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Dazu kommt dass Wölfe, die Pferde- oder Wisentherden angreifen, auch leicht mal Kuhweiden überfallen könnten (wurde noch nicht angesprochen).
SHierling hat geschrieben: Zum xten Mal - Wölfe greifen im Normalfall keine Wildpferde oder Wisente an eben deswegen ist Deine "Bestandsregelung" ja auch so daneben.. Wölfe jagen die Tiere, die sie am leichtesten überwältigen können, also vornehmlich mal Schafe, oder mal ein paar neugeborene Kälber in Mutterkuhherden, die liegen da schließlich rum wie auf dem silbernen Tablett.
Wenn sie keine Schafe kriegen können, nehmen sie Rehe (zu mehr als 50%), Wildschweine (ca 20%), Rotwild, wenns schwach ist (20%) und der Rest ist Kleinviehzeug. (Deutscher Wildschutzverband)
Und nicht mal der Rehwildbestand und das Rotwild läßt sich mit Wölfen regulieren , auch das wurde schon angesprochen: post641492.html#p641492
Bevor Deine Wölfe also Wisente und Pferde fressen, müssen die anderen, leichter zu fangenden Tiere erstmal alle sein - allein das ist schon so unwahrscheinlich, daß Deine ganze Rechnung hinfällig wird, und kann ja wohl auch nicht Ziel der Aktion sein. Es ist schlicht falsch, daß der überwiegende Teil der großen Weidetiere von Wölfen gefressen wird, sondern - siehe gaaaanz gaaaaanz oben: der Großteil verhungert, geht an Parasiten und Krankheiten ein und in der Natur würde er abwandern.
Schwarzkittel hat geschrieben:Also zuerst mal: Wölfe greifen regelmäßig ausgewachsene Bisons und Elche an, sollten es also auch mit Wisenten und Pferden aufnehmen können.
Eine Regulierung der Wisent und Pferdebestände wäre theoretisch auch über die Bejagung der Kälber und Fohlen denkbar.
. Nein, die Bestände im holländischen Tierversuch sind widernatürlich weil die Tiere nicht abwandern können!Falls das allerdings so ist (wie du ja behauptest), wären zum Beispiel die hohen Rotwildbestände in Oostvaardersplassen völlig natürlich.
Das wichtigste am Faktor Wolf wäre nicht die Regulierung der Bestände, sondern das "Erlösen" von zahlreichen schwachen, alten, kranken und hungernden Tieren. Vielleicht sogar der meisten.
Mit anderen Worten: Du willst die Tiere so lange und so dicht einsperren, daß sie halb verhungern, oder erkranken, und damit dann zwanghaft als (dann künstlich geschaffene) Beutetiere anfallen. Das hat mit "natürlichem Gleichgewicht" NICHTS mehr zu tun.Wölfe jagen nicht unbedingt die Tiere am ehesten, sie am leichtesten überwältigen können, sondern wo das Verhältnis zwischen Nutzen und Aufwand am geringsten ist. Ein geschwächter Wisent fordert unter umständen weniger Energie als ein gesunder Hirsch. Daher können in relativ dicht besetzten Gebieten Wisente durchaus auch zur Beute werden.
Das in deinen Zahlen keine Wisente und Pferde vorkommen, liegt daran, dass es in Mitteleuropa keine mehr gibt.
Weil es zum natürlichen Verhalten aller Herdentiere und Gruppen / Rudel gehört, daß sie abwandern, zum Teil als Inzuchtvermeidung, zum Teil schlicht deshalb, weil die Nahrungsgrundlagen nun mal im Gebiet einer Gruppe nicht unendlich groß sind. KEINE Poupulation, nicht mal Mäuse, verhungert freiwillig auf einem Fleck, wenn kein Zaun drumrum ist, sondern sucht sich dann eben einen anderen Lebensraum. Und um egalwelches Wildreservat in Mitteleuropa herum gibt es nun mal keine "natürlichen Bedingungen".Das Märchen vom Abwandern in dünn besiedelte Gebiete kann ich nicht nachvollziehen. Wieso sollten die Gebiete um eine Wildtierpopulation unter "natürlichen Bedingungen" weniger dicht besiedelt sein?
Und genau das kannst Du eben nicht: "klein anfangen". Deine Verhältnisse bleiben immer gleich, egal in welchen Proportionen Du rechnest, Deine Grundlagen sind nun mal Kulturlandschaft, es sei denn Du willst 200 Jahre auf Wald warten, und Dein zur Verfügung stehender Platz ist immer begrenzt bzw muß begrenzt werden. Allein das führt immer und notwendig zu einem verschobenen "Gleichgewicht" im innern jedes Gebietes.Ein wirkliches Wildreservat wäre/ist schon etwas revolutionäres. Allerdings sind Entwicklungen, die dazu führen langfristige Prozesse und man muss erst mal klein anfangen, beobachten und dann entscheiden wie und wie stark man jeweils eingreift.
Ja, das bezweifelt ja auch keiner. Und? Allein der Zoo Hannover hat jedes Jahr über eine Million Besucher.Übrigens besuchen jährlich bis zu 150.000 Menschen Oostvaardersplassen. Obwohl kaum touristische Infrastruktur vorhanden ist.
Schwarzkittel hat geschrieben:Zur Frage ob Oostvaardersplassen "funktioniert":
Die hohen Sterbezahlen die dem Reservat vorgeworfen werden, sind natürlich als reine Zahl unsinnig. Wenn eine Herde aus 500 Tieren besteht, dann ist es nicht besonders viel, wenn 50 im Jahr sterben, schon allein weil Rinder nur 15 Jahre alt werden. Moralische Bedenken, wie sehr einige dabei leiden, müssen natürlich diskutiert werden. Die Verwaltung des Reservats erklärt auch, dass nicht entschieden ist, wie man in Zukunft weiter vorgehen soll. Festzuhalten ist, dass es nicht um ökologische oder populationserhaltende Maßnahmen geht (von diesen Gesichtspunkten funktionert das Projekt) sondern um ethische: "How to handle this requires discussion in society..."
Entnommen aus folgendem Buch: http://www.staatsbosbeheer.nl/~/media/1 ... 230&mw=230
Übrigens besuchen jährlich bis zu 150.000 Menschen Oostvaardersplassen. Obwohl kaum touristische Infrastruktur vorhanden ist.
Wenn eine Herde aus 500 Tieren besteht, dann ist es nicht besonders viel, wenn 50 im Jahr sterben, schon allein weil Rinder nur 15 Jahre alt werden
Wenn im Ausgleich für die Zerstörung wichtiger Schutzgebiete Ausgleichsmaßnahmen gemacht werden, so sind dass in meinen Augen meist nur schlechte Kopien, wenn es was bringen soll muss man die Originale erhalten und nicht Vergangenes verkehrt reproduzieren. Oder sehe ich das falsch?
SHierling hat geschrieben:Schwarzkittel hat geschrieben:Also zuerst mal: Wölfe greifen regelmäßig ausgewachsene Bisons und Elche an, sollten es also auch mit Wisenten und Pferden aufnehmen können.
Es werden aber weder Hausrinder noch Hauspferde "regelmässig" von Wölfen gerissen, selbst wenn sie eingesperrt vor deren Nase stehen und erheblich weniger Wildtierinstinkte haben. Statt dessen plündern die Wölfe in Rumänien dann lieber Mülltonnen. Ist halt einfacher.
Wo sollten sie denn unter "natürlichen" Bedingungen hin? Unter natürlichen Bedingungen gäbe es keine Weiden und Wirtschaftswälder in denen die Bestände kurz gehalten würden. Meinst du Wildtiere lassen sich Weideplätze für schlechte Zeiten übrig und stellen Schilder auf Betreten verboten. Und was ist wenn dann die Gebiete "begrast" sind? Das Märchen vom Abwandern ist die Illusion der "unbegrenzten freien Natur". Aber alles ist begrenzt! Außer das Universum und die menschliche Dummheit... (War jetzt nicht auf dich bezogen).SHierling hat geschrieben:. Nein, die Bestände im holländischen Tierversuch sind widernatürlich weil die Tiere nicht abwandern können!Schwarzkittel hat geschrieben:Falls das allerdings so ist (wie du ja behauptest), wären zum Beispiel die hohen Rotwildbestände in Oostvaardersplassen völlig natürlich.
SHierling hat geschrieben:Schwarzkittel hat geschrieben:Das wichtigste am Faktor Wolf wäre nicht die Regulierung der Bestände, sondern das "Erlösen" von zahlreichen schwachen, alten, kranken und hungernden Tieren. Vielleicht sogar der meisten.
Das kannst Du ja ausrechnen. Deine 3500 Tiere von oben bekommen jedes Jahr mindestens 1750 Nachkommen. Ein Wolf erlegt durchschnittlich im Jahr 9 Stück Rotwild, den Rest der Nahrung machen kleinere Beutetiere aus. Macht ca 200 Wölfe für Deine großen Säuger. Die Zahl der Wölfe in einem Territorium bleibt aber - wenn sie nicht eingesperrt sind - relativ konstant, mehr als ca 10 Tiere scheinen sich auf ca 250-300km² nicht zu vertragen. Macht bei Deinen Zahlen entweder eine extreme Überbevölkerung (wie in Holland) oder ein extremes Defizit bei der "Jagd" durch Wölfe, das dann eben durch Abschüsse geleistet werden muß.
SHierling hat geschrieben:Mit anderen Worten: Du willst die Tiere so lange und so dicht einsperren, daß sie halb verhungern, oder erkranken, und damit dann zwanghaft als (dann künstlich geschaffene) Beutetiere anfallen. Das hat mit "natürlichem Gleichgewicht" NICHTS mehr zu tun.Schwarzkittel hat geschrieben:Wölfe jagen nicht unbedingt die Tiere am ehesten, sie am leichtesten überwältigen können, sondern wo das Verhältnis zwischen Nutzen und Aufwand am geringsten ist. Ein geschwächter Wisent fordert unter umständen weniger Energie als ein gesunder Hirsch. Daher können in relativ dicht besetzten Gebieten Wisente durchaus auch zur Beute werden.
SHierling hat geschrieben:Und genau das kannst Du eben nicht: "klein anfangen". Deine Verhältnisse bleiben immer gleich, egal in welchen Proportionen Du rechnest, Deine Grundlagen sind nun mal Kulturlandschaft, es sei denn Du willst 200 Jahre auf Wald warten, und Dein zur Verfügung stehender Platz ist immer begrenzt bzw muß begrenzt werden. Allein das führt immer und notwendig zu einem verschobenen "Gleichgewicht" im innern jedes Gebietes.Schwarzkittel hat geschrieben:Ein wirkliches Wildreservat wäre/ist schon etwas revolutionäres. Allerdings sind Entwicklungen, die dazu führen langfristige Prozesse und man muss erst mal klein anfangen, beobachten und dann entscheiden wie und wie stark man jeweils eingreift.
schimmel hat geschrieben:....ooooch, wir wollen auch haben, was die anderen haben? Warum muss man dahin fahren um die zu sehen?
schimmel hat geschrieben:Das nenne ich wirklichen Realitätsverlust....
Reini
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