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Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Hier findet man Hilfe in Sachen Landtechnik.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Justice » Mi Okt 23, 2019 11:09

Ein 160PS Schlepper hat einen Antriebsstrang der auf 160PS ausgelegt ist und er hat einen Zapfwellenstrang, der ebenfalls auf 160PS ausgelegt ist. Merken!
Was passiert also wenn bei Zugarbeit die Zapfwelle kraft abgibt? Richtig. Die Kraft verteilt sich auf beide Abtriebsstränge. Es liegen 80PS zum fahren und 80PS für die Zapfwelle an. Fahrantrieb und Zapfwelle sind also nicht voll belastet.

Und jetzt kommt der klassische "Boost" dazu. Aus den 160PS Motorleistung werden 180PS. Somit liegen 90PS im Fahrantrieb und 90PS an der Zapfwelle an. OHNE das dabei ein Bauteil überlastet wird. Das haben wir uns ja zu beginn gemerkt. Es werden einfach nur die technischen Möglichkeiten ausgenutzt.

Das Ganze ist natürlich nur dann möglich, wen der Motor noch Reserven hat. Aber es ist und bleibt ein 160PS Schlepper der als "Zusatzausstattung" eben diesen Boost hat. Die 20PS mehr kosten auch nicht 10 000€ mehr, sondern sind teilweise "Gratis" bzw. ist der Preisunterschied zu einem Model ohne Boost sehr gering.

Nicht vergessen: Man bestellt einen 160PS Schlepper - Man bezahlt einen 160PS Schlepper - Man erhält einen 160PS Schlepper!

Mittlerweile geht die Steuerung der Motorleistung natürlich weiter und es wird nicht nur für Zapfwellenarbeit während der Fahrt mehr Leistung frei gegeben, sondern auch wen andere Abnehmer aktiv sind oder Betriebszustände erreicht sind an denen niedrigere Drehmomente anliegen.

PS: Beim Pflügen die Zapfwelle einschalten bringt nichts! Es wird gemessen, ob auch Leistung abgenommen wird. Und die muß mindestens so groß sein wie die Boost Leistung.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Sönke Carstens » Mi Okt 23, 2019 11:56

Justice hat geschrieben:Nicht vergessen: Man bestellt einen 160PS Schlepper - Man bezahlt einen 160PS Schlepper - Man erhält einen 160PS Schlepper!


Wenn mir die 160PS reichen warum um Himmels willen soll der Schlepper sich dann auf 180 PS Boosten?
Wenn man durch die 20PS so viel mehr schafft dann sollte man sich vielleicht mal überlegen ob ein 300PS Schlepper nicht noch viel sinnvoller ist, der fährt mit dem Mähwerk deutlich schneller als die 160PS Krücke, gut die Antriebe vom Mähwerk werden in kürzester zeit auseinanderfliegen aber dafür konnte man auch schneller fahren.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Justice » Mi Okt 23, 2019 12:26

Warum soll man auf 20 gratis PS bei Zug- und Zapfwellenarbeit verzichten, wenn es technisch kein Problem darstellt?

Wenn du die Vorteile eines Schlepper mit Boost nicht gebrauchen kannst, warum um Himmels willen Beschäftigst du dich damit? Es gibt noch genügend Schlepper ohne Boost. z.B. Lanz.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon eifelrudi » Mi Okt 23, 2019 12:33

@ Sönke
Bei mir in der Eifel könnte ich das ganz gut gebrauchen ( habe noch keinem mit Boost aber schon gefahren). Bergauf mit der Packenpresse, Mähwerk und ähnlichem könnte ich die Mehrleistung gut gebrauchen, das Mehrgewicht und den höheren Schwerpunkt von einem größeren Schlepper nicht. Hinzu kommt, daß größere Schlepper weniger wendig sind und mehr Platz brauchen. Wieso soll ich das schwere und teurere Getriebe und Achsen eines schweren Ackergauls bezahlen, wenn ich die Mehrleistung nur an der Zapfwelle brauche ? Auf einem Ackerbaubetrieb, wo die Zugleistung im Vordergrund steht ist das eine ganz andere Nummer.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Teddy Bär » Mi Okt 23, 2019 12:49

Justice hat das genau richtig erklärt. So und nicht anders.
Fendt ist nun mal Spezialist darin das höchstmögliche aus den Motoren rauszuholen. Wenig Hubraum, viel Leistung. Das ist gut für den Spritverbrauch, hat aber auch Nachteile.
Schau dir mal die Daten von anderen Herstellern an, es sind bei gleichen PS fast immer größere Motoren verbaut.
Der Motor im 516 ist mehr als ausgereizt, er ist bis maximal 161PS und 610Nm Drehmoment freigegeben. Nicht umsonst hat Deutz einen neuen Vierzylinder mit mehr Hubraum entwickelt der die 200 PS knackt.
Das ist aber alles Geschmackssache, jeder wie er mag.
Einigen wir uns darauf, ein Boost macht in einem kleinen- bis mittelstarkem Schlepper Sinn, vor allem im Grünlandeinsatz. Als Hof und Grünlandschlepper sind kleinere wendige und leichte Schlepper nun mal im Vorteil.
Im Ackerbau bei grossen Ackerschleppern, da ist ein Boost eher unnütze.
Warum werden so viele PS starken Vierzylinder verkauft? Weil die für Hof und Grünland ideal sind. Die Ackerbauern kaufen grosse schwere Schlepper mit zwei Zylindern mehr.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Vario_TA » Mi Okt 23, 2019 14:32

Basteln wir uns mal von Grund auf einen traktor. Alles ist auf 160PS ausgelegt. Auch der Motor samt allem, was dazugehört. Jetzt wollen wir diesen schlepper leistungsfähiger machen. Also was machen wir? Natürlich einen größeren Motor rein, zb mit Auslegung auf 180PS. Dafür braucht es keinen anderen Motor, eine Anpassung von kühlung, AGN usw genügt (ist aber bei weitem nicht gratis!). Dummerweise ist das jetzt zu viel Leistung um sie über einen Ausgang zu schicken. Bei der zapfwelle geht eine größere Leistung meist ohne Anpassungen (drehmoment entscheidend), also grünes Licht. Aber halt: der fahrantrieb verträgt so hohe drehmomente, wie sie bei der höheren Leistung bei geringen fahrgeschwindigkeiten auftreten, nicht. Was also tun?
Möglichkeit A:
Wir bauen nicht nur einen größeren Motor, größere Kühler und eine größere AGN ein, wir verbauen auch noch etwas größere Achsen und freuen uns über eventuell noch mehr Nutzlast
Möglichkeit B:
Wir haben zwar gerade mit viel Aufwand einen großen Motor in den schlepper integriert aber bei zugarbeiten reduzieren wir die Leistung wieder, damit alles hält.

Was glaubt ihr wohl, welche Variante billiger in der Entwicklung und in der Produktion ist und für welche man sich entscheiden würde, wenn man freie Wahl ohne Berücksichtigung der Kosten hätte?

Mit boost ist es kein 160ps schlepper mit zusätzlicher Leistung, sondern ein 180ps schlepper (es ist schließlich ein schlepper und er hat 180ps) mit teilweise begrenzter Leistung. Da schleppt man halt dann bei leichteren Arbeiten nicht die größeren Achsen durch die Gegend, sondern bei zugarbeiten einen unnötig großen Motor samt Peripherie.
Ein 175er puma schleppt Motor und co in den Dimensionen wie bei einem 724 mit und erreicht eine maximale zugleistung 10% oberhalb eines 516 (bei nenndrehzahl sogar geringer!).
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Justice » Mi Okt 23, 2019 15:16

Es ist und bleibt ein 160PS Schlepper! Und wenn du dich auf den Kopf stellst.

Häng deinen 516er und eine 175er Puma vor eine Quaderballenpresse und wirst sehen wo der Unterschied liegt.

Der 175er Puma ist und bleibt ein 175er und wird nicht zu einem 205er. Das sagt eigentlich schon die Typenbezeichnung.

Und NEIN! Bei Standartschlepper liegt der Schwerpunkt nicht bei reinen Zugarbeiten!

Beispiel aus der Praxis: Ein 160PS Schlepper mit Boost wird hauptsächlich vor einer Press-Wickel Kombi eingesetzt. Für das Händling reichen die 160PS locker. Beim Pressen gibt der Boost 180PS frei und steigert die Flächenleistung deutlich. Der Preisunterschied zwischen den 160er mit Boost und einen 180er ohne Boost waren damals über 10 000€. Dafür must du lange pressen!
Es gab damals auch eine 160er ohne Boost. Der Preisunterschied war niedriger als ein Zusätzliches Elektronisches Steuergerät.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Teddy Bär » Mi Okt 23, 2019 15:55

Nein Vario das bauen wir anders. Wir bauen in unseren Schlepper keine stärkeren Achsen ein. Dann wird der Schlepper schwerer, teurer und grösser. Wir wollen aber einen leichten wendigen Bauernschlepper. Also bauen wir nicht den Deutz ein mit 4,1 Liter, und auch nicht den Motor mit 4,4 Liter, sondern den grossen mit 4,9 Liter. Kosten ein bisschen mehr ok, braucht aber nicht wirklich mehr Platz weil nur der Hub erhöht wurde. Ausserdem läuft dieser Motor schon in der nächst größeren Baureihe.
Dann regeln wird den Boost elektronisch. Das kostet wenig und funktioniert.
Auf der Strasse steuern wir den Boost so, dass je höher die Geschwindigkeit ist desto mehr Leistung legen wir nach. Auf dem Feld aber nicht, da verträgt das Getriebe das zusätzliche Drehmoment bei niedriger Geschwindigkeit nämlich nicht. Ausser wir haben die Zapfwelle an und fordern auf dieser mehr als 30 PS. Und nein, wir bauen kein stärkeres Getriebe ein. Ausserdem aktiviert sich der Boost nicht wenn der Schlepper steht, auch wenn die Zapfwelle schwer arbeitet.
Aber diesen Schlepper brauchen wir nicht erst zu entwickeln, diese Schlepper werden schon seit Jahren von verschiedenen Herstellern genau so verkauft. Und zwar als 160 PS Schlepper. Die 25 extra PS sind halt so dabei, zählen aber nicht wirklich.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Sönke Carstens » Mi Okt 23, 2019 16:16

Teddy Bär hat geschrieben:Aber diesen Schlepper brauchen wir nicht erst zu entwickeln, diese Schlepper werden schon seit Jahren von verschiedenen Herstellern genau so verkauft. Und zwar als 160 PS Schlepper. Die 25 extra PS sind halt so dabei, zählen aber nicht wirklich.



Upps, vergessen die Kühler für die 25 zusätzlichen PS zu vergrößern.
Ach merkt schon keiner, die 25 PS zählen ja nicht wirklich. :lol:


Wenn die Schlepper mit Boost mit kleineren Achsen und Getrieben gefertigt werden können warum sind sie dann meistens schwerer als ein Fendt?
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Cowrider » Mi Okt 23, 2019 16:23

Ach Sönke, ist doch ganz klar im Fendt Vario Getriebe ist ja nix drin drum ist das viel leichter daher der Gewichtsunterschied.... :wink:
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Sönke Carstens » Mi Okt 23, 2019 16:48

Ein Fendt fährt auch mit Luft und Liebe, nicht so wie der andere Abschaum der noch Diesel benötigt.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Vario_TA » Mi Okt 23, 2019 16:57

Teddy hat geschrieben:
Fendt ist nun mal Spezialist darin das höchstmögliche aus den Motoren rauszuholen. Wenig Hubraum, viel Leistung. Das ist gut für den Spritverbrauch, hat aber auch Nachteile.


Fendt ist auch der einzige, der in den betreffenden Klassen ausschließlich stufenlose Getriebe anbietet.
Mit Schaltgetriebe braucht man einfach einen größeren drehmomentanstieg, sodass man bei gleicher maximaler Leistung ein höheres maximales drehmoment braucht... Und das braucht tendenziell mehr hubraum.
Guckt euch doch die drehmomentanstiege beim 1000er oder jetzt beim 900er an: unter 20%! Und da ist der konstantleistungsbereich schon eingeschlossen. Das wäre als Schaltgetriebe katastrophal zu fahren. Mit einem stufenlosen kann man das gut machen. Gleichmäßigere Belastung des Getriebes, höherer effektiver mitteldruck bei maximalleistung und bei teillast. Bei 900er und 1000er fallen maximales drehmoment und maximale Leistung sogar bei einer drehzahl zusammen, darunter gibt's dann ein breites drehmomentplateau. Für Schaltgetriebe nicht schön, für stufenlose ideal.

"Ausgereizt" ist immer relativ. Ein tcd 4.1 macht auch 200ps, wenn man will. Wird halt dann mit kühlung und EU 5 schwierig und sparsam ist das auch nicht mehr.
Entgegen der allgemeinen Auffassung ist mehr Leistung pro hubraum eben nicht unbedingt sparsamer. Thermodynamisch ist ein großer hubraum grundsätzlich besser, man holt sich aber teilweise höhere ladungswechselverluste und mehr reibung ins Haus... Und nicht zuletzt braucht das ganze ja auch noch bauraum. So ein kurbeltrieb wird bei 10% größerem Hub auf einmal riesig, wenn man nicht enorme querkräfte in Kauf nehmen will. Kompakt bauende Motoren haben sehr oft ein größeres Verhältnis von Bohrung zu Hub (auch, um bei insgesamt höherem drehzahlniveau die kolbengeschwindigkeit im Griff zu haben). Wo die Baugröße und das Gewicht keine Rolle spielen, sind die Motoren sehr langhubig.

Und wenn man allein den hub der Motoren vergleicht, liegt deutz zusammen mit fpt weit vorn. Entsprechend geringer ist halt die Bohrung. Der 6,8l DPS Motor hat nur 1mm mehr hub als der 6,1l deutz, dafür halt 5mm mehr Bohrung, die wohlgemerkt quadratisch in den hubraum eingeht.

Wie gesagt benötigt vor allem größerer Hub sehr viel Platz, da hast du es also genau falsch gemacht, wenn du kompakt bauen willst.
Und dass ein schlepper nicht größer wird, wenn man eine andere Achse einbaut, scheinst du auch zu vergessen. Und ob du nun den teureren Motor oder teurere Achsen nimmst, ist auch wurscht. Oder wo siehst du da den unterschied? Du willst einen kompakten, leichten und billigen schlepper bauen und nimmst dafür einen großen, schweren und teuren Motor, sparst dann aber bei den Achsen? Das verstehe, wer will. Größere Achsen sind nicht mal nennenswert schwerer. Der Durchmesser einer Welle geht kubisch in das polare widerstandsmoment ein, man braucht nicht viel mehr Stahl. Eine Welle mit verdoppeltem Durchmesser wiegt vier mal so viel (Querschnitt wächst quadratisch), kann aber acht mal so viel Drehmoment übertragen. Deshalb werden im Leichtbau auch Hohlwellen verwendet.

Dass man Leistung "halt so dabei" bekommt, wäre zwar schön, ist aber Unsinn. Wenn das so einfach wäre, gäbe es wesentlich weniger Leute, die sich intensiv damit beschäftigen.


@justice
Dass ein schlepper mit 180PS ein 160PS schlepper sein soll, kannst du nicht ernsthaft behaupten!? :shock:
Ein schlepper mit 180PS ist ein 180PS schlepper. Punkt.
Die Typenbezeichnung bei New Holland sagt übrigens auch was anderes :mrgreen:

Und warum du da jetzt einen 226PS schlepper mit einem 171PS schlepper vergleichst, ist mir schleierhaft. Ich habe die zugleistung eines schleppers mit boost kritisiert, sonst nichts. Der 516 bot sich nur als Vergleich an, dass das zwei völlig andere schlepper sind ist doch eh klar.

Und wenn du schon mit der Typenbezeichnung anfängst...
Der Name SCHLEPPER sagt übrigens schon, dass Zugarbeiten die Hauptaufgabe sind :wink:
Und stell dir vor: eine press-wickel-kombi ist nicht die Hauptaufgabe eines schleppers.
Oder sollen wir den Spieß umdrehen?
Beispiel meinerseits aus der Praxis:
Bodenbearbeitung:
Na... Fällt was auf?

Im nachbardorf läuft ein 175er cvx. Tolles Teil, wenn das Getriebe nicht wäre. Aber mit dem Ding bergauf? Never. Da war der 165er agrotron schon fast gleichschnell.

Wer im flachen grünland wohnt, kann sich vielleicht schlecht vorstellen, dass Schleppen die Hauptaufgabe von schleppern ist, es gibt aber mehr als genug datenerhebungen für fahrgeschwindigkeiten, Lasten und co (zb für die Dimensionierung und Konstruktion von Getrieben :wink: ), die gegenteiliges belegen.
Ich komme nicht aus einer ackerbauregion. Und trotzdem ist die häufigste Situation, in der man sich ein paar Pferdchen mehr wünscht, langsame zugarbeit... Nämlich am Berg.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Teddy Bär » Mi Okt 23, 2019 19:01

Oh Vario dein theoretisches Wissen ist gross. Das wars aber dann.
Ein 160 PS Schlepper mit 25 PS zusätzlichem Boost ist und bleibt ein 160 PS Schlepper. Jedenfalls wenn es der leistungsstärke Schlepper seiner Baureihe ist. Warum? Ganz einfach, weil seine Achsen, sein Chassis und sein Getriebe nicht mehr Leistung verträgt. Der 16 jährige Bauernsohn erzählt seinen Freunden vielleicht dass es ein 185 PS Schlepper ist. So wie NH die Boostleistung auf den Schlepper druckt, das ist Bauernfängerei.
Ganz zufällig hab ich mehrere Schlepper. Erster hat 4,4 Liter Hubraum mit 108x120mm Hub, der andere hat 4,9 Liter Hubraum mit 108x134mm Hub. Der nächste hat 6,6 Liter Hubraum mit 108x120mm Hub, der letzte hat 7,4 Liter Hubraum bei 108x134mm Hub.
Die Motoren mit mehr Hub sind Langhuber, und im genau gleichen Chassis verbaut wie die Motoren mit weniger Hub.
Ich trau mich das fast nicht zu schreiben, aber die Hauptaufgabe eines meiner beiden 4,9 Liter liegt darin mit der Presswickelkombi zu fahren. Schleppen muss er dabei auch, das Gerät wiegt fast 8 Tonnen leer. Bodenbearbeitung kennt der Schlepper nicht.
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Re: Fendt-Neuigkeiten, Fakten und Gerüchteküche

Beitragvon Vario_TA » Mi Okt 23, 2019 20:18

Und was genau an "XY PS schlepper" hat etwas mit Größe, Gewicht oder sonstwas zu tun? Leistung ist Leistung und nicht Gewicht, Radstand, Größe oder sonstwas.

Preisfrage: ist ein 724 ein 185PS schlepper oder ist ein 718 ein 246PS schlepper? Deiner Logik zufolge (wo scheinbar alles zählt außer Motorleistung) sind sie ja identisch. Merkste was? Daran ist nichts logisch.

Und du hast dir selbst ein Ei gelegt:
Teddy Bär hat geschrieben:Warum? Ganz einfach, weil seine Achsen, sein Chassis und sein Getriebe nicht mehr Leistung verträgt.

Teddy Bär hat geschrieben:Auf der Strasse steuern wir den Boost so, dass je höher die Geschwindigkeit ist desto mehr Leistung legen wir nach.

Was denn nun? Verträgt Der schlepper die Leistung nun oder nicht?

"überraschende" Antwort:
Natürlich verträgt der schlepper die Leistung. Sonst wäre es eine fehlkonstruktion. Nur verträgt er sie halt nicht bei reinen zugarbeiten mit niedriger Geschwindigkeit, darum wird da gedrosselt. Warum man ihn deshalb als einen schwächeren schlepper bezeichnen sollte, weißt wohl nur du. Noch verrückter wird es, wenn man einen nackten Motor betrachtet: der hat schließlich keine Achsen, kein fahrgetriebe oder sonstwas. Welche Leistung hat dieser Motor bei identischer Software? Ist das etwa nicht bestimmbar? Doch klar ist es das. Logischerweise hat der Motor (zumindest annähernd) die gleiche Leistung wie im eingebauten Zustand. Nämlich beim 175er puma maximal 226PS. Und wenn man diesen Motor jetzt exakt so wie er ist einbaut, wird er Teil eines 179PS schleppers? Faszinierend. Und wie bezeichnet man einen schlepper mit ausgebautem Motor? Wird dann etwa ein 718 ohne Motor zum 246PS schlepper, wenn man den Motor ausbaut?

Bei 0,1km/h kann kein einziger schlepper dieser Erde auch nur annähernd 10PS übertragen. Gibt es deshalb maximal 6-7PS schlepper? Wer das mit ja beantwortet, der - sorry für die Wortwahl - hat sie nicht mehr alle.

Was du persönlich mit deinen schleppern machst, ist mir ziemlich wurscht. Es gibt auch Leute, die schlepper aus liebhaberei sammeln. Trotzdem ist das nicht der hauptzweck von schleppern. Was glaubst du wohl, wofür die großen, grobstolligen Reifen sind?
Tipp: nicht für die Sammler.
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