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Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Fragen und Antworten rund um die Rindviehhaltung.
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon ChrisB » Di Dez 27, 2022 16:27

Danke langholzbauer,
ich kann dieses "Wachsen" von DWEWT schon nicht mehr lesen :oops:
Ich hoffe wir bekommen noch Antwort aus Friesland ?
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon T5060 » Di Dez 27, 2022 16:39

In der Geschichte der Milchwirtschaft und die ist keine 150 Jahre alt, war die Milch immer die stabile und sichere Einkommensquelle, das Geld musste aber in anderen Betriebszweigen verdient werden. Die Milch war eigentlich nur eine sinnvolle Eiweißlieferung fürs Volk über die Verwertung des Grünlands. Zum Schluß hatte man noch ein gutes Stück Fleisch und die Zugkraft war auch von Nutzen. Ackerfutter war eigentlich nie die Nahrungsquelle für die Kuh, aber ihr Dung tat dem Acker gut. So war das bis 1950 die Hauptlesart. Die zentrale Mobilmachung der Milch kam dann nach 1933, zusammen mit Gülle, Silage, Milchlieferordnungen und Molkereigebieten, obwohl sich schon ab 1880 bundesweit Molkereien ("Startups" in irgendeinem Keller mit befestigtem Boden) breit machten.

Milch war am Hof immer eine Sache des KnowHows und schon vor 1940 gab in Ostpreussen eine Kuh mit Weide, Futterrüben, Schrot und Leinkuchen über 10.000 kg p.a.

Beginnend mit der Industrialisierung um 1960 schieden zunehmend die Großbetriebe wegen zu hoher Lohnkosten aus der Milcherzeugung aus. In 70er - 90er Jahren konnte man an den preussischen Universitäten und Lehranstalten gar keinen milchviehhaltenden Familienbetrieb rechnen und beurteilen. Die schauten in die Ostzone oder in die USA und wunderten sich warum einer hier sich von 25 Kühen einen neuen Mercedes kaufen konnte. So entstand das Märchen vom Heizöl und der Gasölverbilligung.

Dann kamen ALDI, die stylische Modellkuh und der Futtermischwagen. Zwischendurch gab es auch mal so einen Blödsinn wie Quoten und Überschüsse.

Als Dank dafür, dass die Kuh 150 Jahre dieses Volk gut und günstig nährte, wird sie heute vom Volk zur Sau gemacht. Typisch Deutsch.

Bereits um das Jahr 2000 saßen der Dr. Stumpf, damals KBV Vogelsberg und ich zusammen und kamen nach 30 Minuten zu dem Ergebnis, dass eine von aussen getriebene Befeuerung des Strukturwandels die komplett falsche Zukunftsoption ist, vielmehr muss man jeden Hof am Leben lassen, der am Leben bleiben will. Nur nach 20 Jahren bekommt man das nicht mal in die Köpfe der Berufskollegen rein.

Und es wird trotzdem noch die Zeit kommen, da werden selbst neuwertige Landmaschinen verschrottet, weil zuviel von dem Müll am Markt sein wird.
[ :klee: Ein Botaniker ist sowas wie ein Cowboy, der auf einem Pony reitet :-) :klee: ]
[ :klee: Man muss nicht den Rechtsradikalismus bekämpfen, sondern die Blödheit von CDU, Grünen, SPD und FDP :klee: ]
[ :klee: Werte schätzen :klee: ]
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon 240236 » Di Dez 27, 2022 17:41

DWEWT: Was stört dich eigentlich an den kleineren Betrieben? Das wäre ja bei den gewerblichen Betrieben genauso, warum gibt es noch kleine, wenn für alles was die kleinen machen auch Großbetriebe vorhanden sind? Ich sehe es an den ganzen Dörfern; Sirbt der Bauer, sirbt das Dorf. Wer hält das Dorfleben meist am Laufen? Aber das kannst du als vereinsamter Einödrittergutbesitzer gar nicht beurteilen, wie wichtig das Dorfleben ist.
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon DWEWT » Di Dez 27, 2022 17:53

240236 hat geschrieben:DWEWT: Was stört dich eigentlich an den kleineren Betrieben? Das wäre ja bei den gewerblichen Betrieben genauso, warum gibt es noch kleine, wenn für alles was die kleinen machen auch Großbetriebe vorhanden sind?


Wieviele Kleinbetriebe haben wir denn in der restlichen Wirtschaft noch? Metzgereien, Bäckereien, Schmieden, Stückläden, Elektrogeschäfte um nur einige zu nennen. Von diesen Betrieben sind in den letzten 50 Jahren über 75% geschlossen worden/ausgeschieden. Ganz rationale Ausdrucksweise! Aber Bauernhöfe "sterben"; ach wie theatralisch. Überall passt das "Kleine" nicht mehr in die Zeit. Ist zu unprofessionell, arbeitswirtschafltlich nicht mehr tragbar, nicht mehr rentabel (weil da müssen ja Löhne gezahlt werden) und oft was Arbeitssicherheit anbelangt nicht auf der Höhe der Zeit. Nur die Landwirtschaft macht da mit den Familiensklaven/legalen Schwarzarbeitern eine große Ausnahme. Warum eigentlich?
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon 240236 » Di Dez 27, 2022 18:01

DWEWT hat geschrieben:
240236 hat geschrieben:DWEWT: Was stört dich eigentlich an den kleineren Betrieben? Das wäre ja bei den gewerblichen Betrieben genauso, warum gibt es noch kleine, wenn für alles was die kleinen machen auch Großbetriebe vorhanden sind?


Wieviele Kleinbetriebe haben wir denn in der restlichen Wirtschaft noch? Metzgereien, Bäckereien, Schmieden, Stückläden, Elektrogeschäfte um nur einige zu nennen. Von diesen Betrieben sind in den letzten 50 Jahren über 75% geschlossen worden/ausgeschieden. Ganz rationale Ausdrucksweise! Aber Bauernhöfe "sterben"; ach wie theatralisch. Überall passt das "Kleine" nicht mehr in die Zeit. Ist zu unprofessionell, arbeitswirtschafltlich nicht mehr tragbar, nicht mehr rentabel (weil da müssen ja Löhne gezahlt werden) und oft was Arbeitssicherheit anbelangt nicht auf der Höhe der Zeit. Nur die Landwirtschaft macht da mit den Familiensklaven/legalen Schwarzarbeitern eine große Ausnahme. Warum eigentlich?
Warum gibt es noch viele kleine Schreiner, wenn es IKEA, Lutz usw. gibt? Familiensklaven: Slaven sind es nur, wenn sie es wiederwillig machen müssen. Wie lange wird es überhaupt noch Leute geben, die in der LW in Lohn und Brot stehen möchten? Der Klein- und Mittelstand ist der größte Steuerzahler. Wenn der nicht mehr in der Zeit ist, warum besteuert man dann die großen nicht besser? Ganz einfach: weil er dann das Land verlässt. Den Großen wurde das Leben ja einfacher gemacht. Der kleine Zahlt Erbschaftsteuer, die AG nicht. Der Große verlegt seinen Firmensitz in eine Steueroase und der kleine zahlt weiter.
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon DWEWT » Di Dez 27, 2022 18:15

langholzbauer hat geschrieben:Da haben aufstrebende und fachlich richtig gute Familienbetriebe keine Chance mehr, mitzubieten.


Ach komm, wenn unsere süddeutschen Kollegen von ihren "Millionenäckern" schreiben, kommt hier auch keine Kritik. Leisten kann sich die auch kein noch so gut aufgestellter anderer Betrieb. Selbst Investoren lassen die Finger davon. Es sei denn, da winkt eine lukrative außerlandwirtschaftliche Verwendung. An dieser Preistreiberei hat sich bisher keine Kritik entzündet. Warum auch?
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon langholzbauer » Di Dez 27, 2022 18:18

Oh!
Mal ein Beitrag vom Reinhold, wo ich 100% zustimmen kann.
Es gibt genug alte Sprüche dazu von
" Wer melkt, hat Geld."
bis zum uralten:
" Auch die schlechteste Wiese füttert den Acker."
Wer die Hintergründe nicht versteht, dürfte sich eigentlich nicht Bauer nennen. :wink:
Durch den hohen Kostendruck aus Zertifizierung und Veterinärwesen wurden gerade auf Grenzertragsstandorten sehr viele richtig gut qualifizierte Milchbetriebe aus der Erzeugung gedrückt, obwohl es für absolutes Grünland selten eine bessere , vor allem auch langfristig nachhaltig hohe, Verwertung gibt, als die klassische Milch/Fleisch-Zweinutzung.
Dass die billige Milcherzeugung auf Ackerstandorten keine Zukunft hat, habe ich vor rund 20 Jahren schon auf einer Molkereiversammlung, als Vertreter vorhergesagt und wurde dafür nur belächelt.
Und was ist jetzt noch davon übrig?
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon meyenburg1975 » Di Dez 27, 2022 18:37

ChrisB hat geschrieben:Bei Euch oben in Friesland,
gibt es doch schon immer sehr große Betriebe,
vor allem die Flächen sind nicht zerstückelt,
sondern schon immer besser zu bewirtschaften ?
Geht es den Landwirten bei Dir, hierdurch besser ????
War da oben im Vereinigungsjahr (1990) in Urlaub !
Milchbauer mit mehr als 200 Kühen und auch noch 260 Ha.
Hatte natürlich damals auch schon Fremd Ak :wink:

Meine Frage zielt bewußt auf die in den Raum gestellte Referenzgröße von 320 ha. Warum gerade das und nicht noch größer, wenn es doch offensichtlich auch geht.
Mir persönlich geht das im Gegensatz zu vielen anderen völlig am A vorbei, wie groß der Betrieb ist.
Persönlich müsste ich ja 500 Kühe melken, wenn ich über 300 ha hätte. Liegt deutlich über meinem Optimum.

Ich denke, dass die mit der Reduzierung der Betriebe einhergehende Rationalisierung und der damit verbundenenen Vielfaltsarmut in den Fruchtfolgen und den Bewirtschaftungszeitpunkten eine viel größere Auswirkung auf die Artenvielfalt hat, als die Fragen zu PSM, Düngung usw.

Im übrigen komme ich aus Ostfriesland. Das ist ein großer Unterschied zu den Oldenburger Friesen. :klug:
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon 240236 » Di Dez 27, 2022 18:39

DWEWT: heute passen dir wieder die Großen in die Zeit. Als Lidl usw. (also die Großen = zeitgemäß) die Biolandvermarktung angefangen, hast du auch gewettert. Da sind dann die kleinen Vermarkter wieder richtig?
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon meyenburg1975 » Di Dez 27, 2022 18:40

DWEWT hat geschrieben:
langholzbauer hat geschrieben:Da haben aufstrebende und fachlich richtig gute Familienbetriebe keine Chance mehr, mitzubieten.


Ach komm, wenn unsere süddeutschen Kollegen von ihren "Millionenäckern" schreiben, kommt hier auch keine Kritik. Leisten kann sich die auch kein noch so gut aufgestellter anderer Betrieb. Selbst Investoren lassen die Finger davon. Es sei denn, da winkt eine lukrative außerlandwirtschaftliche Verwendung. An dieser Preistreiberei hat sich bisher keine Kritik entzündet. Warum auch?


Ich sehe es durchaus problematisch, dass hier einige Investoren bereits 4stellig Flächen zusammen gekauft haben.

Und warum nun gerade 320 ha?
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon meyenburg1975 » Di Dez 27, 2022 18:41

240236 hat geschrieben:DWEWT: heute passen dir wieder die Großen in die Zeit. Als Lidl usw. (also die Großen = zeitgemäß) die Biolandvermarktung angefangen, hast du auch gewettert. Da sind dann die kleinen Vermarkter wieder richtig?


:klee:
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon fedorow » Di Dez 27, 2022 18:43

Muss doch nicht übergroß sein wie DWEWT schreibt.
Die Zukunft wird sein der Milchviehbetrieb mit 2-3 fest Angestellten mit entsprechender Größe. Arbeitet die Frau auswärts stellt man 1 AK mehr ein.
Jeder hat seinen Urlaub und Freizeit. Fällt einer Kranheitsbedingt aus läuft der Betrieb normal weiter.
Da gab es letztes Jahr diesen Tierskandal wo 170 Rinder verhungert sind weil der Betriebsleiter völlig überlastet und psychisch krank war.
Sowas kommt in diesen Betrieben nicht mehr vor und ist der beste Tierschutz :
https://www.zeit.de/news/2022-04/12/170 ... or-gericht
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon DWEWT » Di Dez 27, 2022 18:45

240236 hat geschrieben:Warum gibt es noch viele kleine Schreiner, wenn es IKEA, Lutz usw. gibt? Familiensklaven: Slaven sind es nur, wenn sie es wiederwillig machen müssen. Wie lange wird es überhaupt noch Leute geben, die in der LW in Lohn und Brot stehen möchten? Der Klein- und Mittelstand ist der größte Steuerzahler. Wenn der nicht mehr in der Zeit ist, warum besteuert man dann die großen nicht besser? Ganz einfach: weil er dann das Land verlässt. Den Großen wurde das Leben ja einfacher gemacht. Der kleine Zahlt Erbschaftsteuer, die AG nicht. Der Große verlegt seinen Firmensitz in eine Steueroase und der kleine zahlt weiter.


Ach ja? Ich bin in einer Region aufgewachsen in der die Betriebe damals 10 bis 20ha Eigentum und insgesamt 20 bis 40ha Wirtschaftsfläche hatten. Ich musste mir als KInd/Jugendlicher keine Gedanken zur Freizeitgestaltung machen. Meine ldw. geprägten Klassenkameraden auch nicht! Es gab immer Arbeit und auch die unbedingte Notwendigkeit der Erledigung. Dafür gab es ein schmales Taschengeld. Das war die Regel.:x
Heute gibt es diese viele Handarbeit nicht mehr. Dafür sitzen die Jungen (m/w) auf dem Schlepper, Mähdrescher oder auf sonstigen Maschinen. Während wir früher nur die helle Tageszeit zum Arbeiten hatten, macht die Beleuchtung jetzt auch die Nacht zum Tage. Ist es sinnvoll, die Jugendlichen so zu verheizen? Wenn ich dann mal nachfrage heisst es oft: "Das macht denen doch Spaß". Das mag wohl sein aber Eltern stehen da in einer besonderen Verantwortung. Ein Heranführen an die Position als Betriebsleiter, sieht jedenfalls komplett anders aus.
Vergleiche mal den Handwerksbetrieb von vor 40 Jahren mit einem heutigen mittelständischen Betrieb. Damals arbeiteten 2 bis 4 Arbeitskräfte in so einer "Bude". Der heutige mIttelständische Betrieb hat mehr als 50 Arbeitskräfte. I.d.R. sogar mehr als 100. Vergleiche das mal mit dem Wachstum in der Landwirtschaft. Die Betriebe heute sind lediglich 2 bis 4-mal so groß wie vor 40 Jahren! Und das Wachstum fand zu über 95% durch Zupacht statt. Eigentumszuwachs? Fehlanzeige! Die Berufskollegen freuen sich über den Wertzuwachs ihrer Betriebe (Flächenpreis), zu dem sie allerdings gar nichts beigetragen haben. Das Steueraufkommen aus der Landwirtschaft ist sehr gering. Insofern fällt es nicht ins Gewicht, dass die landwirtschaftsfremden Investoren ihre Steuersparmodelle zur Anwendung bringen.
Wie Dörfer aussehen, wenn die Leute dort wegziehen, weil sie ihre bezahlten Arbeitsplätze in der Landwirtschaft verloren haben, das kannst du dir hier im Osten anschauen. Viele, die früher einen Job in der Landwirtschaft hatten, schimpfen auf die Privatisierung der Landwirtschaft! Rationalisierung steht da ganz klar über dem Beschäftigungsmodell aus DDR-Zeiten. Wer glaubt, da könnten viele kleine Betrieb Abhilfe schaffen der verkennt, dass die kleinen Betriebe sich gar keine regulär bezahlten Arbeitskräfte leisten können.
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon DWEWT » Di Dez 27, 2022 18:55

240236 hat geschrieben:DWEWT: heute passen dir wieder die Großen in die Zeit. Als Lidl usw. (also die Großen = zeitgemäß) die Biolandvermarktung angefangen, hast du auch gewettert. Da sind dann die kleinen Vermarkter wieder richtig?


LIDL und Co sind keine groß gewordenen/organisch gewachsenen Betriebe. Somit fallen sie komplett aus dem Rahmen und bieten kaum Vergleichsmöglichkeiten. Dass es solche Zusammenschlüsse/Konglomerate überhaupt geben darf, ist eine Fehlleistung des Wettbewerbsgesetzes!
Kleine Vermarkter bieten ausreichend Flexibilität und Spontanität. Vorausgesetzt sie werden gut gemanaget. Das ist im Öko-Bereich oft nicht der Fall. Da gilt oft noch Ideologie vor Professionalität. Und dann ist da oft noch das fehlende Kapital. Man kann sich als ldw. Betriebsleiter in diesem Markt keine Eingleisigkeit leisten. Das war schon immer so und das wird auch so bleiben!
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Re: Die Diskussion zum "Milchpreisvergleich"

Beitragvon langholzbauer » Di Dez 27, 2022 19:00

Gerade wir kleinen Bauern und die , noch handwerklich begabten Dorfbewohner leiden extrem darunter, dass es keinen selbständigen Schmied,Tischler oder sonstigen Handwerker mehr in mehreren km Umkreis oder früher mal optimal im gut gepflegten Verpächterpool gibt,mit denen auf Augenhöhe auch nur Teilleistungen auf dem kurzen Weg ausgemacht wurden.
Ich weis nicht, wie es in DWEWT's ehemaligen Heimat war.
Aber hier hat mir der gute Schmied im 5km entfernten Nachbardorf auch am So. Nachmittag ganz hilfsbereit den Schwader geschweißt und nichts verlangt.
Wurde natürlich ordentlich dankbar entlohnt.
Gott habe ihn und seinen ebenbürtigen Kollegen selig, die leider beide nicht mehr leben!....

@meyenburg...
kann ich da nur zustimmen.
Eine absolute Zahl in ha gibt es nicht.
Aber die Agrarstrukturgesetze versagen in Ost und West.
Und das sehenden Auges von unserer korrupten Politik!
Ein Schelm, wer da Absichten oder Seilschaften vermutet!
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