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Nachfolge - wie kann's gehen ?

Hier kann man über aktuelle Themen aus den Medien und Allgemeines der Landwirtschaft diskutieren.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Qtreiber » Do Sep 27, 2018 12:57

countryman hat geschrieben:
ihc 844 xla hat geschrieben:
xaver1 hat geschrieben:Wenn man allerdings wegen Sentimentalitäten, sozialen Aspekten oder einem geliebtem Hobby einen Hof an die Wand fahren will soll man das bitte tun.


Kann man jederzeit machen, das ist völlig OK. Kein Nachfolger hat ein Naturrecht auf ungeschmälerten Erb-Antritt.
Nicht OK sind Tierschutzverstöße, Rechnungen nicht bezahlen, Pflichten gegenüber Mietern vernachlässigen usw.


Zitierfehler ! :wink:
Qtreiber
 
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon 15er » Do Sep 27, 2018 13:03

xaver1 hat geschrieben:Hallo 15er, das mit den nur 40% eigenes Futter von 20 ha ist für Dich wahrscheinlich auch noch realistisch, oder?
Noch dazu, da es sich um besonders kleine Tiere handeln soll.

Da mach ich gern den Troll, jeden Scheiß will ich einfach nicht glauben. :mrgreen:

mfg


Wieso soll ich es nicht glauben?

Ich finde die Zahl erschreckend niedrig, habe aber selber einen ähnlichen Fall im Nachbardorf.
Dort wird das Jungvieh ohne Rücksicht auf Verluste ausgetrieben, dementsprechend sieht die Weide rund um die Hofstelle aus. Das machst einige Jahre und die Jungtiere kommen am Abend hungrig von der Weide, weil sie die meiste Zeit im Dreck stehen und ausser Ampfer kaum was wächst. Schon sind die ersten 5 ha fürn Asch.

Kein Kunstdünger, Gülle wird dann gefahren wenn das Leihfass frei ist, also wenn es allen anderen zu naß ist. Ertrag bei 4 Schnitten ein einziger Witz.
2 Grundstücke mit je einigen ha sind gerade am absaufen, dieses Jahr hat er seit langem mal wieder alles mähen können (Spitzenqualität), da es über Monate nicht geregnet hat. Da ist sein eigener Graben dicht, den hat mein Nachbar (Baggerfahrer) vor 30 Jahren das letzte mal geräumt, zu dieser Zeit wurde auch etwas drainiert.
Es gibt einen Acker mit 5 ha, dort wird zwar immer wieder was angebaut, aber entweder viel zu spät, oder es wird das spritzen vergessen. Diese Jahr hat er mit der Halmverkürzung beim Weizen gespart, war der einzige Fleck in der ganzen Gemeinde der größtenteils gelegen ist. Mähdrescher Fahrer kommt ihm auch keiner mehr, weil die nach 10 Minuten wieder aufhören können weil es viel zu feucht ist, wenn alle anderen dreschen schneidet er im Wald die Käferbäume vom letzten Jahr um.

Vor 5 Jahren wurde das "Milchmessen" aufgehört, da meinte der LKV Mann der 20 Jahre den Hof betreute, bei dem aktuellen Stalldurchschnitt wäre dies auch fast mehr wert.

Junggeselle, Ende 50, ein Neffe wurde schon vom Hof gejagt, der andere arbeitet nur noch gegen Vorkasse.
Investitionsstau in jeder Hinsicht ausser beim Haupttraktor versteht sich ;-)

Ich denke der hat 35-40 Milchkühe der ist wahrscheinlich froh wenn er auf seine 30 ha die 40% schafft.

Kannst glauben oder nicht, aber nichts ist unmöglich schon garnicht in der LW
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon ihc 844 xla » Do Sep 27, 2018 13:19

Bei mir im Dorf gab es einen der war irgendwann so verzweifelt das er alle alten Rundballen vor den Kuhstall gestellt hat. Vor die Türen und Fenster. Ist dann mit nem Strick in Wald und hat sich aufgehängt.
Nach öffnen des Stalls war es ein grauen.
Ich denke sowas wurde bei meinem Fall verhindert, Gott sei Dank
ihc 844 xla
 
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon Bremerland » Do Sep 27, 2018 13:48

@Paule: Dein Problem ist wohl noch nicht gelöst. Von mir als "Jungbauer mit inzwischen 64 jahren": Mach Deinen Job weiter und laß den Alten vor sich hin wurschteln, Dir bringt das nix, da haben die ganzen Ratgeber schon recht. Ich habe mein Erbe in 10 ha mit ein paar aufstehenden Gebäuden angelegt und wir machen "in Pferden", eigene, Einsteller und Schulbetrieb. Schon ohne einen "Alten" dazwischen halten sich Freud und Leid die Waage. Es sind noch viele Investitionen erforderlich, aber wir bekommen die Füße an den Grund ohne daß uns das Wasser bis zum Hals steht. Wir müssen aber sehr vorsichtig wirtschaften und aufpassen, daß wir als Hofbesitzer (bei all den fremden Leuten) immer die Nase vorn haben. Viele Leute mit Ideen, eine Menge die sich so auf lau durchzulavieren versuchen und wenige die wirklich eine Hilfe sind. Es gibt Tage, da wäre ich den ganzen Mist einfach gerne los, an anderen Tagen beende ich die Arbeit aber auch mit einem guten Gefühl. Freizeit: Ferien auf dem Bauernhof, dem eigenen. Von anderer Arbeit wenig zu unterscheiden. Und einbringen tut es auch nur wenig.

Schöne Grüße
Michael
Wir können nicht einfach von unseren Naturschutzregeln abweichen, nur weil das ein paar hunderttausend Menschen vor dem Hungertod bewahren könnte.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon xaver1 » Do Sep 27, 2018 13:59

@Bremerland
Lies mal ab 25.September ... :D

mfg
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon DWEWT » Mo Jun 21, 2021 6:58

Nachdem nun vor einigen Jahren die Hofübergabeklausel höchstrichterlich gekippt wurde, versucht der BDL eine "Hofübergabeklausel light", durch die Hintertür einzuführen. Die Höfe müssten früher übergeben werden, damit die Betriebe zukunftsfähig aufgestellt werden könnten. Schließlich seien die Hofnachfolger gut ausgebildet worden, um Verantwortung übernehmen zu können. Es müsse mehr Anreize in Form von Steuererleichterungen, Beratungen, Wegfall von Notar- und sonstigen Kosten geben, damit die Betriebe früher übernommen werden können. Soweit alles noch irgendwie nachvollziehbar. Jetzt allerdings kommt es. M.Walz, "Vorturnerin des BDL", erwartet eine "verpflichtende Anwendung" dieser Instrumente, damit die Übergabebereitschaft "gefördert" werde. Der Spruch: "Was du ererbt von deinen Eltern, erwirb es, um es zu besitzen", müsste heute etwas angepasst werden. Heute ist ganz offensichtlich die Maxime:"Was dir nicht freiwillig übergeben wird, müssen dir die Juristen erstreiten". Gute Voraussetzungen für ein gedeihliches Miteinander auf den Höfen! :wink:
btw: in den letzten 30 Jahren hat die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe um jährlich ca. 10 Tsd. abgenommen. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, haben wir in 20 Jahren noch ca. 40 bis 60 Tsd. Betriebe. Genug, um die deutsche Bevölkerung ernähren zu können! Der Strukturwandel wird weitergehen; auch mit "gut ausgebildeten Hofnachfolgern".
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon meyenburg1975 » Mo Jun 21, 2021 7:39

In 20 Jahren liegt der SVG bei unter 2/3. Unabhängig von Anzahl und Ausbildung möglicher Nachfolger.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon T5060 » Mo Jun 21, 2021 8:39

Mit 20/25 Jahren sollte der Hofnachfolger weitesgehende Betriebsleiterkompetenz haben und die Zukunft des Betriebs gestalten können und auf der anderen Seite sollte man ab dem 60. Lebensjahr seine Hofnachfolge geklärt haben. Kritisch sind in dieser Phase der Anspruch des Abgebenden an seine Altersversorgung, eine mittlerweile extreme Diskrepanz zwischen dem was der Hof erwirtschaftet und seinem Verkehrswert und dem hohen Geldbedarf für eine Modernisierung / Neuausrichtung des Hofs. Der Vorstoß des BDL geht deshalb in die richtige Richtung
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon DWEWT » Mo Jun 21, 2021 9:14

T5060 hat geschrieben: Kritisch sind in dieser Phase der Anspruch des Abgebenden an seine Altersversorgung, eine mittlerweile extreme Diskrepanz zwischen dem was der Hof erwirtschaftet und seinem Verkehrswert und dem hohen Geldbedarf für eine Modernisierung / Neuausrichtung des Hofs. Der Vorstoß des BDL geht deshalb in die richtige Richtung


Im KLartext heisst das, dass sich der Abgeber zu becheiden hat? Wir haben erst kürzlich über die nicht ausreichende Altersrente gesprochen. Um diese aufbessern zu können, muss der Abgeber einen entsprechenden Unterhalt vom Übernehmer bekommen. Wirft der Hof das nicht ab, müssen eben Vermögensteile liquidiert werden! Die Auffassung, dass sich die Alten bescheiden müssen, damit dem Nachfolger die Weiterbewirtschaftung möglich gemacht wird, ist völlig inakzeptabel. Ersteinmal muss geklärt werden, ob der Hof überhaupt eine Zukunftschance hat. Erst wenn diese Frage ganz klar mit "Ja" beantwortet werden kann, geht´s an die Nachfolgefrage. Da die erste Frage in der überwiegenden Anzahl der Betriebe mit einem "Nein" zu beantworten ist, erübrigt sich da auch die Regelung der Hofnachfolge.
In dieser Hinsicht sollte das Höfeordnungs-/Höferolle-Wesen untersucht werden. Alle Betriebe die nicht ein Landgut im Sinne des BGB sind, sollten auch nicht mehr privilegiert vererbt werden können. Das spült viel Geld in die öffentlichen Kassen und dann könnte auch der Spitzensteuersatz herabgesetzt werden. :wink:
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon bauer hans » Mo Jun 21, 2021 9:35

nicht nur bei bauern ists schwierig mit der nachfolgeregelung,eigentlich überall wirds emotional aggressiv.
selbst der puddingkonzern aus BI,wo der senior viele kinder mit mehreren frauen bekommen und vorher angeblich alles geregelt hatte,befindet sich im erbstreit,der jetzt wohl durch einen externen ceo entschärft wurde.
warum erbschaften steuerlich höher bewerten??
damit die politik noch mehr geld zum fenster raus wirft!!
wir schaffen uns :mrgreen:
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon T5060 » Mo Jun 21, 2021 10:04

DWEWT hat geschrieben:
T5060 hat geschrieben: Kritisch sind in dieser Phase der Anspruch des Abgebenden an seine Altersversorgung, eine mittlerweile extreme Diskrepanz zwischen dem was der Hof erwirtschaftet und seinem Verkehrswert und dem hohen Geldbedarf für eine Modernisierung / Neuausrichtung des Hofs. Der Vorstoß des BDL geht deshalb in die richtige Richtung


Im KLartext heisst das, dass sich der Abgeber zu becheiden hat? Wir haben erst kürzlich über die nicht ausreichende Altersrente gesprochen. Um diese aufbessern zu können, muss der Abgeber einen entsprechenden Unterhalt vom Übernehmer bekommen. Wirft der Hof das nicht ab, müssen eben Vermögensteile liquidiert werden! Die Auffassung, dass sich die Alten bescheiden müssen, damit dem Nachfolger die Weiterbewirtschaftung möglich gemacht wird, ist völlig inakzeptabel. Ersteinmal muss geklärt werden, ob der Hof überhaupt eine Zukunftschance hat. Erst wenn diese Frage ganz klar mit "Ja" beantwortet werden kann, geht´s an die Nachfolgefrage. Da die erste Frage in der überwiegenden Anzahl der Betriebe mit einem "Nein" zu beantworten ist, erübrigt sich da auch die Regelung der Hofnachfolge.
In dieser Hinsicht sollte das Höfeordnungs-/Höferolle-Wesen untersucht werden. Alle Betriebe die nicht ein Landgut im Sinne des BGB sind, sollten auch nicht mehr privilegiert vererbt werden können. Das spült viel Geld in die öffentlichen Kassen und dann könnte auch der Spitzensteuersatz herabgesetzt werden. :wink:


Siehste, das ist der Unterschied zwischen mir und dir: Ich denke und arbeite lösungsorientiert und eine Lösung ist immer möglich, weil dem Grunde nach dies alle Parteien auch wollen.
Dazu muss man erst mal sauber die Zielvorstellungen der Beteiligten erarbeiten und dann den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen.

Jede Art von gesetzlicher Regelung ist immer schlechter als der "kleinste gemeinsame Nenner" und schafft andere Ungerechtigkeiten und Unwägbarkeiten. Diesbezüglich sind die Regelungen des BGB, des GrundstücksVerkehrsG und der Anerbengesetze auch heute noch sehr aktuell und praxisnah. Die Probleme treten nur immer dann auf, wenn der Alte zu lange an seinem Scheiss festhält und der Hof mehr als 10 Jahre in seiner Entwicklung deshalb gehemmt wurde. Aus der Praxis heraus kann ich dir sagen, wo es dem Abgeber im Altenteil an Bescheidenheit fehlt, da war dem seine Wirtschaft als Betriebsleiter auch nicht besonders gut. Das war aber vor mehr als 100 Jahren auch schon so. Deine Großkotz-Marotten passen heute vielleicht noch nach Südamerika, aber auf europäischem oder nordamerikanischem Boden sind die nur noch albern.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon DWEWT » Mo Jun 21, 2021 11:22

T5060 hat geschrieben:
Deine Großkotz-Marotten passen heute vielleicht noch nach Südamerika, aber auf europäischem oder nordamerikanischem Boden sind die nur noch albern.


Ich wusste gar nicht, dass du diesbezüglich internationale Erkenntnisse hast. :lol:
In der letzten Legislaturperiode hatte die CDU schon mal einen Vorstoß dahingehend unternommen, dass sie, bei Ausscheiden des Betriebes, besondere steuerliche Regelungen zur Überführung von Betriebsvermögen ins Privatvermögen einrichten wollte. Leider ist eine solche Regelung am Widerstand der SPD gescheitert. Nur über eine solche Regelung, lässt sich der Strukturwandel auch für die aufgabewilligen Landwirte abfedern. Wir benötigen die Vielzahl an Betrieben nicht und es ist auch nicht Aufgabe der Gesellschaft, jeden Hof zu retten! Diese ganze Materie muss rational erörtert und entschieden werden. Wir brauchen leistungsfähige Strukturen und keine Puppenstubenlandwirtschaft!
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon meyenburg1975 » Mo Jun 21, 2021 11:35

Seit wann wir Politik, insbesondere die zur Landwirtschaft, rational entschieden.

Und leistungsfähig pro was? Fläche, Tiere, AK, eingesetztes Kapital, CO2? Da dürfte die persönliche Rationalität der subjektiven Wahrnehmung/Stärken unterlegen sein.
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon DWEWT » Mo Jun 21, 2021 11:38

T5060 hat geschrieben: Aus der Praxis heraus kann ich dir sagen, wo es dem Abgeber im Altenteil an Bescheidenheit fehlt, da war dem seine Wirtschaft als Betriebsleiter auch nicht besonders gut. Das war aber vor mehr als 100 Jahren auch schon so.


Das ist deine Stärke! Fragwürdig Erkenntnisse zu verallgemeinern und damit ältere Berufskollegen zu diskriminieren. Viele der heute ausscheidenden Berufskollegen sind in den frühen 70ern in die elterlichen Betriebe hineingewachsen, bevor sie sie übernehmen konnten. Die Ausbildung damals war schon extrem bescheiden. Viele haben lediglich die sogen. "Winterschule" absolviert, um eine Mindestinformation zu ihrem Beruf zu bekommen. Dass das oft nicht zur erfolgreichen Führung eines Betriebes gereicht hatte, dürfte klar sein. Die Alternativlosigkeit ließ sie dann weitermachen, wenn nicht irgendwann von außen der Hahn abgedreht wurde. Heute geben diese Betriebsleiter Restbetriebe an ihre Nachfolger weiter. Mit welchen Zukunftsaussichten? Der durchschnittliche deutsche Landwirtschaftsbetrieb hat eine Fläche von 56ha. Davon sind ca. 21ha Eigentum! In Bayern sind die Betriebsgrößen noch einmal geringer. Wie sollen von solchen Betrieben vorübergehend 2 Familien leben können? Den Alten zuzumuten, dass sie den Gürtel weiterhin eng schnallen müssen, weil sie ja nicht besonders "erfolgreich" gewesen waren, halte ich für eine Zumutung. In allen anderen Wirtschaftsbereichen freuen sich die Alten auf ihren wohlverdienten Ruhestand und in der Landwirtschaft soll geknausert werden? Schön blöd, wer sich das gefallen lässt! Nein, hier sollten Werte liquidiert werden, auch wenn das das Ende des Betriebes bedeutet. Spätestens bei der nächsten Übergabe ist ein solcher Schritt unvermeidbar. Wohl dem, der frei von Verpflichtungsgefühlen, seine Zukunft nach seinen Vorstellungen gestaltet!
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Re: Nachfolge - wie kann's gehen ?

Beitragvon DWEWT » Mo Jun 21, 2021 11:51

meyenburg1975 hat geschrieben:
Und leistungsfähig pro was? Fläche, Tiere, AK, eingesetztes Kapital, CO2? Da dürfte die persönliche Rationalität der subjektiven Wahrnehmung/Stärken unterlegen sein.


Wir werden zukünftig mit Dingen konfrontiert werden, die nur rational bewältigt werden können. Die CO²-Bepreisung ist z.B. so ein Fakt. Das Wegfallen der Dieselrückvergütung und das gleichzeitige Ansteigen des Dieselpreises (CO²Abgabe), werden so manchen Dieselluxuskonsum und damit so manche Maßnahme noch einmal überdenken lassen. Extensivstandorte werden aus der Bewirtschaftung fallen und, so will es ja auch die Politik, "verwildern". Und nein, das ist keine Enteignung! Man könnte ja dort weiter wirtschaften; es kostet dann einfach nur Geld.
Eingesetztes Kapital? Eine nicht wirklich ernst gemeinte Frage! Flächen mit Verkehrswerten von 200 Tsd.€/ha zu bewirtschaften, um Reinerlöse von 100-500 €/ha zu generieren? Absurd!
Leistungsfähigkeit kommt am besten zum Ausdruck, indem in- und output gegenübergestellt werden. Das setzt natürlich voraus, dass alle Produktionsfaktoren/ und -mittel akribsch ermittelt und bewertet werden. Dass da der immer wieder gerühmte "bäuerliche Familienbetrieb" Fehlstellen aufweist, ist keine neue Erkenntnis!
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