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Gen-Mais in der landwirtschaft

Hier hat alles Platz was mit Agrarpolitik und drumherum zu tun hat.
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Beitragvon forenkobold » Mi Apr 09, 2008 17:23

Hähhh?

Ich bin zu blöd das zu kapieren was Du meinst.

Stell mal hier Argument 1 von mir und Argument 2 gegenüber, damit ich auch weiß, was ich womit entkräftet hab.
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Beitragvon Franz Henneken » Mi Apr 09, 2008 19:53

euro hat geschrieben:Wer glaubst du ist wohl intelligenter Franz, diejenigen die unter hohem persönlichem und finanziellen Aufwand nach Möglichkeiten suchen der Menschheit mit schwindenden Ressourcen eine Zukunft zu ermöglichen oder jene die in einer Art Weltuntergangsstimmung Zukunftsforschung als "Teufelszeug" verdammen ?
Letztendlich dürfte ein Blick in die Geschichte für Klarheit sorgen ...
Egal was solls, solange sie Normaldenkende nicht allzusehr stören können Sektierer und andere Egberts meinetwegen ihren Fetischen frönen ...


So, da soll ich also erklären, was mir besser gefallen würde. Nach Deiner Fragestellung würde mir am Besten die Quadratur des Kreis gefallen, ist aber eigentlich ganz leicht zu formulieren.

Es ist, und ich denke es schon einmal gesagt zu haben, beiweitem nicht meine Absicht, irgendeine Weltuntergangsstimmung hier zu verbreiten, sondern eher das Gegenteil. Eine Welt, in der möglichst auf irgendwelche Gifte verzichtet werden kann, eine Welt, die der Natur nicht durch das Überspringen von Artengrenzen ins Handwerk pfuscht. Denn vor allem letzteres bedeutet in meinen Augen, dass der Mensch den Respekt vor der Natur verloren hat, sich an die Stelle des Schöpfers setzt, also an Gottes Stelle!

Zu diesem Thema noch etwas, zwar nicht mehr ganz taufrisch, aber gugge selbst:

http://www.zivilcourage.ro/pdf/Dilemma_ ... 061107.pdf

Man beachte dabei besonders den zweiten Namen, unter "der Saal tobte". Und auch noch hier:

http://www.weltbuilder.de/menschliches/ ... -benedikt/

Wenn es dem Kaninchen frösteln sollte, wozu bei meinen Verlinkungen hier doch überhaupt kein Grund besteht, dann kann ich sagen, dass es mir beim Thema Gentechnik eiskalt den Rücken herunter läuft.

Schwindende Resourcen. Sind das nicht die Brennstoffe, die "wir" auf der Flugreise nach Übersee verbrennen, wenn "wir" unseren "verdienten Urlaub" dort verbringen und doch nur herumhängen wie zuhause auch? Sind das nicht die Kraftstoffe, die "wir" erst mechernd tanken und dann fröhlich bei so mancher überflüssiger Fahrt mit den "neuesten Errungenschaften der Automobilindustrie" verbraten? Auch nur, weil "wir es uns verdient haben"?

Es grüßt - 8) Franz
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Beitragvon Terragatorfahrer » Do Apr 10, 2008 20:15

Ich bin zu blöd das zu kapieren


Das glaube ich dir ! Endlich mal ein begründetes Argument :!:


Stell mal hier Argument 1 von mir und Argument 2 gegenüber, damit ich auch weiß, was ich womit entkräftet hab.


Das habe ich eigentlich schon, aber gut.

ARGUMENT 1.
..:: Forenkobold ::.. Mit genau den gleichen argumenten, mit denen jetzt irgendwelche Spinner gentechnische Innovationen zur Hungerbeseitigung verhindern...


Also die Gentechnik - Gegener - Öko - Spinner sind deiner Ansicht nach Schuld am Hunger auf der Welt, weil sie gegen "gentechnische Innovationen zur Hungerbeseitigung" sind.

ARGUMENT 2.1
..:: CarpeDiem: ::..
Der Landwirtschaft wird im Moment eine Diskussion aufgezwungen, dass die eine ethische Verantwortung trägt für die Nahrungsmittelproduktion d.h. sie solle gefällig die Finger von einer anderweitigen Verwendung lassen. Erstaunlich was es da für Koalitionen gibt, diese reichen von der Grossindustrie bis zum linken Ökospektrum.


Hier steht: Die Ökos sind angeblich gegen die Anderweitige Nutzung von Nahrungsmittel was Du Forenkobold bestätigst:

ARGUMENT 2.2
..:: Forenkobold ::..Da tat sich vor Allem das lionke Spektrum hervor.


Und hier werden sie krittisiert das sie gegen die Anderweitige Nutzung von Nahrungsmittel sind. ALSO WIE PASST DEINE ARGUMENTATIONSWEISE ZUSAMMEN WENN SIE ERST KRITTISIERT WERDEN, DASS SIE AM WELTHUNGER SCHULD SIND UND GLEICHZEITIG GEGEN DIE VERBRENNUNG VON NAHRUNGSMITTEL SIND ???
Handle immer nach dem Kategorischen Imperativ !!!
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Beitragvon forenkobold » Fr Apr 11, 2008 12:47

Ganz einfach, Terragatorfahrer.

Wir brauchen nunmal nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung.
Und wir brauchen Nahrung für alle Menschen.
Und das bedeutet :
Höchsterträge auf Hochertragsstandorten anstreben.
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Beitragvon Franz Henneken » Fr Apr 11, 2008 13:06

. . . und da greift eins in andere. Wer glaubt denn, noch in zwanzig Jahren ein Recht auf Urlaubsreise nach Übersee anzustreben, wenn die Recourcen knapper werden?

http://www.landtreff.de/viewtopic.php?t=16369

So wird auf Dauer weder immer höhere Dosen an Chemie noch der flächendeckende Einsatz der Gentechnik Dein Ziel, die "Höchsterträge auf Hochertragsstandorte", erreichen.

Und heute auf WDR2: Es wurde berichtet, dass es bei der Ernte in Bangladesh wahrscheinlich ein Totalausfall gibt, ebenso kann die Kornkammer Chinas wegen Überschwemmungen und extremer Erosion viel weniger liefern als bisher vermutet.

Hätte hier die Gentechnik helfen können? Wohl kaum. Es pfeifen doch schon die Spatzen von den Dächern, dass verschiedene Pflanzen, die gentechnisch verändert sind, plötzlich von Krankheiten befallen werden, die vorher kein Thema gewesen sind. So zeigt sich doch ganz deutlich, dass die Gentechnik niemals so eine Art Rettung der Menschheit ist, sondern genau das Gegenteil.

Es grüß - 8) Franz
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Beitragvon Kaninchen » Fr Apr 11, 2008 15:02

Ich frag mich so langsam, was man noch alles aus Pflanzen machen will ... :roll: die Konkurrenz zur Nahrung wird von allen Seiten immer größer.
Bio-Kunststoffe werden nun auch vermehrt z.B. in der Autoindustrie angewandt. Vorteile sind bessere Splitterfestigkeit, besseres Temperaturverhalten u.a.
Das soll auch ein Zukunftsmarkt sein... :roll:
Grüßle,
Birgit
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Beitragvon Franz Henneken » Fr Apr 11, 2008 16:18

Eine gerechtere Welthandelspolitik kann schon jede Menge bewirken, vor allem, wenn irgendwelche "Entwicklungshilfen" die Menschen vor Ort in der Dritten Welt nicht zu Almosenempfängern gegradiert, sondern ihnen noch genügend Luft gibt, selbst handeln zu dürfen. Und da finde ich, hat Mohamad Yunus aus Bangladesh viel erreicht. Durch seine "Bank der Ärmsten" hat er schon vielen den Sprung in die Selbstständigkeit ermöglicht.

Aber neulich habe ich noch gelesen, dass auch hier in Deutschland Forscher dabei sind, Nutzpflanzen gentechnisch so zu verändern, dass sie jeden Sturm und jede Wasserflut standhalten sollen. Diesen Forschern kann ich nur fragen: Was soll das für ein Monsterkorn sein? Und das soll Nahrung sein für Mensch und Tier? So etwas will man kreieren, um es einfach so in die Natur zu entlassen?

Sollten Forscher jemals soweit kommen, dann haben sie gewiss so etwas wie einen "irdischen Alien" geschaffen. Denn wie muss eine Pflanze geschaffen sein, um Naturgewalten zu trotzen?

Ich denke auch, dass dann so einige Befürworter kalte Füße bekommen und die Seiten wechseln werden.

Es grüßt - 8) Franz
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Beitragvon Hoschscheck » Fr Apr 11, 2008 16:32

Kaninchen hat geschrieben:Ich frag mich so langsam, was man noch alles aus Pflanzen machen will ... :roll:


Wir werden, durch die Gentechnik initiiert, die Industrialisierung der Pflanzenwelt erleben.

Es werden Zukünftig "Natürliche-Verbindungen" in der Pflanze heranwachsen, die ihren Markt in zum Teil bisher nur Ansatzweise gedachten Märkten finden werden.
Die entsprechenden Nutznießer werden mit viel Kapital den Bodenmarkt aufrollen um ihr "natürliches Produkt" selbst herzustellen.
Die Arbeit wird von Maschinenringen und Lohnunternehmern erledigt.

Die Landwirtschaftliche "Überschussproduktion" kann Aufgrund dessen weiter zurück gehen.
Die dritte Welt kann sich nun endlich selber helfen und ist für ihr Versagen in der Bodenproduktion dann auch selbst verantwortlich.

Ach so und das Bauernsterben geht hier natürlich auch weiter.

Hoschscheck
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Beitragvon Kaninchen » Fr Apr 11, 2008 17:24

Hoschschreck, nun erschreckst du mich :?
Aber vermutlich hast du recht, der Trend ist leider erkennbar, aber "Industrialisierung der Landwirtschaft" macht mich doch traurig. Es hört sich für mich so an, als tät es nicht zusammen passen. Bzw. als sollte es nicht zusammen passen. :?
Da werden nicht nur soziale Werte zugrunde gehen.
:(
Grüßle,
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Beitragvon Kaninchen » Fr Apr 11, 2008 19:11

Schimmel, ich bin ja nun auch wirklich kein Gegner gegen Fortschritt ...
Ich befürworte im richtigen Rahmen die Gentech oder auch nicht allseits beliebte Verfahren wie Klärschlammverwertung... aber beim Stichwort "Industrialisierung" ... wird mir anders...

Yo, wir begeben uns ins Reich der Gefühle :wink:

bisher ist es ja doch so, daß jeder selbständige Landwirt mindestens zu einem gewissen Teil seine Flächen so beackert, wie er es für gut befindet - und da es sein wichtigstes Gut ist, tut er es aus eigenem Antrieb in möglichst schonender und sinnvoller Weise.

Bei der Industrialisierung der Landwirtschaft befürchte ich eben, daß die Einheiten immer größer werden und der Bezug zur Fläche damit geringer.

Das Verantwortungsgefühl , das im Berufsstand der Landwirte besonders ausgeprägt ist, würde anonymisiert, wie es auch in der Industrie geschehen ist... siehe Altlastenproblematik...
:roll: ...
und wenn das der Trend sein sollte, dann seh ich das auch den Bach runter gehen... :cry:


Deshalb ist es ja so wichtig, daß der mittelständische Betrieb gefördert und erhalten bleibt! In der Landwirtschaft, wie im Handwerk!
Die sind es schließlich auch, die in der Masse Arbeitsplätze schaffen!
Grüßle,
Birgit
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Beitragvon Franz Henneken » Sa Apr 12, 2008 22:20

Hoschscheck hat geschrieben:
Kaninchen hat geschrieben:Ich frag mich so langsam, was man noch alles aus Pflanzen machen will ... :roll:


Wir werden, durch die Gentechnik initiiert, die Industrialisierung der Pflanzenwelt erleben.

Es werden Zukünftig "Natürliche-Verbindungen" in der Pflanze heranwachsen, die ihren Markt in zum Teil bisher nur Ansatzweise gedachten Märkten finden werden.
Die entsprechenden Nutznießer werden mit viel Kapital den Bodenmarkt aufrollen um ihr "natürliches Produkt" selbst herzustellen.
Die Arbeit wird von Maschinenringen und Lohnunternehmern erledigt.

Die Landwirtschaftliche "Überschussproduktion" kann Aufgrund dessen weiter zurück gehen.

Die dritte Welt kann sich nun endlich selber helfen und ist für ihr Versagen in der Bodenproduktion dann auch selbst verantwortlich.

Ach so und das Bauernsterben geht hier natürlich auch weiter.

Hoschscheck


Ach so? Vielleicht kann man unter "Bauernsterben" auch verstehen, dass sie keine "natürliche Todesursache" hatten. Genau das, was Du da aufführtst, ist genau das Drama, was sich seit Jahren in Argentinien abspielt. Aber fast alles, was nach draußen dringt, ist der Jubel einer winzigen Schicht, die daran mitverdienen, dass ein Großteil der Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes vor die Hunde geht.

So schreibt F. William Engdahl in "Saat der Zerstörung" auf Seite 50:

„Von Unterernährung war früher in Argentinien nichts zu hören. Sie war bis 2003 jedoch auf geschätzte elf bis 17 Prozent der Gesamtbevölkerung von 37 Millionen Menschen angestiegen. Mitten in der schweren nationalen Wirtschaftskrise im Zusammenhang mit dem Staatsbankrott mussten die Argentinier feststellen, dass sie sich nicht mehr wie früher darauf verlassen konnten, auf einem kleinen Grundstück auf dem Lande überleben zu können. Das Land war vom Massenanbau des GMO-Soja überrannt und für übliche überlebensnotwendige Feldfrüchte sogar gesperrt worden.

Mit Unterstützung ausländischer Investoren und gigantischer Agrarunternehmen wie Monsanto und Cargill hatten sich die argentinischen Großgrundbesitzer planmäßig daran gemacht, hilflosen Bauern ihr Land oft sogar noch mit Hilfe des Staates abzunehmen. Nach dem Gesetz durften Bauern Land bebauen, wenn sie das schon mindestens 20 Jahre oder länger ohne Widerspruch getan hatten. Dieses überlieferte Recht trampelten die neuen Machthaber im Interesse der Agrarindustrie nieder. In einer großen Region, in Santiago-del Estero, begannen die Großgrundbesitzer im großen Stil die Wälder für den GMO-Sojaanbau zu roden. Bäuerlichen Dorfgemeinschaften wurde plötzlich mitgeteilt, dass ihr Land nun jemanden anderes gehöre. Wenn sie sich weigerten, es freiwillig zu verlassen, stahlen ihnen in der Regel bewaffnete Banden das Vieh, brannten ihre Ernten auf den Feldern nieder und drohten ihnen weitere Gewalttaten an. Die Verlockung riesiger Gewinne aus dem GMO-Sojaexport war der Antrieb hinter dem landesweiten gewaltsamen Umbruch des traditionellen Ackerbaus.

Als bäuerliche Familien in die Mittellosigkeit gestützt und von ihrem Land vertrieben wurden, um in neuen Slums am Rand der größeren Städte zu überleben, gerieten Selbstmord, gesellschaftliche Unruhen, Verbrechen und Krankheit unter der nicht mehr zu bewältigenden Überbevölkerung außer Kontrolle. In wenigen Jahren waren mehr als 300.000 Landwirte und Kleinbauern von ihrem Land vertrieben worden, um es für das große Agrargeschäft der Plantagenbesitzer zu räumen. Die Vertriebenen flohen in die Städte, besonders nach Buenos Aires, in der verzweifelten Hoffnung, dort zu überleben.“

Sieht so ein Strukturwandel aus? Muss es auch in anderen Ländern so kommen? Es ist nicht nur in Argentinien so verlaufen, auch in Indien bahnt sich eine ähnliche Katastrophe an, und wie schon vor drei Jahren Bertram Verhaag in einem halbstündigen Dokumentarfilm aufzeigt, kann jeder in Kanada sehen, dass "Saskatchewan stirbt".

So allmählich schleicht sich bei mir, und hoffentlich nicht nur bei mir, dass Deine ganz offen zugegebenen "Begleiterscheinungen" ebenso zutreffen wie F. William Engdahl die Folgen in "Saat der Zerstörung" dokumentiert und Bertram Verhaag in "Saskatchewan stirbt" zeigt.

@ Hoschscheck: Wenn die Arbeit nur von eine kleine Handvoll Landarbeiter mit eine ganze Menge Maschinen gemacht werden, wo bleiben die Menschen, die vom Lande vertrieben werden? Stört meine Frage oder bin ich vielleicht irgendwie nur sentimental? Werden sie mit offenen Armen von einer Großindustrie empfangen, die ebenfalls Arbeitsplätze im großen Stil abbaut, nur um den eigenen Profit in die Höhe zu schrauben?

Es grüßt - 8) Franz
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Beitragvon Franz Henneken » Sa Apr 12, 2008 22:34

Kaninchen hat geschrieben:Schimmel, ich bin ja nun auch wirklich kein Gegner gegen Fortschritt ...
Ich befürworte im richtigen Rahmen die Gentech oder auch nicht allseits beliebte Verfahren wie Klärschlammverwertung... aber beim Stichwort "Industrialisierung" ... wird mir anders...

Yo, wir begeben uns ins Reich der Gefühle :wink:

bisher ist es ja doch so, daß jeder selbständige Landwirt mindestens zu einem gewissen Teil seine Flächen so beackert, wie er es für gut befindet - und da es sein wichtigstes Gut ist, tut er es aus eigenem Antrieb in möglichst schonender und sinnvoller Weise.

Bei der Industrialisierung der Landwirtschaft befürchte ich eben, daß die Einheiten immer größer werden und der Bezug zur Fläche damit geringer.

Das Verantwortungsgefühl , das im Berufsstand der Landwirte besonders ausgeprägt ist, würde anonymisiert, wie es auch in der Industrie geschehen ist... siehe Altlastenproblematik...
:roll: ...
und wenn das der Trend sein sollte, dann seh ich das auch den Bach runter gehen... :cry:


Deshalb ist es ja so wichtig, daß der mittelständische Betrieb gefördert und erhalten bleibt! In der Landwirtschaft, wie im Handwerk!
Die sind es schließlich auch, die in der Masse Arbeitsplätze schaffen!


Anscheinend ist jeder, der sich mit solchen Dingen abgibt wie es auch Du machst, gleich als sentimental abgestempelt. So etwas gehört niemals in eine Welt von Business und Geld, das steht solchen Leuten im Weg, das muss weg - endgültig!!!

Ganz klar ziehen einige wenige Menschen absolut ein Nutzen daraus, dass sämtliche Produktion anonymisiert wird. Wenn in einem Verarbeitungsprozess nur noch ein diffuser Markenname steht - um so besser, dann sind die Manager die Macher. Wieviel Verantwortung aber heutzutage ein Manager hat, kann man fast täglich in der Zeitung lesen. Wenn Verantwortung, dann höchstens dem Aktionär gegenüber, dass ja der Aktienkurs schön hoch ist und immer bis in alle Ewigkeit steigt.

Boden? Land? Tiere? Natur? Menschen? Nichts für Manager, solche Dinge stören ihn nur.

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Beitragvon Franz Henneken » Sa Apr 12, 2008 22:47

schimmel hat geschrieben:In den Nachkriegsjahren hatte auf dem Dorf fast jeder noch ein Schwein, eine Ziege oder eine Kuh. War die Zeit besser? Müssen wir wieder dorthin zurück?
Die Weichen stellen die Wirtschaft und die Politik. Die Einflussnahme kommt von außen. Deutschland ist ein Industrieland und will/muss es bleiben oder es gibt Mord und Todschlag. Dafür wird alles getan!
Landwirtschaft wird immer Spielball der Interessen sein.

Reini


Vielleicht würde einigen eine Zeitreise rund 50 oder 60 Jahre zurück mal gut tun. Da hatte man zwar weniger, wusste dieses bisschen aber mehr zu schätzen.

Dass die Einflussnahme von außen kommt, oder nur von außen zu kommen hat, ist einigen Leuten ganz Recht. So können sie das Land schön ausquetschen wie eine Zitrone und was davon übrig bleibt, den dort Lebenden überlassen. Wenn für die überhaupt noch was übrigbleibt.

Klar, wir müssen ein Industrieland bleiben, sonst gibt es Mord und Todschlag. Aber ein Industrieland auch mit Agroindustrie? Sollen sich solche Dinge wie bei BenQ oder Siemens oder Vattenfall oder VW auch in der großen Landwirtschaft wiederholen? Durchgeknallte Manager, die den Hals nicht vollkriegen? Die mit Goldenen Handschlag entlassen werden, und auf der anderen Seite eine Belegschaft, die den Bockmist auszubaden hat?

Wann gibt es Mord und Todschlag? Wenn die Industrie nicht genug Ramschware produziert, die eh' schon tonnenweise aus China kommt? Oder immer neues Hightech, das sich kaum noch ein Mensch in Deutschland selbst leisten kann? Wieviele Leute hat denn gerade diese Industrie in den letzten Jahren entlassen? Oder gerade weil Deutschland ein Industrieland bleiben muss und diese Prinzipien auch auf die Landwirtschaft ausweitet und dann dort kaum noch Menschen gebraucht werden und Dinge passieren wie in Argentinien und Indien?

Irgendwie scheint es mit der Gentechnik so zu verlaufen: "Bei Risiken und Nebenwirkungen helfen weder Arzt noch Apotheker!"

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Beitragvon Tyler Durden » So Apr 13, 2008 8:38

Hallo,

Na franz, da hat sich aber einer mal Luft gemacht. Vom Manager- uns Shareholderkapitalismus (Ja eigentlich schon fast Schnee von gestern) über den Strukturwandel von Schwellenländern und Wirtschaftskriesen und wieder zurück zur Gentechnik. Respekt!

Mal ne Frage zum Strukturwandel in der Landwirtschaft:
Wie sollte das denn deiner Meinung nach über die Bühne gehn?
Wenn man ihn einfach so geschehen lässt wie in den von dir abgesprochenen Schwellenländern ist es dir ein Greuel (und das zurecht) , da ja einige Großkapitalisten wie die Aasgeier über das Land der machtlosen Kleinbauern herfallen.
Kommt aber wie bei uns der Staat und sagt: Moment mal. Achtung! das könnte zu Problemen führen. Lasst uns eine Agrarpolitik machen die für alle Seiten halbwegs glimpflich abläuft, ist es dir schon wieder ein Gräuel da wir ja zu unfreien Hilfsempfängern werden und zugleich noch die 3. Welt mit unserer Überproduktion überschwemmen.
Oder sollte die Sache wieder rückgängig gemacht werden damit deine sozialromatisch verklärte Fantasie Realität wird, in der alles besser war und man die eine Sau die man hatte wieder zu schätzen weis?


Boden? Land? Tiere? Natur? Menschen? Nichts für Manager, solche Dinge stören ihn nur.

In welche Hände gehören denn sonst knappe Ressourcen?
Ist und war der Landwirt nicht schon immer ein Manager dessen Shareholder die Volksbank um die Ecke ist, die als Rendite für ihr Geld immer das verlang hat was der Kapitalmarkt gerade so forderte?
Und von der Verantwortung gegenüber der Natur und dem was Produziere ist auch noch keiner satt geworden.

Gruß
Tyler
Wisdom is sold in the desolate market where none come to buy,
And in the wither'd field where the farmer plows for bread in vain.
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Beitragvon Terragatorfahrer » So Apr 13, 2008 11:58

....Aber das die Gentechnik die ungewollte Industrialisierung fördert scheint kein Diskussionspunkt zu sein. Und es ist auch keiner, weil es Tatsache ist. Hat ja jeder in der DDR sehen können das die Industrialisierung irgendwann ausgereizt ist. Und soweit darfe es nicht kommen. Wenn die Landwirte durch Menager ersetzt werden geht es nur noch um den Profit. Die Böden werden restlos ausgelaugt, damit die Aktionäre an der Börse zufrieden sind.
Es ist eine große Verantwortung von Landwirten die Ertragsfähigkeit von Böden für unsere Kinder zu garantieren. Doch die Bodenpunkte sinken und sinken, die Qualität der Böden verschlechter sich.
Der Erhalt der Bodnequalität ist eine wichtige Maßnahme um auch den Hunger in Zukunft bekämpfen zu können. Da sind Pflanzen welche sich über Millionen von Jahren entwickelt haben und nun von Menschen verändert werden denkbar ungeeigneter als solche Maßnahmen wie die schon genannte Qualität der Böden zu erhalten.
Da ist es doch unwichtig einen Kipper mehr vom Feld heim zu fahren, wenn gleichzeitig immer mehr Dünger benötigt wird um das Level zu halten. Während Landwirt A seinen Ertrag steigert um den Hunger der Welt zu beseitigen, (Forenkobold) errichtet Landwirt B eine Biogasanlage die er mit Nahrungsmittel betreibt. Dadurch wird NICHT mehr Nahrung produziert, auch wenn es diese Biogasanlagen NICHT geben würde. Durch die Höhere Ausbeute werden die Böden über kurz oder lang zusammenbrechen.
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