2810 hat geschrieben:SHierling hat geschrieben:........ die Stimmung war ruhig bis gelassen, inzwischen ist Kultur da, ....
Bei uns kam in der Zeitung eine Zeile, die mich schmunzeln ließ: beim Wegtragen von Demonstranten durch die
Polizei soll durch eine Band "Take me home ..gespielt worden sein![]()
Ja, solche "Feinheiten" sind normal. Und da haben sicher auch einige Polizisten gegrinst. Während der Blockade auf den Schienen wars auch möglich, mal in einen Wasserwerfer reinzugucken (als Demonstrant) - es ist *nicht* immer nur Feindschaft, es gibt auch sehr, sehr viel Goodwill von beiden Seiten.
Das ist aber auch sowas, was man selten im TV sieht, diese Sorte "phantasievoller Widerstand", der eben nicht damit getan ist, das man sich irgendwo hinstellt und betet (wird seit über 20 Jahren jede Woche! auch gemacht, konfessionsübergreifend), oder brüllend irgendwo langmarschiert, sondern es gibt tausende - wirklich tausende! kleiner Aktionen, Puppen, Bilder, Theater, Konzert - das imho beste Konzert war diesmal eins mit Motorsägen, so gegen Mittag wurden gestern noch "alt", "tenor" und "sporan" -Sägen gesucht, dann gabs einen Motorsägenlehrgang (fachgerecht und BG-konform!), und anschließend ein Konzert. Das ist dann eben auch was anderes, als "einfach einen Baum über die Straße legen". Überall hört und sieht man witzige Sprüche, es ist fast überall Musik, irgendwo verteilt immer jemand Essen und Heißgetränke, irgendeiner tanzt, und es gibt hundertfach mehr bunt angemalte Clowns als "Vermummte".
Und das sieht nicht nur aus wie ein "Volksfest", sondern diese Stimmung ist auch genau so gewollt: die "arbeitet" GEGEN die Berichterstattung , die die "Krawallmacher" vorzieht, und die seit 30 Jahren versucht, den WIderstand zu kriminalisieren, und die weiter weg wohnende Bevölkerung glauben zu machen, daß seien "alles Chaoten". Es ist eben NICHT so, daß jede Demonstration schon gleich im Vorfeld abgestempelt werden kann, so wie Reini das oben versucht hat. Steht ja auch nirgends, das man nicht auch gutgelaunt und mit Musik demonstrieren darf - nur paßt es eben nicht in die gängigen Vorurteile.
Wenn das Wendland fast eine Festungszone ist , funzt dann noch die tägliche Routine ? Michltanker , Rübenlaster,
Mähdrescher usw ?
Also Mähdrescher waren jetzt Anfang November gerade nicht sooooo viele unterwegs. Milchwagen werden imho durchgelassen, bei den Rübentransporten weiß ich es nicht genau, gehe aber auch am ehesten davon aus, daß das klappt, wenn überhaupt jemand rodet, solange der LU mit mehreren Schleppern auf der Kundgebung rumsteht und/oder nicht selber bei irgendeiner Aktion dabei ist. Bei den Blockaden kommt es auch immer darauf an, wer die macht. Es gibt Zeiten, da ist die Polizei angehalten, ALLES dicht zu machen, um genau durch solche Behinderungen schlechte Stimmung zu verbreiten nach dem Motto: "da seht ihr mal, was die Demonstranten euch antun!" Das klappt aber inzwischen kaum noch, weil EH jeder weiß, es ist Castor, und die meisten Leute selber dagegen sind oder mindestens Verständnis haben. Fremde LKW, die am Verladebahnhof langmüssen, haben ein Problem, das stimmt, da geht gar nichts. Wobei, ok, den "so herzerfrischend anderen" - stand extragroß dran, also kann sich eigentlich auch keiner beschweren - Bier-LKW von Greenpeace haben sie ja auch durchgelassen. War ein Fehler, beim nächsten Mal gibts da sicher einen Lerneffekt.
Von den Blockaden der Bauern weiß ich, daß man sehr oft noch lange durchgelassen wird, oder einen Schleichweg gesagt bekommt, solange man keine Polizei ist. Die Aktionen, die der Polizei den Nachschub abgeschnitten haben, liefen mindestens solange so, bis die Leute ihre Schlepper dann irgendwann stehen lassen (mitten auf der Straße) , Relais raus, Sicherungen, was auch immer, und dann ist das Ganze wieder Sache der Polizei: die müssen dann halt zu sehen, wie sie den verkeilten Kram auseinanderkriegen, der nicht fährt.
Wer bei dieser Blockade die Durchfahrt geregelt hat, weiß ich auch grade nicht:

Quelle: Abendblatt.de
Natürlich rastet auch immer mal der ein oder andere aus - aber in 99,9% der Fälle sind dann auch Leute genug da, die das Ganze wieder befrieden (und der Rest ist dann das, was als "Krawalle" so schrecklich gern verkauft wird).
