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Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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354 Beiträge • Seite 7 von 24 • 1 ... 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 ... 24
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon Oberpfälzer » Sa Jan 02, 2016 15:57

Was mir auch noch sehr wichtig erscheint:

Wenn man die Kredit- bzw. Verschuldungssituation (Summe x bei Bank A, Summe x+x bei Bank B, Summe x-x beim Landmaschinentandlerer, etc. pp.) bereinigen will, dann würde ich darauf schauen, dass man nach der Bereinigung möglichst nur noch bei einem einzigen Institut (den dann gewaltigen) Schuldenberg hat.
Ich denke mal, die fatalste Situation ist die, wenn z.B. die Sparkasse das Gefühl hat, dass die Raiffeisenbank schneller bei der Liquidation des Betriebes vorgehen könnte und dadurch Vorteile gegenüber der Sparkasse haben könnte.
Dann setzt sich da etwas Fatales in Gang...
Also eventuell versuchen den Hauptgläubiger oder den "vertrauenswürdigsten" Gläubiger zu einer solchen Umschuldung mit anschließend klaren Verhältnissen bewegen zu können.
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon speeder » Sa Jan 02, 2016 16:07

Warum sollte ein Institut das tun? Der Betrieb hat drei defizitäre Standbeine:

Schweinemast im 500er-Stall von 1980
Generell die Milchproduktion
Ackerbau in Südholstein (leichter Boden, hohe Pacht/Kaufpreis JA 24.000,- EUR den ha sind auf max. 40er Böden ein zu hoher Kaufpreis um es zu bewirtschaften)

Selbst wenn es in den nächsten 2 Jahren besser wird in einem der 3 Bereiche, dann fallen seine Verbindlichkeiten in einen Zeitraum steigender Zinsen. Bei 2.000.000,- sind 2 Prozent Zinsen 40.000,- EUR mehr im Jahr!

Es hilft nicht: Flächen verkaufen, 10 bis 20 ha im Nebenerwerb weitermachen zwecks Lebenssinn des Senior und für den Sohn werden im Raum Südholstein derzeit mehrere fähige Betriebsleiter für BGA oder 500er Milchviehherden gesucht.

Alles andere kostet Frau, Haus und das letzte bisschen Selbstachtung.
Warum nur, warum sind die Dummen so sicher, und die Gescheiten so voller Zweifel....?
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon Oberpfälzer » Sa Jan 02, 2016 16:25

speeder hat geschrieben:Selbst wenn es in den nächsten 2 Jahren besser wird in einem der 3 Bereiche, dann fallen seine Verbindlichkeiten in einen Zeitraum steigender Zinsen. Bei 2.000.000,- sind 2 Prozent Zinsen 40.000,- EUR mehr im Jahr!


Das mit den steigenden Zinsen würde ich erst abwarten. Vielleicht sind die Zinsen ja eh gebunden.
Ich denke mal, dass sich nach einer Umschuldung die effektive Schuldenlast vielleicht sogar etwas senken ließe. Ich könnte mir vorstellen, dass die verschiedenen Gläubiger in dieser Situation recht gut mit sich reden lassen würden, wie eine faire Ablösung der Restschuld aussehen könnte. (Spatz in der Hand, Taube auf dem Dach und so weiter...).
Natürlich muss man in der aktuellen Situation erst mal liefern. Das heißt: Alles versilbern was geht, aber wo sich trotzdem noch der Betrieb aufrechterhalten lässt und einen knallharten Sparplan für die nächsten Jahre aufstellen. Die müssen das Gefühl haben, dass der Betriebsleiter um die Schwere der Situation weiß und auf die äußerst mageren Jahre eingestellt ist.

Die Schweinemast muss aus meiner Sicht schnellstens beendet werden. Ackerbau nur noch das, was für die Rindviecher benötigt wird (außer es sind wirklich lukrative Marktfrüchte dabei). Ansonsten den Fokus auf die Erzeugung von hochwertigem Grundfutter mit bescheidenem maschinellen Aufwand und einen möglichst fitten und leistungsfähigen Milchviehbestand legen und die Gebäude und anderen Betriebsmittel durch viel Eigenleistung in Schuss halten. Aber okay, das sind ja eh die Basics...
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon speeder » Sa Jan 02, 2016 18:26

Oberpfälzer hat geschrieben:
speeder hat geschrieben:Selbst wenn es in den nächsten 2 Jahren besser wird in einem der 3 Bereiche, dann fallen seine Verbindlichkeiten in einen Zeitraum steigender Zinsen. Bei 2.000.000,- sind 2 Prozent Zinsen 40.000,- EUR mehr im Jahr!


Das mit den steigenden Zinsen würde ich erst abwarten. Vielleicht sind die Zinsen ja eh gebunden.


Die Kredite mit gebundenen Zinsen hat er ja versemmelt, sonst wäre er ja nicht in Not. Heißt: Es muss abgelöst werden. Und diese im Bauernblatt beschriebenen "1,7 % Kredite" kriegt doch eh keiner, nicht mal die Guten. In der Praxis beginnen nennenswerte Kredite bei 2,9 % , eher 3,5 bis 4 %.

So, der Kollege hat aber einen Bewertungs-Score von gefühlt 0. Bedeutet unter 5 % geht da nichts ab. Die Landhändler werden Abtretungen über Ernten/Tiere etc. haben.

Das was wir sehen ist der Anfang dessen, was uns Allen jetzt auf die Füsse fällt: Die komplett "Wachsen oder Weichen"-Kultur, die die Gesamte Landwirtschaft seit den 60ern durchseucht.

Exponentialfunktion, zu große Summen, zu viel für eine Person- that´s all Folks (and LUV´s)

Ja ja, die Degression geht ab 700 so richtig ab. Nur leider schert das Jemand, der mit dem Schritt von 80 auf 150 Alles verloren hat nicht die Bohne...
Warum nur, warum sind die Dummen so sicher, und die Gescheiten so voller Zweifel....?
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon LUV » Sa Jan 02, 2016 18:51

speeder, du wärst ein geborener Weissager geworden....warum hat nur seit den 60er Jahren keiner auf dich gehört. Es ist eine Binsenweisheit, dass man hinterher immer schlauer ist. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Wo ist eigentlich die Hofffnung und die Zuversicht hin? Evtl. ist dieses Land zu unbeweglich und zu besserwisserisch für Veränderungen. Zumindest sind immer alle auf der Suche nach DEM Verantwortlichen und DEM Schuldigen....
Jeder ist und bleibt seines Glückes Schmied. Und Insolvenz bedeutet nicht den Tod......das ist in der Wirtschaft eigentlich ein lediglich vorrübergehender Zustand. Also, raus aus der "Kopf in den Sand-Mentalität" Und vor allem nicht dauernd über nicht bekannte Umstände und unbekannte Menschen tratschen.......wäre doch mal ein guter Vorsatz fürs neue Jahr oder? :wink:
Du bist wirklich dämlicher als ich dachte! :lol: :lol: (Bauer Piepenbrink)
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon speeder » Sa Jan 02, 2016 19:07

LUV hat geschrieben:speeder, du wärst ein geborener Weissager geworden....warum hat nur seit den 60er Jahren keiner auf dich gehört. Es ist eine Binsenweisheit, dass man hinterher immer schlauer ist. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Wo ist eigentlich die Hofffnung und die Zuversicht hin? Evtl. ist dieses Land zu unbeweglich und zu besserwisserisch für Veränderungen. Zumindest sind immer alle auf der Suche nach DEM Verantwortlichen und DEM Schuldigen.... :


Weissager?
Naja... aber eines weiß ich: Seit ich in der Ldw. mitmache (ca. 1990) hat sich die Größe der Betriebe verdreifacht. Das Glück der Beteiligten? Der Zusammenhalt? Die Zusammenarbeit? Frag lieber nicht...



LUV hat geschrieben:Jeder ist und bleibt seines Glückes Schmied. Und Insolvenz bedeutet nicht den Tod......das ist in der Wirtschaft eigentlich ein lediglich vorrübergehender Zustand.:


Richtig.. und das Geld ist nicht weg, es gehört nur derzeit jemand Anderem.... Sehr schlaue Sprüche. Dir fehlt einfach der emotionale Bezug was es bedeutet, wenn auf einer Koppel die du 20 Jahre lang sommers wie winters gehegt und gepflegt hast und auf der dir der Vater das setzen eines Zaunes gezeigt hat plötzlich ein Anderer wirtschaftet.




LUV hat geschrieben:Also, raus aus der "Kopf in den Sand-Mentalität" Und vor allem nicht dauernd über nicht bekannte Umstände und unbekannte Menschen tratschen.......wäre doch mal ein guter Vorsatz fürs neue Jahr oder? :wink:



Ich habe mal durchgezählt... zu diesem Thema: 4 Beiträge von dir, drei von mir... Von daher leite ich den Vorsatz gern weiter :lol:
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon Estomil » Sa Jan 02, 2016 19:12

also ich habe nen 10 jähriges darlehnen über 300000 zu 1,6% laufen. Und das war nichtmal der günstigste Zeitpunkt. Da geht also schon was wenn man entsprechend bonitär ist. Wer natürlich bis oben voll ist kann schon froh sein für 5% überhaupt was zu kriegen.

Das genick gebrochen hat dem guten eh nicht der Stallbau. Genausowenig der Ackerkauf. Viel Schlimmer werden wohl dieverse Maschienenkäufe etc gewesen sein. Die letzten 100000€ die fehlen kneifen jetzt halt. Ich frage mich allerdings wie man ganz offensichlich ohne eigenkapital auf die idee kommt einen neuen stall zu bauen. Gut möglich das sogar noch restverbindlichkeiten vorhanden waren. Bei der Summe ist ja alles möglich. Besonders wenn der gute auch noch Stallbauförderungen von mehreren 100 tausend euro bekommen hat.
Der Schweinestall würde ich übrigens weiter betreiben. Leicht verdientes geld wenn man weiß was man macht. Aber warscheinlich zahlt er auch 15€ zuschlag auf die ferkel, drei euro zuviel fürs futter und bekommt keinen Schlachtzuschlag wie bei anderen üblich....
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon dermorgen » Sa Jan 02, 2016 19:15

speeder hat geschrieben:Das was wir sehen ist der Anfang dessen, was uns Allen jetzt auf die Füsse fällt: Die komplett "Wachsen oder Weichen"-Kultur, die die Gesamte Landwirtschaft seit den 60ern durchseucht.


Worauf aber dein ganzer Wohlstand beruht.
Oder willst du wieder mit Hand und Pferd arbeiten?
Oder in anderem Lebensbereichen das Autos zb wieder mit der Hand gebaut werden anstatt von Robotern.

Exponentialfunktion, zu große Summen, zu viel für eine Person- that´s all Folks (and LUV´s)

Ja dann muss man endlich aufhören in der Vergangenheit zu leben und begreifen das die Zeit der Einzelkämpfer in vielen Lebensbereichen zum Glück vorbei ist.

Ja ja, die Degression geht ab 700 so richtig ab. Nur leider schert das Jemand, der mit dem Schritt von 80 auf 150 Alles verloren hat nicht die Bohne..
.
Warum fange ich als Einzelkämpfer dann überhaupt so etwas an wenn die technische Entwicklung schon viel weiter ist.
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon T5060 » Sa Jan 02, 2016 19:17

Ich bin seit meinem 18. Lebensjahr Börsenzocker, erst exzessiv, jetzt ruhiger. Wir wissen wie das ist mit den Zyklen, den Antizyklen, dem Risiko, wenn was heisst läuft und wann es platzt.
Gut geplatzt ist es nicht, aber das Landwirtschaftsgeschäft ist undicht. Ein süddt. Traktorenhersteller versteckt schon die Überproduktion in Steinbrüchen.

Einfach normal bleiben und mal stolz auf sich selbst sein und nicht den Nachbarn beneiden, das hilft im Moment am besten.

PS: Ich hab 2015 407 € Zinsen bezahlt.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon LUV » Sa Jan 02, 2016 19:35

speeder hat geschrieben:
LUV hat geschrieben:speeder, du wärst ein geborener Weissager geworden....warum hat nur seit den 60er Jahren keiner auf dich gehört. Es ist eine Binsenweisheit, dass man hinterher immer schlauer ist. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Wo ist eigentlich die Hofffnung und die Zuversicht hin? Evtl. ist dieses Land zu unbeweglich und zu besserwisserisch für Veränderungen. Zumindest sind immer alle auf der Suche nach DEM Verantwortlichen und DEM Schuldigen.... :


Weissager?
Naja... aber eines weiß ich: Seit ich in der Ldw. mitmache (ca. 1990) hat sich die Größe der Betriebe verdreifacht. Das Glück der Beteiligten? Der Zusammenhalt? Die Zusammenarbeit? Frag lieber nicht...



LUV hat geschrieben:Jeder ist und bleibt seines Glückes Schmied. Und Insolvenz bedeutet nicht den Tod......das ist in der Wirtschaft eigentlich ein lediglich vorrübergehender Zustand.:


Richtig.. und das Geld ist nicht weg, es gehört nur derzeit jemand Anderem.... Sehr schlaue Sprüche. Dir fehlt einfach der emotionale Bezug was es bedeutet, wenn auf einer Koppel die du 20 Jahre lang sommers wie winters gehegt und gepflegt hast und auf der dir der Vater das setzen eines Zaunes gezeigt hat plötzlich ein Anderer wirtschaftet.




LUV hat geschrieben:Also, raus aus der "Kopf in den Sand-Mentalität" Und vor allem nicht dauernd über nicht bekannte Umstände und unbekannte Menschen tratschen.......wäre doch mal ein guter Vorsatz fürs neue Jahr oder? :wink:



Ich habe mal durchgezählt... zu diesem Thema: 4 Beiträge von dir, drei von mir... Von daher leite ich den Vorsatz gern weiter :lol:


Mein letzter Beitrag ist aber dir gewidmet gewesen und hat sch nicht auf irgendwelche Glaskugelerkenntnisse in Bezug auf den Betrieb bezogen, somit sind wir mind. gleichauf..... :prost:
Die Emotionalität im Bezug auf die Koppel ist eben auch oft der Grund, warum es überhaupt zu solchen Dingen kommt...etwas mehr Rationalität und weniger nach dem Nachbarn schauen hilft oft! :roll:
In diesem Sinne!
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon angus25 » Sa Jan 02, 2016 19:45

LUV hat geschrieben:
angus25 hat geschrieben:...2011 gebaut

...2013 Land gekauft

...jetzt am Ende,.....................don`t feed aTROLL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Wieso? Das ist dch nicht ungewöhnlich....ode wusstest du 2013, was 2015 auf dich zukam? Es gibt Menschen mit hoher Risikobereitschaft-


...und wo die Risikobereitschaft hinführt sieht man jetzt.

...wenn eine Finanzierung keine zwei Jahre hält,kannste gleich in die Spielbank gehen,da geht`s schneller.
Der Bauer hat einen Hof, der Mond hat einen Hof.
Hat nur noch der Mond einen Hof, ist der Strukturwandel beendet.
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon Palmerston » Sa Jan 02, 2016 20:13

Mich wundert wie der in" Basel 3 Zeiten" an 2 Millionen kommt, die Banken sind echt vorsichtig und ein Betrieb ist für die Bank wert was er erwirtschaftet (Ertragswertverfahren) denn dann klappts normal auch mit dem Kapitaldienst.
Die 2 Millionen sind selbst bei guten Preisen und niedrigem Zins schwer genug zu stemmen.
Und wenn der Junior in zehn Jahren 6 Prozent bei der Anschlussfinanzierung bekommt n8
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon Oberpfälzer » Sa Jan 02, 2016 20:13

Es bringt wohl eh wenig hier konkrete Ratschläge zu geben. Dazu fehlen der direkte Einblick in die Bücher, die Arbeitsweise, die Fähigkeiten, etc.
Aber bei dem geschilderten Beispiel gibt es meiner Meinung nach bei eisernem Sparwillen, Versilbern aller nicht unbedingt betriebsnotwendigen Maschinen, Überprüfung jeder Anschaffung auf ihre absolute Wirtschaftlichkeit, Hilfe durch Familie/Kollegen und allgemeiner Bescheidenheit eine Möglichkeit zur Fortführung. Soweit man das aufgrund des Eingangspostings halt beurteilen kann. Was man wahrscheinlich aber eh nicht kann...
Es ist halt die Frage, ob die betroffene Familie/Betriebsleiter zu solchen krassen Veränderungen willens bzw. in der Lage ist. Wenn es der Typ 250 PS Fendt mit 6 Meter Heuwender ist, ist es natürlich ausgeschlossen. Oder der "alle zwei Jahre neuer Benzkäufer". Oder der Weiberheld. Oder der Wirtshausspendierer. Oder der...

Es gibt übrigens auch (zugegeben wenige) Menschen, die mit ganz wenig Eigenkapital und extremer Fremdfinanzierung in die Landwirtschaft einsteigen. Wenn der geschilderte Fall sich in den nächsten Jahren an der Wirtschaftsweise solcher Fälle orientiert, wäre das wohl ganz sinnvoll. Sind denke ich finanziell vergleichbare Ausgangssituationen.
Wenn man natürlich permanent auf den nächsten "Bauernkönig" schielt, was der so treibt, wirds schwierig.
V.a. weil der oft eine dicke Erbschaft gemacht hat oder 20 Mietwohnungen am Laufen hat...
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon T5060 » Sa Jan 02, 2016 20:47

2 Mill. Miese - so davon 600.000 aus Landkauf, dann 300 Tsd. aus Maschinen ( Annahme )
macht 1,1 Mill. aus Kuhstall, davon 100.000 getilgt, bleiben 1,2 Mill Fremdkapital für 150er Kuhstall, Förderung noch bei, sind wir bei 1,6 Mill. € Baukosten,
das sind 500.000 € Baukosten zuviel.

Stall für 150 Kühe mit Güllelager hätte kosten dürfen 1,2 Mill. davon 400.000 Förderung + 100.000 für Umlaufvermögen, 200.000 hat man selbst, wären 700.000 Fremdkapital für Stall.

600.000 für land ( 25 ha, sparen 10.000 € Pacht ) + 700.000 für Stall + 200.000 für Maschinen, wären 1,5 Mill. € Fremdkapital gewesen, entsprechend rd. 100.000 € Kapitaldienst / Jahr bei 340.000 € Milchgeld / jahr zu 28 Cent/kg

So mal die Kuh von hinten aufgezäumt - 400.000 für den Stall und 100.000 für Maschinen zuviel ausgegeben, die jetzt klemmen weil der Milchpreis nicht den erhofften 40 Cent entspricht.
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Re: Berufskollegen am Ende - wie kann man helfen ?

Beitragvon agrarbetriebswirt » Sa Jan 02, 2016 20:50

Da ich da nun mittlerweile Knietief drin stecke und bevor hier noch mehr Spekuliert wird, nochmal ein paar Fakten:

Als aller erstes, weil ich´s hier immer wieder gelesen habe: In S.-H. gibt es keine üppigen Förderungen, der Betrieb hat nicht einen Euro kassiert !!!

Die Gesamte Vorhandene Fläche (Eigen, Zugekauft und Gepachtet) wird zur Grundfutterproduktion der Tiere benötigt !
VernüftigeTierische Leistungen (9.200 kg Milch, fast keine Tierverluste bei Rind und Schwein)
Gekauft wurden bis auf 2 ha nur Pachtflächen, die ansonsten weg gewesen wären, Preislich hoch aber nicht verrückt !

Es gibt keine "Sonstigen Verbindlichkeiten" bei Lieferanten , alles ist auf den Girokonto aufgelaufen, aus dem sich auch die Bank zur Tilgung der Kredite bedient. Die Bank hat die Überziehung des Kontos bis September geduldet und dann angefangen "Probleme" zu machen, kassiert aber gerne unglaubliche 11% Zinsen für diese aufgelaufenen 175.000 €
Der Bank geht es letzendlich darum, das die kurzfristigen Verbindlichkeiten sofort auf die maximal zulässigen und früher vereinbarten 20.000 € zurück geführt werden und droht ansonsten mit Kündigung sämtlicher Kredite, wegen nicht vereinbarungsgemäßer Kontoführung.
Für die alten Kredite Stallbau und Landkauf werden 3,5% und 2,2 % bezahlt (10-jährige Zinsbindung)
Der regelmäßige geplante Kapitaldienst beträgt fast 120.000 €, zzgl. der Wucherzinsen auf den Girokonto !

Würde man die Sache einfach so weiter Laufen lassen und der Milch- und Schweinepreis bis Jahresende so besch. . . bleiben oder insbesondere bei Milch noch schlechter werden, würden noch einmal 100-130.000 € an kurzfristigen Verbindlichkeiten dazu kommen, aber nur knapp 70.000 € langfristige Verbindlichkeiten getilgt.

Um es kurz zu machen: Es werden zur Abwendung der Zahlungsunfähigkeit in diesem Jahrmindestens 250 - 300.000 € sofort gebraucht. Diese Summe ist nirgends auf dem Betrieb zusammen zukratzen, ohne das die Produktion zusammenbricht.

Es gibt allerdings noch privates Immobilienvermögen in rund 300 m Entfernung zu Hof: Das Altenteilerhaus, der über 80 jährigen Eltern des Betriebsleiters.
Ich habe Ihm heute den (volkommen unmoralischen) Vorschlag gemacht es zu verkaufen, wenn er das "Weiter" so durchziehen will.
Warum das noch keiner der (gut bezahlten) Berater vorgeschlagen hat ist mit allerdings vollkommen schleierhaft, darüber war bisher noch kein Wort verloren worden.

Was das für die alten Leute, die es selber gebaut haben, bedeutet braucht ihr mir nicht erzählen, es ist die Entscheidung des Betriebsleiters ob er darüber mit ihnen reden will oder das kategorisch ablehnt, doch dann sehe ich eigentlich keine Hoffnung mehr; die derzeitigen Erlöse sind einfach viel zu gering !
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