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Ökologische Landwirtschaft

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Fr Aug 05, 2022 7:03

"Nachher weiß man es immer besser", sagt der Volksmund. Stimmt!
Nach dem ersten Drusch habe ich den 5 potenziellen Abnehmern meines Weizens dessen Qualitätswerte zukommen lassen mit der Bitte, sich kurzfristig zu melden. Keine Reaktion! Nach dem zweiten Drusch habe ich wiederum die Werte gefast. Wieder keine Reaktion! Die derzeitige Schlappe auf dem Markt für ökologsiche Rohstoffe zeigt erste Auswirkungen, hatte ich gedacht. Dann, gestern Morgen, kam ein erster Anruf. Es gab nur eine kurze Frage nach der Gesamterntemasse und möglichen Abholterminen und einen angeblich nicht zur Verhandlung stehenden Ankaufspreis. Der war zwar nicht ganz nach meinem Geschmack aber nach einem kurzen Gespräch fanden wir dann preislich doch noch zusammen. 150t mit nicht ganz einheitlicher Qualität zu einem Preis, das hatte ich so auch noch nicht erlebt. Nur eine Stunde später rief mich ein Abnehmer an, mit dem ich in der Vergangenheit schon öfter zusammengearbeitet hatte. Er entschuldigte sich für seine verspätete Reaktion. Ich teilt ihm mit, dass die Ernte verkauft sei. Schweigen am anderen Ende! Wir sprachen dann noch über den Ernteverlauf und die diesjährigen z.T. sehr schlechten Qualitäten. Er wollte mir mehr bieten aber das kam natürlich gar nicht infrage. Deal ist deal! So geht die Ware für knapp 500€/t ab. Wie gesagt, nachher ist man immer klüger!
btw: Zwischenzeitlich haben sich noch zwei von mir informierte Abnehmer gemeldet. Sie hätten natürlich auch sofort gekauft, sagten sie zumindest. Es ist in diesem Jahr wohl Taktik, die Erzeuger, die ex-Ernte verkaufen müssen, hinzuhalten, um den Preis drücken zu können. Man wird sich auf solche Spielchen einstellen müssen. :wink:
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Fr Aug 05, 2022 12:28

Jetzt muss man auch bei den Meldungen aus dem Öko-Bereich ganz genau hinschauen. Da titelt eine Bioland-Meldung: "Neuer Bioland-Milchpreis". Schön und unbedingt notwendig, denkt man. Allerdings handelt es sich dabei nur um eine Forderung von Bioland! Der in D. gezahlte Milchpreis lag zuletzt bei 56 bis 59€ct/L Bio-Milch. Die Kosten sind mittlerweile auf über 70€ct/L Milch gestiegen!
Aus dieser Forderung wird zunächst nichts werden! Der Absatz auch im Bio-Milch und Milchproduktebereich ist rapide zurückgegangen. Die Leute sparen halt!
Statt sich der Probleme im Bio-Bereich anzunehmen, kuschelt der Bioland-Präsi lieber mit G. Connemann auf dem schwarzen Sofa. Sinnentleertes oberflächliches Gelaber, statt harter Fakten.
Das neue Mantra der Ökoszene lautet: "beharrliche Zuversicht"! Kein Gerede mehr vom "Boom" der letzten Jahre. Der hat sich nämlich, falls er überhaupt jemals vorhanden war, in Luft aufgelöst. Jetzt kommen Durchhalteparolen und fadenscheinige Unterstützungsmaßnahmen für Özdemir. Es spricht schon keiner mehr vom Markt, sondern alle appelieren nur noch an die Förderung aus öffentlichen Kassen, damit die Sessel erhalten bleiben. Hoffentlich bleiben zusätzliche Gelder die aus! Mehr noch als in der Vergangenheit muss auf den Betrieben das Credo sein: "Kosteneinsparungen". Vorbei ist die Zeit der Luxusmechanisierung, der Luxusökologie und der Luxusverwaltung. Viele werden diese Zeit wohl nicht überstehen.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Fr Aug 05, 2022 18:11

Es gibt aber auch positive Nachrichten aus dem Ökolandbau. So vertritt ein Wissenschaftler von der Uni Kiel die Meinung, dass die Ausrichtung der Praxis des Ökolandbaus nur auf den Pflanzenbau ein Irrweg sei! :!:
So sei auch das Versuchsgut der Uni vom reinen Ackerbau hin zum Veredelungsbetrieb gebracht worden, nachdem die Erträge heftig eingebrochen und die Beikrautprobleme kaum noch in den Griff zu bekommen waren. Offensichtlich gibt es unter den Elfenbeintümern noch Realisten. :D
Das Argument der nur Bio-Ackerbauern, über cut an carry das Kleegras so gut wie in der Veredelung nutzen zu können, wurde ebenfalls ausgehebelt. Es kommt ganz klar zum Humusabbau ohne Tierhaltung!
Bleibt zu hoffen, dass sich diese Erkenntnisse bis zu den Praktikern durchsetzen.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon farmerpirat » Fr Aug 05, 2022 19:01

Hast du auch eine Quelle?
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Fr Aug 05, 2022 19:06

farmerpirat hat geschrieben:Hast du auch eine Quelle?


Das ist eine Stellungnahme von Dr. Ralf Loges, Versuchsgut Lindhof, Uni Kiel. Die Äußerungen sind auch im Fachmagazin "Bioland", Ausgabe August 2022, in Kurzform abgedruckt.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon lukaß » Sa Aug 06, 2022 18:54

DWEWT hat geschrieben:
farmerpirat hat geschrieben:Hast du auch eine Quelle?


Das ist eine Stellungnahme von Dr. Ralf Loges, Versuchsgut Lindhof, Uni Kiel. Die Äußerungen sind auch im Fachmagazin "Bioland", Ausgabe August 2022, in Kurzform abgedruckt.



Jeder erfahrene ,klar denkende und erfolgreiche Landwirt ( ich meine die Landwirte die noch auf die Knie gehen um den Boden zu riechen) wissen um diesen Umstand. Nur die profitgeilen und Prämiensammler müssen sowas vom Dr. ....hören. Wer Bio ohne Vieh machen will ist kein Land-WIRT sondern Land- Nutzer...
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon T5060 » Sa Aug 06, 2022 19:52

DWEWT hat geschrieben:
farmerpirat hat geschrieben:Hast du auch eine Quelle?


Das ist eine Stellungnahme von Dr. Ralf Loges, Versuchsgut Lindhof, Uni Kiel. Die Äußerungen sind auch im Fachmagazin "Bioland", Ausgabe August 2022, in Kurzform abgedruckt.


Also ich hab so die Angewohnheit, wenn Baufeldflächen oft nach 5 Jahren wieder rekultiviert werden / in Kultur kommen, dass da erst viel guter frischer und alter Rindermist drauf muss,
damit das Bodenleben wieder in die Gänge kommt (nur eingrubbern, nur nicht pflügen). Statistisch nicht abgesichert, habe ich aber den Eindruck durch Okular - und Spatendiagnose, dass sich diese Böden besser erholen. Da Mist ja wie Volldünger zu sehen ist, gleicht man so eine Mangelversorgung in einem Nährstoff besser aus. Der Mist stellt dann auch langsamer seine Nährstoffe zur Verfügung.
Kleegras alleine wird dann irgendwann auch nur eine Monoversorgung. Ich bin da auch aus Lebenserfahrung eher bei dem Prof. aus Kiel.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
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[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Sa Aug 06, 2022 20:20

lukaß hat geschrieben:
Wer Bio ohne Vieh machen will ist kein Land-WIRT sondern Land- Nutzer...


Das gilt für die Konvi-Betriebe genauso! Nur wird da mit vielen verschiedenen Mittelchen gegen die Folgen der Viehloswirtschaft angegangen. Wie riecht denn der Boden der viehlos wirtschaftenden Konvi-Betriebe? Du kannst es doch, deiner eigenen Meinung zufolge, beurteilen. :lol:
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon LUV4.0 » Sa Aug 06, 2022 20:22

Ich finde konventionelle Kollegen ohne Vieh schon grenzwertig. Bei all dem üblichen Nachhaltigkeits Gesülze, welches in Biokreisen gerne verwendet wird erschließt sich mir das wirtschaften ohne Vieh noch weniger.
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon lukaß » So Aug 07, 2022 9:44

Wer Bio ohne Vieh machen will ist kein Land-WIRT sondern Land- Nutzer...[/quote]

Das gilt für die Konvi-Betriebe genauso! Nur wird da mit vielen verschiedenen Mittelchen gegen die Folgen der Viehloswirtschaft angegangen. Wie riecht denn der Boden der viehlos wirtschaftenden Konvi-Betriebe? Du kannst es doch, deiner eigenen Meinung zufolge, beurteilen. :lol:[/quote]


Die beste Vorfrucht ist eine gute Ernte mit hohem Ertrag....da kommt Leben in die Bude!

Natürlich bedient sich der Konvi aus den Resourcen aus Bergbau (Phosphor und Kali) und dem Luftstickstoff. Allerdings gibt's hier immer noch genügend Gärsubstrat aus Biogas (auch ohne Mais zu liefern), wenn auch nicht mehr ganz kostenfrei....
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » So Aug 07, 2022 10:34

lukaß hat geschrieben:

Die beste Vorfrucht ist eine gute Ernte mit hohem Ertrag....da kommt Leben in die Bude!

Natürlich bedient sich der Konvi aus den Resourcen aus Bergbau (Phosphor und Kali) und dem Luftstickstoff. Allerdings gibt's hier immer noch genügend Gärsubstrat aus Biogas (auch ohne Mais zu liefern), wenn auch nicht mehr ganz kostenfrei....


Eine Gute Ernte kommt, wenn der Boden nicht über das Entzugsmaß hinaus angereichert war mit Nährstoffpotenzial, einem Kehraus im Boden gleich! Vorräte wurden ausgeschöpft und müssen aufgefüllt werden. Deshalb gilt auch im Rahmen der Fruchtfolge, dass auf eine abtragende Frucht eine auftragende folgen m u s s! Diese Erkenntnis ist allerdings in der heutigen Praxis weitgehend ausgehebelt worden. Agrochemische Möglichkeiten haben das möglich gemacht. Über langfristige Folgen, können wir in Zukunft diskutieren. :wink:
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon Wini » Mi Aug 10, 2022 20:13

Die hiesigen Bio-Betriebe betreiben massive Humus-Kompost-Zufuhr aus zweifelhaften Nicht-Bio-Quellen.
Was da auf den braunen Hügeln als Plastikmüll und Glasscherben zu sehen ist, geht auf keine Kuhhaut.
Ich finde es eine Sauerei, wenn Straßenbegleitgrün samt sämtlichem Plastikmüll und Glasflaschen
gemäht und kompostiert wird und anschließend auf Ackerflächen von Biobauern
zum Humusaufbau ausgebracht werden darf.

Oder ist das moderne Kreislaufwirtschaft ?

Gruß
Wini
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Mi Aug 10, 2022 20:47

Wini hat geschrieben:Die hiesigen Bio-Betriebe betreiben massive Humus-Kompost-Zufuhr aus zweifelhaften Nicht-Bio-Quellen.
Was da auf den braunen Hügeln als Plastikmüll und Glasscherben zu sehen ist, geht auf keine Kuhhaut.
Ich finde es eine Sauerei, wenn Straßenbegleitgrün samt sämtlichem Plastikmüll und Glasflaschen
gemäht und kompostiert wird und anschließend auf Ackerflächen von Biobauern
zum Humusaufbau ausgebracht werden darf.

Oder ist das moderne Kreislaufwirtschaft ?

Gruß
Wini


Du meinst, auf konvi-Flächen wäre das egal? Der meiste Kompost geht auf konv. Ackerflächen. In zZkunft dürfte es sogar ein Ringen um diesen organischen Dünger geben. Bis zu 4kg Fremdstoffe dürfen je ha und Jahr auf Ackerflächen ausgebracht werden. Das ist der Inhalt von 1 bis 2 gelben Säcken/ha/Jahr!
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon DWEWT » Do Aug 11, 2022 16:14

Heute ist Ernteabschluss. Gestern wurde der S-Weizen "Quintus" gedroschen. Der Ertrag war mit 41dt/ha eher ernüchternd. Dafür ist die Qualität echt gut. So, jetzt noch das Stroh einfahren und dann ist zunächst mal Ruhe! :D
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Re: Ökologische Landwirtschaft

Beitragvon Wini » Do Aug 11, 2022 20:42

DWEWT hat geschrieben:Bis zu 4kg Fremdstoffe dürfen je ha und Jahr auf Ackerflächen ausgebracht werden. Das ist der Inhalt von 1 bis 2 gelben Säcken/ha/Jahr!


Ich käme nie auf die Idee, den Plastik-Inhalt von 2 gelben Säcken auf einem Hektar ein zu arbeiten.
Wenn das im ökologischen Landbau erlaubt ist, dann soll es mir recht sein.
Ich halte es schlichtweg für Umweltverschmutzung und Systemlüge des angeblich geschlossenen Kreislaufes in Biobetrieben.
Wird früher oder später zu Mikroplastik und landet in der Bio-Nahrungskette.

Stinken und stauben tut das Zeug bei der Ausbringung übrigens, als wären da Reste aus
der Tierkörperverwertung kompostiert worden.

Gruß
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