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Hofübergabe

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Welfenprinz » Mi Jun 08, 2016 8:09

:) dein Mann stürzt sich in die ganze Arbeit,weil das seine Konfliktvermeidungsstrategie ist. Und vor so einem angesetzten Treffen hat er ein bisschen Unruh,weil er jetzt nicht mehr ausweichen kann.

Nimm ihn an die Hand ,nimm ihm die Angst und fhre ihn......... also symbolisch. :mrgreen:
Das sind die Momente in denen der Spruch geboren wurde,dass hinter einem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Estomil » Mi Jun 08, 2016 8:33

Schoen, dass dein schwiegervater was veraendern möchte. Ich gehe davon aus, dass er jetzt wirklich eine übergabe anstrebt.
Ab jetzt solltet ihr natürlich wissen was euch so vorschwebt. Ziel muss sein, dass der Hof bestehen bleibt, die alten finanziell abgesichert sind und wenn möglich die alten weiterhin eine sinnvolle Beschäftigung haben. Grade der letzte Punkt ist den alten doch recht wichtig. Ihr solltet dem Senior somit euer umbaukonzept vorlegen und ihm arbeiten vorschlagen die er erledigen kann wenn ermöchte. Schmackhaft muss ihm auf jedenfall die afbeitserleichterung gemacht werden.

Ob ich den weichenden Erben allerdings eine vollständige finanzielle Einsicht gewähren würde müsste man sich gut überlegen.

Die gesetzliche Abfindung betägt in der Regel das 1,5 fache des einheitswertes geteilt durch die erben (also inkl deinem mann)

Bei einem 25-30ha hof reden wir da von vieleicht 50000€.
Das altenteilswohnhaus würde ich mir übrigens in keinem Fall nehmen lassen. Das ist hofvermögen und gehört zur hofstelle. Üblich sind da bei übergaben zb lebenslange wohnrechte sowie zb auch grundbuchlich abgesicherte altenteilszahlungen (hier ist Vorsicht geboten. Wenn altenteilszahlungen an erster Stelle im Grundbuch stehen, dann werden grundbuchlich abgesicherte Kredite schwer. Die Bank will immer an erster Stelle stehen. Insofern eventuell direkt an zweiter Stelle eintragen lassen falls nötig.)

Falls eine steuerliche betriebsaufgabe im ganzen noch nicht gemacht wurde wäre hier erheblich steuersparpotential möglicherweise vorhanden. Das muss mit einem guten steuerberater gekürt werden. Ihr habt hier allerding ein erhebliches risiko, dass dann Summen die an eure schwiegereltern fliessen nicht wieder zurück kommen. Dafür muss man sich einig sein. Das Risiko würde ich erstmsl scheuen.

In jedem fall würde ich mir überlegen dass an Abfindung für die Geschwister von eurer Seite aus tragbar ist. Ideal ist Geld und sonst nicht. Bei Abgabe von Grund und Boden gibt's böse fallstricke bei denen dieser plötzlich zum verkehrswert berechnet wird. Da können dann viele 100000€ steuerzahlungen auf einen zukommen.

Zudem sollten die Geschwister umbedingt auf nachabfindungsansprüche verzichten! Dies ist wichtig, wenn zb mal Bauland, eine Sandkuchen oder zb ein windkraftstandort verkauft wird. Die Geschwister könnten sonst einfordern, dass die Gewinne hieraus aufgeteilt werden.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon *Julia* » Mi Jun 08, 2016 9:35

Klasse, das sind tolle Tipps und Hinweise von Euch! :prost:

Habe einen Steuerberater gefunden, der hier sehr viele landwirtschaftliche Betriebe betreut. Er hat seinen Preis... doch die Leute sind sehr zufrieden mit ihm und dann ist er auch das Geld wert. Termin habe ich mit ihm allerdings noch nicht gemacht. Das kann/darf ich auch nicht ohne meinen Mann. Und es ist auch besser, erst dieses Gespräch stattfinden zu lassen.

Ich schreib jetzt einfach nur nochmal meine Gedanken und Befürchtungen...
Als wir diese Art von Gespräch vor etwas mehr als einem Jahr hatten, ohne die anderen Kinder, hatte der Schwiegervater ja seine Vorstellung mitgeteilt, uns den Hof und die Flächen zu geben, allderings nicht das Haus, den anderen Kindern, sofern gewünscht, einen Bauplatz und einen Wald. Wir allerdings sollten im Gegenzug monatlich 1000€ an die Alten bezahlen, damit die weiterhin leben könnten. Er meinte, das würde nicht auf den Kopf gehauen werden, sondern sollte als Rücklage im Pflegefall dienen.

Ich bin mir relativ sicher, dass diese Forderung weiterhin bestehen wird. Aus meiner eigenen (naiven) Sicht möchte ich sagen, dass ich damit absolut nicht einverstanden bin. Das könnten wir uns auch nicht leisten, nachdem wir ab voraussichtlich August auch unser Haus abbezahlen müssen.
Sehe das eben so, dass mein Mann nun schon 9 Jahre lang monatlich 1000€ an seine Eltern bezahlt hat. Klar, die Grundsteuer mussten die noch bezahlen. Dennoch müsste sich daraus auch schon ein ansehnlicher Betrag als Rücklage gebildet haben. Wenn wir dann zukünftig nochmal bezahlen und dann kommt es tatsächlich (bei beiden) zum Pflegefall, zahlen wir ein drittes Mal, die Geschwister jedoch das erste Mal. Und das sehe ich nicht wirklich ein. Vor allem noch mit dem Wissen, dass wir uns später noch um das Haus streiten müssen.

Okay, ehrlich zum Haus: Es ist ein tolles, ansehnliches Haus! Doch da die Alten eben nichts von Veränderungen halten, entweder auch nie Geld hatten, etwas zu erneuern oder auch nie Interesse daran hatten, müsste man jetzt extrem viel Geld in das Haus investieren.
Vor 5 Jahren habe ich alleine schon einen 5-stelligen Betrag hineingesteckt, um einen Teil unserer Wohnung von Grund auf zu sanieren, sprich Isolierung nach oben, unten, außen, neue Fenster, neue Türen. Doch erst die Hälfte der Wohnung ist damit fertig geworden. Und da war ich auch dumm, denn ich habe nichts mehr davon. Ich wohne dort ja nicht mehr. Werde auch so lange nicht mehr dort wohnen, wie die Schwiegermutter am Leben ist.
Eigentlich ist es mir egal, wenn die Geschwister dann das Haus bekommen. Wir haben unser tolles Haus gegenüber, das noch viel mehr meinen Vorstellungen entspricht, das mindestens in den nächsten 10-15 Jahren keinerlei Renovierungen bedarf. Doch bin ich mir nicht sicher, ob die Geschwister was davon wissen wollen.

Hätte hätte Fahrradkette...
Ich mach mir zu viel Gedanken. Aber ich möchte bestmöglich vorbereitet sein. Einer muss ja einen Überblick und klare Vorstellungen haben. :mrgreen:
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Estomil » Mi Jun 08, 2016 9:50

Also monatlich 1000 euro ist absolut angemessen für den Hof. Immerhin müssen die alten ja auch leben!
Hier muss man sich allerdings auch noch gedanken machen was sonst noch so dazu gehört. Heiz und Stromkosten inklusive? Wer übernimmt die versicherungen? Grundsteuern? etc.
Es gibt nen haufen kosten die einfach nebenbei anfallen. Aus diesem Grund haben wir bei meinen großeltern damals gesagt, dass wir alles an Grund und boden wollen, ihnen eine kleine Altenteilspacht zahlen und dafür dann auch den großteil der kosten übernehmen.

Ich kann dir allerdings auch jetzt schon sagen, dass ihr aus der nummer nicht so billig raus kommt wie ihr euch das vorstellt! Wer erben will muss meist auch erstmal was mitbringen. Abfindung der weichenden Erben, altenteilsleistungen, investitionsstau auf dem hof....
Am ende werdet ihr feststellen, dass so lange die alten Leben keine nennenswerten einnahmen erfolgen werden. Dafür ist der Betrieb einfach nicht groß genug. Im idealfall läuft die nummer soweit rund, dass ihr die kosten decken könnt und die alten leben können.


bezüglich der Pflege:
Üblich ist, dass die weichenden Erben von Pflegekosten befreit werden. Es gibt jedoch auch in den Übergabeverträgen klauseln, weitere altenteilszahlungen auszuschließen sobald die alten zb in eine Pflegeeinrichtung müssen. Dies müßte mit dem Steuerberater dringend geklärt werden.
Im übrigen könnt ihr euch allerdings auch darauf einstellen, dass ihr zur Pflegefinanzierung herangezogen werdet. Hierbei kann vermögen das übertragen wurde bis zu 10 Jahren später noch zur Pflegefinanzierung herangezogen werden. Meines wissens allerdings nur bei Privatvermögen. Ein weiterer punkt der dringend mit dem Steuerberater geklärt werden sollte.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon 108fendt » Mi Jun 08, 2016 9:55

Zu den Schwiegereltern würde ich bis dato gar nichts sagen , von wegen Erbe oder so. Erstmal abwarten was da kommt !

Ihr zwei müsst wissen was ihr wollt und wie weit ihr nachgeben/abgeben wollt.

Ich weiß ja nicht wie das Verhältnis zu den Geschwistern ist, aber da würde ich schonmal dumme Fragen stellen,
sowas wie : Wisst ihr was die genau wollen ?
und/oder: Was wollt ihr ?

Beim Erben sollte man erstmal wissen was andere wollen und dementsprechend seine eigene Träume aufbauen.
Wenn man es andersrum macht, hat man meistens nichts mehr von seinem Traum.
Immer Locker bleiben.

Spruch:
Manchmal muss man ein Stück zurückgehen,
um vorwärts zukommen.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon marius » Mi Jun 08, 2016 10:09

Also eine Pacht für 1000 Euro ist doch geschenkt. Immerhin müßen die Verpächter, also Eltern, für die Sanierungskosten der Gebäude aufkommen. Eine Dachreperatur kostet mal locker mehrere 10 000 Euro.
Der monatliche Betrag nach der Übergabe ( dauernde Lasten ) hingegen richtet sich vor allem um den Zustand der Gebäude und wieviel Fläche vorhanden ist. Werden neuwertige Gebäude und Maschinen übergeben ist der zu zahlende Betrag natürlich höher. Ebenso bei hohem Anteil von Eigenfläche. Werden nur 10 oder 15 ha übergeben sollte sich der zu zahlenden Betrag in Grenzen halten. Bei 50 ha Eigenfläche ist monatlich deutlich mehr an die Übergeber zu bezahlen, auch müssen die Geschwister, weichende Erben, deutlich höher abgefunden werden.

Es kommt auch darauf an wer hat den Eltern damals auf deren Betrieb geholfen ? Hat nur der Hoferbe unentgeldlich 10 oder gar 20 Jahre bei den Eltern mitgearbeitet und die Geschwister nicht, muss das bei der Hofübergabe natürlich auch zugunsten des Übernehmers berücksichtigt werden.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon 108fendt » Mi Jun 08, 2016 10:23

marius hat geschrieben:Also eine Pacht für 1000 Euro ist doch geschenkt. Immerhin müßen die Verpächter, also Eltern, für die Sanierungskosten der Gebäude aufkommen. Eine Dachreperatur kostet mal locker mehrere 10 000 Euro.
Der monatliche Betrag nach der Übergabe ( dauernde Lasten ) hingegen richtet sich vor allem um den Zustand der Gebäude und wieviel Fläche vorhanden ist. Werden neuwertige Gebäude und Maschinen übergeben ist der zu zahlende Betrag natürlich höher. Ebenso bei hohem Anteil von Eigenfläche. Werden nur 10 oder 15 ha übergeben sollte sich der zu zahlenden Betrag in Grenzen halten. Bei 50 ha Eigenfläche ist monatlich deutlich mehr an die Übergeber zu bezahlen, auch müssen die Geschwister, weichende Erben, deutlich höher abgefunden werden.

Es kommt auch darauf an wer hat den Eltern damals auf deren Betrieb geholfen ? Hat nur der Hoferbe unentgeldlich 10 oder gar 20 Jahre bei den Eltern mitgearbeitet und die Geschwister nicht, muss das bei der Hofübergabe natürlich auch zugunsten des Übernehmers berücksichtigt werden.


Über diese Details würde ich beim ersten Gespräch, schön den Mund halten ! :mrgreen:
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Re: Hofübergabe

Beitragvon *Julia* » Mi Jun 08, 2016 11:16

Ja, also mein Mann schmeißt den Laden seit er 15 ist, also 20 Jahre. Seine Schwester ist mit 17 aus dem Haus, lässt sich alle paar Wochen mal blicken. Sein Bruder wohnt zwar im gleichen Ort. Aber die Tage, an denen er was auf dem Hof geholfen hat (zumindest in den letzten 10 Jahren), kann man an zwei Händen abzählen.

Erklärt mir das doch mal bitte:
Wenn ein Hof übergeben wird, warum muss dann noch weiterhin eine Zahlung erfolgen? In unserem Fall dachte ich, dass der Schweigervater nun eine Rente bekommt, da der Hof jetzt 9 Jahre verpachtet ist.
Ich wäre ja nicht mal dagegen, ihnen eine Summe für die monatlichen Kosten zu bezahlen. Aber mir geht nicht in den Kopf, warum 1000€ gerechtfertigt sein sollten, wenn dann die Geschwister nachfolgend auch noch aus den Pflegekosten raus sind...?! Denn damit komme ich persönlich gar nicht klar. Ich selbst hab ja auch noch Eltern und bei meinem Vater ist absehbar, dass er auch Pflege benötigt.

Der Kontakt zu den Geschwistern ist durchwachsen. Mein Mann kommt schon mit ihnen klar, allerdings haben die auch sehr wenig miteinander zu tun. Mit dem jüngeren Bruder habe ich mal über Jahre in einem Betrieb zusammengearbeitet, bis er einen Höhenflug aufgrund einer Beförderung bekam. Dann nannte er mich "die Blöde Alte von seinem Bruder" und das war's für mich. Der war dann nur noch rotzig zu mir und auch in dem Fall hat mein Mann versäumt, ihm mal den Kopf zu waschen. Von meinen Geschwistern hätte keiner so über meinen Mann sprechen dürfen!
Mit der älteren Schwester kam ich ganz gut klar - bis zu meinem Auszug. Seither redet sie nicht mehr mit mir. Sie ist wie meine Schwiegermutter und die hat ihr Lügengeschichten über mich erzählt. Das weiß ich vom Partner der Schwester, der mir das letztes Jahr gesteckt hat.

Die Aussage, dass der Verpächter für die Instandhaltungskosten hätte aufkommen müssen, war mir neu. Wie erwähnt, seit einiger Zeit ist das Dach von zwei Schuppen beschädigt und der Schwiegervater hat das immer auf meinen Mann abgewälzt, der widerum gesagt hat, dass er das Dach nicht saniert, bevor die Zukunft geregelt ist. Da muss ich wahrscheinlich sagen, dass weder Schwiegervater noch Mann genau über ihre Rechte und Pflichten Bescheid wissen. Und dass es deren Versäumnis ist.
Wie auch immer, sollte es zur Übergabe kommen, bleibt die Sanierung an uns hängen. Sowie auch der Umbau des Stalls. Und daher bin ich persönlich erst mal dagegen, 1000€ monatlich zu bezahlen. Vielleicht ist es eine realistische Summe... aber da brauch ich echt Hilfe vor Ort durch den Steuerberater. So klingt das für mich nach einer zu hohen Summe, für das, dass das Haus nicht Bestandteil des Ganzen ist.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Manfred » Mi Jun 08, 2016 11:20

Nicht lustig, wie hier Aussagen über Werte und mögliche Zahlungen getroffen werden ohne auch nur den Ort, geschweige denn weitere Details zu kennen.

Bei meinen Ex-Nachbarn wurde die Hofübergabe versäumt.
Die Mutter ist jetzt 93 und lebt im Pflegeheim. Dement aber körperlich noch immer fit.
Der Sohn ist ihr gerichtlich bestellter Vormund und verwaltet ihr Vermögen.
Aus diesem Vermögen müssen monatlich ca. 3500 Euro für das Pflegeheim flüssig gemacht werden.
Die Hofstelle ist längst verkauft und von den Flächen ist auch nicht mehr viel übrig. Gerade ist wieder ein Acker von gut 3 ha weg gegangen.
Da wir keine Hochpreis-Region sind, wird das keine zwei Jahre reichen. Dann ist der letzte Acker dran.

Wenn die Schwiegermutter die Übergabe blockiert, würde ich an eurer Stelle einen anderen Betrieb pachten und den Pachtvertrag auslaufen lassen.
Dann können die Schwiegereltern noch mal überlegen, ob sie übergeben oder anderweitig verpachten möchten.
Ihr lebt nur einmal und könnt den Hof auch nicht mit ins Grab nehmen.
Wie viel Lebensqualität-Verlust euch die Eigentümer-Eigenschaft wert ist, müsst ihr selbst wissen.
Habt ihr überhaupt schon mal darüber nachgedacht, warum ihr den Hof beeigentumen wollt, und ob diese Ziele nicht anders einfacher zu erreichen sind?
Oder fällt euch dazu auch nichts besseres ein als der Schwiegermutter?
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Welfenprinz » Mi Jun 08, 2016 11:20

Estomil,das geht schon ganz schön in Einzelheiten. Bei denen gehts ja eigentlich noch ums ob und noch nicht ums wie. Irgendwer muss der Ollen ja n Pflaster aufs Maul kleben,damit aus dem Gespräch was rauskommt.
Warum soll die Grundstücksentnahme zu steuerlichen Schwierigkeiten führen? Wie das bei Übergabe ohne Anrechnung des Verkehrswertes zu erfolgen hat,ist doch festgelegt.
Und Verzicht der Nachabfindungsansprüche? :mrgreen:
Du kleiner Schelm,du. Hoffentlich haben die Geschwister auch nen ordentlichen Berater. :)
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Manfred » Mi Jun 08, 2016 11:34

@Julia: Zu deinem letzten Beitrag: Die Geschwister sind nicht raus bei den Pflegekosten.
Für die Pflegekosten wird zunächst auf Einkommen und Eigentum der Eltern zugegriffen.
Zu diesen Einkommen zählen auch mögliche Altenteilsleistungen der Übernehmer.
Wenn darüber hinaus weitere Kosten anfallen, müssen diese alle Kinder anteilig mit tragen, soweit ihre Einkommen das zulassen.

Ob für die Pflegekosten auf den übergebenen Hof zugegriffen werden kann, hängt von diversen Faktoren ab.
Die Übernahme von Hege und Pflege wird heute in aller Regel nicht mehr vereinbart, weil das Kostenrisiko nicht mehr überschaubar ist.
Wenn der Hof aktiv bewirtschaftet wird, ist auch innerhalb der 10-Jahres-Frist für die Rückforderung von Schenkungen eine Rückabwicklung unwahrscheinlich, weil der Hof ja finanzielle Lebensgrundlage der Bewirtschafter ist.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Estomil » Mi Jun 08, 2016 11:38

Ich wollte halt nur andeuten, dass es jede menge fallstricke und erhebliche Risiken fuer die erben gibt weswegen ein sehr fähiger auf Landwirtschaft speziallizierter steuerberater nötig ist. Aufgrund des hohen finanziellen Risikos und den hohen Kosten die erstmal getragen werden müssen bin ich der meinung, dass der hoferbe somit auch alleinerbe aller vermögensgegenstände werden sollte.
Je nach Finanzlage steht den weichenden Erben dann der flichtanteil oder etwas mehr zu. Meine Geschwister haben deutlich mehr bekommen und anstandslos die nachabfindungsklausel unterschrieben. Ab die das heute auch noch alle machen würden bezweifle ich mal. Wenn die Geschwister erstmal verheiratet sind und womöglich noch weiter weg wohnen kann sich die Einstellung auch mal schnell ändern.
Somit ist es ratsam So was in jungen Jahren zu klären. Besonders wenn die Geschwister sehen das gutes Geld auf dem Hof verdient wird.

Im übrigen wird der Hof von Julian Mann sicherlich irgendwo einen Wert von wenigstens 1mio haben. In unserer Gegend wärend gar 2-3mio. Da kann man sich dann auch schon mal für krum machen....
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Manfred » Mi Jun 08, 2016 11:49

Estomil hat geschrieben:Im übrigen wird der Hof von Julian Mann sicherlich irgendwo einen Wert von wenigstens 1mio haben.


Oder auch nur 200.000 oder noch weniger, je nach Gegend und Zustand und Lage und...
Alles wilde Spekulation.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon elchtestversagt » Mi Jun 08, 2016 11:51

1000 Euro Pacht pro Monat, für die paar ha?
Ich weiss nicht, wohnt ihr in Süd-Oldenburg, dann währe das angebraucht...
Das währen ja fast 500 Euro/ha Pacht für das Acker/Grünland...
Für die Ställe setze ich mal nichts an, wenn dort ein Invest-Stau ist...
Soviel Geld haben die Eltern in ihrem Leben nicht verdient, dazu noch Rente....
Wenn man einen Betrieb übernimmt, dann zahlt man die Altersrente, die bekommen lebenslanges Wohnrecht, man zahlt für deren Unterbringung, sprich Strom/Gas, einfach alles,alles,alles.
Die haben die sagen wir 1000 Euro plus min. 600 Euro Rente nur für Lebensmittel und Genussmittel...(sowie Mobilität).
Das ist schon heftig viel Geld.

Ich gebe euch folgenden Tipp: Hört mal in der Gegend um, was so für Pachten für Acker und Grünland bezahlt wird, ebendso für (brauchbare) Ställe.
Das ist eine Festsetzungsgrundlage minus 30%, weil man ja noch zusätzliche Verpflichtungen übernimmt ( wie das Wohnrecht, Pflege usw.)
Dann habt ihr einen Wert, den man monatlich ansetzen kann.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Lüpi » Mi Jun 08, 2016 11:58

108fendt hat geschrieben:
Ihr zwei müsst wissen was ihr wollt und wie weit ihr nachgeben/abgeben wollt.




Als ich damals mit meiner Frau den Hof meiner Eltern übernahm gab es weder mit meiner Mutter noch mit meinem Vater Probleme. Vattern hat nebenbei noch ein bisschen "rum gepuschelt" und Muttern ist halt ihrem täglichen Alltag nachgegangen wie vorher auch schon. Als dann unser erstes Kind geboren war, war auch noch alles in Ordnung, als meine Frau dann Vormittags wieder arbeiten gehen wollte, und unser Sohn sich im Kindergarten eingelebt hat ging es los.


Das hat sich dann alles so hoch geschaukelt bis mir die Hutschnur geplatzt ist, das ging alles soweit bis ich meiner Mutter angedroht habe, am anderen Ende des Ortes ein neues Haus zu bauen! Dann war erstmal 2 Wochen Funktstille, meinem Vater tat das alles so leid und seinetwegen haben wir uns dann auch nochmal alle zusammen an den runden Tisch gesetzt. Meine Mutter hat eingesehen dass sie "nur" Oma ist, und das wir "Jungen Leute" unser eigenes Ding machen wollen und müssen.


Ich kann in diesem besagten Fall sowohl die Schwiegereltern, als auch Julia sowie ihren Mann verstehen. Vor allem wenn mehrere Generationen auf einem Hof leben, ist es zwar oft schön (meine Erfahrung) aber bei solchen Sachen eben oft sehr sehr schwierig. Auf jeden Fall muss darüber geredet werden, so hart das auch ist. Ich kenne einen Fall da hat der Junior den Alten aus dem Stall geprügelt....weil eben nie geredet wurde.
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