Kreuzschiene hat geschrieben:Wieso verzichtest nicht auf die Blütenbehandlung? Rentiert sich das überhaupt? Hast schon mal einen eigenen Versuch gestartet?
Verstehe ich es richtig, dass du Rapsprofi keine Blütenbehandlung machst?
Aktuelle Zeit: Fr Feb 13, 2026 0:41
Kreuzschiene hat geschrieben:Wieso verzichtest nicht auf die Blütenbehandlung? Rentiert sich das überhaupt? Hast schon mal einen eigenen Versuch gestartet?

Kreuzschiene hat geschrieben:Wenn es bei Raps in Richtung 7 Tonnen Ertrag geht, ist Lager meist nicht zu vermeiden. Ich spreche da leider aus Erfahrung.
angusy hat geschrieben:Welchen Halbzwerg baust Du denn an?
Bis vor 3/4 Jahren hatten wir ausschließlich Halbzwerge im Anbau und sind mit der größeren Feldspritze dann wieder auf Normalstroh gewechselt. Trotzdem stören mich beim Dreschen die Fahrgassen gewaltig. Daher überlege ich - auch aufgrund neuerer Züchtungen - wieder Halbzwerge anzubauen.
Mad hat geschrieben:Kreuzschiene hat geschrieben:Wieso verzichtest nicht auf die Blütenbehandlung? Rentiert sich das überhaupt? Hast schon mal einen eigenen Versuch gestartet?
Verstehe ich es richtig, dass du Rapsprofi keine Blütenbehandlung machst?
Welfenprinz hat geschrieben:Kreuzschiene hat geschrieben:Habt Ihr schon einmal eine Kiefer umarmt?
ich hab schon mal am Baum gebumst.
Aber keine Chinesin.
Und dabei übers Gerstenfeld geguckt.
Zählt das?
angusy hat geschrieben:Mad hat geschrieben:Kreuzschiene hat geschrieben:Wieso verzichtest nicht auf die Blütenbehandlung? Rentiert sich das überhaupt? Hast schon mal einen eigenen Versuch gestartet?
Verstehe ich es richtig, dass du Rapsprofi keine Blütenbehandlung machst?
Also wenn ich die jährlichen Hinweise in den Fachblättern richtig lese, müsste man "Wettergott" Kreuzschiene doch recht geben. Meist liest man dort, dass sich die Blütenbehandlung monetär nicht rentiert. Ob dabei die Durchfahrverluste und die monetär schwer bewertbare Ernteverzögerung durch feuchte Rapsbestände in den Fahrgassen ausreichend berücksichtigt sind, bezweifle ich. Jetzt wo der Rapspreis wieder eher bei 350 als bei 500 liegt, werde ich intensiver darüber nachdenken.

Kreuzschiene hat geschrieben:Wenn es bei Raps in Richtung 7 Tonnen Ertrag geht, ist Lager meist nicht zu vermeiden. Ich spreche da leider aus Erfahrung.
Tobi. hat geschrieben:Als ich vor der Entscheidung stand, entweder Zwerghybrid, oder ohne Blütenbehandlung, hab ich mir da auch so meine Gedanken drüber gemacht...
Ich sehe das dann allerdings mehr als "Versicherungsmaßnahme", vor allem in Bezug auf die bessere Platzfestigkeit der Schoten. Die Ernte ist halt nicht immer so schön planbar wie man das gerne hätte.
Weiterhin kann ich bei Bedarf zur Blütenbehandlung halt auch noch weitere Mittel mitnehmen...
Berücksichtigen diese Versuche auch ein evtles Aufschaukeln der Sclerotina bei längerem Verzicht auf die Blütenbehandlung...?
NobbyNobbs hat geschrieben:Noch mal ein interessanter Vergleich. Wieder einmal ein paar Bilder des seit August vorgestellten Avatar. Kaum Bodenbewegung, schlechter Feldaufgang auf Grund der Trockenheit und riesigen Strogmengen, späte Saat in den letzten Augusttagen.
Der Schlag wird seit acht Jahren pfluglos bewirtschaftet. Düngung und Kalkung nach Bedarf, häufige organische Düngung mit Klärschlamm und Pferdemist. Fahrgassen jährlich an identischer Stelle, bodenschonende Bereifung und bodenschonendes Befahren haben äußerste Priorität. Stroh verbleibt immer auf der Fläche. Tadellose Feldhygiene versteht sich von selbst.
Herbizid Herbst, 50 N Herbst, Kerb Winter, 80 N vor 2 Wochen.
Daneben Visby eines Nachbarn. Frühe Saat um den 20.8., bestes Saatbett (etliche Male Grubber und Pflug) und top Feldaufgang, Rindergülle vor Saat, Herbizid Herbst, Wachstumsregler Herbst, 80 N vor drei Wochen. Dem Schlag wird jährlich das Stroh geraubt, meistens Pflugeinsatz, Erosion gehört auf Grund dessen im Winter zur Tagesordnung, Düngung, Kalkung und Pflanzenschutz hat er im Griff.
Hier sieht man deutlich, wie stark sich in einigen Jahren die Bewirtschaftungsformen unterscheiden. Beides sind vergleichbare Böden, etwa 70 Bodenpunkten. Klar ist der Avatar ein um Längen besserer Raps, das steht für mich außer Frage. Aber das alleine kann nicht solch einen Unterschied ausmachen. Der Visby hatte auf Grund der optimalen Startbedingungen locker 3 Wochen Vorsprung. Muss er ja auch, denn bei wem 3 mal mit dem Grubber durchgerast, danach geackert und der Raps in das zarteste Saatbett gelegt wurde + das alles noch deutlich früher passierte, da würde man erwarten, dass der Bestand um Längen besser sein muss. Das wirkte auch anfangs so. Aber die Schikanen der vergangenen Jahre rechen sich nun mal irgendwann. Durch Erosion wurde fruchtbare Erde abgetragen- einen Boden mit fast 80 % Schluff DARFST du einfach nicht pflügen. Mit dem Abfahren des Strohes nimmst du Nährstoffe, Humus und Nahrung für Bodenlebewesen. Der häufige Pflugeinsatz kombiniert mit sorglosem Befahren des Ackers unter feuchten Bedingungen und falscher Bereifung schränken den Wurzelhorizont nach unten ein. Regenwürmer oder anderes was Abhilfe schaffen könnte ist logischerweise nicht vorhanden. Das alles führt zu diesen Unterschieden trotz der ungleichen Startbedingungen. Währenddessen sein gepflügter und von Pflugsohlen heimgesuchter Schlag schon große Wasserdefizite aufweißt, ist meiner noch absolut feucht und der Raps hat überhaupt kein Wassermangel. Währenddessen seine Rapswurzeln irgendwo ab 30, 40 cm Tiefe nicht mehr weiter wissen, wachsen die des Avatar prächtig nach unten. Nährstoffe werden bei mir ständig mineralisiert- ich dünge gar nichts an Mikronährstoffen wie Bor oder Mangan. Wie sieht sowas aber bei nem Schlag aus, der verdichtet wird, unter Erosionsereignissen lit und jährlich sein kostbares Stroh abgefahren bekommt? ........
Wie sieht das mit dem Aufwand/der Kohle aus? Welche Kosten stehen einer Bestellsaat, walzen, dem 2-maligen Einsatz des Streuers und der Pflanzenschutzspritze gegenüber wenn man den x-fachen Aufwand fährt? Hier wird im Normalfall die Kostenseite um das 3-fache höher aber der Ertrag deutlich geringer sein. Und da sind wir bei der Nachhaltigkeit. Irgendwann zahlt es sich nämlich aus, richtig zu investieren, ein naturnahes System zu fahren und mit der Natur zu arbeiten. Raubbau, sorgloser Umgang mit dem Boden und bloß traditionell "muss gut aussehen" und "wurde immer schon so gemacht" im Kopf zu haben, sind NICHT mehr angebracht und schon gar nicht nachhaltig.
Kreuzschiene hat geschrieben:Nobby, ein wunderschöner Bestand. Der Avatar ist aber auch ein klasse Raps. Auch meiner erfreut mich sooft ich ihn ansehe. Hab heute Bilder gemacht, die kann ich aber leider erst Montag einstellen.
Bezüglich der pfluglosen Bearbeitung. Mit welcher Sätechnick arbeitest Du? Wie schätzt Du Deinen Herbizidaufwand ggü. "konventionellen" Kollegen ein? Wie hältst Du Gräser im Griff?
Ich bin auch ständig auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten und mir gefällt auch, wie schön sich das Bodenleben entwickelt, wenn man nach dem Drusch das Stroh nur flach eingrubbert, und dann noch ein schönes Alexandrinerklee-Phazelia-Gemisch anbaut.
Nur mit meiner Schleppschar-Drille komm ich ohne vernünftiges Saatbett nicht weit...
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