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Hofübergabe

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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288 Beiträge • Seite 12 von 20 • 1 ... 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 ... 20
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Re: Hofübergabe

Beitragvon marius » Fr Jun 10, 2016 13:36

T5060 hat geschrieben:Kalkuliert man 20.000 € Pflegekosten / Jahr über 10 Jahre, dann kann man schon 100 ha so übertragen. Aber dein Fall ist so sehr sehr selten, wo man das so machen kann.


Bin ich jetzt nicht mehr auf dem laufenden ?
Für die Pflege evtl im Altersheim der Übergeber muss doch der Hoferbe nicht alleine aufkommen ?
Nur bis zur ersten Pflegestufe also Stufe 1 meine ich ? Danach müßen alle Kinder mitbezahlen ?

Werden also monatlich angenommen vom Übernehmer 600 oder 700 Euro an die Altenteiler als dauernde Lasten bezahlt müßte er bei einer späteren Pflege im Altersheim wohl nichts mehr dazu bezahlen. Denn diese 600 oder 700 Euro/Monat dürften Pflegestufe 1 abdecken für die er verantwortlich ist ?
Oder lieg ich da falsch ?

Ich meine zu früheren Zeiten bei einer Übergabe mußte der Hoferbe für alle Kosten der Altenteiler aufkommen. Aber bei heutigen Kosten von bis zu 3000 Euro / Monat für ein Pflegeheim ist das unmöglich.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon T5060 » Fr Jun 10, 2016 14:13

Im vorliegenden Fall könnten die vollen Kosten geholt werden. Rückgriff 10 Jahre auf Schenkung nach SGB, ansonsten nur bis zur "Belastungsgrenze".

Wer schlau ist gibt deshalb mit 60 ab, spätestens mit 65 und ab 50 hält man sich zurück bzw. steht der nachfolgenden Generation nicht mehr im Weg rum :mrgreen:
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
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[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Hofübergabe

Beitragvon marius » Fr Jun 10, 2016 15:01

T5060 hat geschrieben:Im vorliegenden Fall könnten die vollen Kosten geholt werden. Rückgriff 10 Jahre auf Schenkung nach SGB, ansonsten nur bis zur "Belastungsgrenze".

Wer schlau ist gibt deshalb mit 60 ab, spätestens mit 65 und ab 50 hält man sich zurück bzw. steht der nachfolgenden Generation nicht mehr im Weg rum :mrgreen:


Ich meinte wie das heute in Übergabeverträgen im Normalfall geregelt wird ?
Angenommen ein oder beide Übergeber kommen ins Pflegeheim mit je 3000 Euro monatlich und die Rente, Pflegeversicherung und Altenteilereistung vom Übernehmer ( dauernde Lasten ) reicht nicht aus.
Ich meine früher musste doch der Übernehmer alleine die Kosten der Pflege übernehmen.
Wie läuft das heute ab ?
Wer bezahlt die Restkosten vom Heim ? Alle Kinder incl Hoferben zu gleichen Teilen oder alle Kinder ohne den Hoferben weil der schon die monaltichen Altenteilerleistung ( dauernde Lasten ) für die Austragler bezahlt ?
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Re: Hofübergabe

Beitragvon elchtestversagt » Fr Jun 10, 2016 15:41

Die monatlichen Altenteilergelder werden erstmal mit eingezogen,dann die Rentenzahlungen, dann sonstige Altersvorsorge, wenn die Altenteiler Wohnrecht haben, wird das auch zu Geld gemacht, denn weil der Altenteiler dort nicht mehr wohnt, dann könnte man es ja vermieten, sprich das entgangene "Wohngeld" wird auch eingezogen.
Der Rest wird von den Kindern geholt, nach Belastungsgrenzen, wenns dann noch nicht reicht, dann muss in letzter Konsequenz das Sozialamt.
Bevor das aber kommt, wird nachgesehen, ob irgendwann irgendwie irgendwer Schenkungen/ Erbteile bekommen hat, da gilt die von T5060 angesprochene 10 Jahres-Regel.
Sprich wenn die abgefundenen Kinder vor fünf Jahre Geld bekommen haben, dann haben die von ihrem Erbe nur 50% sicher, der Rest muss zurück....
Die Hand soll geben, solange sie warm ist hiess es mal, heute solange man sein guten Zustand absehen kann....
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Re: Hofübergabe

Beitragvon T5060 » Fr Jun 10, 2016 16:10

.. und Freunde, sobald man ein Grundstück besitzt, auch wenn man erst 22 jahre alt ist : Macht um Himmels Willen ein Testament
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Südheidjer » Fr Jun 10, 2016 16:28

T5060 hat geschrieben:.. und Freunde, sobald man ein Grundstück besitzt, auch wenn man erst 22 jahre alt ist : Macht um Himmels Willen ein Testament


Stimmt! Das nimmt man sich (vernünftigerweise) immer wieder vor und dann bleibts dann doch irgendwie immer wieder auf der Strecke.....bis es plötzlich zu spät ist. Das betrifft z.B. auch eine Patientenverfügung.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon Estomil » Fr Jun 10, 2016 16:33

@elchtestversarger: meiner Wissens kann innerhalb das komplette Vermögen herrangezogen werden. Nach 5 Jahren ist man Also mitnichten bei 50%.

Meines Wissens werden heute zudem in den übergabeverträgen Klauseln eingebaut, bei denen das baraltenteil ersatzlos wegfällt wenn der altenteiler ins Altersheim kommt. Gibt's da neuere urteile?
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Re: Hofübergabe

Beitragvon marius » Fr Jun 10, 2016 16:36

elchtestversagt hat geschrieben:Die monatlichen Altenteilergelder werden erstmal mit eingezogen,dann die Rentenzahlungen, dann sonstige Altersvorsorge, wenn die Altenteiler Wohnrecht haben, wird das auch zu Geld gemacht, denn weil der Altenteiler dort nicht mehr wohnt, dann könnte man es ja vermieten, sprich das entgangene "Wohngeld" wird auch eingezogen.
Der Rest wird von den Kindern geholt, nach Belastungsgrenzen, wenns dann noch nicht reicht, dann muss in letzter Konsequenz das Sozialamt.
Bevor das aber kommt, wird nachgesehen, ob irgendwann irgendwie irgendwer Schenkungen/ Erbteile bekommen hat, da gilt die von T5060 angesprochene 10 Jahres-Regel.
Sprich wenn die abgefundenen Kinder vor fünf Jahre Geld bekommen haben, dann haben die von ihrem Erbe nur 50% sicher, der Rest muss zurück....
Die Hand soll geben, solange sie warm ist hiess es mal, heute solange man sein guten Zustand absehen kann....



In meinem Bekanntenkreis haben viele noch die Pflegestufe 1 im Übergabevertrag fest verankert für die sie aufkommen müssen. Das hab ich aus Gesprächen erfahren. Das war und ist bei vielen wohl Standart in Übergabeverträgen.

Zusätzlich bezahlen die rund 500 - 800 Euro pro Monat an die Austragler. Bei der genannten Pflegestufe 1 kostet das Heim nach Abzug der gesetzlichen Pflegeversicherung für den Übernehmer noch je nach Bundesland ca 1350 Euro Eigenanteil ( 1200 - 1500 Euro ) + Kosten wie Medikamente etc. kommen noch auf die Heimkosten obendrauf.

http://www.pflegekostet.de/blog/2012/01 ... egekosten/

Ergibt somit somit ca. 650 Taschengeld + 1350 Pflegeheim + Wohnrecht ( ca 600 )= 2600.
Ergeben für den Übernehmer feste Kosten von 2600 Euro jeden Monat, die der Übernehmer in jedem Fall bezahlen muss wenn im schlimmsten Fall beide Übergeber ins Heim kommen sollten.

Da kann man den zukünftigen Übernehmern nur raten das sie die Pflegestufe 1 im Übergabevertrag nicht aktzeptieren sollten. Besonders bei kleineren Höfen und derzeitgigen Erzeugerpreisen ist da eine tiefe Verschuldung vorprogrammiert.
Zuletzt geändert von marius am Fr Jun 10, 2016 17:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon automatix » Fr Jun 10, 2016 17:18

T5060 hat geschrieben:.. und Freunde, sobald man ein Grundstück besitzt, auch wenn man erst 22 jahre alt ist : Macht um Himmels Willen ein Testament


och, mir passt die gesetzliche Erbregelung ganz gut.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon KarlGustav » Fr Jun 10, 2016 19:11

automatix hat geschrieben:
T5060 hat geschrieben:.. und Freunde, sobald man ein Grundstück besitzt, auch wenn man erst 22 jahre alt ist : Macht um Himmels Willen ein Testament


och, mir passt die gesetzliche Erbregelung ganz gut.


Ach ja?
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Re: Hofübergabe

Beitragvon holzjackl » Fr Jun 10, 2016 21:51

Servus,

wegen Pflegeheim und Übergabe kann ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.
Vatern hatte vor über 20Jahren reißaus genommen, (vermutlich wegen der Mutter) aber die Eltern haben sich nicht scheiden lassen, ist immer noch auf die Heimatadresse gemeldet.
Kurz darauf hatte er einen Schlaganfall und wurde von seiner neuen Partnerin gepflegt.
Selbst in dieser Situation wollte meine Mutter ums verrecken keine Übergabe, denn sie ist im Wesen etwa so, wie Julias Schwiegermutter und hoffte auf das baldige Ableben meines Vaters, um endlich alleinige Herrscherin zu werden.
In 2004 müsste ich laut Notarvertrag meiner älteren Schwester, 50.000,-DM Zahlen, weil mir zehn Jahre davor 500m2 Privatgrund in Hofnähe zum Hausbau zur Verfügung gestellt wurden, und ich sowieso den Rest mal bekommen werde.
Meine Schwester wurde bereits mitte der 80er Jahre mit der alten geräumten Hofstelle (1800m2) meines Vaters abgefunden. Ebenso floss Bargeld und Hilfe für den Hausbau.
Mein Vater kam 2012 ins Pflegeheim und meine Mutter bekam die Rechnungen, sie weigerte sich zu Zahlen, da sind gleich Gutachter vom Bund gekommen und haben Ihr den Hof incl. Privathaus geschätzt, der Mutter wurde gesagt, Sie könne alleine auch in einer kleiner Wohnung leben.
Zugleich drängte meine Schwester auf die Auszahlung ihrer 50.000€. Den Hof habe ich bis dato in Schuss gehalten und für meine Mutter viel Geld und noch mehr Zeit geopfert.
Meine Idee wäre gewesen, die ausstehende Zahlung an meine Schwester, meinem Vater zukommen zu lassen und damit die Mutter, die 500€ Monatsbelastung hatte und keine Rente mehr, zu entlasten.
Das wollte meine Schwester nicht und drohte mit Anwalt. Bei Übergabe hätte ich die Schwester sofort ausbezahlt, das hat die Mutter immer verhindert. Darauf habe ich gesagt, dass Sie sich Ihr Zeugs sonst-wo-hin schieben kann, und habe nur noch minimal Kontakt gepflegt.
Ein jahr später hat meine Mutter dann langsam Panik bekommen weil Vater halt nicht stirbt und hat mich 2013 dann ihrerseits per Anwalt genötigt, die Übergabe mitzumachen.
Ich habe dann abgewägt: Im Notarvertrag steht ein gedeckelter Betrag von 120000€. Privatgrundstück und Wohnhaus der Eltern ca 240.000 - Anteil der Mutter 120000, bleiben 120000€ die sich der Bund als Anteil rausnehmen kann.
Ich habe aktuell Zuzahlungskosten von 1000€ im Monat, und nach 10Jahren wären die 120000 beisammen.
Felder, ein zusätzlicher Bauplatz, und Betriebsgebäude(wertlos) blieben momentan aussen vor.
Meine Mutter geht halt momentan leer aus, da die Rente meines Vaters aus komplett ins Heim einfließt....

Aktuelle Heimkosten Pflegestufe 3 sind 3600,-€ + Taschengeld 100€ + Brillen + Zähne + Medikamente +++++
Darum sich frühzeitig um die Übergabe bemühen, der Bund kennt auch für alte, starsinnige und gierige Bauersfrauen mit kleinem Horizont kein pardon, alle müssen darunter leiden und viel Geld und Zeit geht den Bach runter.
Ebenso war das Gezerre lange Zeit emotional sehr fordernd.

MfG
Wie schnell ist nix getan! (Alfred Bauhaus)
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Re: Hofübergabe

Beitragvon automatix » Sa Jun 11, 2016 5:25

KarlGustav hat geschrieben:
automatix hat geschrieben:
T5060 hat geschrieben:.. und Freunde, sobald man ein Grundstück besitzt, auch wenn man erst 22 jahre alt ist : Macht um Himmels Willen ein Testament


och, mir passt die gesetzliche Erbregelung ganz gut.


Ach ja?


Ja.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon emskopp33 » Sa Jun 11, 2016 9:05

Schaut euch das Pflegestärkungsgesetz II an, dass ab 01.01.17 endgültig in Kraft treten wird.
Dort steht ambulant vor stationär. Einerseits werden für die häusliche Pflege mehr Sach- als auch Geldwerte von der Pflegekasse zur Verfügung gestellt und andererseits werden die Heimplatzkosten sehr stark abnehmen. Die neuen Pflegeheimsätze müssen bzw. werden derzeit von den Einrichtungen anhand vorhandener Belegungskennzahlen errechnet. Damit muss sich jede Einrichtung künftig am Markt dem Wettbewerb stellen. Die Kosten bleiben also überschaubarer und Höherstufungen in den Pflegegraden führen künftig nicht mehr zu einer Mehrbelastung.
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Re: Hofübergabe

Beitragvon elchtestversagt » Sa Jun 11, 2016 12:07

Hier in der Gegend ist das doch ganz und gäbe, dass auf den Betrieben die Pflege von Zuhause gemacht wird.
Wenn beide Elternteile Pflegebedürftig werden ( nicht mehr viel tun können), dann wird eine Polnische/Russische/ Rumänische Familie einquartiert und ist angestellt nur für die Pflege.
Die bekommen Kost/Logie sowie Wohnen frei und zusätzlich ein monatliches Einkommen und es kostet nichtmal die Hälfte wie der Pflegeheimsatz für beide.
Ausserdem haben die dann 24h Einzelbetreuung.
Meistens arbeitet einer der beiden noch ausserhalb oder auf dem Hof mit, so schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe...
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Re: Hofübergabe

Beitragvon *Julia* » Sa Jun 11, 2016 17:29

marius hat geschrieben:Da kann man den zukünftigen Übernehmern nur raten das sie die Pflegestufe 1 im Übergabevertrag nicht aktzeptieren sollten. Besonders bei kleineren Höfen und derzeitgigen Erzeugerpreisen ist da eine tiefe Verschuldung vorprogrammiert.


Für diesen Hinweis bin ich unheimlich dankbar. Nicht nur wegen der Sache an sich... sondern weil ich spätestens seit gestern der Schwiegermutter so wenig wie möglich zukommen lassen möchte.

Vorgestern Abend: Schwiegervater gesellte sich zu mir, hatte das Bedürfnis zu reden. Er erzählte von früher, ganz banale Sachen. Seltsamerweise tauchte immer wieder was übers Sterben, Suizid usw. auf. Bißchen stutzig machte mich das schon. Vor allem, weil ja bei der letzten Eskalation vergangenes Wochenende der Schwiegervater auch schrie, dass es wohl für alle das Beste sei, wenn er sich einen Strick nehmen würde...
Gestern Früh: Schwiegervater fängt schon wieder vom Sterben an. Er müsste am Nachmittag auch auf eine Beerdigung. Er fragte auch nach meinem Vater, der in etwa gleichaltrig ist. Naja, ich musste zur Arbeit und würgte das ab.
Gestern Abend: Mein Mann hatte diese Woche Spätschicht, also ging seine Mutter abends melken. Schwiegervater fütterte die Tiere. Oder hätte es tun sollen. Aber er fuhr mit dem Hoftrack weg, kam nicht wieder. Die Tiere fingen an zu schreien weil sie kein Futter hatten. Schwiegermutter war fertig mit melken, ging ins Haus. Sie sah so naiv gleichgültig aus wie immer. Hauptsache wie eine Schnecke über den Hof bewegen und mich böse anschauen...

Ich hab dann die Tiere gefüttert und anschließend nach meinem Schwiegervater gesucht. Nach fast einer Stunde suchen kam ich wieder auf den Hof und er saß auf seiner kleinen Mauer, sah fertig aus. Ich kann nur mutmaßen, aber ich glaube, er hatte Streit mit seiner Frau und musste einfach weg. Ich hatte aber echt Sorge, dass er sich was antut.
Seiner Frau wäre es doch wirklich recht, wenn er plötzlich nicht mehr wäre, dann würde alles an sie gehen. Perfekt für sie.

Natürlich ist sie eine arme Frau. Wurde wohl von ihren Eltern auch nicht gerade nett behandelt, musste sich ums Erbe streiten, hatte den pflegebedürftigen Onkel ihres Mannes 5 Jahre zu Hause zum Pflegen und gleich anschließend 6 Jahre ihre eigene Mutter. Dass das eine sch*** Situation ist ist klar. Aber dafür kann keiner von uns etwas und vor allem nichts mehr ändern.

Ich persönlich sage schon seit Jahren, dass ICH niemanden pflege, außer meinen Mann. Weder meine Eltern, noch seine Eltern. Ich bin zu so was nicht in der Lage, nicht jeder kann das. Und will das. Vor allem nicht, mit diesen Vorgeschichten.

Jetzt sind's ja "nur" noch 8 Tage bis zum D-Day...
*Julia*
 
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