heinzi the chicken hat geschrieben:Wieviel Kg Getreide braucht man denn für ein Kg Fleisch?
Lieber Heinzi, hier eine vereinfachte Rechnung für Rindfleisch einer Weidemast oder Mast auf Basis von Grassilage (wurde in einer Sendung "vergorene Grasschlacke" genannt):
Ein Rind wird zur Mast zusätzlich mit Getreide gefüttert, dann wächst es schneller. Ein Fleisch-Rind wird ca. 550kg schwer, nimmt bei Weidemast ca. 1000 g am Tag zu, braucht dazu also 500 Tage (Geburtsgewicht auf 50kg gerundet). Pro Tag werden 2 kg Getreide zugefüttert. 56% des Lebendgewichtes hängt einmal am Schlachthaken, das sind 300kg. Um 300kg Rindfleisch zu erzeugen setzt der deutsche Bauer also grob 1000kg Getreide ein. Das sind 3,3 kg Getreide pro kg Fleisch und keine 15kg. Das meiste Rindfleisch wird allerdings über Mast mit Maissilage erzeugt. Viele Kälber aus den Grünlandgürteln werden zur Mast in ackerfähige Standorte verkauft. Mais ist stärkereich aber eiweißarm, das heißt, ich muß, z.B. mit einem Sojaextraktionsschrot, Eiweiß in der Ration ausgleichen. Die Tageszunahmen sind bei der Mastform höher, aber der Aufwand an Soja und Getreide kommt auch kaum an die 5kg "Kraftfutter" pro kg Rindfleisch ran. Der Rechenweg ist identisch. Es steht ja vor allem das Rindfleisch in der Kritik. Die Sojabohne ist als Bohne trotzdem so ölreich, dass sie die weltweit die wichtigste Ölfrucht ist (mal unter Wikipedia Sojabohne eingeben). Der feste Rückstand ("Kuchen") nach dem Ölentzug in den deutschen oder ausländischen Ölmühlen heißt Sojaextraktionsschrot weil das Öl mittels eines Extraktionsverfahrens entzogen wird. Man kann also das Soja nicht nur den Tieren zurechnen, wie das immer passiert und eine der plumpen Propagandalügen der Ökoverblendeten ist. Sojaöl ist leider zu teuer für das Vieh, kommt in die Lebensmittelindustrie und auch, weil gut bezahlt, in die Biodieselindustrie. Die US-Statistiker wiesen immer aus, wo das Sojaöl auf dem US-Markt eingesetzt wird, siehe http://www.soystats.com/2009/Default-frames.htm. Die "industrial Produkts" sind dort auch schon bei 18%, 2000 war das noch unter ferner liefen (Ölfarben etc.), heute ist es Biodiesel-Zumischung. Greenpeace hat das mal Diesel untersuchen lassen und den Sojaanteil bei uns angeprangert, eine Karte veröffentlicht ( http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/waelder/Agrosprit_A3_T5_RZ_April08.pdf ). Sojakuchen kann man "ungekocht" die Spezies mit einem Magen nicht zum Essen geben (das Erbe der Bohne würde "durchschlagen"), sondern man muß sie "toasten", damit das Eiweiß verdaulich wird (wie bei Kartoffeln oder eben Bohnen).
Der bisherige Höhepunkt der Dummheit dieser ARD-Themenwoche lief in der ARD gestern von 23:30 Uhr bis 0:15 Uhr "Hilfe! Was essen wir?" http://programm.ard.de/TV/daserste/hilfe--was-essen-wir-/eid_281066065692086#top. Das war nicht nur Falschinfo, das war eine Veggie-Propaganda mit faustdicken Lügen, absurden Zusammenhängen, überwiegend eine Irreführung der Zuschauer. Das Niveau war unterwegs Richtung TV-Nordkorea. Ich hatte nicht gedacht, dass so was in der ARD möglich ist. Die Famailie wurde dann von den Ideologie-Lügen "überzeugt". Wie können Fernsehjournalisten so zu Veggie-Propagandisten werden und Horror-Agrumente der Ökoverblendeten so kritiklos übernehmen, das Publikum und die Testfamilie so verarschen? Hier müssen nun die Verbände einschreiten und Konsequenzen in den Führungsebenen der Sender fordern, es geht hier nicht mehr um Argumente, es geht um wahr oder gelogen. Die öffentlich-rechtlichen dürfen keine Propagandaanstalten werden, die Zuschauer irreführen.
Deutschland ist immer noch mehr als Selbstversorger bei Rindfleisch, da fällt kein Urwaldbaum in Brasilien, weshalb die Familie kein Rindfleisch kaufen sollten. Zu viele Journalisten sind Partei gegen das Fleisch, und glauben, was sie glauben wollen und nicht was Fakt ist.
Georg Keckl
