Hallo
leider hat man bei ähnlichen Projekten in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass die Kostenkalkulationen ("die Summe wird in keinem Fall und niemals überschritten; wir haben alle Unwägbarkeiten eingerechnet und blabla) IMMER um ein Mehrfaches überschritten worden sind.
Offenbar steckt System dahinter. Wenn man schon bei der Planung die realen Kosten nennt, dann zeigt sich der Irrwitz der gesamte Planung.
Beispiel: ICE-Strecke Nürnberg-München
Alternative A: Direktverbindung und Neubau der Strecke über Ingolstadt (leider hat man "vergessen" den Flughafen München-Erding anzubinden, weil man ja den Transrapid auch noch wollte).
Alternative B: Ausbau der bestehenden Strecke über Augsburg.
Nach den ersten Berechnungen wäre die Strecke über Augsburg billiger geworden, man hätte aber 10 - 15 min mehr Fahrzeit gehabt. (Nebenbei hätte man den Abschnitt Ausgburg-München auch für die Schnellfahrstrecke nach Stuttgart nutzen können und hätte für diese Verbindung Geld eingespart) Dann wurde noch mal von neuen Sachverständigen gerechnet und - oh Wunder - plötzlich stiegen die Kosten für die Strecke über Augsburg und die Neubaustrecke wurde billiger.
Bei Bauhalbzeit stiegen die Kosten dann aufgrund unvorhersehbarer Probleme im Untergrund und wegen zusätzlicher Auflagen des Eisenbahnbundesamts und auch wegen Umplanungen sprunghaft an. Da mussten im Karst der Fränkischen Alb unterirdische Brücken gebaut werden (Tunnel zwischen Großhöbing und Enkering) und auch der Albaufstieg am Kindinger Berg (Tunnel von Ilbling bis Denkendorf) war plötzlich vieeel teurer als geplant. Dann wurden durch Funde prähistorischer Siedlungen und Begräbnisstätten (da wussten wohl nur die Einwohner, dass das altes keltisches Siedlungsgebiet war, Hügelgräber an der Strecke waren ja nur auf den Flurkarten eingezeichnet) die Zeitpläne durcheinandergebracht, und damit noch mal alles teurer. Und wie immer hieß es dann: "Diese Probleme konnte Niemand voraussehen".
Das alte bewährte Schema der Leute, die aus politischen Gründen (oder weil sich eine Lobbygruppe dumm und dämlich verdienen will) eine vorgegebene Meinung durchsetzen wollen, sehe ich auch in S21.
Übrigens bin ich auch froh, dass ich mittlerweile eine schnelle Verbindung nach München habe. Nur ich hab sie noch NIE genutzt, weil ich selbst bei Benutzung des ICE von Arbeitsstelle A in Nbg zur Arbeitsstelle B in München mit dem Auto schneller bin als mit dem ICE. Und für die meisten Bahnbenutzer hätten 10 -15 min längere Fahrzeit über Ausgburg den Käse auch nicht mehr fett gemacht. Und zum Flughafen bin ich mit der Bahn eine geschlagene Stunde länger unterwegs als mit dem Auto. Un d so geht es nicht nur mir. Für eine winzige Gruppe, die durch die 15 min kürzere Fahrtzeit einen wirklichen Nutzen hat, hat jeder Bundesbürger so seine 100 Euro beigesteuert. Und für S21 gehen noch mal so rund 300 Euro an Steuergeldern pro Bundesbürger drauf (auch Du, Heinzi the Chicken, steuerst Deinen Teil dazu bei!) Das zahlt nicht die Äntschie oder Mappus aus dem Taschengeld, oder die Bahn oder die Stadt Stuttgart oder das Landle oder die Regierung, das zahlt jeder Einzelne!
Ich glaube, dass die Schwaben eben gescheiter sind, als ihre "Volksvertreter" annehmen. DIE SCHWABEN KÖNNEN NÄMLICH RECHNEN1 Und so sehen sie, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis vollkommen aus dem Ruder gelaufen ist.
(Nebenbei bemerkt: Ein abstrakter Vorteil muss nicht gleich auch von Nutzen sein)
(Was würde ein privater Bauherr denn machen, wenn er zur Grundsteinlegung feststellt, dass entgegen den Berechnungen des Architekten sein Häuschen nicht mehr 300.000 € sondern jetzt 900.000 € kosten soll? ----------------------- ?
Natürlich würde er sagen, dass das Häuschen gebaut wird, denn sonst wären die Planungskosten ja vergebens ausgegeben worden! Die Schulden sind ja eh nicht mehr bezahlbar, also macht es gar nichts aus.)
Gruß

