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was ist los in Deutschland

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon Qtreiber » Sa Nov 12, 2022 19:50

langholzbauer hat geschrieben:Keine Ahnung, warum sich manche an der S.W. so aufgeilen können bzw.wollen. :?:
Die war bei mir, wegen ihrer altsozialistischen Gesinnung schon geistig so verbrannt, dass ich auf einer einsamen Insel mit ihr alleine nie an Beischlaf hätte denken können.

Ein Mitbewerber weniger. :D
Hauptmann hat geschrieben:Planwirtschaft ist nicht das Wirtschaftssystem der Zukunft,...

Ulrike Herrmann sieht das anders. Mit Planwirtschaft den Klimawandel aufhalten!

Was auch mit Deutschland zu tun hat:
Deutschland unterstützt die internationale Initiative zum verbesserten Einsatz von Düngemitteln.
Die Düngemittelknappheit, die vor allem durch teure Erdgaspreise ausgelöst wurde, bedroht aktuell die Nahrungsmittelversorgung von Millionen Menschen.

Dass es dabei nicht um organischen Dünger gehen dürfte, ist wohl klar. Und in Deutschland träumen die Weltverbesserer von (am liebsten) 100% Bio-Anbau. :lol: :lol:
https://www.bmz.de/de/aktuelles/aktuell ... atz-128006
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon T5060 » Sa Nov 12, 2022 20:00

beihei hat geschrieben:....und Stasi Mitarbeiter ohne Aufgabengebiet.


Das waren die ersten die wieder in gute Jobs kamen. Das waren allesamt hochmotivierte Leute, die auch was konnten.
Das waren keine Schwätzer und Wichtigtuer, ich fand die recht vernünftig und gute Teamplayer.
Soll mal keiner denken, dass es im Westen keine hinterfotzigen Arschlöcher gab und gibt.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon HL1937 » Sa Nov 12, 2022 20:22

T5060 hat geschrieben:dass es im Westen keine hinterfotzigen Arschlöcher gab und gibt.


Gewisse Bauern inbegriffen................
Früher war alles besser.
Gott schütze unsere Fluren, vor Merkel, den Grünen und anderen Kulturen.

Es wünsch mir einer was er will, es geb´ihm Gott zehnmal soviel.
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon tyr » Sa Nov 12, 2022 20:48

beihei hat geschrieben:
langholzbauer hat geschrieben:@beihei
Schade!
Du hast es noch immer nicht begriffen.
Die BRD war vor genau 33Jahren schon mal wirtschaftlich da, wo sie gerade von rotgrün wieder hin geschickt wurde.
Ohne die wirtschaftliche Okkupation der 5 neuen Bundesländer mit den ganzen Transfereffekten hätten Frankreich und GB ohne zu blinken damals überholen können......


Ein blutleere DDR als Retter ....... :lol: . Das vorhandene Know-how der DDR hätte sich sowieso abgesetzt ( was auch trotz Wiedervereinigung passierte). Das wäre/ist der einzige Transfereffekt gewesen . Übrig geblieben wären "blühende Landschaften" und Industriebrachen und Stasi Mitarbeiter ohne Aufgabengebiet.


Warum glaubst Du das? Weil der "Westen" gerade blühte? Wenn ich Dich erinnern darf, befand sich die BRD gerade selbst in einer schweren wirtschaftlichen Krise mit hoher Arbeitslosigkeit, hoher Verschuldung usw.... die Übernahme und Plünderung der DDR hat Westdeutschland immerhin 10 Jahre Sonderkonjunktur verschafft, in mitten eines globalen wirtschaftlichen Abschwungs...... von daher hat Kohl alles richtig gemacht.... es ist immer alles eine Frage des Blickwinkels...
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis voraus.
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon tyr » Sa Nov 12, 2022 20:50

langholzbauer hat geschrieben:Keine Ahnung, warum sich manche an der S.W. so aufgeilen können bzw.wollen. :?:
Die war bei mir, wegen ihrer altsozialistischen Gesinnung schon geistig so verbrannt, dass ich auf einer einsamen Insel mit ihr alleine nie an Beischlaf hätte denken können.
Zur Zeit punktet sie etwas mit ihren wirtschaftspolitisch sinnvollen Äußerungen über die schlechte Politik der aktuellen Regierung.
Aber das ist auch nur Gekläff aus der Opposition.


Bei der Sahra musst Du auch erst das Kapital plus Manifest fehlerfrei deklamieren, bevor Du drauf darfst^^
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon tyr » Sa Nov 12, 2022 20:52

Qtreiber hat geschrieben:Dass es dabei nicht um organischen Dünger gehen dürfte, ist wohl klar. Und in Deutschland träumen die Weltverbesserer von (am liebsten) 100% Bio-Anbau. :lol: :lol:


Aber gerade da sind die organischen Dünger besonders wichtig, aber woher sollen die GrünInnen und die Sozpäds der SPD das wissen^^
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon Kormoran2 » Sa Nov 12, 2022 22:37

die Übernahme und Plünderung der DDR


Was wurde denn geplündert? Hab gerade einen Lachkrampf..... :lol:
Wir wissen, sie lügen. Sie wissen, sie lügen. Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Und trotzdem lügen sie weiter. (Alexander Solschenizyn, zitiert von Peter Hahne)
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon tyr » Sa Nov 12, 2022 22:40

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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon beihei » Sa Nov 12, 2022 22:49

tyr hat geschrieben:
Warum glaubst Du das? Weil der "Westen" gerade blühte? Wenn ich Dich erinnern darf, befand sich die BRD gerade selbst in einer schweren wirtschaftlichen Krise mit hoher Arbeitslosigkeit, hoher Verschuldung usw.... die Übernahme und Plünderung der DDR hat Westdeutschland immerhin 10 Jahre Sonderkonjunktur verschafft, in mitten eines globalen wirtschaftlichen Abschwungs...... von daher hat Kohl alles richtig gemacht.... es ist immer alles eine Frage des Blickwinkels...


Glauben ist nicht Wissen . Deswegen glaube ich nicht und alles Andere ist dein Glaube deiner oder entstammt deiner Ostalgie
Durch Freunde aus Sachsen und Sachsen - Anhalt kenne ich auch andere Meinungen.
Meinungsfreiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden.
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon tyr » Sa Nov 12, 2022 22:56

Es geht nicht um Meinungen, sondern Wissen :roll:
Nimm das Recht weg, was ist der Staat noch anderes als eine große Räuberbande. (Augustino von Hippo, 354 bis 430)
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon beihei » Sa Nov 12, 2022 23:48

Puuh, anstrengend :roll: ....Die Meinung meiner Freunde basieren auf deren Wissen, weil Sie die Dinge so erlebt haben.

n8
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon Fassi » So Nov 13, 2022 0:05

Die Dolchstoßlegende des Ostens :roll: . Mal abgesehen von dem Vorgehen der Treuhand, das war definitiv Mist. Aber ansonsten finde ich es spannend, dass mit Abstand zur Grenze diese Ansicht, der reiche Osten, der den armen Westen gerettet hat, zunimmt bzw die Menschen empfänglicher für sind. Kenn ich ja auch von meinen thüringer und brandenburger Arbeitskollegen.

Gruß
http://www.youtube.com/watch?v=AMpZ0TGjbWE

https://youtu.be/Tmq8KHPxdrE
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon Kormoran2 » So Nov 13, 2022 1:29

Die "Deindustrialisierung des Ostens" (Zitat Schulz) hatte längst vorher schon begonnen. Es wurde nicht investiert, die Anlagen veralteten und die Produkte konnten nur deshalb abgesetzt werden, weil es keinen Wettbewerb gab und Niemand genötigt war, zu investieren. Und so war das überall. Man hatte sich selbst deindustriealisiert.

Dem freien Wettbewerb ausgesetzt, landeten die Produkte gleich auf dem Schrott. Deshalb ist diese Dolchstoßlegende eine Verfälschung der Realitäten. Gut, dass es noch Zeitzeugen (we mich) gibt, die das richtigstellen können.

Damals besuchte ich mit einem befreundeten Fabrikanten in Halberstadt eine Leuchtenfabrik. Dese Firma stellte sozusagen das Highligt der DDR-Leuchtenfabrikation dar. Wir kamen, um eventuell diese Firma zu übernehmen und so am Leben zu halten. Wir hätten sofort Aufträge dafür in Massen gehabt.
Bei der Besichtigung der Firma war schon bei der Auffahrt auf den Betriebshof sofort endgültig klar, dass das nichts werden konnte. Man führte uns dann noch die nagelneue Lackierstraße vor, die gerade mit sehr viel Westgeld modernisiert worden war. Aber sonst war einfach alles Schrott von A bis Z. Das Schlimmste stellte eben der völlig mit Öl getränkte Betriebshof dar. Niemand hätte sagen können, wie viele Millionen für dessen Sanierung fällig geworden wären. So haben wir dankend verzichtet. Ein Jahr später war der Laden pleite.

Diese Leuchtenfabrik war in der DDR das Sahnehäubchen der Leuchtenindustrie. Dies ist nur ein Beispiel von wahrscheinlich tausenden ähnlichen.

Darüber hinaus war das ganze Land marode. Schlimm, dass das heute wohl alles schon in Vergessenheit geraten ist. Sämtliche Straßen bis hin zu den wenigen Autobahnen waren totaler Schrott. Die Häuserfassaden waren überall völlig verfallen. Die Häuser an sich waren technisch auf dem Stand der 50er Jahre stehengeblieben. Es wurde überall mit Braunkohle geheizt. Folge davon war eine ätzende Luft über dem ganzen Land. Im Winter gab es grauen Schnee, den ich ehrlich einmal für Zement gehalten hatte, den ein Laster in Aschersleben verloren hätte. Man klärte mich auf: Nein, das ist doch Schnee!

Echt - wie völlig ignorant muß man sein, wenn man diese Verhältnisse schon jetzt vergessen hat.
Wir wissen, sie lügen. Sie wissen, sie lügen. Sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Wir wissen, dass sie wissen, dass wir wissen, sie lügen. Und trotzdem lügen sie weiter. (Alexander Solschenizyn, zitiert von Peter Hahne)
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon Südheidjer » So Nov 13, 2022 4:04

Was ist los in Deutschland?

Ich komme immer mehr zu dem Ergebnis, daß es in Deutschland einen "Klasse" gibt, die sich kaum Gedanken um das Große und Ganze im Land macht. Diese "Klasse" lebt in nicht unerheblichen Maße von dem, was vorhergehende Generationen erwirtschaftet haben bzw. ihnen die Elterngeneration ermöglicht haben z.B. in Form einer guten Berufsausbildung. Das kann man ja machen, aber man sollte sich bewußt sein, daß dieser Wohlstand nicht vom Himmel gefallen ist.

In dieser "Klasse" gibt es die Überzeugung, daß sie problemlos in der aktuellen deutschen Gesellschaft wirtschaftlich über die Runden kämen, wenn sie den ererbten Wohlstand nicht hätten. Eine völlige Überheblichkeit und Überschätzung ihrer Fähigkeiten. Sie verkennen völlig, wie ihr Leben anders verlaufen wäre, wenn sie z.B. nicht im Bildungsbürgertum groß geworden wären und nicht die gute Ausbildung und auch nicht die Vitamin-B-Kontakte gehabt hätten. Wer hat das aus dieser Klasse denn noch nie gehört "ach sie sind der Sohn von XY.....". und schon steht man anders da als Fritzchen Müller aus der Unterschicht mit der eventuell "asozialen" Verwandtschaft, die nix auf den Schirm kriegt.
Das fängt schon bei der Sprache, dem Wortschatz und der Wortwahl an.
(Tip an diejenigen, die Kinder haben: Lesen, lesen, lesen....)

Von diesen Leuten muß man sich dann anhören, daß einen das ja nicht weiterbringen würde, wenn man sich über die Probleme und Mißstände in unserer Gesellschaft Gedanken macht. Man bekommt die Empfehlung, mehr seinen eigenen Wohlstand wegzukonsumieren, z.B. über weniger zu arbeiten.
Klar, in gewissen Sinne ist da was dran. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Aber im Armenhaus will man im Alter auch nicht sitzen. Ich wenigstens nicht. Ich bin dazu erzogen worden, für mich selber zu sorgen und nicht darauf zu spekulieren, mal was zu erben. Wenn man dann was erben sollte, ist auch nicht schlecht. Aber man sollte immer im Blick haben, daß man seinen Lebensunterhalt selber verdient.

In dieser Klasse gibt es auch noch ein sehr großes Vertrauen in das politische System hier in Deutschland. Das geht schon fast in die die Richtung "die machen das schon" und wenn nicht, dann in Richtung "ändern kann ich es eh nicht".

Der soziale Sprengstoff, der immer größer wird, wird komplett ausgeblendet in dieser Wohlstands-Kaste. Man sieht zwar, daß die Inflation einkommenschwache Leute übel trifft, aber daß daraus auch Unruhen und Protest entstehen könnten, daß hat keiner von denen auf dem Schirm. Läuft doch.

Man, ich kenne noch alte Säcke, die aus ganz einfachen Verhältnissen kamen und auch immer nur ihr bescheidenes Leben lebten, aber wenn man mit denen mal tiefgründiger geschnackt hatte, dann hatte man Gespräche mit viel Tiefgang, bei denen man sich im Nachhinein wunderte, daß dieser einfache Mensch sich so viele Gedanke über die Gesellschaft gemacht hatte.
Gibt's solche Leute heute noch? Ich denke, sie sterben aus.

Bei der hier geschilderten Wohlstands-Kaste ist übrigens das grüne Gedankengut sehr weit verbreitet. Ihnen geht's ja gut, also geht es ja allen so gut, daß man sich das Gutmensch-Sein leisten kann. Wir müssen die Welt retten, aber die Mißstände vor der eigenen Haustür zu beseitigen, da fehlt der Blick zu. Das Wohlstand irgendwie auch erwirtschaftet werden muß, das haben die auch noch nicht begriffen.

In dieser Kaste fällt mir auch der Egoismus auf, wenn es darum geht, gegenüber der Elterngeneration nicht nur zu nehmen sondern auch zu geben.

Ich glaube meine Generation der 40 bis 60-jährigen wurde teilweise zu viel gepudert.

Und was die Übernahme der DDR anbelangt: Das Land war am Ende, sonst hätte das Volk nicht die Notbremse gezogen. Wer mal nach dem Fall der Mauer rübergeguckt hat, der hat das marode Land gesehen. Kormoran hat es ja schon geschildert. Ich hatte damals mal einen Ausflug nach Magdeburg gemacht. Alles grau in grau. Fertig, am Ende. In Stralsund war ich im Sommer '90 auch mal..da war es gefühlt einen Ticken besser, aber ich denke, wenn man da mehr hinter die Kulissen geschaut hätte, dann hätte man auch dort den Komplett-Verfall gesehen.
Hätte man die Währungsunion nicht gemacht, dann hätten noch viel mehr Leute rüber in den Westen gemacht. Und das waren genau diejenigen, die jung, gesund und leistungsfähig waren. Ich kritisiere diese Leute nicht, die damals ihr Glück in Westdeutschland suchten. Ich habe selber welche im Bekanntenkreis.
Die Treuhand war gut angedacht, aber nachdem Detlev Karsten Rohwedder ermordet wurde, hat Frau Breuel ohne Rücksicht Kasse gemacht. Wie wäre es gelaufen, wenn Herr Rohwedder weiter Chef der Treuhand gewesen wäre? Ich glaube, da wäre für die Ostdeutschen mehr wirtschaftliches Potential übrig geblieben. Der Mann wollte das Maximum für die Bürger im Osten rausholen.
Für kleines Geld Betriebe aufkaufen, ggf. noch das Tafelsilber mitnehmen und zuschließen, wie es dann unter Frau Breuel lief, damit war dort niemanden geholfen. Das hat den Ostdeutschen auch das Selbstwertgefühl genommen.

Aber was soll's? Nochmal übernimmt Deutschland kein anderes Land sondern wird eher übernommen.
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Re: was ist los in Deutschland

Beitragvon tyr » So Nov 13, 2022 7:58

Kormoran2 hat geschrieben:Die "Deindustrialisierung des Ostens" (Zitat Schulz) hatte längst vorher schon begonnen. Es wurde nicht investiert, die Anlagen veralteten und die Produkte konnten nur deshalb abgesetzt werden, weil es keinen Wettbewerb gab und Niemand genötigt war, zu investieren. Und so war das überall. Man hatte sich selbst deindustriealisiert.

Dem freien Wettbewerb ausgesetzt, landeten die Produkte gleich auf dem Schrott. Deshalb ist diese Dolchstoßlegende eine Verfälschung der Realitäten. Gut, dass es noch Zeitzeugen (we mich) gibt, die das richtigstellen können.

Damals besuchte ich mit einem befreundeten Fabrikanten in Halberstadt eine Leuchtenfabrik. Dese Firma stellte sozusagen das Highligt der DDR-Leuchtenfabrikation dar. Wir kamen, um eventuell diese Firma zu übernehmen und so am Leben zu halten. Wir hätten sofort Aufträge dafür in Massen gehabt.
Bei der Besichtigung der Firma war schon bei der Auffahrt auf den Betriebshof sofort endgültig klar, dass das nichts werden konnte. Man führte uns dann noch die nagelneue Lackierstraße vor, die gerade mit sehr viel Westgeld modernisiert worden war. Aber sonst war einfach alles Schrott von A bis Z. Das Schlimmste stellte eben der völlig mit Öl getränkte Betriebshof dar. Niemand hätte sagen können, wie viele Millionen für dessen Sanierung fällig geworden wären. So haben wir dankend verzichtet. Ein Jahr später war der Laden pleite.

Diese Leuchtenfabrik war in der DDR das Sahnehäubchen der Leuchtenindustrie. Dies ist nur ein Beispiel von wahrscheinlich tausenden ähnlichen.

Darüber hinaus war das ganze Land marode. Schlimm, dass das heute wohl alles schon in Vergessenheit geraten ist. Sämtliche Straßen bis hin zu den wenigen Autobahnen waren totaler Schrott. Die Häuserfassaden waren überall völlig verfallen. Die Häuser an sich waren technisch auf dem Stand der 50er Jahre stehengeblieben. Es wurde überall mit Braunkohle geheizt. Folge davon war eine ätzende Luft über dem ganzen Land. Im Winter gab es grauen Schnee, den ich ehrlich einmal für Zement gehalten hatte, den ein Laster in Aschersleben verloren hätte. Man klärte mich auf: Nein, das ist doch Schnee!

Echt - wie völlig ignorant muß man sein, wenn man diese Verhältnisse schon jetzt vergessen hat.


Natürlich hatte die DDR viele Probleme, das hat nie jemand bestritten. Deswegen haben wir ja auch die Führung davongejagt......aber zwischen Problemen haben, und der kompletten Übernahme durch "Freunde" mit anschlieender kompletter Deeindustriualisierung und Plünderung der industriellen udn wissenschaftlichen Basis liegen nunmal Welten.
Es gab, seit der Wende und den Fall der Sanktionen, duchaus internationale Interessenten, z.B. aus den seit DDR- Zeiten "befreundeten" Frankreich und Japan, die bereit waren, massiv in die ostdeutsche Wirtschaft zu investieren. NARVA belieferte übrigens einen großen Teil der internationalen Märkte mit Leuchtmitteln. Und da sie nicht zum Phöbiuskartell gehörten, mit sehr haltbaren Leuchtmitteln. Weiterhin war die DDR marktführer bei Tagebaugroßgeräten, sowie im Schwermaschinenbau, und hatte einen großen internationalen Markt bei allgemeinen Investitionsgütern. Eine der großen Archillesversen war die Konsumgüterproduktion, sowie die Investitionen in die Infrastruktur. Aber sowas lässt sich lösen, wie man z.B. in Polen oder der Tschechei sieht... obwohl es nicht so war, das die DDR keine Konsumgüterproduktion hatte, euer Quellekatalog bestand z.B. zu großen Teilen aus umgelabelten DDR- Produkten, die im Westen gern gekauft wurden. Nur innerDDR war es damit nicht weit her.
Dieser Markt viel mit der DM- Umstellung übernacht weg, das hätte auch kein BRD- Konzern überlebt, nichtmal der Staatskonzern VW.
Weiterhin wurden den DDR- Betrieben übernacht hohe Schulden aufgebürdet, die es real nie gab, sondern auf eine Bilanzierunsbesonderheit zurückzuführen waren. Auch das hat man im Westen sehr wohl gewußt, udn war Teil der Plünderung. Diese "Schulden" kamen zu stande, da die DDR- betriebe ihre Gewinne zu 100% an den Staat abgeben mussten. Danach haben sie ihren Finanzbedarf angemeldet, und eine Summe X vom Staat zurücküberwiesen bekommen. Diese Summe X wurde als zinsloses, nichtrückzahlpflichtiges Darlehen bilanziert.
Warum das so gemacht wurde, weiß heute keiner mehr, es wurde eben so nach DDR- Bilanzrecht bilanziert. Diese "Darlehen" wabndelte die BRD dann prompt in rückzahlpflichtige Kredite bei der Deutschen Bank, die die DDR Staatsbank übernommen hatte, um, was den restlichen funktionierenden Betrieben die Luft abdrückte.
Und wo das immer noch nicht reichte, ging man halt vor wie im Video beschrieben, oder man zerlegte die Firmen einfach per dekret, so wie meine damals, die ohne irgendeinen sichtbaren Grund für ein Euro an Steinmüller verscherbelt wurde... ohne Auschreibung oder Angebote.... Steimüller zerfletterte sie, und entließ den Großteil der Mitarbeiter. Der Rest durfte zu Osttarif auf westdeutschen und internationalen Baustellen den Reichtum der Aktionäre mehren....inzwischen ist Steinmüller selbst durch das internationale Finanzkapital gefleddert ---> https://de.wikipedia.org/wiki/L._%26_C. ... %C3%BCller
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