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Schweinepreis in der kommenden Woche

Alles rund um das Borstenvieh.
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon elchtestversagt » So Jul 05, 2026 7:46

topigs, das wird nicht funktionieren.
Siehe den Kartoffelanbau.
Alle Verarbeiter haben diesen Frühjahr die Landwirte angehalten, 30% weniger Kartoffeln an zu bauen.
Laut neuer Erhebung sind es aber nur 5% weniger geworden.
Man kann sich angesichts der Wirtschaftlichkeit keinen Reim daraus machen, ausser der Aussage, das viele Landwirte in Lagerraum und Technik investiert haben und diese nun "laufen" muss, koste es was es wolle. Einzige Hoffnung auf auskömmliche Preise ist eine grosse Dürre, am besten ausserhalb Deutschlands... Genau so wird das bei den Schweinen auch laufen. Die Ställe sind nun mal da. Und alle liegen wieder voll. Besonders die Sauenställe.
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon Frankenbauer83 » So Jul 05, 2026 7:55

Also, die Ausgangslage:

  • Schweinepreis wieder mal sehr niedrig, die guten Phasen reichen nicht mehr und die Phasen schlechter Preise zu kompensieren. Auch trotz Familien-AK und nicht zu viel Fremdkapital in der Bude und guter tierischer Leistungen.
  • Schweinepreise sind in Brasilien, China und seit gestern Russland auf mindestens 10 Jahrestiefständen. Europa "arbeitet" dran.
  • Weitere Investitionen stehen an. Deckstall 29 und Abferkelbereich 35. Diese werden unsere wirtschaftliche Position auf dem europäischen und internationalen Markt deutlich weiter verschlechtern, weil diese die Produktionskosten massiv nach oben treiben und z.B. Spanien diese Vorgaben nicht hat.
  • Mal schnell die Schweinehaltung einstellen, führt zu immensen Sonderabschreibungen auch teils noch nicht fertig bezahlte Ställe. Und vor allem, wie soll da die Bank dann bedient werden?
  • ITW haut jetzt auch noch einen Keil zwischen die bisherigen Ferkelerzeuger-Mäster Beziehungen (wer macht ITW?) und auch gleich der zukünftigen Beziehungen (wehe man hat sich um eine Ferkel beim Aufstallen verzählt, -> Überbelegung), weil der jeweils andere direkt in Sippenhaft genommen wird.
  • Verträge sinds nichts wert (Edeka Bauernschätze) und werden nach belieben gekündigt. Abnahmeverträge mit ITW2 kannst auch den Hasen geben, die hängen immer am VEZG Preis.
  • Regionalprogramme werden auch gekündigt (Aldi), sind auch keine Lösung
  • Hier wird nach Tierwohl gebrüllt und gleichzeitig der Markt mit billigem Fleisch geflutet, dass ja anscheinend auch gekauft wird, sonst wäre es schließlich nicht hier.

Katastrophe.
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon 714er » So Jul 05, 2026 9:08

elchtestversagt hat geschrieben:topigs, das wird nicht funktionieren.
Siehe den Kartoffelanbau.
Alle Verarbeiter haben diesen Frühjahr die Landwirte angehalten, 30% weniger Kartoffeln an zu bauen.
Laut neuer Erhebung sind es aber nur 5% weniger geworden.
Man kann sich angesichts der Wirtschaftlichkeit keinen Reim daraus machen, ausser der Aussage, das viele Landwirte in Lagerraum und Technik investiert haben und diese nun "laufen" muss, koste es was es wolle. Einzige Hoffnung auf auskömmliche Preise ist eine grosse Dürre, am besten ausserhalb Deutschlands... Genau so wird das bei den Schweinen auch laufen. Die Ställe sind nun mal da. Und alle liegen wieder voll. Besonders die Sauenställe.


Genauso ist es bei Bauern, sie hoffen immer das andere reduzieren und geben selber Vollgas.
Den Kartoffelmarkt sehe ich von Verarbeitubgsebene beeinflusst wie bei den Schweinen damals, wir geben Vollgas für den Weltmarkt ubd exportieren. Im letzten Frühjahr war das noch die Meinung. In den guten Jahren hsben alle in Lager ubd Technik investiert wie damals die Schweineställe in den Boomjahren hochgezogen wurden.
Und wenn Bauern bei Viehhändlern anrufen und sagen, top die schlechten Preise ssg mir wo einer aufhört ich pachte sofort egal wo, da wird es so schnell nicht weniger Schweine geben.
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon Höffti » So Jul 05, 2026 9:54

Frankenbauer83 hat geschrieben:Und vor allem, wie soll da die Bank dann bedient werden?

Katastrophe.



Frankenbauer, Du hast es gut auf den Punkte gebraz.
Aber der Punkt mit der Bank passt mMn nicht. Wenn man mit Schweinehaltung Geld verbrennt, ist es besser, nicht zu produzieren. Dann ist mehr Geld für die Bank übrig.
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon fleischverkäufer » So Jul 05, 2026 10:58

Wo liegt denn jetzt die Lösung des Problems?
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon topigs » So Jul 05, 2026 11:30

Hab ich oben geschrieben.
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon 240236 » So Jul 05, 2026 11:47

fleischverkäufer hat geschrieben:Wo liegt denn jetzt die Lösung des Problems?

Wie sieht eine Lösung, aus Sicht der Schlachtbranche aus?
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon Höffti » So Jul 05, 2026 12:47

240236 hat geschrieben:
fleischverkäufer hat geschrieben:Wo liegt denn jetzt die Lösung des Problems?

Wie sieht eine Lösung, aus Sicht der Schlachtbranche aus?



Ich denke, solche Probleme lösen sich durch Marktmechanismen immer von alleine.
Die Preise werden so lange unattraktiv bleiben, bis das Angebot wieder zur Nachfrage passt.
Oder in einfachen Worten: es werden statt wie letztes Jahr, wo die SauenNzahl deutlich gestiegen ist, eher wieder rückläufige Zahlen kommen...
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon elchtestversagt » So Jul 05, 2026 15:11

Fleischi, ich zitiere mal ein Filmzitat.
"Was werden wir machen ? Alles muss raus. Heute noch..."
Macht, als Beispiel, xxxx-xl-Packungen. Gehacktes, vom Schwein, 5 kg , 10 Euro....
Mal sehen, wie lange die Spanier das mitmachen ( können).
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon Höffti » So Jul 05, 2026 15:55

elchtestversagt hat geschrieben:Fleischi, ich zitiere mal ein Filmzitat.
"Was werden wir machen ? Alles muss raus. Heute noch..."
Macht, als Beispiel, xxxx-xl-Packungen. Gehacktes, vom Schwein, 5 kg , 10 Euro....
Mal sehen, wie lange die Spanier das mitmachen ( können).


Wäre interessant, welchen Preis Fleischis Schweine-Einkäufer dann noch zahlen könnten, damit er bei solchen Aktionen nicht drauf zahlt.
Und wie Dir diese Preis dann gefallen würde...
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon Frankenbauer83 » So Jul 05, 2026 16:20

Ja genau, Höffti. Es ist immer ganz allein das Problem des Bauern. Das an den ca. 15.000 Schweine haltenden Betrieben noch mal der Faktor 10-15 in der Verarbeitung, Vor- und Nachgelgerten Bereich dran hängen ist egal. Aktuell verlieren wir die Marktanteile aus meiner Sicht dauerhaft an Spanien. Wenn sich die Wege gefunden haben, dann sind die drin, weil sie einen Kostenvorteil haben (siehen ein Kommentar von Fleischi, weil integriert und nicht alle gegeneinander in der Kette). Dann liegt halt im Supermarkt "Made in EU" und fertig.

Ohne deutsches Schwein, brauchst auch keine deutsche Verarbeitung, aber auch dass scheint egal zu sein. Die Betriebe die nach solchen Preiskrisen übrig sind brauchen auch wieder Jahre um sich einigermaßen finanziell zu derrappeln und bekommen dann hier den nächsten Dolch von der Politik reingerammt. Aber wie schon Fleischi schreibt, der "Markt" wird es regeln, in Zukunft halt dann wieder mit ein paar tausend weniger deutschen Betrieben. Alles egal. Lauf der Zeit.

Da kann man dann natürlich auch gleich dran ablesen was in Zunkunft gefragt ist: billig, billig, billig!
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon Höffti » So Jul 05, 2026 16:32

Frankenbauer83 hat geschrieben:Ja genau, Höffti. Es ist immer ganz allein das Problem des Bauern.


Da kann man dann natürlich auch gleich dran ablesen was in Zunkunft gefragt ist: billig, billig, billig!


Letzlich war und ist es noch nie anders gewesen. Möglichst günstig einzukaufen ist keine Schande und meist wirtschaftlich auch notwendig oder zumindest sinnvoll.
Oder glaubst Du dass ein Schweineschnitzel für 20€/kg besser schmeckt als eines für 5€/kg?


Und ja, Probleme werden durchgereicht. Der LEH drückt den Schlachter, der Schlachter drückt den Mäster, der Mäster drückt den Ferkelerzeuger, der Ferkelerzeuger hat im fallenden Markt meist die A-Karte.

Aber das war schon immer so und ist Teil des "Spiels".

Und wenn es hoch geht, ist der FE der King...
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon Estomil » So Jul 05, 2026 18:01

Wenn Preisanschläge die der Bauer hinnehmen muss beim Endkunden kaum ankommen dann muss man sich auch nicht wundern, dass der Absatz nicht laufen will.

Mann muss auch das mal auf der Zunge zergehen lassen. Für die Sau wird Nurnoch 43 Cent bezahlt.
Das heißt die 200g Packung Salami hat einen Rohstoffwert von ihrer zehn Cent.
Also ich zuletzt im Supermarkt war kostete die billigste Salami in der 200g Packung immernoch 1,69€ genauso wie vor sechs Monaten und der ganze Rest tendiert ebenfalls zwischen 10-20€ das Kilo.

Selbst wenn wir die Schweine verschenken würden gäbe es keine vernünftigen Preise im Handel weil der ganze nachgelagerte Bereich sich die Taschen voll macht.

Mehr als aktuell haben viele in der Branche lange lange nicht am Schwein verdient wie zur Zeit.

Es wird hier immer wieder so getan, als gäbe es Angebot und Nachfrage. Die Wahrheit ist aber, dass es nur Angebote gibt. Auf der Nachfrageseite halte oligopole den Preis konstant oben.

Das kann es aber nicht sein. Wenn der Kunde keine Kaufanreize bekommt wird er auch keine Übermengen kaufen.

Exakt das gleiche, was man zb im letzten Jahr auch bei Kartoffeln beobachten konnten. Speisekartoffeln in leh zwischen 60cent und einem Euro das Kilo, markenchips ebenfalls konstant bei zwei Euro und Pommes genauso teuer wie immer.

Der rohstoffpreis spielt überhaupt keine Rolle mehr weil Handel und Verarbeitung sich das Geld in die Tasche stecken.
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon Höffti » So Jul 05, 2026 18:15

Estomil hat geschrieben:Exakt das gleiche, was man zb im letzten Jahr auch bei Kartoffeln beobachten konnten. Speisekartoffeln in leh zwischen 60cent und einem Euro das Kilo, markenchips ebenfalls konstant bei zwei Euro und Pommes genauso teuer wie immer.



Das mit den Kartoffeln wurde ja schon einige Male erklärt. "Unverkäuflich" war ja nur "freie Wäre". Die Kontraktpreise waren eigentlich wie immer und deshalb kostet auch das Endprodukt das selbe wie immer.
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Re: Schweinepreis in der kommenden Woche

Beitragvon 240236 » So Jul 05, 2026 18:34

Höffti hat geschrieben:
Estomil hat geschrieben:Exakt das gleiche, was man zb im letzten Jahr auch bei Kartoffeln beobachten konnten. Speisekartoffeln in leh zwischen 60cent und einem Euro das Kilo, markenchips ebenfalls konstant bei zwei Euro und Pommes genauso teuer wie immer.



Das mit den Kartoffeln wurde ja schon einige Male erklärt. "Unverkäuflich" war ja nur "freie Wäre". Die Kontraktpreise waren eigentlich wie immer und deshalb kostet auch das Endprodukt das selbe wie immer.
Das beantwortet aber nicht die Aussage, was Estomil über Fleisch und die Salami geschrieben hat.

Das ist nichts anderes, als wenn der Bäcker den Brezenpreis, wegen gestiegener Mehlpreise erhöht. Das wenn ich lese, dann könnte ich explodieren.


Heute zeigst du wieder Verständnis für den Markt, weil dein Stall leer ist. Einfach nur Heuchler

Bei Ami habe ich in dieser Woche eine Grafik gesehen. Als Schweine 2,13€ gekostet haben, war der durchschnittliche Ladenpreis nur um 7ct höher als heuer beim Preis von 1,56€.
Zuletzt geändert von 240236 am So Jul 05, 2026 18:53, insgesamt 1-mal geändert.
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