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Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon SHierling » Mi Nov 10, 2010 20:13

Soweit ich informiert bin, setzt man im Yellowstone keine Haus- und Nutztiere aus.

Und wenn man das tut, dann ist es nun mal schlicht und ergreifend egal, wie groß die Fläche ist, die Folge ist halt immer, daß diese Tiere ohne Betreuung dem ausgesetzt sind, was man "natürliche Selektion" nennt, also Verhungern, Erfrieren, an Parasiten eingehen, oder wenns denn paßt auch mal gefressen werden. So ist die Natur nun mal, und das kann man überall haben, wenn man zB aufhört, die Wildbestände zu regulieren. Das muß man auch nicht, und erst recht nicht immer noch weiter "probieren" oder "Experiment" nennen, das weiß man schon.

Es gibt ausreichend WIldparks hier, die kann man vergrößern. Es hat auch keiner was dagegen, wenn man die ein oder andere Fläche zur "Renaturierung" hergibt, und es stört auch niemanden, wenn Leute ihr Geld dafür ausgeben, Flächen zu kaufen und darauf "Landschaftsschutz" zu betreiben. Man kann gern versuchen, Luchse auszuwildern, oder Wölfe wieder anzusiedeln, oder Wildkatzen, Uhus, Trappen, was auch immer, alles kein Problem, und ich hätte in den Waldgebieten hier ( ca. 1 Million ha allein in Brandenburg) auch nichts gegen das ein oder andere Wisent wenn es sich denn hält und da einpassen kann. Nur ist das eben zu wenig (Wald, nicht Wisent).

Aber wenn man Nutztiere, Haustiere, vom Menschen gezüchtete Rassen - die nie für ein Leben in der Natur geschaffen waren, sondern sogar entegengesetzt gezüchtet worden sind, einfach in den Wald (oder auf die Wiese) jagt, dann ist das ja für den Normalmenschen nicht umsonst verboten und wird bestraft als Faunenverfälschung und Tierquälerei. Und ich wüßte nicht, warum ausgerechnet Naturschützer da eine Ausnahme machen sollen.


Nur mal, um das Thema noch etwas zu erweitern: wie stellen sich denn solche Projekte mit Heckrindern den Seuchenschutz vor, im Bezug auf Hausrinder? Soll das dann so laufen wie bei der Schweinepest? Grob gefragt: Wenn so ein Heckrind hustet, werden dann die 1000 Milchkühe ringsrum "vorbeugend geschlachtet"?
Zuletzt geändert von SHierling am Mi Nov 10, 2010 20:22, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon TLH » Mi Nov 10, 2010 20:20

Die Fläche ist riesig
es gibt noch einen Unterschied: die Nabu-Rinder sind hinter Zaun, sowas gibt es rund um Yellowstone nicht, das heißt die Tiere dort haben ganz andere Möglichkeiten an Ressourcen heranzukommen
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon nasenwurzelsepp » Mi Nov 10, 2010 20:29

Shierling hat geschrieben:Soweit ich informiert bin, setzt man im Yellowstone keine Haus- und Nutztiere aus.

Und wenn man das tut, dann ist es nun mal schlicht und ergreifend egal, wie groß die Fläche ist, die Folge ist halt immer, daß diese Tiere ohne Betreuung dem ausgesetzt sind, was man "natürliche Selektion" nennt, also Verhungern, Erfrieren, an Parasiten eingehen, oder wenns denn paßt auch mal gefressen werden. So ist die Natur nun mal, und das kann man überall haben, wenn man zB aufhört, die Wildbestände zu regulieren. Das muß man auch nicht, und erst recht nicht immer noch weiter "probieren" oder "Experiment" nennen, das weiß man schon.

Es gibt ausreichend WIldparks hier, die kann man vergrößern. Es hat auch keiner was dagegen, wenn man die ein oder andere Fläche zur "Renaturierung" hergibt, und es stört auch niemanden, wenn Leute ihr Geld dafür ausgeben, Flächen zu kaufen und darauf "Landschaftsschutz" zu betreiben. Man kann gern versuchen, Luchse auszuwildern, oder Wölfe wieder anzusiedeln, oder Wildkatzen, Uhus, Trappen, was auch immer, alles kein Problem, und ich hätte in den Waldgebieten hier ( ca. 1 Million ha allein in Brandenburg) auch nichts gegen das ein oder andere Wisent wenn es sich denn hält und da einpassen kann. Nur ist das eben zu wenig (Wald, nicht Wisent).

Aber wenn man Nutztiere, Haustiere, vom Menschen gezüchtete Rassen - die nie für ein Leben in der Natur geschaffen waren, sondern sogar entegengesetzt gezüchtet worden sind, einfach in den Wald (oder auf die Wiese) jagt, dann ist das ja für den Normalmenschen nicht umsonst verboten und wird bestraft als Faunenverfälschung und Tierquälerei. Und ich wüßte nicht, warum ausgerechnet Naturschützer da eine Ausnahme machen sollen.


Genau das ist der springende Punkt und dem ist wohl auch nicht mehr viel hinzuzufügen!!!

Selektion/natürliche Auslese hin, harter Winter her, alles gar keine Frage, aber Heckrinder sind nunmal keine Wildtiere, sondern lediglich im Phenotyp dem Auerochsen ähnlich gezüchtete Nutztiere mit einer Genetik, die seit Jahrhunderten auf den Lebenraum Stall im Winter/Sommerweide abgestimmt ist.

Ich will mal einen Stubenhocker sehen, der sich im tiefsten Winter nur Unterhose und T-Shirt ohne was zu fressen irgendwo in die Pampa jagen lässt und das dann auch noch gut findet :roll:
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon nasenwurzelsepp » Mi Nov 10, 2010 20:33

TLH hat geschrieben:
Die Fläche ist riesig
es gibt noch einen Unterschied: die Nabu-Rinder sind hinter Zaun, sowas gibt es rund um Yellowstone nicht, das heißt die Tiere dort haben ganz andere Möglichkeiten an Ressourcen heranzukommen


Jap, das kommt ja noch erschwerend hinzu!!!
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon SHierling » Mi Nov 10, 2010 20:35

nasenwurzelsepp hat geschrieben:Ich will mal einen Stubenhocker sehen, der sich im tiefsten Winter nur Unterhose und T-Shirt ohne was zu fressen irgendwo in die Pampa jagen lässt und das dann auch noch gut findet :roll:

Also dem oben angeführten Skript nach ist das völlig ok. Immerhin haben Menschen früher hier mal so gelebt, und deswegen sollten die das heute auch können, wenn man ihnen nur genug Platz gibt. :mrgreen:
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon Matz » Mi Nov 10, 2010 20:46

Der Sinn von Reservaten wie Yellowstone, Serengeti oder andere ist es, Vorhandenes zu bewahren. Dort gibt es jahrtausende alte Wildwechsel, in jahrtausenden gewachsene, hochkomplizierte Ökosysteme. Die Serengeti ist 500 mal (!) größer als die hochgelobte "riesige" niederländische Weidefläche und gilt allgemein als eigentlich zu klein, um wirklich Ursprüngliches zu bewahren.
Zu glauben, dass man z.B. auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz (Lüdenscheid-Stilleking, siehe den von mir angegebenen Link weiter oben) einfach ein paar auf alte Rasse getrimmte Hausrinder aussetzt und dann irgendwann die "unberührte Natur" , wie im guten alten deutschen Wanderlied erhält, ist gelinde gesagt grenzwertig.
Richtigerweise wird hier bei uns auch von "Landschaftspflege" gesprochen, es geht darum, geschützte Gebiete für z.B. viele bedrohte Bodenbrüter zu schaffen. Keiner glaubt im Ernst, hier könne man eine Art Jurassic Park errichten. Überhaupt, ernsthaft daran zu glauben, hier in Mitteleuropa wäre es heutzutage möglich, ein echtes Wildtier-Reservat aufbauen..... :shock: dann müßte man wohl mindestens Bayern vollständig entvölkern und rückbauen. Wenn das reicht......
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon nasenwurzelsepp » Mi Nov 10, 2010 20:50

SHierling hat geschrieben:
nasenwurzelsepp hat geschrieben:Ich will mal einen Stubenhocker sehen, der sich im tiefsten Winter nur Unterhose und T-Shirt ohne was zu fressen irgendwo in die Pampa jagen lässt und das dann auch noch gut findet :roll:

Also dem oben angeführten Skript nach ist das völlig ok. Immerhin haben Menschen früher hier mal so gelebt, und deswegen sollten die das heute auch können, wenn man ihnen nur genug Platz gibt. :mrgreen:


Ja dann zurück zu den Wurzeln!

Keine Sorgen mehr um Umweltverschmutzung, Ölverknappung, Überbevölkerung, Volksverdummung und wie die ganzen anderen Zivilisationsproblemchen noch heißen mögen.

Wär das ein enspanntes Leben :lol: :lol: :lol:




Matz hat geschrieben:Zu glauben, dass man z.B. auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz (Lüdenscheid-Stilleking, siehe den von mir angegebenen Link weiter oben) einfach ein paar auf alte Rasse getrimmte Hausrinder aussetzt und dann irgendwann die "unberührte Natur" , wie im guten alten deutschen Wanderlied erhält, ist gelinde gesagt grenzwertig.
Richtigerweise wird hier bei uns auch von "Landschaftspflege" gesprochen, es geht darum, geschützte Gebiete für z.B. viele bedrohte Bodenbrüter zu schaffen. Keiner glaubt im Ernst, hier könne man eine Art Jurassic Park errichten. Überhaupt, ernsthaft daran zu glauben, hier in Mitteleuropa wäre es heutzutage möglich, ein echtes Wildtier-Reservat aufbauen..... :shock: dann müßte man wohl mindestens Bayern vollständig entvölkern und rückbauen. Wenn das reicht......


*thumbs up*
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon Schwarzkittel » Mi Nov 10, 2010 20:55

SHierling hat geschrieben:Soweit ich informiert bin, setzt man im Yellowstone keine Haus- und Nutztiere aus.
Scheint aber völlig egal zu sein, weil die Wildtiere auch abkratzen.

SHierling hat geschrieben:Und wenn man das tut, dann ist es nun mal schlicht und ergreifend egal, wie groß die Fläche ist, die Folge ist halt immer, daß diese Tiere ohne Betreuung dem ausgesetzt sind, was man "natürliche Selektion" nennt, also Verhungern, Erfrieren, an Parasiten eingehen, oder wenns denn paßt auch mal gefressen werden. So ist die Natur nun mal, und das kann man überall haben, wenn man zB aufhört, die Wildbestände zu regulieren. Das muß man auch nicht, und erst recht nicht immer noch weiter "probieren" oder "Experiment" nennen, das weiß man schon.


Ich seh das nicht als Experiment, sondern als "echte Wildniss" und damit als ein sehr wertvolles Gut, dass es nach meiner Meinung auf allen Kontinenten wenigstens in promillebereichen der Landfläche geben sollte.

SHierling hat geschrieben:Es gibt ausreichend WIldparks hier, die kann man vergrößern.

Ein Wildpark ist ja nix anderes wie ein Zoo. Das hat nix mit Wildnis zu tun.

SHierling hat geschrieben:Aber wenn man Nutztiere, Haustiere, vom Menschen gezüchtete Rassen - die nie für ein Leben in der Natur geschaffen waren, sondern sogar entegengesetzt gezüchtet worden sind, einfach in den Wald (oder auf die Wiese) jagt, dann ist das ja für den Normalmenschen nicht umsonst verboten und wird bestraft. Und ich wüßte nicht, warum ausgerechnet Naturschützer da eine Ausnahme machen sollen.


Na ja, es sind natürlich keine echten Auerochsen, aber du tust grad so als währen das Hochleistungs-Milchkühe. Ungarische Steppenrinder (teilweise Vorfahren der Heckrinder) leben ja seit Urzeiten ohne Stall im Freien. Angeblich wurden in diese Rinderrasse im Mittelalter auch Auerochsen eingekreuzt. Ich glaub auch nicht, dass bei den Kampfstieren in der Camargue jedesmal einer dabei ist, wenn sie kalben.
Chillingham-Rinder leben ebenfalls seit dem Mittelalter ohne Stall und bekommen ihre Kälber alleine...
ich glaub die werden hier etwas unterschätzt.

Ich hätt langfristig auch mehr davor Angst, dass die Wisente, die fast überall gefüttert werden, bald keine "Wildtiere" mehr sind, als dass die Heckrinder in Oostvaardersplassen keine sein könnten. Unsere Definition, was ein Wildtier ist, ist dem verhungernden Bison in Yellowstone so wurscht, wie dem Stier in Holland, der gerade einen anderen Bullen besiegt hat und seine Gene weitergeben darf.

Außerdem gibts meines Wissens keine Ausnahmegenemigungen für "Naturschützer". Jeder darf Rinder bei den entsprechenden Auflagen im freien halten und eventuell geänderte Gesetzeslagen gelten für alle. Falls da nicht so ist, rege ich mich sofort mit euch zusammen auf.

Diese PETO-Leute kenne ich nicht aber radikale Tierschützer sind mir bisweilen auch suspekt.

Und mit dem Zaun sprecht ihr mir doch unterbewusst zu. Yellowstone beweist ja gerade, dass offenbar der Zaun nicht das Hauptproblem ist sondern die Härte des Winters.

und matz. Vielen Dank für den "pluralis majestatis". :) Ich weiß auch, dass für viele das hauptziel der Vogelschutz ist, aber ich glaube wirklich ernsthaft daran, dass es möglich sein sollte, hier in Mitteleuropa heutzutage ein echtes Wildtier-Reservat aufzubauen. Ob nun mit Heckrind oder Wisent ist mir egal. Eine gewisse mindestgröße ist zwingend aber so groß wie die Serengeti muss/kann sowas nicht werden. Kaziranga ist Heimat von tausenden Großtieren, auch Elefanten. Es ist 430 qkm groß und von Teeplantagen umgeben.

Vorhandenes zu schützen ist natürlich einfacher zu rechtfertigen, aber verlorenes wiederherzustellen, finde ich auch erstrebenswert.


Alle weiteren Punkte muss ich später oder morgen beantwortn. gruß und n8
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon SHierling » Mi Nov 10, 2010 21:07

Ok, ich glaube, die Begriffe gehen hier jetzt etwas zu sehr durcheinander. Einerseits willst Du natürliche Selektion, die willst Du aber in einer Kulturlandschaft auf Haus- und Nutztiere anwenden (Domestikation kannst Du nachschlagen, Zucht hab ich Dir oben schon erklärt) - und das ganze nennst Du dann "echte Wildnis", wärehnd die letzten Reste "Wild" samt "nis", die wir tatsächlich haben, von Dir als Zoo" bezeichnet werden.

Ich denke, Du solltest erstmal erklären, was Du unter "echter Wildnis" verstehst, bzw wie Du die definierst.
Und dann erklär ich DIr, was ich unter Bambi-Syndrom verstehe ;-)
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon Matz » Mi Nov 10, 2010 21:18

Bei allen diesen Reservaten handelt es sich, wie schon geschrieben, um vorhandene Urlandschaften, die nun geschützt werden. Wie lange, glaubst Du, dauert es wohl, bis sich ein Urzeit-ähnliches Ökosystem in einem neu geschaffenen Wildreservat gebildet hat? Mit allen Wanderwegen des Wildes, Futter-, Fortpflanzungsgebieten, Fressfeinden, Insekten, Pflanzen und und und.... 10.000 Jahre? 100.000 Jahre?
Zu Kaziranga, aus Wikipedia:

Probleme ergeben sich durch die Besiedlung rund um den Nationalpark. Die Region der Karbi Along Hügel, die ca. 10.500 km² umfasst, wird landwirtschaftlich genutzt, etwa 800.000 Menschen leben hier. Durch die extensive Haltung von Nutztieren kommt es immer wieder vor, dass Weidevieh in den Nationalpark eindringt und Krankheiten (z. B. Milzbrand) einschleppt, die durch direkten Kontakt mit den Wildtieren oder über Kot übertragen werden.

Umgekehrt ziehen viele Wildtiere während der Regenzeit ab Juli/August bis Oktober, wenn der Brahmaputra weite Teile des Parks überschwemmt, in höher gelegende Gebiete und verlassen dabei das Schutzgebiet. Von den Bauern werden gerade die Panzernashörner und Elefanten als "landwirtschaftliche Schädlinge" betrachtet, die die Felder zertrampeln. Die Tiere werden deshalb vertrieben oder getötet.

Vielleicht doch nicht groß genug?
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon SHierling » Mi Nov 10, 2010 21:42

Bei solchen an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen geht es doch schon los.
Ökosysteme in den Tropen oder Subtropen wie in Indien haben eine völlig andere Zusammensetzung, völlig andere Lebensbedingungen, Nahrungsgrundlagen, es gibt kaum Saisonalität, die Pflanzen- und va Eiweißproduktion ist extrem, und der benötigte Lebensraum für große Säugetiere wesentlich kleiner als hierzulande. Deren Größe kann man mit einer hier theoretisch benötigten Größe überhaupt nicht verrechnen.

Darüberhinaus kann ich Matz nur recht geben: bei den Landschaften insgesamt ist es genau wie bei den Nutztiere, die lassen sich nicht in 10, 20 oder 50 Jahren einfach zurückbilden, oder gar "einfach so" aus dem Boden stampfen oder künstlich anlegen. DAS wäre dann mehr "Zoo" als jeder Wildpark.
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon forenkobold » Mi Nov 10, 2010 21:56

h weiß schon, dass das alles extrem brutal ist. Allerdings gehört Leiden zur Natur. In der Massai Mara sind letzten Winter zigtausende! Zebras und Gnus verhungert! Gebärende Antilopen, die ihre Jungen nicht auf die Welt bringen können, müssen dankbar sein, wenn sie von einer Hyäne lebendig gefressen werden. Wölfe, Wildhunde oder Hyänen zerreissen einen Hirsch oder eine Antilope und pisacken das Opfer vorher oft lange mit raushängenden Gedärmen. Löwen brauchen oft Stunden um niedliche Elefantenbabies zu töten, die sie von der Herde isoliert haben! Ich sehe sowas auch nicht gern. Aber Wildnis ist grausam! Für mich ist es "Naturromantik", wenn man das im Kopf ausklammert und bei "Natur" an den wintergefütterten Rothirsch im Veldenteiner Forst denkt, der noch nie ein großes Raubtier gesehen hat. Ich bin trotz dieser Grausamkeiten für Wildnissreservate.


DAS wissen wir.. das brauchst uns nicht erzählen.....

SOOOOOOOOOOOOOOOO nämlich würde es aussehen, wenn wir Tiere ARTGERECHT halten würden. Uns pissen NABU, greenpeace undirgenwelches Tierschutz_ Gesocks andauernd wegen Stallhaltung, wegen angeblich nicht ordnungsgemäß betäubten Tieren und allem möglichen anderem NICHT ARTGERCHTEM ans Bein..
Also sollen wir die Viecher glücklich krepieren lassen??
Lieber garkeine Signatur als ne doofe....
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon nasenwurzelsepp » Mi Nov 10, 2010 22:11

forenkobold hat geschrieben:
h weiß schon, dass das alles extrem brutal ist. Allerdings gehört Leiden zur Natur. In der Massai Mara sind letzten Winter zigtausende! Zebras und Gnus verhungert! Gebärende Antilopen, die ihre Jungen nicht auf die Welt bringen können, müssen dankbar sein, wenn sie von einer Hyäne lebendig gefressen werden. Wölfe, Wildhunde oder Hyänen zerreissen einen Hirsch oder eine Antilope und pisacken das Opfer vorher oft lange mit raushängenden Gedärmen. Löwen brauchen oft Stunden um niedliche Elefantenbabies zu töten, die sie von der Herde isoliert haben! Ich sehe sowas auch nicht gern. Aber Wildnis ist grausam! Für mich ist es "Naturromantik", wenn man das im Kopf ausklammert und bei "Natur" an den wintergefütterten Rothirsch im Veldenteiner Forst denkt, der noch nie ein großes Raubtier gesehen hat. Ich bin trotz dieser Grausamkeiten für Wildnissreservate.


DAS wissen wir.. das brauchst uns nicht erzählen.....

SOOOOOOOOOOOOOOOO nämlich würde es aussehen, wenn wir Tiere ARTGERECHT halten würden. Uns pissen NABU, greenpeace undirgenwelches Tierschutz_ Gesocks andauernd wegen Stallhaltung, wegen angeblich nicht ordnungsgemäß betäubten Tieren und allem möglichen anderem NICHT ARTGERCHTEM ans Bein..
Also sollen wir die Viecher glücklich krepieren lassen??



Bis jetzt ist das Thema sachlich und nüchtern diskutiert worden. Ich denke es ist im Sinne aller Beteiligten, dass das auch weiterhin so bleibt!!!!






Und so langsam wirds echt mal Zeit für grundlegende Definitionen:

artgerecht, natürlich, Wildnis ........... etc

Sonst bleibt hier doch eh nur viel zu viel Speilraum, um um den heißen Brei zu reden.


Im Grunde genommen sehen wir das doch eh alle ähnlich, auch wenn im Detail bzw. Einzelfall, wie bei diesem speziellen Thema, die Meinungen bisweilen doch recht weit auseinander gehen mögen und mancher hier über Hölzchen und Stöckchen einen Zusammenhang mit einem ganz anderen Sachverhalt herzustellen versucht.
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon SHierling » Mi Nov 10, 2010 22:29

Naja gut, von den Formulierungen mal abgesehen hat Kobold aber recht, auf genau den Zusammenhang hinzuweisen.

In der Natur sind solche Sachen hinzunehmen, normal und nützlich, soweit man denn überhaupt noch Natur hat. Offene Flächen, um die es hier ja zu Anfang ging, weil man heute annimmt, dafür "große Wiederkäuer" zu benötigen, sind aber eben heute keine Natur mehr, und Heckrinder sind eben keine Zäh-Äser bzw Konzentratäser wie sie dazu nötig wären (und es ist stark zweifelhaft, daß es diese Flächen je in der Natur hierzulande gegeben hat bzw das die damaligen großen Säuger ausschließlich dort gelebt haben).

Auf von Menschen geschaffenen Flächen und für von Menschen geschaffene Tiere hat aber eben auch der Mensch die Verantwortung zu tragen. Sich einzubilden, er könne Gott oder Evolution spielen und aus den Zutaten, die HEUTE vorhanden sind, ein Ökosystem schaffen wie es das hier vor 10000 Jahren vielleicht mal gab, zeugt imho nur von maßloser Arroganz und der Unfähigkeit, aus all den Fehlern, die in dieser Hinsicht schon gemacht worden sind, angefangen mit den Kaninchen in Australien und aufgehört mit den Heckrindern in Holland, irgendwas zu lernen.

Und es stimmt, würden wir unsere Nutztiere oder gar Zootiere "natürlich halten", gäbe es vermutlich Mord und Totschlag.
(Und das wäre auch richtig so!)
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Re: Nabu lässt Heckrinder verhungern....

Beitragvon Schwarzkittel » Do Nov 11, 2010 10:26

Ich hab das Gefühl, der meiste Groll in eureren Reihen richtet sich gegen Tierschützer, die Stallhaltung kritisieren und Weideprojekte als viel besser hinstellen. Keine Ahnung, ob dass überhaupt zutrifft weil letztendlich sind ja Tierschützer mit die erbittertsten Feinde von Oostvaardersplassen. Ich denke man kann schon darüber streiten, wie viel ein Rind an Platz haben sollte und ob traditionelle Weidewirtschaft für die Viecher schöner ist als Mastställe. Wenn aber leute behaupten, dass "Weideprojekte" (Heckrinder ohne Stall im Freien) schöner für die Tiere wären, als herkömmliche Weidewirtschaft oder "artgerechte" Stallhaltung, dann unterschätzen sie denke ich den mitteleuropäischen Winter. Vielleicht sollten sie Wirklich mal eine Woche im Januar im Freien verbringen.

Kaziranga hat natürlich auch Probleme, wie übrigens auch die riesige Serengeti, der man das Wasser abgräbt. Aber irgendwie funktionierts und in unserem fall gehts ja erst mal nicht um Elefanten, Nashörner und Tiger sondern um Rinder und Wölfe. Tropische Ökosysteme haben selbstverständlich andere Artzusammensetzung und können teilweise auch mehr Tiere ernähren. Aber die Wild-Kapazitäten Mitteleuropas sind offenbar deutlich höher als allgemein angenommen. In Oostvaardersplassen lebten im Jahr 2000 knapp 2000 Großtiere auf 30 qkm Landfläche. Das war ein vielfaches von dem was Experten als Tragfähigkeit vorausgesagt hatten. Heute sind es 4000! (wobei die Obergrenze offenbar erreicht ist). Das Gebiet soll in wenigen jahren 150 qkm umfassen. Die Fläche sollte dann dauerhaft mindestens 5000-10.000 Großtiere ernähren. Und die sollten für eine sich selbst erhaltende Minimalpopulation von 50 Wölfen ausreichen.

SHierling hat geschrieben:Ok, ich glaube, die Begriffe gehen hier jetzt etwas zu sehr durcheinander. Einerseits willst Du natürliche Selektion, die willst Du aber in einer Kulturlandschaft auf Haus- und Nutztiere anwenden (Domestikation kannst Du nachschlagen, Zucht hab ich Dir oben schon erklärt) - und das ganze nennst Du dann "echte Wildnis", wärehnd die letzten Reste "Wild" samt "nis", die wir tatsächlich haben, von Dir als Zoo" bezeichnet werden.

Ich denke, Du solltest erstmal erklären, was Du unter "echter Wildnis" verstehst, bzw wie Du die definierst.
Und dann erklär ich DIr, was ich unter Bambi-Syndrom verstehe ;-)


Zu den ja auch von Nasenwurzelsepp geforderten Definitionen:
Wildpark: Ein Wildpark in Deutschland bezeichnet normalerweise eine Einrichtung, in der Wild in kleinen bis mittelgroßen Gehegen gehalten wird. Im Endefekt ein kleiner Zoo, der auf heimische Arten spezialisiert ist.

Wildnis: Ein Areal mit möglichst geringer Einflussnahme durch den Menschen und einer möglichst vollständigen Besetzung der potentiellen Fauna.
Unter Wildnis versteht man in Mitteleuropa landläufig am ehesten ein Reservat wie den Nationalpark Bayerischer Wald. Dort werden aber die Hirsche im Winter in Gatter getrieben und kurz gehalten. Auch im Bialowieza-Nationalpark werden die Wisente im Winter gefüttert. Auch um Waldschäden zu vermeiden. So sinnvoll, dass in jedem Wald ist, wo Holzwirtschaft betrieben werden soll, so wenig hat es möglicherweise mit Wildnis in der obigen Definition zu tun. Falls es stimmt, dass in Gebieten, in denen Wölfe und große Pflanzenfresser weitgehend unreguliert zusammen leben, Offene Grasland-Waldmosaike etstehen, dann sind Urwaldnationalparks, so schon und erhaltenswert sie auch sein mögen, weniger Wildnis als z. B. Oostvaardersplassen. Dass es keine derartige Wildniss mehr in Mitteleuropa gibt, ist bedauerlich aber im Prinzip muss man nur ein größeres Stück Land in Ruhe lassen und die Viecher hinsetzen, die eigentlich da leben würden, wenn sie nicht ausgerottet worden wären. Das was dann passiert, würde ich als beste Annäherung einer echten Wildnis bezeichnen. Schöner Nebeneffekt. Man könnte in diesen Gebieten bei Anwesenheit von Prädatoren tatsächlich auf Jagd verzichten und Wildtiere aus nächster Nähe beobachten.
Auch ist natürlich der Krügerpark in der heutigen Form auch nicht völlig ursprünglich. Bis zum Kolonialzeitalter wurden die Tiere durch Jagd der Urbevölkerung eher kurz gehalten, dann zwischenzeitlich fast ausgerottet. Heute hat man viele Arten, die einst dort heimisch waren angesiedelt, und andere sich wieder stark vermeheren lassen. Man greift auch hier bisweilen regulierend ein, aber das Resultat würde ich als weitgehende Wildnis bezeichnen.

Noch einige Gedanken zur Selektion:
Letztendlich werden die Arten durch die sie umgebende Umwelt (Futterangebot, Raubtiere, Parasiten, Wetter) geformt weil sich einige Tiere stärker fortpflanzen als andere. Das ist die natürliche Selektion. Wenn man diese nun verhindert oder einschränkt,was freilich für das Einzeltier of besser ist, dann vermehren sich alle mehr oder weniger gleich stark. Dadurch verlieren sich über sehr lange Zeiträume! die spezifischen Eigenschaften eines Wildtieres. Umgekehrt kann natürlich durch Selektion die man "den Haustieren antut" (und die im Fall der Heckrindvorfahren ja nie ganz ausgeschaltet war) erreichen, dass sich wieder Eigenschaften eines Wildtieres durchsetzen. Ob die nun genetisch identisch sind wie die des Auerochsen spielt prinipiell keine Rolle. Dass es geht beweisen zahlreiche Esel, Pferde auf der ganze Welt sowie Hauswasserbüffel und Kamele in Australien (Ob man das in den bestimmten Fällen nun gut findet oder nicht).

Beim Heckrind selbst wäre ich selbst auch etwas skeptisch gewesen, aber anscheinend setzen sie sich ja in direkter Konkurrenz gegenüber Hirschen durch. Allerdings wird sich wohl erst dann beweisen, ob sie den Sprung zum Wildtier geschafft haben, wenn der Wolf wieder jagt. Bei den meisten Arten macht erst die Anwesenheit von Raubtieren den Unterschied aus, ob sie sich gegen andere, besser angepasste durchsetzen. So sind Mufflons im Flachland zum Beispiel ruck zug weg, wenn Wölfe kommen, während die Hirsche überleben. Umgekehrt haben die Mufflons im Bergland, ihrem natürlichen Lebensraum auch mit Wölfen eine Chance.

Und noch zu SHierling: du scheinst das größte Problem damit zu haben, dass man Heckrinder statt Wisente genommen hat. Das wurde gemacht, weil Oostvaardersplassen eine sumpfige Niederung ist und man annimmt, dass bei uns der Wisent die Berggebiete und der Auerochse eher die Tallagen besiedelt hat. Demnach ist in diesem konkreten Fall das Heckrind vielleicht wirklich die bessere Wahl. Generell bräuchte man aber in einem Wildreservat keine "Haustiere". Es gibt ja noch Wisente, Elche und Hirsche.

Und jetzt wüsste ich gern was das Bambi-Syndrom ist...

Uiuiui, das ist jetzt aber lang geworden. Da kann mir wohl keiner mehr Punktesammeln nachsagen. :wink:
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