ich sage gleich: ich bin keine gelernte Landwirtin. Das bedeutet aber auch: ich beobachte von außen, bin von niemandem indoktriniert und von daher weniger betriebsblind.
Zum Thema Dünger fällt mir ein: in der Ernährungslehre wurden auch alle Bestandteile der Nahrung aufgegliedert in die einzelnen Bestandteile: Stärke, Fett und Ballaststoffe. Lehrmeinung war lange Zeit: diese Bestandteile müsse dem Körper zugeführt werden, dann ist der Mensch gesund. Aber durch die reine Stärke/Fett/Ballaststoff-Zufur wurden die Leute krank. Darauhin fand man die Vitamine, prima!
Neue Lehrmeinung: Wenn von wichtigen Vitaminen besonders viel zugeführt wird, ist es besonders gesund.
Beispiel: Vitamin C verhindert, das agressive Zellen Krebs entstehen lassen. Aber hochdosierte ACE Säfte, die viel Vitamin C enthalten, verursachen Krebs.
Raucher habe einen Mangel bestimmter Vitamine, also hat man diese Vitamine bei ihnen ergänzt. Die Versuchsgruppe mit den zugeführten Vitaminen hat mehr Krebsfälle bekommen als die Vergleichgruppe mit dem Vitaminmangel.
Was ich damit ausdrücken will ist, das in der Natur nicht der einzelne Wirkstoff jeglicher Art nicht ausreicht. Die Vielfalt erst bewirkt, das die Systheme (Lebewesen ob menschlich/tierisch oder pflanzlich) funktionieren können. Für mich heißt das, das das Zuführen von mineralischem Dünger oder Gülle in ihrer extrahierten Form zur Erhaltung des Humus auf Dauer nicht ausreichen kann. Im Gegenteil, ein Teil des Düngers wird ausgespült und landet im Grundwasser. Hier in Schleswig.Holstein haben die Wasserwerke ein Problem mit Nitrat (aus Gülle) im Trinkwasser.
Es wurde die Lebensqualität der Bevölkerung angesprochen.
Durch die maschienelle Landwirtschaft können wenige Menschen sehr, sehr viele Menschen ernähren. Die anderen können in sauberen Schuhen in ihre Büros gehen, unabhängig von der Witterung arbeiten
und viel zu billig ihre Pizza mit Analogschinken/käse essen. Ich habe einen Bericht gelesen, der besagt, das die Hälfte der erkrankten Menschen wegen ihrer Essens- und Lebensbedinungen krank sind. Durch Bewegungsmangel und zu reichhaltiges Essen entstehen Fettleibigkeit (hat jetzt auch unsere Kinder erreicht), Diabethes, Herz-Kreislauf Beschwerden, Arteriosklerose, Infarkt, Schlaganfall, Gicht, Beingeschwüre. ....... regelmäßige Bewegung an der frischen Luft würde da Wunder wirken! Ja, ohne die maschinelle Landwirtschaft würden sehr viel mehr Hände gebraucht, die die Arbeit tun. Die Nahrung wäre nicht so billig und jeder könnte sich weniger leisten. Was hat das mit Lebenqualität zu tun? Die Menschen wissen doch jetzt schon nicht mehr, was sie tun sollen. Sie erfinden ständig neue schwachsinnige Sportarten, um einen Kick Lebensgefühl zu erhaschen. Sie fahren zwischen ihren Terminen schnell in ein Parkhaus, in Autos mit elektrischen Fensterhebern, fahren mit dem Aufzug ins Fitnesstudio um dort Gewichte zu stemmen und auf dem Laufband zu rennen. Danach wird schnell Fertigessen gekauft, oder im Imbiss einen Döner aus Gammelfleisch. Gleichzeitig verdienen die Leute immer weniger, weil zuviele Arbeitslose in den Markt gedrängt werden, und die Sozial- bez. Gesundheitsabgaben in den letzten Jahrzehnten gestiegen sind. (den jetzigen Verlautbarungen über sinkende Zahlen verdanken wir ausschließlich der anstehenden Bundestagswahl im nächsten Jahr)
Ergebniss: wenige Landwirte erwirtschaften sehr viel Nahrung, die zum Teil überlagert, verfälscht oder weggeschmissen wird, für Menschen, die bei "höchster Lebensqualität" und im absoluten Überfluss krank werden.
Das ist doch Irrsinn!
Also, warum wird es so gemacht? Wer verdient daran??
Der Landwirt..... ist durch ständige Hofvergrösserung, Ertragssteigerungen, Maschienenanschaffungen und Spezialisierungen gezwungen Geld aufzunehmen. Gleichzeitig sinken durch das massenhafte Angebot und die Globalisierung die Preise. Vor wenigen Jahren habe die Milchbauern bis aufs Blut für einen höheren Milchpreis gekämpft. Ergebniss: einige mussten aufgeben, andere wurschteln irgendwie weiter, aber einen fairen Preis bekommen sie bis jetzt noch nicht.
Die Maschienenhersteller.....verdienen sicherlich ausreichend und können durch die Spezialisierungen der Landwirte und erzwungenen Ertragssteigerungen immer neue Maschienen verkaufen. Vermehrte Handarbeit auf den Feldern wäre denen ein Gräul.
Saatguthersteller/Chemieindustrie: Durch F1-Züchtungen und genmanipuliertem Saatgut werden die Landwirte abhängig von ihnen. Sie können kein eigenes Saatgut daraus herstellen bez. Lizensgebühren zahlen und müssen die Preise des Herstellers akzeptieren. Gleichzeitig wird die Artenvielfalt auf den Äckern immer weniger, die Pflanzen von daher krankheitsanfälliger. Da lassen sich doch prima noch ein paar Pflanzenschutzmittel zusätzlich verkaufen. Kosten, Kosten, Kosten für den Landwirt.
Inzwischen ist es bekannt, das die genmanipulierten Pflanzen nur für ca. 3 Jahre ihre abschreckenden Fähigkeiten behalten, dann haben sich die Krankheitskeime, Parasiten und Unkräuter angepasst. Dann muss noch mehr, noch giftigeres gespritzt werden. Noch mehr Kosten für den Landwirt. Der Chemieindustrie geht es gut dabei.
Die Nahrungsmittelverkäufer: Nestle, Aldi und Co haben ein Lebensmittelangebot im Überfluss, zum Teil profitieren sie sogar von den Agrarsubventionen. Sie bestimmen die Preise, mit denen die Landwirte auskommen müssen, verfälschen die Lebensmittel um noch mehr Profit zu bekommen. Die Menschen bekommen Fleisch, das beim Anbraten in der Pfanne schrumpft bis man nur noch Suppe draus kochen kann. Bei keinem "Lebensmittelprodukt" kann man sicher sein, das nichts schädliches darinnen ist und bei genmanipulierten Lebensmitteln kann ich das Gift noch nicht mal abwaschen, denn es ist innen drinnen.
Das Hauptargument ist in der Regel, das der Hunger in der Welt bekämpft werden soll. Merkwürdigerweise werden die Hungernden in der Welt nicht weniger..........
Meiner Ansicht nacht verlieren mit dieser Art der Landwirtschaft der einzelne Landwirt und die Menschen dieses Landes. Die Gewinne gehen an Großkonzerne, die ihrerseits ihr Geld einsetzten für eine gute Lobbyarbeit in der Politik und in Versuchsreihen der Landwirtschaftlichen Lehrstühle. Ratet mal was bei diesen Versuchsreihen herauskommen soll?!
So, und nun sollte ich mich mal wieder bewegen, habe genug herumgesessen und Kaffee getrunken!
