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Die Schweinepest hat nichts mit Wildschweinen oder Wildreservaten zu tun.
SHierling hat geschrieben:Nee, sorry@all, mir wird das hier zu sehr Kindergarten. So viel kann man gar nicht in einem Forum erklären, wie da an WIssen fehlt. Bleibt für mich nur der selbe Schluß wie üblich: die Untersuchungen von Brämer zum Bambi-Syndrom sollte man mal an Erwachsenen machen, insbesondere an vermeintlichen Naturschützern, und die Kenntnis über Tiere und Tierhaltung mit einbeziehen - die Ergebnisse wären mit Sicherheit noch viel erschreckender als bei den Schülern.
meyenburg1975 hat geschrieben:Und ich muß nötig die Viecher füttern, nicht das die noch vom Hunger selektiert werden
SHierling hat geschrieben:meyenburg1975 hat geschrieben:Und ich muß nötig die Viecher füttern, nicht das die noch vom Hunger selektiert werden
Sag bloß, Du hast keine natürliche Tierhaltung? Schäm Dich mal, so viele große Pflanzenfresser, so viel Fläche, und keiner sagt "Reservat" zu Dir, nur weil Du die nicht verhungern läßt
(Deutscher WIldschutz Verband)Erkenntnisse über deutlich längere Beobachtungszeiträume aus anderen Wolfsgebieten
zeigen, dass sich in der Regel die Zahl der Wölfe am vorhandenen Nahrungsangebot
orientiert. Wenn die Reh- und Rotwildzahlen hoch sind, haben die Wölfe keinen großen
Einfluss auf den Bestand. So haben sich bspw. die Wolfszahlen in den polnischen
Karpaten mehr als verdoppelt und trotzdem haben sich gleichzeitig die Rotwildbestände
sogar verdreifacht. Ähnliche Untersuchungen gab es auch in der Slowakei. Auch hier
konnte eine Verdreifachung des Rotwildbestandes zwischen 1956 und 1980 festgestellt
werden, trotz einer 8-fach höheren Jagdstrecke und einem gleichzeitigen Anstieg der
Wolfspopulation von anfangs 100 auf heute ca. 450 Tiere
SHierling hat geschrieben:Genauer: „Der Beitrag von Nachkommen zur nächsten Generation wird als Fitness bezeichnet.“ Und eben gerade nicht als Selektion, Selektion ist genau das, was bewirkt, daß sich ein Individuum nicht vermehrt bzw eben bestimmte Gene nicht weitergegeben werden.
SHierling hat geschrieben: Das, was Du „ökologisches Äquivalent“ nennst, heißt bei mir invasives Neozoon. Und die Auswirkungen solcher Tiere sind nicht seriös vorauszusehen, einfach weil Du gar keine vollständige Information über die Zusammenhänge haben kannst. Mit genau solchen irrigen Annahmen sind die Kaninchen in Australien ausgesetzt worden. Und - mit Verlaub - vielleicht solltest Du so einen Fachbegriff wie Rückmutation einfach mal googlen, bevor Du Dich darüber lustig machst und behauptest, ein WIldtier sei das selbe wie ein Haustier - das ist schließlich die Voraussetzung für Deine "Heckrinder" und "Mustangs". Unwissenheit ist nicht witzig, nur peinlich.
SHierling hat geschrieben:Jedes Tier stirbt. Das ist Natur.
Genau. Aber einige Tiere leiden dabei erheblich, und andere nicht. Das ist verantwortungsvolle Haus- und Nutztierhaltung nach Tierschutzgesetz Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Und einen „vernünftigen Grund“ für Deine Idee, abgesehen von Deinem persönlichen Vergnügen daran, hast Du ja bisher nirgends genannt.
SHierling hat geschrieben:
Nein, genau das ist keine Haarspalterei, sondern genau das ist Sachkunde im Bezug auf Tiere und Tierhaltung, und genau das, was einen oberflächlichen Bambi-Umweltschützer von einem Fachmann unterscheidet.
Das hatten wir doch ganz zu Anfang schon: bei Hunden hast Du innerhalb der einzelnen Merkmale eine wesentlich größere Varianz und entscheidend andere Heritabilitäten. Eben drum gibt es Hunde in allen Farben, Formen und Größen, Katzen (und Rinder!) aber eben nicht. Und eben drum kann man vielleicht Hunde in den Wald jagen – aber auch dann wird KEIN Wolf daraus - , und Rinder eben nicht. Und – sorry – aber wer eine Kuh nicht von einem Hund unterscheiden kann, der sollte ganz sicher mit keinem von beidem Tierversuche anstellen!
Ein Haustier in den Wald zu jagen ist wissentliche Tierquälerei, denn es entscheidet eben nicht der Wald, was mit ihmn passiert, sondern der Mensch weiß vorher, daß das nicht klappen kann. Genau darüber reden wir hier die ganze Zeit, oder?
SHierling hat geschrieben: Ok, für ganz Ignorante auch noch mal in klein und doof: ein erheblicher Anteil Pflanzen auf Deinen „offenen Flächen“ hierzulande sind gezüchtet, die meisten „offenen Landschaften“ beherbergen keine einzige „Natur“-Pflanze mehr, und die Zusammensetzung von ca 98% aller Pflanzenbestände in D sind vom Menschen beeinflusst. Wenn Du so eine Landschaft plötzlich nicht mehr bewirtschaftest, wird eben nicht einfach „eine Naturlandschaft“ daraus, sondern eine verwilderte Kulturlandschaft, und das ist nun mal absolut nicht das selbe. Auch dafür gibt es jede Menge Beispiele, hat Cairon oben ja schon beschrieben. So besser verständlich?
SHierling hat geschrieben:Die Größe einer Population, mit der man unter Voraussetzung von Panmixie (hat man so gut wie nie) nicht den Bach runter geht ist keine Frage von „möglicherweise irgendwie mal gucken oder vielleicht“, sondern die kann jeder normale Tierzüchter ausrechnen. So werden zB Erhaltungszuchtprogramme geplant und gesteuert. Genau das hast Du in Deinem „Reservat“ aber nicht, also hast Du auf Dauer einen steigenden Inzuchtkoeffizient, und je nach Genfrequenz der Merkmale früher oder später auch Inzuchtdepression. Das muß man nicht "möglicherweise vielleicht abwarten und probieren", das ist Grundlagenwissen. Wer das nicht hat, soll keine Tierversuche machen.
SHierling hat geschrieben:Ich habe aber die Hoffnung, dass die Seuchengefahr sich in Grenzen halten wird. In Holland ist jedenfalls noch nix passiert.
LOL, sag mal, liest Du nie Zeitung oder so? Die Schweinepest muß man nicht „abwarten“, sondern die ist Fakt, immer wieder. Gehören Wildschweine nicht zu Deiner Sorte „Natur“? Oder hast Du „die Hoffnung“, das Rinder keine Krankheiten haben? Wie kommst Du denn auf die Idee , daß da „schon nichts passieren wird“ ? Mit welcher Begründung geht Du davon aus, daß ausgerechnet einer der natürlichsten Selektionsvorgänge in solchen Gebieten ausgeschlossen ist, erst recht, wenn Du auch noch Publikumsverkehr zuläßt, der dann von Zoo zu STall zu Reservat rennt und zurück?...
...Und die Antwort auf die Rinderseuchen fehlt auch noch.
Deshalb habe ich diese Besatzstärke azsgewählt. Erwünscht ist ja ein Wald- Graslandmosaik. Na ja, in Holland leben im Moment 4000 auf einem drittel der Fläche. Das ist natürlich ein sehr fruchtbares Schwemmland und im Einzelfall muss man natürlich auch stark auf die örtlichen Gegebenheiten achten. Möglicherweise hast du recht, und man erreicht auf 60 qkm nur 1000 Großtiere. Die könnten theoretisch 400 Junge im Jahr gebären. Das würde ein kleines Wolfsrudel ernähren, dass dann natürlich mit anderen Populationen in Verbindung stehen müsste. 100 große Beutetiere pro Jahr und Wolf waren übrigens sehr hoch gegriffen.nasenwurzelepp hat geschrieben:In der Forstwirschaft geht man davon aus, dass ab einem Wert von etwa 0,3GV/ha eine vollständige Bewaldung verhindert wird. Und 60km² sind eindeutig zuwenig, um so viele Tiere über den Winter zu ernähren oder ihnen saisonale Wanderungsmöglichkeiten zu bieten
Ford8210 hat geschrieben:Ach ja, bevor dann jemand sich in dem Gebiet aufhält werden die dort lebenden Tiere mit Gummigeschossen traktiert, damit sie ja dem Menschen aus dem Weg gehen! Hallo Schwarzkittel, wo bitte lebst du eigentlich? Auf Tiere mit Gummigeschossen zu schießen, nur damit sie konditioniert werden vor dem Menschen reißaus zu nehmen, ist und bleibt eine Form der Tierquälerei.
Shierling hat geschrieben:Wölfe leben übrigens zu über 50% von Rehwild, nur 20% ihrer Nahrung macht das Rotwild aus, und nochmal ca 20% Schwarzwild. Rest Hase, Mufflon, sonstiges. Wie kommst Du darauf, daß die sich umstellen Deinetwegen? Oder sollen die natürlich vorkommenden Tierarten hier ausgeschlossen werden?
Shierling hat geschrieben:Wie sollen Deine Wölfe denn da hinterherkommen, wenn sie nur 20% ihrer Nahrung mit Wildschwein decken?
Shierling hat geschrieben:Der gesamte Rest ist genau so unqualifiziert: 50 Tiere in einer Population, bei einer Vermehrungsrate von maximal 1/Jahr (Rind/Pferd) und maximal (sehr positiv gerechnet) 3 Bullen, die befruchten? Zum SELBSTerhalt? Wie soll das Deiner Ansicht nach funktionieren? Kannst Du das mal vorrechnen? Oder gehst Du vielleicht jetzt plötzlich davon aus, daß sich doch wieder jeder Bulle (mit jeweils nur einer Kuh) paart, also das Gegenteil von dem, was Du oben behauptest hast? Sowas klappt bei gezielten Erhaltungszuchtprojekten mit Einzelhaltung und Anpaarungsprogrammen, und selbst dann ist 50 schon extrem gerechnet und klappt nicht bei jeder Tierart. In der "Natur" kannst Du das - erst recht für Rinder - völlig vergessen, und bei Deinen 15 Wölfen hast Du überhaupt keine Chance. Aber wie gesagt, Du kannst mir den entstehenden Inzuchtkoeffizienten gern vorrechnen. Und - sry - wenn Du das nicht kannst, dann halt endlich Deine Klappe und laß die FInger von Themen, von denen Du offenbar keinen Schimmer hast.
Shierling hat geschrieben:Und das ist nur die eine Hälfte Deiner Fläche, WALD wolltest Du ja auch noch haben, oder? Wieviel Jahre rechnest Du da denn so? mit 100 wirst Du jedenfalls kaum auskommen BEVOR Du da "Natur" hast.
Schwarzkittel hat geschrieben:...
Das schöne für mich, ist natürlich, dass es in Holland schon sowas ähnliches gibt. Und das ich damit die Grundzüge meines Reservats schon habFehlen nur noch die Wölfe.... und die kommen
.SHierling hat geschrieben:Zu diesen Themen gehören übrigens ganz offenbar auch die Kulturpflanzen. Von Gräsern hast Du scheinbar ja noch nichts gehört (von Kartoffeln und Getreide hat kein Mensch geredet hier!) - von typischen "Mähdruschunkräutern" auch nicht? Das, was hierzulande an Samen im Boden lagert, und aufläuft, wenn man eine Kulturfläche nicht mehr bewirtschaftet, ist nicht "Natur!", sondern das sind die Reste dessen, was nach jahrzehntelanger Selektion (über die Tiere, über PSM und über Nutzung und Nutzungsintensität ) übergeblieben ist. Und ja, Du kannst Dich darauf verlassen, daß hier JEDER schon mal Ackerflächen oder Grünland gesehen hat, das 5 Jahre brach liegt. Eben daher kommt ja zB die ganze Problematik mit dem JKK! Je nach Boden auch gern mit Sauerampfer, Brennesseln, mit dem Rainfarn und mit den Disteln - alles Dominanzbestände, die sich nicht etwa deswegen ausbilden, weil sie hier "natürlich" wären, sondern weil deren Samen am längsten der Nutzung ud Selektion widerstanden haben. Wenn Du "natürliche" Flächen willst, und keine verwilderte Kulturlandschaft, dann mußt Du erstmal den Boden abtragen, oder sterilisieren, und dan kannst Du Deine "Natur" ansäen.
schimmel hat geschrieben:Schwarzkittel, du gibst dir wirklich viel Mühe, deine Sichtweise zu verteidigen, Respekt dafür. Allerdings hab ich bis jetzt immer noch nicht erkennen können, wozu wir so etwas in unserer Kulturlandschaft benötigen? Wem oder was hilft das? Was wird dadurch bewirkt? Werden wir dadurch die Welt retten oder Millionen Menschen vor dem Hunger bewahren? Werden dadurch Kriege verhindert oder der Klimawandel gestoppt? Buße für Sünden einer Industriegesellschaft?
Reini
DIe "Selektionsdebatte" ist die Grundlage für Dein Reservat, denn mit der Art der Selektion steht und fällt das Gelingen oder eben Mißlingen.Schwarzkittel hat geschrieben:Das ist egal wie rum du´s drehst. Fakt ist dass sich manche besser vermehren als andere. Die Selektionsdebatte geht aber denke ich am Thema vorbei.
Bei Großtieren wirst du solche Probleme nicht haben, wie bei Marderhund und Kaninchen. Falls die US-Regierung heute beschließt den Mustang auszurotten ist der in wenigen Monaten weg. Man war übrigens schon kurz davor. Nur durch öffentlichen Druck, der den Mustang als Symbol des Amerikanischen Westens empfand, wurde das "invasive Neozoon" gerettet. In dem Reservat ist diese Angst außerdem noch unbegründeter, allein weil es eingezäunt ist. Und ansonsten hab ich dir ja schon versprochen von verwilderten Tieren zu sprechen. Das ist wissenschaftlich wirklich exakter..
Auf Deine Argumente?? Welche denn???? Du hast hier nur Beispiele, die am Leben vorbei sind und verstehst ja nicht mal meine Fragen. Der Unterschied zwischen Hausrind und Wildrind liegt doch nicht in der Milchleistung, und auch nicht im Fell, ( das eben ist Bambi-Syndrom). Die Domestikation führt zu kleineren Gehirnen, verändertem Verhalten, vor allem verändertem Futteraufnahmeverhalten, zu veränderter Futterselektion (siehe oben, Hausrinder weiden eben freiwillig keine Knospen mehr ab und das Gen dafür kommt auch nicht wieder!) , zB auch zu Asaisonalität, das sind die Sachen, die für Deine Vorstellungen relevant sind. Es redet hier keiner von Leistungszucht, sondern von Domestikation.Der "Fachmann" sollte allerdings schon wissen, dass eine Hochleistungs-Milchrasse und ein ungarisches Steppenrind bzw Heckrind was anderes ist. Außerdemgeh doch mal auf meine Argumente ein.
: Hast du dir schon mal einen Acker angeschaut auf dem man 5 jahre nix macht??? Oostvaardersplassen war bis in die 1980er zum Teil auch noch Agrarland, aber ich schätze die Gefahr als gering ein, dass sich dort Weizenfelder breit machen könnten.
Dafür gibts keinen vernünftigen Grund. Genauso wie für die Serengeti und Yellowstone auch nicht. Entweder man will sowas oder nicht. brauchen tut man das nicht.
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