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jetzige Situation der Milchbauern

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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118 Beiträge • Seite 4 von 8 • 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon Reinhold Bert » Di Jul 07, 2015 6:05

H.B. hat geschrieben:So hart es klingt, aber das ist im Geschäftsleben eben so. Nur ich kann mir schwer vorstellen, dass die Molkereien sich in einem Jahr immer noch in die Hosen scheißen, und 20% unter der möglichen Marktsituation verkaufen. Vielleicht tun sie es auch bewusst, um eine Wachstums-Euphorie zu bremsen? Jedenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass auch nächstes Jahr bei reger Nachfrage, weitgehend abgebauter Lagerbestände und fließendem Absatz der Milchpreis so weit unten halten kann. Ich bin mir relativ sicher, dass wir auch aktuell einen bessern Preis hätten, wenn er nicht ständig von relevanten Stellen herunter gepredigt würde - was der Handel gnadenlos als Steilvorlage ausnutzt.
Alles was wir derzeit unter 35ct. sind, ist die reinste Marktpsychologie der self-fulfilling prophecy

Wie ich geschrieben habe...es wird alles künstlich kaputtgeredet. Seid Quotenwegfall sin ca. 1% mehr Milch geliefert worden als im letzten Jahr. Das rechtfertigt aber nicht, dass wir 30% weniger bekommen als noch im letzten Jahr. Das ist die Markt Strategie der Molkereien und des Handel alles auf das Ende der Quote zu schieben.
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon meyenburg1975 » Di Jul 07, 2015 6:27

Estomil hat geschrieben:Wenn das Land eh unter 2€ kostet, dann frage ich mich warum der nicht längst 30ha zugekauft hat. Mir kann keiner erzählen, dass in den letzten 10 Jahren nicht gutes Geld verdient worden ist. Da hat der betreffende landwirt seine hausaufgaben halt nicht gemacht. Bei mir in der gegend sind landqwirte die ebenfalls kräftig gebaut haben. Und da ist bestimmt nciht alles finanziert wenn ich mir den Fuhrpark so ansehe....
Tatsache ist, dass auch beim aktuellen Milchpreis sehr sehr viele Betriebe zumindest noch ne schwarze null schreiben. Und das ist halt das was zählt. Wer in der Schweinehaltung aktiv ist lebt damit doch schon seit jahrzehnten. Bei 1,40€ aktuell fürs Schwein schreibt der großteil der Mäster ja auch rote zahlen.


Im Prinzip richtig, nur das "sehr sehr viele" würde ich relativieren. Der Anteil dürfte bei 15-20% liegen.
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon LUV » Di Jul 07, 2015 6:41

marius hat geschrieben:
LUV hat geschrieben:
War am Freitag bei einem Kunden....170 Kühe, 240 Sauen, 1400 Mastschweine und 500kW Biogas....der plant eine Aufstockung auf 300 Kühe.... :wink: Weiß auch nicht, warum der weder wegen der Kühe, noch wegen der Schweine nicht gejammert hat....


..." rief der Oberinspektor mit seinem theoretischen Fachwissen hinter seinem Schreibtisch hervor ".
Amen !
Ich klappere mal gleich die Gegend nach neuem Pachtland ab, 1000 Euro Pacht pro ha sollten schon locker drin sein, wenn ich die Einkommenssituation der Landwirte hier im Forum richtig verstanden habe ?

Kauf mir gleich neue Gummistiefel, und bestell den Betonmischer. Dann könnte ichs in 10 Jahren zum mehrfachen Millionär schaffen.
Bis später. Bild


Musst du auf mich rumhacken? Ich kann doch nichts dafür, dass erfolgreiche Betriebe schon Jahre im Voraus denken, wenn andere sich noch über den letzten Milchstreik unterhalten.....
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon marius » Di Jul 07, 2015 8:04

LUV hat geschrieben:
Musst du auf mich rumhacken? Ich kann doch nichts dafür, dass erfolgreiche Betriebe schon Jahre im Voraus denken, wenn andere sich noch über den letzten Milchstreik unterhalten.....


Ich hacke nicht herum sondern verhalte mich im Forum vorbildlich.
Ich werde doch erwähnen dürfen das ich bei den hohen Einnahmen in der Landwirtschaft zu 1000 Euro / ha zu pachten gedenke. 1500 Euro / ha Pachtzins wären auch kein Problem.
Dieses investierte Pachtgeld kommt doch x-fach wieder rein wenn ich die Beiträge richtig verstanden habe.
Zuletzt geändert von marius am Di Jul 07, 2015 8:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon Manfred » Di Jul 07, 2015 8:21

T5060 hat geschrieben:
CashFlow ( AfA + Gewinn + ausserlandw. Einkünfte abzgl. Privatverbrauch )


Die Umsatzsteuererstattung hast du noch vergessen. Nicht unerheblich bei solchen Investitionen.
Wenn in so einem Betrieb mal 2,5 Mio Eigenkapital gebunden sind, muss der halt bei 5% Renditeanspruch schon 125.000 Euro echten Gewinn abwerfen, bevor der erste Handgriff getan und bezahlt ist.
Gibt viele solche Betriebe, die faktisch für lau arbeiten und nicht mal angemessene Zinsen fürs Eigenkapital erwirtschaften und trotzdem meinen, sie hätten eine gut laufende Landwirtschaft am Start. Dabei wären diese Betriebsleiter als angestellte Manager längst arbeitslos.
"The man who reads nothing at all is better educated than the man who reads nothing but newspapers." Thomas Jefferson
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon marius » Di Jul 07, 2015 8:25

julius hat geschrieben:
Juwel hat geschrieben:Da Glaub ich Dir nicht!!!!!!!


Ich glaubs auch nicht.
Wenn diese 1, 9 Millionen Eigenkapital also versteuerter Gewinn in der Landwirtschaft verdient wurde, müßen rund 3,2 Millionen :shock: vor Steuerabzug verdient worden sein.


Richtig. Nun sind aber die privaten Entnahmen noch nicht berücksichtigt.
Die Privatentnahmen wird Estomil auch in der Landwirtschaft verdient haben ? Setzen wir von den 3,2 Millionen Gewinn aus der Landwirtschaft, die wieder investiert wurden nur 10 % Privatentnahmen an, schraubt das den Betriebsgewinn auf 3,5 Milionen vor Steuern in seiner Schweinehaltung hoch.
Oder wurden Steuern hinterzogen ?

Darf man Estomil fragen in welchem Zeitraum er mit seinen 150 Sauen diese angeblich 3,5 Millionen Euro verdient hat ? In 10 Jahren ? 20 Jahren ?
Ich frage mich gerade warum bei diesen hohen Gewinnen von Kleinbetrieben wie Estomil, bereits 90 % der Schweinehalter dem Strukturwandel zum Opfer gefallen sind und ihren Betrieb geschloßen haben ?

Gut das ich hier kostenlos mitlesen darf. Hier kann ich noch viel lernen auf dem Weg zum schnellen Reichtum. :klee:
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon LUV » Di Jul 07, 2015 8:29

marius hat geschrieben:
LUV hat geschrieben:
Musst du auf mir rumhacken? Ich kann doch nichts dafür, dass erfolgreiche Betriebe schon Jahre im Voraus denken, wenn andere sich noch über den letzten Milchstreik unterhalten.....


Ich hacke nicht herum sondern verhalte mich im Forum vorbildlich.
.



..." rief der Oberinspektor mit seinem theoretischen Fachwissen hinter seinem Schreibtisch hervor ".
Amen !

Wie jetzt, kann ich nicht lesen oder hast du einen Ghostwriter?
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon marius » Di Jul 07, 2015 8:33

LUV hat geschrieben:
marius hat geschrieben:
LUV hat geschrieben:
Musst du auf mir rumhacken? Ich kann doch nichts dafür, dass erfolgreiche Betriebe schon Jahre im Voraus denken, wenn andere sich noch über den letzten Milchstreik unterhalten.....


Ich hacke nicht herum sondern verhalte mich im Forum vorbildlich.
.



..." rief der Oberinspektor mit seinem theoretischen Fachwissen hinter seinem Schreibtisch hervor ".
Amen !

Wie jetzt, kann ich nicht lesen oder hast du einen Ghostwriter?


Dazu stehe ich, oder hast du neuerdings einen Betrieb gepachtet ? Der Titel Oberinspektor ist eine wahre Ehre, wenn ich die Anredeformen von T5060 hier lese.
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon Seegucker » Di Jul 07, 2015 8:48

Um zum Eingangsposting zurückzugehen :
Ich habe tatsächlich die Sorge , dass in den benachteiligten Gebieten am Alpenrand und in den Mittelgebirgen die Landwirtschaft ausstirbt , eben gerade aus dem Grund , weil die Rationalisierung die im Flachland möglich ist und war , nicht umgesetzt werden kann.
Eine verbuschte Landschaft mit gelbem Gras ist keine Erholungslandschaft ! Die Regionen die ich meine , sind von Bauern gestaltete "Parklandschaft" Das ist ein Unterschied zum 100 ha Schlag mit Weizen !
Die Erhaltung dieser Kulturlandschaft ist eine gesellschaftliche Aufgabe . Die Flächenprämien sollten eigentlich der Ausgleich für die über die Produktion herausgehenden Leistungen der Landwirtschaft sein. Auch wenn ich hier Prügel dafür bekomme , ich sehe diese über die Produktion herausgehende Leistung im 1000 ha Ackerbaubetrieb in der Magdeburger Börde nicht als gegeben an !
Geradezu kurios ist die Argumentation in einigen vorhergehenden Postings , wollt Ihr vor die Steuerzahler hinstehen und rechtfertigen , dass ihr 200.000 € oder nochmehr Prämie kassiert , die der Steuerzahler aufbringen muss , weil ihr so tolle Unternehmer seid ?
Nur die Diktatur braucht Zensur. Demokratie heißt Kampf der Meinungen.“
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon LUV » Di Jul 07, 2015 8:54

marius hat geschrieben:[
Dazu stehe ich, oder hast du neuerdings einen Betrieb gepachtet ? Der Titel Oberinspektor ist eine wahre Ehre, wenn ich die Anredeformen von T5060 hier lese.


Du musst schon verstehen, was ich schreibe. Ich habe lediglich eine Situation beschrieben und ihr strickt daraus eine betriebswirtschaftliche Glaskugel - Analyse. Die einen vermuten Lügen, die anderen außerlandwirtschaftliche Einkommen...niemand vermutet Können und betriebswirtschaftliches Geschick, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf.
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon Estomil » Di Jul 07, 2015 9:18

marius hat geschrieben:
julius hat geschrieben:
Juwel hat geschrieben:Da Glaub ich Dir nicht!!!!!!!


Ich glaubs auch nicht.
Wenn diese 1, 9 Millionen Eigenkapital also versteuerter Gewinn in der Landwirtschaft verdient wurde, müßen rund 3,2 Millionen :shock: vor Steuerabzug verdient worden sein.


Richtig. Nun sind aber die privaten Entnahmen noch nicht berücksichtigt.
Die Privatentnahmen wird Estomil auch in der Landwirtschaft verdient haben ? Setzen wir von den 3,2 Millionen Gewinn aus der Landwirtschaft, die wieder investiert wurden nur 10 % Privatentnahmen an, schraubt das den Betriebsgewinn auf 3,5 Milionen vor Steuern in seiner Schweinehaltung hoch.
Oder wurden Steuern hinterzogen ?

Gut das ich hier kostenlos mitlesen darf. Hier kann ich noch viel lernen auf dem Weg zum schnellen Reichtum. :klee:

Darf man Estomil fragen in welchem Zeitraum er mit seinen 150 Sauen diese angeblich 3,5 Millionen Euro verdient hat ? In 10 Jahren ? 20 Jahren ?
Ich frage mich gerade warum bei diesen hohen Gewinnen von Kleinbetrieben wie Estomil, bereits 90 % der Schweinehalter dem Strukturwandel zum Opfer gefallen sind und ihren Betrieb geschloßen haben ?


Nun aus den 150 Sauen ist nach den 15 Jahren schon was entstanden.
450 Sauen inkl Ferkelaufzucht und 1300 Mastplätze. Alles in neuen Ställen, 300kwp PV Anlagen, eine neue Maschienenhalle mit 25*65m, Güllelagerraum für 11,5 Monate und statt 44ha nun 52ha Eigentum. Privat wurden ebenfalls rund 200000€ ins wohnhaus gesteckt.
Mein glück ist allerdings auch, dass ich sehr gute böden habe und praktisch immer 10t weizen ernten kann (auch dieses Jahr ist das noch nicht ausgeschlossen), ich ordentlich Bauförderungen abgreifen konnte (rund 500000€ in den letzten 15 Jahren, zählt aber zu eigenkapital), ich frühzeitig in sehr lukrative pv anlagen investiert habe und ansonsten ganz nebenbei halt sehr gute Leistungen im Stall habe.
Biologisch wie Ökonomisch.

Wieso soll ich im schnitt der Jahre keine 150000€ gewinn erwirtschaften können? Mittlerweile müssen das eher 300000€ sein um die kalulatorischen kosten decken zu können. Alleine für den Zinsansatz beim Eigenkapital kommen doch locker schon 100000 zusammen. Dazu Pachtanstz von wenigstens 60000€ und den lohnansatz von 2,5 Familienarbeitskräften. Da bin ich ruck zuck bei 250000€ nur für die Kalulatorischen kosten!.
Ich kann hier jedem garantieren, dass mein werdegang garantiert keine ausnahme ist. Es gibt sehr sehr viele Betriebe die ähnlich stark gewachsen sind. VIele sogar deutlich mehr. Probleme haben eh immer nur die Betriebe, die langfristig bei 50000€ gewinn festhängen und keine Rücklagen bilden können für investitionen. Die 50000€ werden halt schon privat gebraucht. Man muss heutzutage also eine gewisse größe haben um diese gewinnschwelle langfristig zu übersteigen und eine deutlich positive eigenkapitalbildung beim unternehmer zu erlangen.
Das haben jedoch so einige Betriebe nicht geschaft.

Das liegt aber bestimmt nicht an der Landwirtschaft im allgemeinen, sondern daran, dass halt nur 25% der Betriebe zu den 25% besten zählen können. ;)

Ich kenne auch Betriebe die vor 15 Jahren mit 90 Sauen angefangen haben und heute 4000 Sauen, 15000 Mastschweine, 2mw Biogass und etliche 100ha eigenland haben. geschickte unternehmer gibts halt überall...
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon LUV » Di Jul 07, 2015 10:33

Die deutsche Rechenkunst führt auch dazu, dass hiesige Gaststätten zumachen und reihenweise Ausländer aufmachen, die anscheinend nie Geld verdienen, aber mittlerweile schon 10 Jahre den Laden aufrechterhalten. Irgendwie gewinnt man den Eindruck, als ob es gewollt ist, dass alles betriebswirtschaftlich in Grund und Boden kalkuliert wird.
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon julius » Di Jul 07, 2015 10:40

LUV hat geschrieben:Die deutsche Rechenkunst führt auch dazu, dass hiesige Gaststätten zumachen und reihenweise Ausländer aufmachen, die anscheinend nie Geld verdienen, aber mittlerweile schon 10 Jahre den Laden aufrechterhalten. Irgendwie gewinnt man den Eindruck, als ob es gewollt ist, dass alles betriebswirtschaftlich in Grund und Boden kalkuliert wird.


Das ist doch dasselbe wie in der Landwirtschaft. Gibt nicht wenige Wirte die prahlen wie gut das Geschäft läuft und in Wirklichkeit unter Einbeziehung aller Faktoren und bei genauerer Betrachtung der Zahlen kommt unter dem Strich was ganz anderes raus oder eine Minusrendite des eingesetzten Eigenkapitals was nicht berücksichtigt wird.
Wenn ich mir die Kandidaten bei den Restauranttestern wie Henssler oder Rach ansehe sind nicht wenige völig überschuldet.
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon julius » Di Jul 07, 2015 10:54

Estomil hat geschrieben:Nun aus den 150 Sauen ist nach den 15 Jahren schon was entstanden.
450 Sauen inkl Ferkelaufzucht und 1300 Mastplätze. Alles in neuen Ställen, 300kwp PV Anlagen, eine neue Maschienenhalle mit 25*65m, Güllelagerraum für 11,5 Monate und statt 44ha nun 52ha Eigentum. Privat wurden ebenfalls rund 200000€ ins wohnhaus gesteckt.
Mein glück ist allerdings auch, dass ich sehr gute böden habe und praktisch immer 10t weizen ernten kann (auch dieses Jahr ist das noch nicht ausgeschlossen), ich ordentlich Bauförderungen abgreifen konnte (rund 500000€ in den letzten 15 Jahren, zählt aber zu eigenkapital), ich frühzeitig in sehr lukrative pv anlagen investiert habe und ansonsten ganz nebenbei halt sehr gute Leistungen im Stall habe.
Biologisch wie Ökonomisch.

Wieso soll ich im schnitt der Jahre keine 150000€ gewinn erwirtschaften können? Mittlerweile müssen das eher 300000€ sein um die kalulatorischen kosten decken zu können. Alleine für den Zinsansatz beim Eigenkapital kommen doch locker schon 100000 zusammen. Dazu Pachtanstz von wenigstens 60000€ und den lohnansatz von 2,5 Familienarbeitskräften. Da bin ich ruck zuck bei 250000€ nur für die Kalulatorischen kosten!.
Ich kann hier jedem garantieren, dass mein werdegang garantiert keine ausnahme ist. Es gibt sehr sehr viele Betriebe die ähnlich stark gewachsen sind. VIele sogar deutlich mehr. Probleme haben eh immer nur die Betriebe, die langfristig bei 50000€ gewinn festhängen und keine Rücklagen bilden können für investitionen. Die 50000€ werden halt schon privat gebraucht. Man muss heutzutage also eine gewisse größe haben um diese gewinnschwelle langfristig zu übersteigen und eine deutlich positive eigenkapitalbildung beim unternehmer zu erlangen.
Das haben jedoch so einige Betriebe nicht geschaft.

Das liegt aber bestimmt nicht an der Landwirtschaft im allgemeinen, sondern daran, dass halt nur 25% der Betriebe zu den 25% besten zählen können. ;)

Ich kenne auch Betriebe die vor 15 Jahren mit 90 Sauen angefangen haben und heute 4000 Sauen, 15000 Mastschweine, 2mw Biogass und etliche 100ha eigenland haben. geschickte unternehmer gibts halt überall...


Irgendwie werde ich aus deinen Beiträgen nicht schlau.
Das hört sich jetzt schon wieder ganz anders an. Du hattest das so beschrieben das du von 150 Schweinen und 44 ha Eigentum diese Millionen erwirtschaftert hast. Man kann nur hoffen das hier möglichst wenige Nichtlandwirte mitlesen. Die bekommen ein völlig falsches Bild von den Einkommensverhältnissen der Landwirtschaft.

Ich habe mit meinen 150 sauen und den 44 ha eigentum in den letzten 15 jahren 2,2 mio in den betrieb gesteckt. Davon 1,9 mio eigenkapital. Das wurde alles in der landwirtschaft verdient
.
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Re: jetzige Situation der Milchbauern

Beitragvon LUV » Di Jul 07, 2015 11:07

julius hat geschrieben:
Irgendwie werde ich aus deinen Beiträgen nicht schlau.
Das hört sich jetzt schon wieder ganz anders an. Du hattest das so beschrieben das du von 150 Schweinen und 44 ha Eigentum diese Millionen erwirtschaftert hast. Man kann nur hoffen das hier möglichst wenige Nichtlandwirte mitlesen. Die bekommen ein völlig falsches Bild von den Einkommensverhältnissen der Landwirtschaft.

Ich habe mit meinen 150 sauen und den 44 ha eigentum in den letzten 15 jahren 2,2 mio in den betrieb gesteckt. Davon 1,9 mio eigenkapital. Das wurde alles in der landwirtschaft verdient
.


Also für mich ist das gut erklärt, evtl. möchtest du aber daraus etwas anderes verstehen. Was sollen denn Nichtlandwirte anderes erkennen, als die Tastsache, dass einige in der Lage sind, aus den gegebenen Bedingungen, eine Wertschöpfung zu erreichen und andere nicht? Sollen denn möglichst alle klagen, damit noch mehr Geld rüberwächst? Muss das Klagelied aufrechterhalten werden, damit noch mehr junge Leute abwandern, weil die Alten ihnen immer und immer wieder vorpredigen, dass mit Landwirtschaft kein Geld zu verdienen ist....?
Was soll das werden?
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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