Nähe zu berichten.
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Beitragvon freischütz » Di Jan 08, 2008 20:44

„There is no such thing as coexistence!" sagt Percy Schmeiser. Er sagt es oft und stets mit Nachdruck. 2004
hatte das Regionalbüro Mexiko/Mittelamerika der Heinrich-Böll-Stiftung einen der diesjährigen Gewinner des
Alternativen Nobelpreises nach El Salvador eingeladen. Er kam zur Vorstellung der von der Stiftung
herausgegebenen Publikation La vida en venta – transgénicos, patentes y biodiversidad („Der Ausverkauf des
Lebens – Gentechnologie, Patente und Biodiversität“, Ediciones Böll). Ein Interview mit Schmeiser zu seinem
Rechtsstreit mit dem transnationalen Konzern Monsanto war in dem Band abgedruckt. Das Interview
beeindruckt, ein Live-Auftritt Schmeisers noch mehr. „There is no such thing as coexistence!" Das heißt: Das
Nebeneinander von genmanipuliertem und konventionellem Saatgut ist eine Mär.
Der kanadische Farmer führt Zuhörerinnen und Zuhörer jedweder Couleur mit beeindruckender Klarheit zu der
Erkenntnis, dass es erstens keinerlei Kontrolle darüber gibt, was mit freigesetztem genmanipuliertem Saatgut
passiert und es zweitens Unrecht ist, Bauern, die konventionell oder ökologisch wirtschaften wollen, für die
Kontaminierung ihrer Felder mit genmanipuliertem Saatgut verantwortlich zu machen.
Im August 1998 verklagte der US-amerikanische Konzern Monsanto die Schmeisers, genmanipuliertes und
patentiertes Raps-Saatgut widerrechtlich angebaut zu haben. Tatsächlich waren ihre Felder mit Raps, der gegen
das Pestizid Round-up resistent ist, verunreinigt. Der Wind oder andere natürliche Faktoren hatten bewiesen,
dass es kein friedliches Nebeneinander natürlicher und genetisch veränderter Pflanzen gibt.
Zwei Gerichte verurteilten Louise und Percy Schmeiser zu 100.000 Euro Schadensersatz. Die Anwaltskosten
beliefen sich auf das Vierfache. Die Schmeisers zogen bis vor das Kanadische Bundesgericht und starteten
zugleich eine internationale Kampagne zur Unterstützung ihres Anliegens. Das Bundesgericht verwarf zwar 2004
die Forderung nach Schadensersatz, aber zum eigentlichen Skandal – der Haftung der Bauern – befanden die
Richter, dass Monsanto grundsätzlich im Recht sei. Patentansprüche – und damit das Recht, Lizenzgebühren zu
kassieren – gälten auch für kontaminierte Äcker, das heißt auch in den Fällen, in denen Bauern gar kein
genmanipuliertes Saatgut ausgesät haben.
2005 reichten Louise und Percy Schmeiser eine Gegenklage gegen Monsanto ein. Begründung:
Umweltverschmutzung und Vernichtung der eigenen gentechnikfreien Züchtung von Saatgut. Die beiden wissen,
dass die Bauern in El Salvador oder Ruanda weder die finanziellen noch juristischen Möglichkeit haben, es mit
großen Konzernen aufzunehmen. So kämpfen die Schmeisers auch für sie, für ihren selbstbestimmten Zugang
und Umgang mit ihrem – und unserem – Saatgut. Sie kämpfen gegen das, was das Regionalbüro der Heinrich-
Böll-Stiftung mit Percy Schmeiser und vielen anderen Expertinnen und Experten, Aktivistinnen und Aktivisten seit
2004 auf zwei Fachkonferenzen unter dem Stichwort „Privatisierung der Gemeinschaftsgüter" debattierte. Sie
treten ein gegen juristische, technologische oder machtpolitische Versuche, der Gemeinschaft die
Verfügungsgewalt über ihre Ressourcen zu entziehen.
Die Jury des Right-Livelihood-Awards hat in der Würdigung der Schmeisers deutlich auf diesen Aspekt
hingewiesen. Die Preisträger werden nicht nur „für ihren Mut bei der Verteidigung der Artenvielfalt und der
Rechte der Bauern" ausgezeichnet, sondern auch „dafür, dass sie die derzeitige ökologisch und moralisch
perverse Auslegung des Patentrechts in Frage stellen".
Herzlichen Glückwunsch Louise! Herzlichen Glückwunsch Percy!
P.S.: Dem deutschen Bundesrat, der weitere Erleichterungen für den Anbau von Gen-Pflanzen fordert, kann ein
Termin mit den Schmeisers nur empfohlen werden. Viel Zeit für eine offene Debatte über das neue deutsche
Gentechnikgesetz bleibt jedoch nicht – noch in diesem Herbst soll es verabschiedet werden.
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Beitragvon Franz Henneken » Di Jan 08, 2008 20:59

Danke, Freischütz :D !

Werde es entgegennehmen und mal ein wenig drin stöbern :wink: .

Es grüßt - 8) Franz
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Beitragvon SHierling » Mi Jan 09, 2008 10:16

Tsss... es gibt NUR schwarz oder weiß bei euch , oder?

Gerd: Freilandversuche sind doch völlig unlogisch. Einen Versuch macht man, um zu gucken, ob etwas klappt oder nicht (ok?). D.H. es besteht IMMER die Möglichkeit, daß auch mal was NICHT klappt (sonst brauchte man den Versuch nicht). Ergo sind Freilandversuche (noch) nicht tragbar, schon gar nicht in Deiner Gegend, sondern bestenfalls in irgendwelchen abgeschiedenen Bergtälern, die man dann hinterher auch wieder zusprengen kann - was da ZUR ZEIT untersucht wird, Wechselwirkungen zwischen Boden und Pflanze etc, paßt alles noch ins Gewächshaus.

Und Freischütz/Franz: bitte dran denken, daß der Percy Schmeiser hierzulande von vornherein schon ein Krimineller gewesen wäre, der hat "seinen" Ärger ja schließlich zum größten Teil daher, daß er selber Nachgebaut hat, das ist hier auch ganz ohne Monsanto schon lange illegal.

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Beitragvon freischütz » Mi Jan 09, 2008 18:23

Shierling Deine Falschmeldungen :
daß er selber Nachgebaut hat
sind absoluter Unsinn. Percy Schmeisser hat niemals von Monsantos Saatgut nachgebaut. Sondern so ist es korrekt: " die 50 jährige eigene Saatgutzüchtung wurde durch genmanipuliertes Rapssaatgut von Monsantos vernichtet. Das heißt das Lebenswerk der Schmeisser.s wurde Monsantos zerstört. " Schmeisser war Saatgutzüchter auf ca. 500 ha in Kanada.

Deswegen hat Schmeisser den Konzern Monsantos auf Schadensersatz verklagt.
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