Höffti hat geschrieben:
Interessante Zahlen. Sind diese ansatzweise realistisch? 300 Märkte inkl. Lager und Logistik für 1,5 Mrd. halte ich für ambitioniert.
Und wie wird sich ein "Neuer" am Markt etablieren können bei der Größe? Wenn Lidl den Butter für 90 Cent einkaufen kann und für 99 verkauft, dann kriegt der Neue mit viel kleinerer Menge den vermutlich für 1,40€ angeboten. Wie stellst Du Dir das vor, wie man da wettbewerbsfähig sein soll?
Das sind im Schnitt 5 Mio. € pro Markt inklusive Lager- und Logistikanteil. Das ist für einen modernen Fachmarkt weder unrealistisch noch ambitioniert.
Der eigentliche Denkfehler liegt aber woanders: Die Verarbeiter werden komplett ausgeblendet. Genau die müssen mit ins Boot. Molkereien, Schlachtbetriebe, Veredler stehen heute unter dem gleichen Preisdruck wie die Landwirte. Sie werden vom LEH über kurzfristige Ausschreibungen, Konditionen und Margendruck geschröpft.
Warum sollten diese Betriebe ein System torpedieren, das ihnen langfristige Abnahme, planbare Mengen und stabile Margen bietet?
Der Butter-Vergleich mit Lidl greift ebenfalls zu kurz. Natürlich kann ein neuer Markt am Anfang nicht zu Lidl-Konditionen einkaufen. Das ist auch nicht das Ziel. Lidl erreicht diese Preise über extreme Marktmacht und kurzfristigen Preisdruck. Ein alternatives System setzt auf langfristige Kontrakte, gemeinsame Planung und Skalierung mit den Verarbeitern – nicht auf Tagespreise.
Wettbewerbsfähigkeit entsteht hier nicht über den billigsten Einkaufspreis, sondern dadurch, dass Handel, Verarbeitung und Erzeugung gemeinsam organisiert sind und ein Teil der Margenkaskade entfällt. Mit wachsendem Volumen wird der Abstand automatisch kleiner.

