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Rapssaat

Hier ist Platz für alles was auf dem Acker wächst ;-).
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1059 Beiträge • Seite 42 von 71 • 1 ... 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45 ... 71
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Re: Rapssaat

Beitragvon Mad » Fr Mär 14, 2014 18:24

Kreuzschiene hat geschrieben:Wieso verzichtest nicht auf die Blütenbehandlung? Rentiert sich das überhaupt? Hast schon mal einen eigenen Versuch gestartet?


Verstehe ich es richtig, dass du Rapsprofi keine Blütenbehandlung machst?
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Kreuzschiene hat geschrieben:Wenn es bei Raps in Richtung 7 Tonnen Ertrag geht, ist Lager meist nicht zu vermeiden. Ich spreche da leider aus Erfahrung.
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Re: Rapssaat

Beitragvon Tobi. » Fr Mär 14, 2014 20:23

angusy hat geschrieben:Welchen Halbzwerg baust Du denn an?

Bis vor 3/4 Jahren hatten wir ausschließlich Halbzwerge im Anbau und sind mit der größeren Feldspritze dann wieder auf Normalstroh gewechselt. Trotzdem stören mich beim Dreschen die Fahrgassen gewaltig. Daher überlege ich - auch aufgrund neuerer Züchtungen - wieder Halbzwerge anzubauen.


Ich hab immer die aktuell, bzw. gerade bei mir im Landhandel verfügbare Pioneer-Sorte. Hab die Aufzeichnungen gerade nicht hier, müßte D4 oder D6 sein...

Bin sehr zufrieden damit. Mit nem Standardschlepper durch den hohen Normalhybrid kostet ja nicht nur Verlußte durch "kaputfahren" sondern in manchen Jahren steht in den Fahrgassen zur Ernte halt auch noch recht viel grünes Zeugs rum...

Einziger Nachteil, den ich bisher feststellen konnte: Er macht halt recht spät dicht, was dem Unkraut entsprechend lange Licht läßt.
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Rapsglanzkäfer schädlich ab wann?

Beitragvon adefrankl » Fr Mär 14, 2014 22:32

Nun gibt es hier in Mittelfranken auch bereits Zuflug von Rapsglanzkäfer. D.h. sie finden sich einerseits in den Gelbschalen und proplanta bei Rapool sagt auch dass ca. 20% bereits zugeflogen sind.
Andererseits sind bei den Rapspflanzen noch keine Knospen zu erkennen. Inwieweit kann da der Rapsglanzkäfer eigentlich schon Schaden anrichten? Klassisch wird ja immer der Befall der Knospen als relevant für den Schaden angesehen. Und ansonsten findet man, dass er ab Beginn der Blüte kaum noch schädigt.
Heißt das, man kann mit der Bekämpfung auf jeden Fall warten bis die Knospen erscheinen. d.h. im Idealfall wären bis dahin (je nach Wetter) praktisch alle RGK zugeflogen und man könnte sie dann dieses Jahr alle mit einer Spritzung erwischen, der gibt es doch vorher schon potentiell eine relevante Schädigung?

P.S. Stängelschädlinge wurden schon bekämpft (mit Karate Zeon)
Die Geschichte von "Des Kaisers neue Kleider" würde heutzutage mit einer Hausdurchsuchung im Elternhaus des Kindes enden.
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Re: Rapssaat

Beitragvon Tobi. » Fr Mär 14, 2014 22:43

Bei mir sind die Knospen auch noch nicht zu sehen. Da sind noch die Blätter drum. Der RGK krabbelt da aber schon rein...
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Re: Rapssaat

Beitragvon NobbyNobbs » Fr Mär 14, 2014 23:38

Noch mal ein interessanter Vergleich. Wieder einmal ein paar Bilder des seit August vorgestellten Avatar. Kaum Bodenbewegung, schlechter Feldaufgang auf Grund der Trockenheit und riesigen Strogmengen, späte Saat in den letzten Augusttagen.
Der Schlag wird seit acht Jahren pfluglos bewirtschaftet. Düngung und Kalkung nach Bedarf, häufige organische Düngung mit Klärschlamm und Pferdemist. Fahrgassen jährlich an identischer Stelle, bodenschonende Bereifung und bodenschonendes Befahren haben äußerste Priorität. Stroh verbleibt immer auf der Fläche. Tadellose Feldhygiene versteht sich von selbst.
Herbizid Herbst, 50 N Herbst, Kerb Winter, 80 N vor 2 Wochen.

Daneben Visby eines Nachbarn. Frühe Saat um den 20.8., bestes Saatbett (etliche Male Grubber und Pflug) und top Feldaufgang, Rindergülle vor Saat, Herbizid Herbst, Wachstumsregler Herbst, 80 N vor drei Wochen. Dem Schlag wird jährlich das Stroh geraubt, meistens Pflugeinsatz, Erosion gehört auf Grund dessen im Winter zur Tagesordnung, Düngung, Kalkung und Pflanzenschutz hat er im Griff.

Hier sieht man deutlich, wie stark sich in einigen Jahren die Bewirtschaftungsformen unterscheiden. Beides sind vergleichbare Böden, etwa 70 Bodenpunkten. Klar ist der Avatar ein um Längen besserer Raps, das steht für mich außer Frage. Aber das alleine kann nicht solch einen Unterschied ausmachen. Der Visby hatte auf Grund der optimalen Startbedingungen locker 3 Wochen Vorsprung. Muss er ja auch, denn bei wem 3 mal mit dem Grubber durchgerast, danach geackert und der Raps in das zarteste Saatbett gelegt wurde + das alles noch deutlich früher passierte, da würde man erwarten, dass der Bestand um Längen besser sein muss. Das wirkte auch anfangs so. Aber die Schikanen der vergangenen Jahre rechen sich nun mal irgendwann. Durch Erosion wurde fruchtbare Erde abgetragen- einen Boden mit fast 80 % Schluff DARFST du einfach nicht pflügen. Mit dem Abfahren des Strohes nimmst du Nährstoffe, Humus und Nahrung für Bodenlebewesen. Der häufige Pflugeinsatz kombiniert mit sorglosem Befahren des Ackers unter feuchten Bedingungen und falscher Bereifung schränken den Wurzelhorizont nach unten ein. Regenwürmer oder anderes was Abhilfe schaffen könnte ist logischerweise nicht vorhanden. Das alles führt zu diesen Unterschieden trotz der ungleichen Startbedingungen. Währenddessen sein gepflügter und von Pflugsohlen heimgesuchter Schlag schon große Wasserdefizite aufweißt, ist meiner noch absolut feucht und der Raps hat überhaupt kein Wassermangel. Währenddessen seine Rapswurzeln irgendwo ab 30, 40 cm Tiefe nicht mehr weiter wissen, wachsen die des Avatar prächtig nach unten. Nährstoffe werden bei mir ständig mineralisiert- ich dünge gar nichts an Mikronährstoffen wie Bor oder Mangan. Wie sieht sowas aber bei nem Schlag aus, der verdichtet wird, unter Erosionsereignissen lit und jährlich sein kostbares Stroh abgefahren bekommt? ........

Wie sieht das mit dem Aufwand/der Kohle aus? Welche Kosten stehen einer Bestellsaat, walzen, dem 2-maligen Einsatz des Streuers und der Pflanzenschutzspritze gegenüber wenn man den x-fachen Aufwand fährt? Hier wird im Normalfall die Kostenseite um das 3-fache höher aber der Ertrag deutlich geringer sein. Und da sind wir bei der Nachhaltigkeit. Irgendwann zahlt es sich nämlich aus, richtig zu investieren, ein naturnahes System zu fahren und mit der Natur zu arbeiten. Raubbau, sorgloser Umgang mit dem Boden und bloß traditionell "muss gut aussehen" und "wurde immer schon so gemacht" im Kopf zu haben, sind NICHT mehr angebracht und schon gar nicht nachhaltig.
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Re: Rapssaat

Beitragvon Crazy Horse » Sa Mär 15, 2014 3:12

Ich bin ja immer wieder beeindruckt von den schönen Avatar-Beständen, die man hier präsentiert bekommt. Allerdings ist mein DK Eximus, der gestern seine zweite N-Gabe bekommen hat, auf einigen Feldern ähnlich stark entwickelt. Da sieht man mittlerweile auch nur noch die Fahrgassen, weil er ansonsten zugewachsen ist. Er macht auch sehr schöne kräftige Einzelpflanzen. Ob er den Vergleich mit Avatar standhalten kann, weiß ich nicht. Rein gefühlsmäßig würde ich sagen: ja.
Bei DK Eximus hieß es zunächst auch, er sei mehr was für die besseren Böden. Das kann ich so aber nicht bestätigen. Frohwüchsiger als der Visby ist er allemal.

Der DK Exstorm ist etwas filigraner im Wuchs und auch etwas später als der DK Eximus. Die letzte Woche hat aber auch er ordentlich zugelegt. Ich hab ihn als vermeintliche Robustsorte auf den tonigsten und schwersten Böden angebaut, und vielleicht hat er sich auch deshalb im Herbst vergleichsweise langsam entwickelt. Aber jetzt im Frühjahr kommt er schön gleichmäßig und zieht auch die Pflanzen mit hoch, die erst sehr spät aufgelaufen sind und die ich eigentlich schon abgeschrieben hab.

Dass die Pflanzen überhaupt noch kommen, liegt sicher an der guten Gesundheit der Sorte und an der Tatsache, dass ich das Stroh ebenfalls auf dem Acker belasse, wo es u.a. dafür sorgt, dass der Boden dann doch nicht so stark verdichtet und seine gute Struktur behält, auch wenn es so viel regnet wie bei uns letzten Herbst und Winter.

Wenn ich bedenke, dass ich letztes Jahr schon drauf und dran war, zwei, vielleicht auch drei Äcker umzubrechen und Weizen oder Wintergerste anzubauen, weil kaum was an Raps dastand, und wenn ich sehe, was dann doch noch alles gekommen ist und wie schön er sich mittlerweile präsentiert, dann bin ich echt froh, dass ich ihm noch eine Chance gegeben hab.
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Re: Rapssaat

Beitragvon angusy » Sa Mär 15, 2014 8:12

Mad hat geschrieben:
Kreuzschiene hat geschrieben:Wieso verzichtest nicht auf die Blütenbehandlung? Rentiert sich das überhaupt? Hast schon mal einen eigenen Versuch gestartet?


Verstehe ich es richtig, dass du Rapsprofi keine Blütenbehandlung machst?


Also wenn ich die jährlichen Hinweise in den Fachblättern richtig lese, müsste man "Wettergott" Kreuzschiene doch recht geben. Meist liest man dort, dass sich die Blütenbehandlung monetär nicht rentiert. Ob dabei die Durchfahrverluste und die monetär schwer bewertbare Ernteverzögerung durch feuchte Rapsbestände in den Fahrgassen ausreichend berücksichtigt sind, bezweifle ich. Jetzt wo der Rapspreis wieder eher bei 350 als bei 500 liegt, werde ich intensiver darüber nachdenken.
Welfenprinz hat geschrieben:
Kreuzschiene hat geschrieben:Habt Ihr schon einmal eine Kiefer umarmt?


ich hab schon mal am Baum gebumst.
Aber keine Chinesin.
Und dabei übers Gerstenfeld geguckt.
Zählt das?
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Re: Rapssaat

Beitragvon Tobi. » Sa Mär 15, 2014 10:23

Als ich vor der Entscheidung stand, entweder Zwerghybrid, oder ohne Blütenbehandlung, hab ich mir da auch so meine Gedanken drüber gemacht...

Ich sehe das dann allerdings mehr als "Versicherungsmaßnahme", vor allem in Bezug auf die bessere Platzfestigkeit der Schoten. Die Ernte ist halt nicht immer so schön planbar wie man das gerne hätte.

Weiterhin kann ich bei Bedarf zur Blütenbehandlung halt auch noch weitere Mittel mitnehmen...

Berücksichtigen diese Versuche auch ein evtles Aufschaukeln der Sclerotina bei längerem Verzicht auf die Blütenbehandlung...?
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Re: Rapssaat

Beitragvon NobbyNobbs » Sa Mär 15, 2014 10:34

angusy hat geschrieben:
Mad hat geschrieben:
Kreuzschiene hat geschrieben:Wieso verzichtest nicht auf die Blütenbehandlung? Rentiert sich das überhaupt? Hast schon mal einen eigenen Versuch gestartet?


Verstehe ich es richtig, dass du Rapsprofi keine Blütenbehandlung machst?


Also wenn ich die jährlichen Hinweise in den Fachblättern richtig lese, müsste man "Wettergott" Kreuzschiene doch recht geben. Meist liest man dort, dass sich die Blütenbehandlung monetär nicht rentiert. Ob dabei die Durchfahrverluste und die monetär schwer bewertbare Ernteverzögerung durch feuchte Rapsbestände in den Fahrgassen ausreichend berücksichtigt sind, bezweifle ich. Jetzt wo der Rapspreis wieder eher bei 350 als bei 500 liegt, werde ich intensiver darüber nachdenken.



Ich beobachte das mit den Blütenbehandlungen auch seit 6, 7 Jahren sehr intensiv. Wir haben immer Spritzfenster stehen gelassen oder auch mal ne Vergleichsparzelle gedroschen. Da waren sowohl optisch als auch ertraglich überhaupt keine messbaren Unterschiede zu verzeichnen. Eines ist ziemlich klar: In den letzten 6 Jahren gab es hier kein Jahr, in dem Sklerotiniabefall eine Blütenbehandlung gerechtfertigt hätte. Die Krankheit trat quasi nicht auf.
Aber der Versicherungsgedanke dahinter ist doch einiges Wert. Die Kosten für die Durchfahrt (Mittel, Ertragsdepressionen in den Gassen, Diesel, Verschleiß, Lohn) werden sich im Mittel der Jahre irgendwo auf 3 -4 dt/ha einpendeln. Dafür hast du aber relativ abgesichert deinen Ertrag. Tritt die Krankheit 5 Jahre nicht auf, gewinnst du vielleicht wirklich die 2, 3, 4 dt/ha * Preis/dt * Jahr. Aber was ist wenn ein Jahr dabei ist, indem Rapskrebs 30 % oder mehr Ertrag kostet. Das schlägt dann massiv zu buche. Also kann die Maßnahme auch wirtschaftlich sein, wenn nur alle 5 Jahre massiv Befall eintritt.
Ich bin jedenfalls auch immer hin und her gerissen. Zum Standard gehört die Blütenbehandlung bei mir auch nicht (gar nichts außer Herbizid Herbst und Kerb im Winter). Aber in feucht/warmen Jahren und guten Beständen...............puuh, da würde ich sie wohl immer machen.
Außerdem will ich n ruhiges Leben. Bisschen Nervenkitzel und Zockerei ist ja in Ordnung. Aber nach der Blüte ständig an meinem Raps vorbeifahren und sich kaum zu trauen nach den Stängeln zu schauen- das ist nicht gut für's Herz :lol: .
Jedenfalls immer schade wenn die Entscheidung auf "nicht machen" fällt, denn was gibt es Schöneres als nachts durch nen blühenden Rapsbestand zu fahren. Das ist schon Urlaub pur. :D :lol:
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Re: Rapssaat

Beitragvon Mad » Sa Mär 15, 2014 11:50

Ehrlich gesagt beruhigt mich eine späte Rapsernte immer und in dem Zusammenhang passt mir auch, dass er aufgrund der Behandlung sehr lange grün bleibt.

Im vergangenen Jahr war die Behandlung essentiell. Als wir das Schneidwerk am Feldrand abgebaut haben, sind mir doch etliche mit Sclerotinia befallenen Stängel aufgefallen. Ich gehe davon aus, dass die 49.7dt/ha ohne Blütenbehandlung längst nicht realisiert worden wären, aber ich kann auch nicht sagen, wie hoch der Ertrag ohne eine Behandlung ausgefallen wär.

Die Durchfahrtsverluste der vergangenen 2 Jahre kann ich pauschal auf unter 1% beziffern. Da muss man halt abwägen, welche Bestandeshöhe man realisiert. Wichtig ist nunmal, dass spät am Abend gefahren wird, besser noch in der Nacht.

Wer da mit mehr als 3km/h durchbrettert, darf sich eh nicht um nicht mehr aufstehenden Raps wundern. :lol:
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Kreuzschiene hat geschrieben:Wenn es bei Raps in Richtung 7 Tonnen Ertrag geht, ist Lager meist nicht zu vermeiden. Ich spreche da leider aus Erfahrung.
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Re: Rapssaat

Beitragvon Crazy Horse » Sa Mär 15, 2014 13:15

Tobi. hat geschrieben:Als ich vor der Entscheidung stand, entweder Zwerghybrid, oder ohne Blütenbehandlung, hab ich mir da auch so meine Gedanken drüber gemacht...

Ich sehe das dann allerdings mehr als "Versicherungsmaßnahme", vor allem in Bezug auf die bessere Platzfestigkeit der Schoten. Die Ernte ist halt nicht immer so schön planbar wie man das gerne hätte.

Weiterhin kann ich bei Bedarf zur Blütenbehandlung halt auch noch weitere Mittel mitnehmen...

Berücksichtigen diese Versuche auch ein evtles Aufschaukeln der Sclerotina bei längerem Verzicht auf die Blütenbehandlung...?



Mir geht es auch nur um die Platzfestigkeit der oberen Schoten und eine letzte Insektizidbehandlung, wenn ich zu Beginn der Hauptblüte noch mal mit Ortiva oder Custodia durchfahre. Bis zum Abfallen der ersten Blütenblätter kann ich nicht warten. Da ist mir der Raps schon zu lang.

An diese Halbzwerghybriden hab ich mich bislang noch nicht rangetraut, weil ich nicht weiß, wie die sich bei Trockenheit auf schwächeren Böden präsentieren. Die Hzh schließen mir auch etwas zu spät den Bestand und ich brauch auch etwas mehr an Saatgut.
Ne Option wäre vielleicht die Sorte Marathon. Das ist die aktuell kürzeste Normalstrohhybride, die letztes Jahr im BSV sehr gut gedroschen hat.

Monsanto hat die Halbzwerghybriden aus dem Zuchtprogramm genommen, weil sie ertraglich mit den Normalstrohhybriden nicht mithalten konnten, und in den Landessortenversuchen in BW werden sie auch nicht mehr geprüft. Aktuell ist Pioneer der einzige Anbieter dieser Züchtungen.
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Re: Rapssaat

Beitragvon Kreuzschiene » Sa Mär 15, 2014 13:58

Servus. Eine Blütenbehandlung habe ich bisher nie durchgeführt. Ich baue nun seit 11 Jahren Raps an, und das schlechteste Ergebnis war mal iregendwas mit 45 dt/ha. Ansonsten meist um die 50dt. Und das ohne Blütenbehandlung.
Nun wurde ja bereits gesagt, dass auch die Fachpresse von Versuchen berichtet, die keine Wirtschaftlichkeit erkenne lassen. Zumal eben bei den Versuchsparzellen eben nicht noch die zusätzlichen Fahrgassen-Verluste auftreten. Hier sieht man oft bei Kollegen zur Ernte, dass die Fahrgassen total ausfallen, sprich einfach "umgezogen" wurden. Wenn man diese Verluste noch oben drauf rechnet, dann hat nur der Landhandel und der Spritzmittelhersteller gewonnen. Verloren hat der Landwirt, der es anwendet.
Bezüglich Erntetermin ohne Blütenbehandlung: ich fahre meine eigenen Drescher, und kann anfangen, wenn es passt und nötig ist.
Die Zeiten, in denen ich Lohnunternehmen Geld in den Rachen geschmissen hab, sind lange vorbei... :lol:
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Re: Rapssaat

Beitragvon Kreuzschiene » Sa Mär 15, 2014 14:09

NobbyNobbs hat geschrieben:Noch mal ein interessanter Vergleich. Wieder einmal ein paar Bilder des seit August vorgestellten Avatar. Kaum Bodenbewegung, schlechter Feldaufgang auf Grund der Trockenheit und riesigen Strogmengen, späte Saat in den letzten Augusttagen.
Der Schlag wird seit acht Jahren pfluglos bewirtschaftet. Düngung und Kalkung nach Bedarf, häufige organische Düngung mit Klärschlamm und Pferdemist. Fahrgassen jährlich an identischer Stelle, bodenschonende Bereifung und bodenschonendes Befahren haben äußerste Priorität. Stroh verbleibt immer auf der Fläche. Tadellose Feldhygiene versteht sich von selbst.
Herbizid Herbst, 50 N Herbst, Kerb Winter, 80 N vor 2 Wochen.

Daneben Visby eines Nachbarn. Frühe Saat um den 20.8., bestes Saatbett (etliche Male Grubber und Pflug) und top Feldaufgang, Rindergülle vor Saat, Herbizid Herbst, Wachstumsregler Herbst, 80 N vor drei Wochen. Dem Schlag wird jährlich das Stroh geraubt, meistens Pflugeinsatz, Erosion gehört auf Grund dessen im Winter zur Tagesordnung, Düngung, Kalkung und Pflanzenschutz hat er im Griff.

Hier sieht man deutlich, wie stark sich in einigen Jahren die Bewirtschaftungsformen unterscheiden. Beides sind vergleichbare Böden, etwa 70 Bodenpunkten. Klar ist der Avatar ein um Längen besserer Raps, das steht für mich außer Frage. Aber das alleine kann nicht solch einen Unterschied ausmachen. Der Visby hatte auf Grund der optimalen Startbedingungen locker 3 Wochen Vorsprung. Muss er ja auch, denn bei wem 3 mal mit dem Grubber durchgerast, danach geackert und der Raps in das zarteste Saatbett gelegt wurde + das alles noch deutlich früher passierte, da würde man erwarten, dass der Bestand um Längen besser sein muss. Das wirkte auch anfangs so. Aber die Schikanen der vergangenen Jahre rechen sich nun mal irgendwann. Durch Erosion wurde fruchtbare Erde abgetragen- einen Boden mit fast 80 % Schluff DARFST du einfach nicht pflügen. Mit dem Abfahren des Strohes nimmst du Nährstoffe, Humus und Nahrung für Bodenlebewesen. Der häufige Pflugeinsatz kombiniert mit sorglosem Befahren des Ackers unter feuchten Bedingungen und falscher Bereifung schränken den Wurzelhorizont nach unten ein. Regenwürmer oder anderes was Abhilfe schaffen könnte ist logischerweise nicht vorhanden. Das alles führt zu diesen Unterschieden trotz der ungleichen Startbedingungen. Währenddessen sein gepflügter und von Pflugsohlen heimgesuchter Schlag schon große Wasserdefizite aufweißt, ist meiner noch absolut feucht und der Raps hat überhaupt kein Wassermangel. Währenddessen seine Rapswurzeln irgendwo ab 30, 40 cm Tiefe nicht mehr weiter wissen, wachsen die des Avatar prächtig nach unten. Nährstoffe werden bei mir ständig mineralisiert- ich dünge gar nichts an Mikronährstoffen wie Bor oder Mangan. Wie sieht sowas aber bei nem Schlag aus, der verdichtet wird, unter Erosionsereignissen lit und jährlich sein kostbares Stroh abgefahren bekommt? ........

Wie sieht das mit dem Aufwand/der Kohle aus? Welche Kosten stehen einer Bestellsaat, walzen, dem 2-maligen Einsatz des Streuers und der Pflanzenschutzspritze gegenüber wenn man den x-fachen Aufwand fährt? Hier wird im Normalfall die Kostenseite um das 3-fache höher aber der Ertrag deutlich geringer sein. Und da sind wir bei der Nachhaltigkeit. Irgendwann zahlt es sich nämlich aus, richtig zu investieren, ein naturnahes System zu fahren und mit der Natur zu arbeiten. Raubbau, sorgloser Umgang mit dem Boden und bloß traditionell "muss gut aussehen" und "wurde immer schon so gemacht" im Kopf zu haben, sind NICHT mehr angebracht und schon gar nicht nachhaltig.


Nobby, ein wunderschöner Bestand. Der Avatar ist aber auch ein klasse Raps. Auch meiner erfreut mich sooft ich ihn ansehe. Hab heute Bilder gemacht, die kann ich aber leider erst Montag einstellen.
Bezüglich der pfluglosen Bearbeitung. Mit welcher Sätechnick arbeitest Du? Wie schätzt Du Deinen Herbizidaufwand ggü. "konventionellen" Kollegen ein? Wie hältst Du Gräser im Griff?
Ich bin auch ständig auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten und mir gefällt auch, wie schön sich das Bodenleben entwickelt, wenn man nach dem Drusch das Stroh nur flach eingrubbert, und dann noch ein schönes Alexandrinerklee-Phazelia-Gemisch anbaut.
Nur mit meiner Schleppschar-Drille komm ich ohne vernünftiges Saatbett nicht weit...
Kreuzschiene
 
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Re: Rapssaat

Beitragvon NobbyNobbs » Sa Mär 15, 2014 17:04

Kreuzschiene hat geschrieben:Nobby, ein wunderschöner Bestand. Der Avatar ist aber auch ein klasse Raps. Auch meiner erfreut mich sooft ich ihn ansehe. Hab heute Bilder gemacht, die kann ich aber leider erst Montag einstellen.
Bezüglich der pfluglosen Bearbeitung. Mit welcher Sätechnick arbeitest Du? Wie schätzt Du Deinen Herbizidaufwand ggü. "konventionellen" Kollegen ein? Wie hältst Du Gräser im Griff?
Ich bin auch ständig auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten und mir gefällt auch, wie schön sich das Bodenleben entwickelt, wenn man nach dem Drusch das Stroh nur flach eingrubbert, und dann noch ein schönes Alexandrinerklee-Phazelia-Gemisch anbaut.
Nur mit meiner Schleppschar-Drille komm ich ohne vernünftiges Saatbett nicht weit...


Merci :)
Mittlerweile meistens eine TandemFlex. Habe hier auch die Mögliche mit einer Ultima zu säen (sowohl mein Bruder als auch ein bekannter Landwirt haben eine).
Den Herbizidaufwand würde ich als normal bezeichnen. Ich lasse halt einfach nichts durchkommen. Wenn ich muss fahre ich, wenn nicht, fahre ich nicht. Es ist doch wirklich so, dass du ein paar Jahre (grade nach der Umstellung) deutlich mehr Aufwand haben KANNST. Aber dann musst du das eben durchziehen. Und auf einmal nimmt der Druck dann spürbar ab. Würde ich jetzt hergehen und den Kram umdrehen, hätte ich ohne jeden Zweifel deutlich höheren Unkrautdruck. Das zeichnete sich bisher immer schon ab, wenn mein Vater mal meinte, mir was Gutes tun zu müssen (während ich in der Uni saß oder so) und außen herum eine Spur pflügte. Da war dann wie abgeschnitten alles versaut....
Der oben gezeigte Raps hat bisher nur in EC 12 Butisan Combi + Runway + Targa Super und im Winter Kerb Flo gesehen. Kerb ist halt ne Standardmaßnahme. Mehr prophylaktisch als unbedingt notwendig, aber sinnvoll. Bisher machen mir die Gräser überhaupt keine Probleme. Durch gutes Resistenzmanagement, genaues Beobachten und angepassten Glyphosateinsatz (Ziel 1/3 behandelte Fläche) schaffe ich das bisher sehr sehr gut. Fruchtfolge bisher Raps-Weizen-Weizen. Seit diesem Jahr umgestellt auf Raps-Weizen-Weizen-Zwischenfrucht-Erbsen/Bohnen/Mais-Weizen-Weizen in (fast) nur noch Direktsaat.
Schleppschar kannst du absolut knicken. Jedenfalls in solch ein Saatbett wie ich das anstrebe. Die Technik ist eigentlich die halbe Miete.
Was das Bodenlebewesen angeht, ist der Unterschied mehr als deutlich. Wenn ich nur hingehe und irgendne Wurzel rausziehe oder ein zwei Schollen umdrehe, sehe ich gleich einige Regenwürmer. Das war weiß Gott nicht immer so. Also nach 6-10 Jahren ganz ganz reduzierter und vorsichtiger Bewirtschaftung (um Gotten Willen nicht so tief grubbern und schon gar nicht pflügen) merkt man das deutlich.
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Re: Rapssaat

Beitragvon Wini » So Mär 16, 2014 18:53

Also ich kann als geplagter Nachbar zu einem Mulchsaat-Rapsanbauer folgende Bilder beitragen.
Sie zeigen, daß sich neben Regenwürmern offensichtich auch Drahtwürmer in dem
oberflächlichen Strohgemenge pudelwohl fühlen.

Wie so oft war beim Grubbern wieder der Grenzstein verschüttet worden und über die Grenze gesät worden.
Mir blieb nichts anderes übrig als eine ordentliche Pflugfurche zu legen, den Grenzstein wieder freizulegen und ordentlich zu sichern.
Daher fehlt hier auch streckenweise ein wenig Raps:
Grenze am Mulchsaat Raps.JPG

Zuerst dachte ich ja an eine Spritzschaden an meinem Weizen.
Sieht zunächst nach Spritzschaden aus:
Weizenschaden neben Mulchsaatraps.JPG

Aber bei näherer Betrachtung sieht man die Wühltätigkeit:
Regenwurm und Drahtwurm Wühltätigkeit.JPG

Und wer selbst gräbt findet die Übertäter:
Regenwurm und Drahtwurm unter abgefressener Weizenpflanze.JPG

Der Regenwurm ist ganz grün vor lauter Weizenblätterfressen.
Hier mal nur der Drahtwurm:
Drahtwurm an Weizenwurzel.JPG

Hier mal ne Nahaufnahme:
Nahaufnahme Drahtwurm.JPG
Nahaufnahme Drahtwurm.JPG (40.16 KiB) 593-mal betrachtet

Also ich brauche dieses Ungeziefer aus dem Mulchsaatanbau nicht. Kann ich da Schadenersatz verlangen ?
Zuletzt geändert von Wini am So Mär 16, 2014 22:28, insgesamt 4-mal geändert.
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