borger hat geschrieben:LUV hat geschrieben:Deutschland ist Honigimportland....die Toitsche Biene muss sich vermehren, um die Importe zu senken. Nur Toitscher Honig ist guter Honig!
Ist ja alles richtig, aber wir wollen doch Pevo bei der Wahrheitsfindung unterstützen, deshalb ist etwas mehr Tiefgang gefragt.
Zuerst mal bestäuben nur toitsche Bienen toitsche Blüten – und davon hängt unser aller Überleben ab.
Dann einen Blick auf die toitschen Imker – und Volltreffer: Die machen schon alles, was Pevo hier als Ideal für die Landwirtschaft propagiert. Sie sind wunderbar kleinimkerlich strukturiert und haben vom technischen Fortschritt der letzten 50 Jahre wenig mitbekommen.
Deshalb können sie weder den heimischen Honigbedarf decken noch zu Weltmarktpreisen erzeugen. Selbst deutsche Abfüller werden wegen zu niedriger Großhandelspreise weitgehend boykotiert.
Folgen:
Die deutschen Abfüller importieren massenhaft Honig und dominieren damit den Markt während die deutschen Imker sich eine Marktnische mit überwiegend Direktvermarktung erhalten haben.
Während in den Honigexportländern die Zahl der gehaltenen Bienen deutlich ansteigt ist sie in D seit 1970 um ca. 25% gesunken. Trotzdem verdoppelte sich in dieser Zeit der Honigertrag, dank moderner Landwirtschaft mit kräftigen (Raps)Monokulturen.
Bemerkenswert, die wenigen Massenbienenhalter mit moderner Ausstattung und professioneller Betriebsführung sind oft Bio. Wegen der Wirtschaftlichkeit sind sie ganz besonders auf die Rapstracht angewiesen, nur die Biobauern liefern nicht.
KTG hat es mal ganz groß auf mehreren tausend ha versucht – aber ganz schnell wieder die Finger davon gelassen, trotz eigener Ölmühle. Deren „Bio-Raps“ kommt jetzt aus Ländern, wo man nicht so genau hinschaut.
Den hiesigen „Bio-Imkern“ nutzt das wenig, ohne den „pestizidgetränkten“ Raps bekommen sie zuerst die Wirtschaftlichkeitskriese. Sie müssen, weil Bio-Zuckerrüben auch Mangelware sind, mit teuren „Bio“-Rohrzucker füttern und die Zertifizierungskosten tragen.
In den „Naturschutzgebieten“ blühen derweil die hochgiftigen Kreuzkräuter auf riesigen Flächen und liefern nur gefährlichen PA-Honig.
Standen wegen PA-Belastung früher mal die Importhonige im Fokus, erreicht heute deutscher Honig aus stark vom „Naturschutz“ kontaminierten Gebieten absolute Spitzenwerte.
Die PAs werden im Gegensatz zu Glyphosat nicht über den Urin ausgeschieden sondern lagern sich in der Leber – bis die Leber zerfällt. Ein grausiger Tod, dessen Ursache in den meisten Fällen unerkannt bleibt, da die PA-Untersuchung aufwendig und teuer ist.
Diese Sache hat Potenzial, deutschen Honig in der Beliebtheitsskala auf das Niveau von Bienenbütteler Bio-Sprossen zu bringen. Aber auch ohne diesen Supergau ist die Aussicht, die Honigmarktverhältnisse auf die Landwirtschaft zu übertragen, wenig berauschend. Die deutsche Landwirtschaft überwiegend in Händen von Hobbybauern, Weltrettern und Sektierern während das Gros der Lebensmittel aus anderen Ländern herbei geschafft werden muss.
Und das alles nur, weil Pevo mal eine „gute“ Idee hatte. Unsere über tausende Jahre gewachsene Kulturlandschaft wird so nachhaltig zerstört und in eine lebensfeindliche Öko-Wüste verwandelt.
Borger liefert hier ein Musterbeispiel von verzerrter Darstellung – die, würden die Medien so vorgehen, zu einer Betitelung „Lügenpresse“ führen.
Folgende Informationen scheinen mir deutlich hilfreicher:
Am 3. Dezember 2015 veröffentlichte das Bundesinstitut für Risikobewertung zum Thema „Pyrrolizidinalkaloide - Herausforderungen an Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ 13 Präsentationen zu den unterschiedlichen Aspekten zu PA.
Hier die Schlussfolgerung zum Aspekt „ PA in Futtermitteln“
Schlussfolgerungen
•Die Verbreitung von PA-Pflanzen in bestimmten Regionen stellt ein ernst zu nehmendes Problem für die Futtermittelsicherheit dar
•Inter/Intra-Jahres Schwankungen sowie mangelhafte Datenlage (Vorkommen/Toxikologie) erschweren die Bewertung
•Der Prozess der Cobsherstellung führt zu keiner Reduktion der PA-Gehalte
•Heutrockung und Silierung reduziert messbare PANO-Gehalte = Detoxifizierung?
dringender Forschungsbedarf:
•Daten (Vorkommen, Metabolismus) - > umfassende Risikobewertung
•Maßnahmen bei der Futtermittelerzeugung?
•Tiergesundheit: welche PA-Belastung des Nutztieres/welcher PA-Besatz ist vertretbar?
•Sachgerechte Information des Landwirts vor Ort (Ergänzung Pevo:dringender Bedarf - siehe Borgers Beitrag)
Insgesamt zeigen die 13 Präsentationen die umfassende Komplexität des Themas und den bisher lückenhaften Wissensstand.
Hier der Link zu den Präsentationen (auf der Seite: Aufklappen 13 Präsentationen)
http://www.bfr.bund.de/de/uebersicht_de ... 2.html#top
